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Formel Eins: Vorschau GP von Mexiko 2025

von DonDahlmann
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Die spannendste Frage an diesem Wochenende wird lauten: Wer gewinnt den langen Sprint zu Turn 1?

F1-Rennen in Mexiko haben noch nie jenen gehört, die einen besonders begeistert haben. Die lange Gerade sorgt zwar für Überholmanöver, doch der Rest der Strecke erlaubt nur ein geordnetes Hinterherfahren. Da man sich dabei dann schön die Reifen ruiniert, gleicht das Rennen nach der ersten Runde dann meist mehr einer Prozession.

Aber immerhin bringt die neue Situation in der WM eine gewisse Würze in Rennen. Noch sind fünf Rennen zu fahren, plus die beiden Sprintrennen in São Paulo und Katar. Man kann also maximal 141 Punkte sammeln. Mehr als genug für Max Verstappen, der nach dem Sieg in den USA nur noch 40 Punkte hinter Oscar Piastri liegt.

Der Druck liegt klar auf McLaren und beiden Fahrern. Einfacher wäre es für McLaren, wenn nicht beide Fahrer in der WM fast gleichauf lägen. Aber da das nicht der Fall ist, wird man wohl oder übel beide Fahrer gleich behandeln müssen. Wobei ich mir aber auch sicher bin, dass McLaren in den nächsten Rennen eine Entscheidung wird treffen müssen, sollte Verstappen seine Siegesserie weiter fortsetzen können.

Die Chancen dafür, dass Red Bull auch in Mexiko siegen wird, stehen ziemlich gut. Die Strecke ist zur Hälfte nicht gerade das Metier des McLaren-Chassis. Und auf der anderen Seite der Strecke ist McLaren nicht mehr Klassenprimus. Wie schon in der Nachschau zum letzten Rennen aufgezeigt, liegt Red Bull mindestens gleichauf. Im ersten Sektor war Verstappen sogar etwas flotter unterwegs als Norris.

Hinzukommt, dass sich McLaren auch nicht mehr auf den thermischen Vorteil beim Reifenverschleiß verlassen kann. Der sorgte bisher in dieser Saison dafür, dass der Red Bull im Verlauf des Rennens an Pace verlor und zurückfiel. Norris und Piastri konnten es sich erlauben, zunächst hinter Verstappen zu bleiben, um diesen dann aber nach 10 bis 15 Runden leicht überholen zu können.

Ob Red Bull den Vorteil allerdings auf allen Strecken und mit allen Mischungen aufweisen kann, muss sich erst zeigen. Wie immer ist aber der Jäger im Vorteil, wenn es in den Endspurt geht, und mit Verstappen hat man jemanden, der keine Chance liegen lässt.

Allerdings hat McLaren auch kein Chassis, das schlechter ist. Das Problem liegt eher bei den Fahrern. Oscar Piastri steckt seit einigen Rennen in einer Krise und liefert nicht mehr die Ergebnisse ab, die man in diesem Jahr gewohnt war. Und schon gar nicht mit der spielerischen Leichtigkeit, die er bisher gezeigt hat. Norris wiederum fehlt vor allem immer in der Quali dieses eine Zehntel auf Verstappen. Was ihm dann am Start Probleme bereitet.

Durchaus spannend ist auch noch der Kampf um den zweiten Platz in der Team-WM. Obwohl ich mir dabei nicht sicher bin, ob der ein oder andere Teamchef nicht lieber in diesem Jahr mit P4 vorlieb nehmen würde. Der zweite Platz bei den Konstrukteuren bringt zwar etwas Geld, aber keinen Ruhm. Und für den vierten Platz gibt es vor allem zwei Dinge: mehr CFD- und Windkanalpunkte, die man im nächsten Jahr sicher gut gebrauchen kann.

Aber drei Kontrahenten sind in der WM eng zusammengerückt. Mercedes hat 341 Punkte, Ferrari 334 und Red Bull 331 Punkte. Die besten Chancen sehe ich tatsächlich bei Ferrari, da sich Hamilton mit einer Verzögerung im Team und im Auto eingefunden hat. Der Abstand zu Leclerc liegt jetzt ungefähr da, wo Carlos Sainz letztes Jahr stand. Damit bekommt Ferrari im Normalfall zwei Autos auf jeden Fall in Punkte, was weder bei Mercedes noch bei Red Bull gegeben ist.

Williams hat sich ziemlich sicher P5 in der WM gesichert, was dem Team im nächsten Jahr dringend benötigtes Geld in die Kassen spülen wird. Dahinter ist es um P6 noch eng zwischen RB (72) und Aston Martin (69). Letztere haben sich die Saison sicher auch etwas anders vorgestellt.

Was ein wenig untergegangen ist: Lance Stroll hat gar keine so schlechte Saison. Gefühlt denkt man, dass Alonso von 69 Punkten mindestens 50 geholt hat. Aber dem ist nicht so. Der Spanier liegt mit 37:32 nur knapp vor seinem Teamkollegen. Da ist der prozentuale Unterschied zwischen Leclerc und Hamilton schon größer.

Strategie:

Pirelli probiert es mal wieder mit einem Sprung bei den Reifenmischungen und bringt C2, C4 und C5 nach Mexiko. Das hat so gar nicht in den USA funktioniert und es wird dieses Wochenende auch nicht anders aussehen. Die Strecke hat einen eher glatten Asphalt, der die Reifen nicht sonderlich fordert. Da sich der C5 in Austin auch bei hohen Temperaturen als erstaunlich stabil gezeigt hat, wird man den auch im Rennen in Mexiko sehen.

Es wird kaum Alternativen bei der Boxenstrategie geben. Ein Stopp sollte ausreichen, um das Rennen vorne zu beenden. Ein wenig Würze bringt die Frage, ob man sich die Soft zum Start oder nach dem ersten Stopp genehmigt. Leclerc hatte mit den Soft in Austin eine gute Wahl am Start getroffen und auch der Medium für das restliche Rennen schien eine gute Entscheidung gewesen zu sein.

Doch in Mexiko wird der Soft zum Start weniger bringen, als in den USA. Die lange Anfahrt zur ersten Kurve dürfte den Vorteil, den die Soft zum Start haben, etwas aufheben. Ich gehe daher davon aus, dass die meisten Teams es konservativer angehen werden und mit dem Medium an den Start gehen. Ob man die C2 sehen wird? Vielleicht im Hinterfeld, wo es einige mit einem sehr langen ersten Stint versuchen könnten. Aber der C2 wird Zeit benötigen, bis er auf Temperatur kommt, und das bedeutet im Mittelfeld meist einen Platzverlust. Und den kann man in Mexiko nicht so leicht wieder wettmachen.

Bilder: Pirelli

 

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