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GT3-Report: 24h Nürburgring Analyse 2026

von Nils Otterbein
1 Kommentare 15 minutes read

Das 24 Stunden Rennen hat mit über 350.000 Zuschauern absolute Maßstäbe gesetzt. Das wohl größte deutsche Motorsportevent aller Zeiten hätte fast eine der medial größten Geschichten der jüngeren Motorsportgeschichte erlebt – wenn da nicht die Defekthexe zugeschlagen hätte.

Das Top Qualifying am Donnerstag sorgte schon für die erste Überraschung: Die beiden Abt Lamborghini sicherten sich die erste Startreihe. Wie erwartet gab es die ersten BOP-Anpassungen für das Rennen. Lamborghini musste fünf Kilo zuladen bei einer Verringerung des Ladedrucks. Etwas überraschend wurden auch Porsche und BMW eingebremst, obwohl beide nur mit je einem Auto in den Top10 vertreten waren. Der Winward Mercedes von Maro Engel crashte in Top Q2 und fing sich somit eine notwendige Aufholjagd ein. Die Startphase sollte danach zeigen, wo die Entwicklung hingeht und dass nach mehreren Jahren ein Hersteller geschlossen das Rennen beherrschen konnte. Die Eingangsfrage für den Rennverlauf: Waren die beiden Winward Mercedes so stark oder die Konkurrenz zu schwach? Eines vorab: Eine allzu detaillierte Analyse ist nur schwer möglich, da im Vergleich zu Rennen auf einer regulären GP-Strecke manche Einzelheiten im Unklaren bleiben.

Erste Rennhälfte

Schon in der ersten Runde nahm das erste Drama seinen Lauf, was im Nachhinein viel im Rennverlauf beeinflussen sollte. Der Abt Lamborghini mit Mirko Bortolotti als Polesetter musste nach einer leichten Berührung mit dem Mercedes von Daniel Juncadella mit einem Reifenschaden an die Box und war damit für die nachfolgenden Stunden fernab der Topplätze. Obendrein wurde dem Schwesterauto eine Zeitstrafe von 32 Sekunden aufgebrummt, was vor allem in der Startphase enorm viel Track Position kostet. Spätestens am Sonntagmorgen wurde deutlich, dass die #84 einen möglichen Gesamtsieg in der ersten Runde verlor. Der Konrad Lamborghini mit gleicher BOP konnte in der Startphase lange mithalten, was den Speed der Lamborghini deutlich machte. Zeitgleich flog Maro Engel wie ein Waldschrat durchs Feld und gewann schon in seinem ersten Doppelstint 20 Plätze bis zur Spitzengruppe. Hiermit war klar: Wenn die Konkurrenz patzt oder unverschuldet in Zwischenfälle gerät, wird wohl schon bald eine Mercedes-Flotte beider Winward AMG das Rennen anführen.

Und so kam es! Nachdem die ersten zwei Stunden recht gesittet losgingen, löste der erste heftige Crash des Rennens am Schwedenkreuz, an dem der Max Kruse Audi unter Einsatz der Fugel-Familie mit einem Reifenschaden abflog, einen Startschuss für ordentlich Schrott aus. Kurze Zeit später verunfallte der Kondo/Rinaldi Ferrari mit Thierry Vermeulen am Ende der Hatzenbach-Passage bei einem Überrundungsmanöver. In der Folge bildeten sich rund um den Kurs verschiedene Code60-Zonen, zum Leidwesen von Alexander Sims im Scherer PHX Audi, der im Bereich Pflanzgarten dem KCMG Mercedes hintendrauf fuhr, da nach einer Code60-Phase kurz grün war und dann wieder verlangsamt werden musste. Auch hier war für beide Autos Feierabend. Etwas später am Abend kamen dann noch die Unfälle des Manthey Porsche und des bestbesetzten HRT-Mustangs im Bereich Brünnchen hinzu, als beide durch eine Betriebsmittelspur verunfallten – ebenfalls das Ende des Rennens.

Was hatten wir nun: Der einzige Ferrari, der einzige Audi in der SP9 Pro-Klasse und der Manthey Porsche waren nun innerhalb kurzer Zeit eliminiert. Die sehr schnellen Lamborghinis von Abt waren im Mittelfeld gefangen und der Konrad Lamborghini hatte mit Problemen an der Servolenkung zu kämpfen, bevor er in der Nacht komplett ausfallen sollte. Ab diesem Punkt fühlte ich mich in meiner Prognose bestätigt. Riesiges GT3-Feld hin oder her: Die absoluten Siegfavoriten waren eher spärlich vorhanden, was den beiden Winward Mercedes vollends in die Karten spielte. Max Verstappen konnte in seinem Stint einen leichten Vorsprung auf das Schwesterauto rausfahren, was dann später nach einem eher schwachen Stint von Jules Gounon wieder ausgeglichener wurde. Die meiste Zeit bis in die tiefen Nachtstunden fuhren die beiden AMG in Formation, was ein wenig an die dominanten Toyota-Jahre in der WEC und in Le Mans erinnerte. Zwischendurch bauten sie den Vorsprung auf mehrere Minuten, erst auf vier, dann in Richtung Morgenstunden sogar auf fünf Minuten aus. Immer wieder wurde das Rennen durch leichte Regenphasen beeinflusst, was die großen Abstände bewirkte.

In dieser Phase wurde immer deutlicher, dass der BMW M3 Touring die Überraschung des Rennens wurde und auch zwischendurch den Rowe BMW #99 im Griff hatte. Lange Zeit hielt sich der „Kombi“ auf Podestkurs. Es folgte eine Rennphase in den Abendstunden, die an der Gesamtspitze keine wirkliche Spannung mehr zuließ. Hier war klar: Ohne einen Defekt oder Unfall der Mercedes, war der Sieg bereits entschieden. Ich gebe zu: In dieser Rennphase hätte ich dem Rennen kein allzu gutes Gesamtfazit im Vergleich zu manch anderem Jahr gegeben. Die Qualität des Feldes hatte, aufgrund des Pechs oder Unvermögens der Konkurrenz, stark gelitten. Zum schwachen Gesamtergebnis der Porsche trug bei, dass beide Autos von „Schnabl Engineering“, sprich die Falken- und Dunlop bereiften Porsche, durch Unfälle in Verbindung mit Überrundungsmanövern ausschieden, erst mit Morris Schuring in der #44, danach mit Alessio Picariello in der #17, der den Dunlop-Porsche heftig „eingeplankt“ hatte. Damit war auch ein gutes Gesamtergebnis von Porsche passé, auch wenn der Falken Porsche eine der positiven Überraschungen der Startphase wurde.

Zweite Rennhälfte

Das Feld war über die Nacht recht konstant aufgeteilt zwischen sechs Autos: Vorne waren die beiden Mercedes im Paarflug zu sehen. Bemerkenswert war der zweite Doppelstint von Max Verstappen, der Maro Engel rundenlang vor sich herjagte. In den Onboards rutschte einem das Herz nicht nur einmal in die Hose. Das war im Verhältnis zum riesigen Abstand ein unnötiges Risiko. Maro Engel musste in der Hohenrhein-Schikane über die Wiese ausweichen, wonach Verstappen die Führung übernahm, woran sich nun mehre Stunden nichts ändern sollte. Beide kamen das komplette Rennen immer nach den regulären acht Runden zum Stopp. Nach den Mercedes waren es der Walkenhorst Aston Martin #34, der Rowe BMW #99 und der M3 Touring, die sich immer wieder, abhängig vom Boxenstopp, um den letzten Podiumsplatz abwechselten. In den Morgenstunden konnte der Abt Lamborghini #84, jenes Polesetter-Fahrzeug mit dem Reifenschaden in der ersten Rennstunde, zwischendurch die schnellsten Runden des Rennens fahren. Eine 8:08 sollte die schnellste Runde des Rennens markieren, nur marginal langsamer als der bisherige Rennrekord, gehalten von Daniel Keilwitz im Wochenspiegel Ferrari aus 2022. Auch die #130, die im Rennverlauf wegen eines weiteren Reifenschadens weit zurückfiel, konnte diese Zeiten bis zu einem Defekt in den Schlussstunden, gut mitgehen. Deswegen hatte ich es eingangs erwähnt: Der viel zu frühe Stopp der #84 hat einen möglichen Sieg verhindert. Wenn einer die Mercedes hätte schlagen können, dann nur Abt!

Nachdem Max Verstappen seinen planmäßig letzten Stint beendete, wurde der Traum vom ersten Sieg beim ersten 24-Stunden-Aufschlag jäh gestoppt. Daniel Juncadella hatte bereits beim Start seines Stints ABS-Probleme, die dann ab der dritten Runde in einem Schaden an der Antriebswelle mündeten. Folglich musste lange repariert werden, was dem Schwesterauto mit der #80 den sicheren Sieg und ersten Sieg überhaupt für Winward Racing bei den 24 Stunden brachte. Martin/Engel/Stolz/Schiller trugen den Mercedes nur noch nach Hause – vor allem durch die Regenschauer an einigen nassen Stellen – und konnten sogar rund drei Minuten ihres riesigen Vorsprungs locker einbüßen. Für Engel war es damit der zweite Sieg nach dem denkwürdigen Jahr 2016, als er ausgerechnet seinen heutigen Teamchef Christian Hohenadel in dessen Mercedes in der letzten Runde am GP-Kurs überholte.

Dahinter entwickelte sich das Bild unter Hochrechnung der Mindestzeit für den letzten Stopp (je später man den letzten Stopp vor Rennende macht, desto kürzer wird die Standzeit), dass Abt auf dem zweiten Platz manifestiert war, vor dem Walkenhorst Aston Martin, dem Rowe BMW und dem M3 Touring, der in der Schlussphase etwas an Speed verlor, jedoch immer noch mit einer grandiosen Leistung beim wohl einzigen 24h Auftritt für dieses Auto. Als Abt über eine Minute Vorsprung hatte, wurde eine 86 Sekunden Zeitstrafe ausgesprochen, die nach Rennende aufaddiert wurde. Somit entstand am Ende ein Sekundenkrimi gegen den Aston Martin als Fernduell. Obendrein mit unterschiedlichen Reifenwahlen, da Abt mit Slicks und Walkenhorst mit den in der Schlussphase schnelleren Cut Slicks fuhr. Eigentlich schien Abt den zweiten Platz verloren zu haben, wenn da nicht eine plötzliche Gelbzone durch den stehenden Audi RS3 von Sharky Racing auf der Döttinger Höhe errichtet worden wäre. Dadurch verlor Mattia Drudi die entscheidenden Sekunden. Vierter wurde am Ende Rowe Racing vor dem Touring.

Insgesamt hat die Schlussphase für das lange sehr einseitige Rennen an der Spitze absolut entlohnt! Noch erfreulicher: Trotz des immer wiederkehrenden Niederschlags und der kalten Nachttemperaturen stand eine Unterbrechung des Rennens nie zur Debatte. Damit hat der Veranstalter ausgerechnet die Woche der Eisheiligen noch gut meistern können, auch wenn man auf diesen frühen Termin wohl besser nicht mehr gehen wird.

Um das Rennen etwas nach Herstellern und Teams zu sortieren, lohnt eine kleine Zusammenfassung für jede Marke, da zu jeder Marke ein differenziertes Bild gehört.

Mercedes: Der AMG-Abteilung kann man nach diesem Rennen nur ein Lob aussprechen. Nicht umsonst haben die Affalterbacher alles in die Waagschale gelegt, um den Sieg nach zehn Jahren wieder mal zu holen. Beide Autos von Winward hatten ein leicht überarbeitetes Aero-Paket bekommen und waren damit von Grund auf leicht modifiziert. Die #3 mit Verstappen/Juncadella/Auer/Gounon hatte zudem ein neues Fahrwerk von Multimatic eingebaut, während die siegreiche #80 das bekannte Fahrwerk von Bilstein verwendete. Dazu gab es offenbar im Bereich des Engineerings weitaus mehr Manpower als üblich. In diesem Bereich war Winward dieses Mal auf einem Niveau aufgestellt, was allenfalls Manthey Racing bieten kann. Nach eher schwachen Jahren bei großen Endurance-Rennen, hat Mercedes offenbar an den richtigen Schrauben gedreht und vor der Einführung des neuen AMG auf die Erfolgsspur zurückgefunden. Ein Trend, der sich derzeit auf vielen Ebenen des GT-Sports zeigt. Auch der weitgehende Fokus auf ein Topteam mit zwei Autos hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren als richtig herausgestellt, als auch dem heimischen Getspeed-Team viel Unterstützung zugesagt wurde. Von den weiteren Mercedes-Teams war eigentlich nur ProSport mit einer guten Anfangsphase noch weit vorne zu finden. Andere, wie z.B. KCMG fielen mit Unfällen aus, oder wie bei Schnitzelalm, fielen mit langen Reparaturen weit zurück.

Porsche: Eine Marke, die dieses Jahr eher für Quantität gestanden hat, war Porsche. Auch das große Feld mit 13 Autos hat schon nach der Qualifikation den Eindruck hinterlassen, dass es nur mit dem einen 911 von Manthey Racing was zu gewinnen gibt. Die anderen Teams in der Pro-Klasse wie Falken, Dunlop, Dinamic oder Lionspeed hatten am gesamten Wochenende den Speed für Topplätze nicht gehabt, auch wenn die #44 von Falken bis zum Crash je nach Stopp-Rhythmus in den Top10 auftauchte. Am Ende war Lionspeed immerhin das letzte Auto in der Führungsrunde mit gefahrenen 156 Runden, fünf Runden unter dem Rekord von Frikadelli aus 2023. Das Team mit Heinrich, Feller und Vanthoor hatte bis zum Rennen eher ein harziges Wochenende nach einem Crash von Ricardo Feller am Donnerstag und einer Kollision von Laurin Heinrich im Warm Up. Für das erste Rennen in der Pro-Klasse war es ein unauffälliger, aber dennoch starker Auftritt. Wenn sie es schaffen, den Rest der Saison ein paar NLS-Läufe mitzunehmen, könnten sie 2027 eine noch größere Rolle spielen, zumal durch die Absage von NLS1 alle drei Fahrer kaum Nordschleifenpraxis in diesem Jahr hatten. Eine der Enttäuschungen war sicherlich Dinamic GT, die am Ende bedingt durch einige Ausfälle, lediglich siebte mit der #54 wurden. Walkenhorst hat gezeigt, dass die Pirelli-Reifen auch unter den kühlen Mischbedingungen erstaunlich gut funktionierten, was Dinamic dieses Jahr nicht hinbekam. Positiv ist noch Black Falcon zu nennen, die bei der Rückkehr in die SP9-Klasse, ihrer Favoritenstellung mit Assenheimer/Tobi Müller/Pereira/Arrow in der Pro-Am-Klasse gerecht wurden – und das mit einem respektablen zehnten Gesamtrang.

BMW: Mit dem M3 Touring hat BMW mit dem fünften Gesamtrang die Überraschung des Rennens geliefert. Eigentlich schade, dass der „Kombi“ dieses Jahr nicht mehr im Renneinsatz unterwegs sein soll. Rowe Racing landete knapp hinter dem Podium, blieb aber im Soll, nachdem die #1 wegen Problemen mit der Benzinzufuhr abstellen musste. Im Grunde schafft es Rowe Racing jedes Jahr ums Gesamtpodest zu kämpfen – und das mit einer deutlich geringeren Ausfallquote wie z.B. der „Grello“ von Manthey. Mit dieser Konstanz über etliche Jahre fällt mir sonst kein anderes Team ein. Ein eher schwaches Comeback hatte Schubert Motorsport, die mehrmals wegen falscher Reifenwahl mit ihren Yokohama-Pneus zurückfielen und erst am Ende mit dem neunten Gesamtrang auf dem Tableau auftauchten. Bei BMW sieht man mal wieder, wie schwer eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen ist. Letztes Jahr setzte man notgedrungen den vollen Fokus auf ein Auto und gewann – dieses Jahr waren es vier Autos mit Werkspersonal (inklusive dem M3 Touring) – dieses Mal ohne Podium. In Sachen Gewicht und Ladedruck war der M4 im Vergleich zu 2025 jedoch zugegebenermaßen stärker eingebremst. Der Start der Z4 war wie erwartet ein Leckerbissen für die Fans, auch wenn nach immer wiederkehrenden Problemen fraglich ist, ob sich Teams wie Koopmann Racing oder Saugmotoren Motorsport nochmal einem solchen Projekt annehmen.

Audi: Nach dem Ausfall von Scherer PHX kann man sich hier eine eingehende Analyse eigentlich sparen. Dennoch hat das Team bis dahin gezeigt, dass der R8 immer noch ein wählbares Modell ist. Die neuen Teams wie Max Kruse Racing oder KKrämer fielen jedoch mit Unfällen weit zurück. Juta Racing, mittlerweile schon recht erfahren am Nürburgring, brachte um die 20. Position einen ihrer beiden Audi nach Hause. Da manche Teams, vor allem neue Teams im GT3-Sport, geradeerst einen neuen R8 für vergleichsweise wenig Geld kaufen konnten, werden wir den R8 LMS Evo II sicherlich noch für eine gewisse Zeit sehen.

Lamborghini: Unnötigerweise stellt sich im Langstreckensport oft die Frage „Was wäre, wenn?“ Und um das Phrasenschwein voll zu machen: „Du kannst ein 24h Rennen nicht in der ersten Runde gewinnen – aber durchaus verlieren!“ Beides trifft auf Abt Sportsline möglicherweise zu. Am Ende kam die #84 trotz Reifenschaden und einem Platz am Ende des GT3-Feldes nach der ersten Runde, mit etwas mehr als zwei Minuten Rückstand auf die Spitze ins Ziel. Ohne den Start wäre die Schlussphase für den verbliebenen Mercedes wohl nicht ohne Konkurrenz abgelaufen. Nicht umsonst fuhren sie die schnellsten Runden am Sonntagmorgen. Für Lamborghini war es das erste Podest bei einem 24h Rennen am Nürburgring überhaupt. Deswegen würde ich von einem gewonnen zweiten – und nicht von einem verlorenen ersten Platz sprechen. Auch Konrad fuhr bis zu den technischen Problemen gut mit. Zur Wahrheit gehört auch, dass der Huracan Evo II womöglich etwas zu gut eingestuft wurde. Ob sich die Gelegenheit mit dem bald folgenden Temerario so schnell ergibt, wird sich zeigen.

Aston Martin: Walkenhorst hatte, NLS- und 24h-Übergreifend, eines der wohl stärksten Rennen überhaupt seit ihrem Wechsel von BMW zu Aston Martin! Vom gesamten Team war im kompletten Rennen kaum ein Fehler wahrzunehmen. Da die Mannschaft mit der Verfügbarkeit von mehreren Autos in der Regel mindestens einen Vantage zur NLS mitnimmt, konnten sie in den letzten Jahren wichtige Kilometer sammeln. Die Gemeinsamkeit mit Lamborghini: Mit einem Sieg bei den 24h von Spa und einem Podium am Nürburgring haben beide Marken gezeigt, dass sie die etablierten Hersteller ärgern können, wenn alles zusammenkommt. Eine neue Marke, die sich in den kommenden Jahren erstmals in die Siegerliste einträgt? Warum nicht?!

Ferrari: Hier lässt sich nach dem Ausfall des Kondo/Rinaldi Ferrari keine Analyse anstellen. Außer, dass der 296 durch die Ausfälle einiger Gegner ein Podest Kandidat gewesen wäre. Da der Status von früheren Ferrari-Teams wie Frikadelli, Octane 126, Racing One oder Wochenspiegel unbekannt ist, wird sich zeigen, ob in naher Zukunft weitere Ferrari auftauchen. Der wahrscheinlichste Kandidat wäre wohl Emil Frey Racing, die ja letzte Saison beim Verstappen-Sieg in der NLS das Einsatzteam waren.

Ford: Nach dem starken Debüt 2025 mit einem vierten Gesamtrang, konnte HRT daran 2026 nicht ganz anknüpfen. Ein bitterer Punkt war der Unfall von Arjun Maini unmittelbar nach dem Crash des Manthey Porsche am Brünnchen, wo die #64 als bestbesetzter Mustang schon raus war. Das Schwesterfahrzeug mit dem Branding der Bundeswehr konnte sich mit dem achten Platz allerdings noch gut halten. Was im Rennen wieder deutlich wurde: Das Fenster, in dem der Mustang performt, ist einfach zu gering. Vor allem in den Phasen mit Mischbedingungen und geschnittenen Slicks verloren sie zu viel. Da jedoch davon auszugehen ist, dass HRT die Phase bis zum nächsten Jahr mit in der Regel einem oder zwei Mustang in der NLS überbrücken wird, ist hier das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Durch das meist arg ausgedünnte GT3-Feld nach dem 24h Stunden Rennen, wäre ein weiterer Saisonsieg in einem der verbleibenden Rennen keine Überraschung.

McLaren: Den Auftritt von Dörr Motorsport mit der auffallenden Benetton-Farbgebung sollte man bis zu den Problemen lobend hervorheben. Für ein Auto, was mehrere Jahre kein 24h Rennen am Ring mehr gefahren ist, konnten sie sich bis zum Radlagerschaden in der Schlussphase bis in die Top10 vorkämpfen. Auch wenn Timo Glock nach zwei Verstößen seine Permit neu machen muss, sollte hier in den kommenden Jahren noch was kommen, was sich auch an der Entwicklung in der DTM widerspiegelt.

 

Zu den anderen Klassen lässt sich leider kaum was schreiben, da der erhoffte Blick in die unteren Klassen nach meiner Beobachtung nur zwei bis dreimal im Rennen stattfand. Etwas schade, weil der Rennverlauf zwischendurch die Möglichkeit ergeben hätte. Ansonsten muss man die Regie und das TV-Team ausdrücklich loben. Bezüglich der Kameraabdeckung und der Onboards ist das Rennen mittlerweile auch medial ein Highlight geworden – und man hat selten das Gefühl, was zu verpassen. Von 159 Startern wurden am Ende 111 in Wertung geführt – eine gefühlt hohe, aber anhand der letzten Jahre – eher normale Ausfallquote.

Danke an den Kollegen Felix Töllich, der uns wieder mit einer Vielzahl an Fotos versorgt hat!

Bildquelle: Felix Töllich

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1 Kommentare

Oliver Rüssel 21 Mai, 2026 - 08:10

Das 24h-Rennen war echt schön anzusehen, ob im Stream oder auf Nitro. Für mich sind die kommentierten Runden von Dirk Adorf immer ein Highlight. So etwas wünscht man sich öfters. Leider versteht man an der ein oder anderen Stelle aufgrund der Umgebungsgeräusche nicht immer alles, aber mit welcher Frische und Ehrlichkeit sowie natürlich Fachwissen das alles kommentiert wird, Respekt.

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