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BTCC: Donington GP 2025 – Vorteil für Ingram

von Sebastian Focks
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Die BTCC-Rennen auf dem GP Circuit von Donington Park brachten Tom Ingram einen großen Vorsprung im Kampf um den diesjährigen Titel. Der Hyundai-Pilot war einmal siegreich und beendete alle Rennen vor Kontrahent Ash Sutton, der wiederum unter Friendly Fire seines eigenen Teamkollegen litt. Tom Chilton und Dan Cammish holten sich derweil die beiden weiteren Siege des Tages.

Am gleichen Ort, an dem er bereits zu Saisonbeginn siegreich gewesen war, holte sich Tom Chilton – durchaus ein wenig überraschend – die Pole Position vor Teamkollege und Meisterschaftsaspirant Tom Ingram. Generell schienen die Hyundais den GP Circuit von Donington Park zu lieben – oder umgekehrt liebte der GP Circuit die Hyundais. Alle sechs i30N fanden sich nach der Qualifikation in den Top Ten wieder. Neben Chilton und Ingram in Reihe eins waren dies Chris Smiley im privat eingesetzten Hyundai des Restart Racing Teams auf Startplatz drei, Senna Proctor auf Platz fünf, Adam Morgan auf Platz acht und Smileys Teamkollege Dan Lloyd auf Platz neun. Die Fords wiederum fanden nicht ganz den Speed und qualifizierten sich auf den Startplätzen sechs (Dan Cammish), sieben (Dan Rowbottom) und zehn (Ash Sutton).

Eine Sensation wäre unterdessen beinahe Mikey Doble und Power Maxed Racing in der Quali gelungen. Nachdem die Vauxhall Astras des Teams Opfer eines verheerenden Werkstattbrands geworden waren, hatte Doble sich beim erst zweiten Einsatz mit dem für Team und Fahrer bis dato unbekannten Cupra Leon sensationell für den vierten Startplatz qualifiziert. Leider wurde dann bei der technischen Kontrolle festgestellt, dass die Fahrzeughöhe zwei Zentimeter zu niedrig war. Doble wurde dem Reglement entsprechend disqualifiziert und musste vom letzten Startplatz starten.

Nach dem Start zum ersten Lauf setzten sich die beiden Hyundais von Chilton und Ingram rasch ab, während sich die Ford-Armada in der Reihenfolge Cammish vor Rowbottom und Sutton hinter dem drittplatzierten Chris Smiley festbiss, nachdem sie sich beim Start an Senna Proctor und BMW-Pilot Daryl DeLeon vorbeigearbeitet hatte. Smiley konnte das Tempo seiner Markenkollegen an der Spitze nicht mitgehen, schaffte es aber trotzdem zunächst, die Fords hinter sich zu halten, sodass Chilton und Ingram an der Spitze entspannt ihre Runden drehen konnten. Die offensichtliche Frage war nun, ob Chilton das Rennen gewinnen durfte oder ob man bei Excelr8-Motorsport alles dafür tun würde, Ingram maximale Punkte im Meisterschaftskampf zu verschaffen.

Die Antwort auf diese Frage schien in Runde vier gegeben, als Chilton seinem Teamkollegen bereitwillig Platz machte und dieser die Führung übernahm. Doch nur zwei Runden später tauschten die beiden Hyundai-Piloten die Positionen wieder zurück, und Chilton nahm erneut die Spitzenposition ein. Sinn der Übung: Ingram sollte den Zusatzpunkt für eine Führungsrunde einfahren und idealerweise auch die schnellste Rennrunde drehen, die ebenfalls einen Punkt wert wäre. Das zweite Vorhaben klappte allerdings nicht, da Chilton bereits zu Rennbeginn die schnellste Runde in den Asphalt gebrannt hatte und Ingram mit nun schon etwas nachlassenden Reifen nicht mehr herankam.

Letztlich war es beeindruckend, dass Chilton den – ohne Zweifel verdienten – Sieg einfahren durfte. Im Ford-Lager von Alliance Racing haben wir in dieser Saison schon häufig das Kontrastprogramm erlebt, wenn Dan Cammish vor Rennende Platz machen und Ash Sutton eine Position oder gar einen Sieg schenken musste – zuletzt so erlebt in Knockhill. Tom Chilton holte also am Ende seinen zweiten Saisonsieg vor Tom Ingram und Dan Rowbottom, der am Ende als bester Ford aus dem Rennen hervorging und – ebenfalls überraschend – seinen dritten Platz nicht an Ash Sutton abgeben musste, der am Ende Vierter vor Dan Cammish wurde. Hinter Cammish komplettierten Jake Hill, Adam Morgan, Senna Proctor, Chris Smiley, der dann doch noch einige Positionen verloren hatte, und Árón Taylor-Smith die Top Ten.

Der zweite Lauf versprach dann – mit der Ausgangslage, dass die ersten drei des ersten Laufs nun reglementsbedingt auf den härteren Optionsreifen starten mussten, während der Rest des Feldes freie Reifenwahl hatte und sich geschlossen für den weicheren Standardreifen entschied – deutlich mehr Potenzial für Unterhaltung. Und damit nicht genug: Eine dunkle, über der Strecke schwebende Regenwolke versprach noch einiges an zusätzlicher Würze.

Beim Start schafften es Chilton und Ingram zunächst, ihre Plätze zu verteidigen. Chilton konnte sich im Verlauf der ersten Runde sogar etwas absetzen, während Ingram rasch unter Druck von Meisterschaftskontrahent Sutton geriet, der sich gleich beim Start Teamkollege Rowbottom geschnappt hatte. Eine Safety-Car-Phase wegen einer Kollision zwischen Senna Proctor und Aiden Moffat, in die auch Sam Osborne verwickelt war, unterbrach den Kampf an der Spitze jedoch noch im Verlauf der ersten Runde.

Rund eine Runde vor dem Restart fing es dann leicht an zu regnen, und unmittelbar nach dem Restart in Runde fünf wurde es schließlich turbulent: Sutton probierte sogleich, die beiden mit ihrem Grip hadernden Hyundais zu attackieren, wurde beim Anbremsen der ersten Kurve aber ausgerechnet von seinem Teamkollegen Rowbottom am Heck getroffen, der – ebenfalls mit den harten Reifen unterwegs – auf der leicht feuchten Strecke seinen Bremspunkt verfehlte. Suttons Ford stellte sich unmittelbar quer und bugsierte dabei auch den bis dato führenden Chilton ins Off. Sowohl Sutton als auch Rowbottom und Chilton verloren durch das Malheur mehrere Positionen und fielen bis ans Ende der Punkteränge zurück.

In Führung lag nun Tom Ingram vor Dan Cammish, Adam Morgan und Daryl DeLeon. Cammish begann sogleich, den nachteilig bereiften Ingram unter Druck zu setzen und schaffte es schließlich in der sechsten Runde ausgangs Coppice, an diesem vorbeizugehen und die Führung zu übernehmen. Dahinter drehte Ingrams Teamkollege Adam Morgan, der schnellste Rennrunde auf schnellste Rennrunde folgen ließ, auf und konnte in der siebten Runde schließlich ebenfalls an Ingram vorbeigehen.

Ingram wiederum schaffte es trotz Reifennachteil rundenlang, den hinter ihm liegenden BMW von Daryl DeLeon hinter sich zu halten, dem wiederum Chris Smiley und Toyota-Pilot Gordon Shedden im Nacken saßen. Diese Kampfgruppe bekam es im letzten Renndrittel jedoch mit Jake Hill zu tun, dem die Mischbedingungen aus leichtem Nieselregen sehr entgegenzukommen schienen und der unvermittelt auf dem Vormarsch war. Nacheinander schnappte Hill sich Shedden und Smiley und lag nun auf Platz fünf hinter Teamkollege DeLeon, der sich immer noch die Zähne an Ingram ausbiss. Gleichzeitig kämpfte Ash Sutton bei seinem Recovery Drive mit den Toyota-Piloten Josh Cook und Árón Taylor-Smith um Platz zehn.

Es war also kurz vor Rennende noch einiges an Bewegung im Feld, als in der 15. von 17 Runden plötzlich und unerwartet das Chaos losbrach: Der leichte Nieselregen hatte sich ausgangs des schnellen Rechtsknicks von MacLeans in eine Regenwand verwandelt, in die das Feld ohne Vorwarnung und mit Slicks hineinsteuerte. Der führende Cammish war der erste, der eiskalt erwischt wurde und weit ins Kiesbett rodelte. Fast alle Verfolger taten es ihm chancenlos gleich, und von jetzt auf gleich hatte sich das Rennen in einen Wettkampf verwandelt, wer es am schnellsten aus dem Kiesbett herausschaffen würde.

Cammish sollte auch hier die Oberhand behalten und driftete nach dem Schreckmoment als Erster vor Adam Morgan, der seinen zweiten Platz behielt, zurück auf die Strecke. Dahinter musste Tom Ingram jedoch zwei Positionen an Gordon Shedden, der als Einziger geschafft hatte, sein Auto auf der Strecke zu halten, und an Chris Smiley abgeben. Einer der größten Verlierer des plötzlichen Regenschauers war derweil Jake Hill, der einen so weiten Weg durch die Auslaufzone nehmen musste, dass er sämtliche zuvor eroberten Positionen wieder verlor.

Angesichts der nassen Strecke und des kompletten Feldes auf Slicks schickte die Rennleitung logischerweise sofort das Safety Car raus, das das Feld dann auch bis zur schwarz-weiß karierten Flagge zwei Umläufe später anführte. Es siegte somit Ford-Pilot Dan Cammish bei seinem 200. BTCC-Start vor Adam Morgan und Gordon Shedden. Dahinter wurde Tom Ingram Vierter, nachdem er die Ziellinie eigentlich als Fünfter hinter Chris Smiley gekreuzt hatte – der Hyundai-Markenkollege wurde jedoch nach dem Rennen wegen zu geringer Fahrzeughöhe disqualifiziert. Die Plätze fünf, sechs und sieben gingen an BMW-Pilot Daryl DeLeon und die beiden Toyotas von Josh Cook und Árón Taylor-Smith. Dahinter belegte Ash Sutton nach der für ihn mehr als unglücklichen Kollision mit Teamkollege Rowbottom Platz neun vor dem ebenfalls unglücklichen Jake Hill. Rowbottom und der Laufsieger aus Rennen eins, Tom Chilton, belegten am Ende nach der Kollision und mit harten Reifen unterwegs immerhin noch die Plätze zwölf und fünfzehn.

In der Theorie versprach der dritte Lauf dann eine sehr gute Ausgangsbasis für Ash Sutton, um den nun deutlich angewachsenen Vorsprung von Tom Ingram in der Meisterschaft zumindest wieder ein wenig schrumpfen zu lassen. Der Ford-Pilot erhielt – auch begünstigt durch die Disqualifikation von Chris Smiley im vorangegangenen Lauf – die Pole Position. Der vierfache BTCC-Champion hatte jedoch ebenso wie Toyota-Pilot Árón Taylor-Smith neben ihm in Startreihe eins nur noch die langsameren harten Reifen zur Verfügung, während ein großer Teil der unmittelbaren Verfolger, darunter auch Tom Ingram auf Startplatz fünf, die besseren Medium-Reifen hatte.

Beim Start schaffte es Sutton zunächst, die Führung zu behalten, während Ingram dahinter zur Attacke blies und sich gleich beim Start BMW-Pilot Daryl DeLeon schnappte. Ausgangs Coppice attackierte Ingram dann Taylor-Smith erfolgreich für Platz drei und lag nach einer weiteren Attacke gegen Cook pünktlich zum Ende der ersten Runde auf Platz zwei hinter Meisterschaftsrivale Sutton.

In der Folge setzten sich die beiden um einige Wagenlängen vom Rest des Feldes ab, während sich dahinter Toyota-Rückkehrer Josh Cook, der für den Rest der Saison das Fahrzeug von James Dorlin übernimmt, und Árón Taylor-Smith ein hartes markeninternes Duell um den dritten Platz lieferten. Dieses war nicht nur wegen der unterschiedlichen Reifenwahl (Taylor-Smith auf Hards, Cook auf Mediums) interessant, sondern auch deshalb, weil man beim Toyota-Werksteam Speedworks Motorsport an diesem Wochenende bei der Suche nach der verloren gegangenen Performance ein spannendes Experiment unternahm: Während die Fahrzeuge von Cook und Buxton mit den normalen Toyota-Werksmotoren aus der renommierten Motorenschmiede von Neil Brown Engineering unterwegs waren, fuhren die beiden Corollas von Taylor-Smith und Shedden als Vergleich den TOCA-Motor von M-Sport. Dieser präsentierte sich – nicht nur im Duell Taylor-Smith gegen Cook, das ATS am Ende trotz Reifennachteils klar für sich entscheiden konnte – insgesamt als deutlich vielversprechender als die bisher verwendeten Werksaggregate.

Doch zurück zum Kampf um die Spitze zwischen Sutton und Ingram: Trotz des Reifennachteils hielt Sutton sich tapfer gegen den Hyundai-Piloten, der beim Versuch, die kurzzeitig entstandene Lücke zu Sutton zuzufahren, gleich einen neuen Rundenrekord für den GP Circuit in den Asphalt brannte. Nach einem kurzen Rempler in der Melbourne Hairpin in der dritten Runde lieferten sich die beiden anschließend einen eineinhalb Runden langen, erbitterten Kampf. Dieser fand seinen Höhepunkt eine Runde später erneut in der Melbourne Hairpin, als Ingram sich neben Sutton bremste und einen besseren Exit in Richtung der folgenden Hairpin vor Start und Ziel fand.

Sutton gab sich jedoch bei Weitem nicht geschlagen und schaffte es, in der Hairpin und auf der folgenden Start-Ziel-Geraden neben Ingram zu bleiben. Beim Anbremsen von Redgate war Sutton dann wieder vorne, und nur knapp kam es nicht zu einer Berührung zwischen beiden. Ingram attackierte jedoch sofort erneut durch Hollywood und die Craner Curves und war in Old Hairpin schließlich endgültig vorbei. Sutton hielt jedoch zunächst den Anschluss und verfügte gegenüber Ingram zudem über drei Runden mehr Extra-Boost.

Gerade als Ingram begann, sich leicht abzusetzen, kam Sutton eine Safety-Car-Phase zur Bergung des sich auf seinem eigenen Öl herausgedrehten Cupras von Nick Halstead entgegen, die alle zwischenzeitlich entstandenen Abstände wieder zusammenschrumpfen ließ. Sutton verlor dadurch zwar auch seinen Vorsprung auf die weiteren Verfolger, die mehrheitlich besser bereift waren als er. Auf Platz drei lag mittlerweile jedoch Dan Rowbottom, der von weiter hinten auf seinen Medium-Reifen durchs Feld gepflügt war und nach seinem Malheur im vorangegangenen Lauf bereitwillig die Rolle übernahm, seinen Teamkollegen Sutton nach hinten gegen die Konkurrenz in Form von Taylor-Smith, der ebenfalls erstaunlich gut mit den harten Reifen zurechtkam, sowie Ingrams Flügelmann Tom Chilton abzuschirmen.

Nach dem Restart in Runde 14 schaffte es Sutton sogar, Ingram unter Druck zu setzen und in Runde 15 eine vielversprechende Attacke in der Melbourne Hairpin zu starten, die Ingram jedoch vereiteln konnte. Sutton blieb bis zur vorletzten Runde dicht an Ingram dran, doch der Hyundai-Pilot konnte erst in der letzten Runde etwas durchatmen, als Sutton sich mit dem zweiten Platz zufriedengab.

Somit siegte am Ende Tom Ingram vor Ash Sutton und Dan Rowbottom. Dahinter belegte Árón Taylor-Smith im Toyota einen starken vierten Platz, den er in den letzten Runden hart gegen Jake Hill verteidigen musste, der am Ende Fünfter wurde. Tom Chilton, Gordon Shedden, Dan Lloyd, Daryl DeLeon und Charles Rainford komplettierten die Top Ten.

Nachdem er jeden der drei Läufe also vor Sutton abgeschlossen hatte und der Ford-Pilot obendrein viele Punkte durch die unverschuldete Kollision im zweiten Lauf verlor, führt Tom Ingram in der Meisterschaft nun mit einem schon fast als komfortabel zu bezeichnenden Vorsprung von 32 Punkten. Mit nur noch sechs ausstehenden Rennen könnte sich Donington somit als erste Vorentscheidung im Kampf um den diesjährigen Titel herausstellen.

Im ebenfalls nach wie vor engen Kampf um den dritten Platz in der Meisterschaft führt Dan Cammish nun mit 264 Punkten vor Teamkollege Rowbottom mit 248 Punkten und BMW-Pilot Jake Hill mit 225 Zählern. So richtig eng geht es derweil in der Independent-Wertung zu, in der Mikey Doble dank konstant guter Resultate und trotz des ungeplanten Wechsels vom bewährten Vauxhall auf den schwächeren Cupra mit zwei bzw. drei Zählern knapp vor den Restart-Racing-Hyundais von Dan Lloyd und Chris Smiley führt.

Die einzelnen Ergebnisse der drei Läufe aus Donington sowie der gesamte Meisterschaftsstand können wie üblich auf den Websites von TSL Timing sowie der BTCC im Detail studiert werden.

Die nächsten BTCC-Rennen finden am 21. September statt, wenn die Serie zu ihrer vorletzten Saisonstation auf dem National Circuit von Silverstone gastiert. Bei den verregneten Rennen im Vorjahr waren hier Jake Hill und Tom Ingram in ihrem damaligen Titelkampf siegreich.

Bilder: btcc.net

 

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