Home Formel EinsF1Formel Eins Analyse GP von Italien – Verstappen stiehlt die Show

Formel Eins Analyse GP von Italien – Verstappen stiehlt die Show

von DonDahlmann
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Ein eher eintöniges Rennen mit einem sehr dominanten Verstappen, der die McLaren im Rennen um 20 Sekunden distanzierte.

So eng es wieder in der Quali war, im Rennen sah die Sache sehr deutlich aus. Max Verstappen setzte mit einem neuen Streckenrekord den Ton für den Sonntag. Im Rennen musste er nur kurz Lando Norris passieren lassen, kassierte den Briten allerdings zwei Runden später bequem wieder auf der Strecke. Dass die Red Bull in Monza stark sein würden, war vorher klar, denn Verstappen hatte schon in Spa eine gute Pace in den Sektoren 1 und 3 gezeigt. Doch der Abstand am Ende war doch größer als erwartet. Was auch zeigt, wie stark die Unterschiede von Strecke zu Strecke sein können. In Zandvoort lag Verstappen weit zurück, in Monza war er uneinholbar.

20 Sekunden in 53 Runden sind schon eine Menge. Aber der Red Bull hat die bessere Balance zwischen aerodynamischer Effizienz und Topspeed. Das ist genau der Bereich, in dem die McLaren noch Schwäche zeigen. Sie sind gut auf den meisten Strecken, die mittelschnelle oder schnelle Kurven haben. Auf den Stop ’n Go Strecken wie Monza fehlt McLaren dann einfach der Topspeed und vor allem der mechanische Grip beim Herausbeschleunigen aus den Kurven. Doch dass der Unterschied so groß war, hatte ich auch nicht erwartet.

Immerhin waren die McLaren immer noch gut genug, die beiden Plätze hinter Verstappen zu belegen. Norris war am Wochenende klar schneller als Piastri und distanzierte diesen auch im Rennen um bis zu sechs Sekunden. Das Team wartete dann lange mit dem ersten Stopp, da die Medium sich als extrem haltbar zeigten. Man hatte die Stopps um Runde 25 bis 30 erwartet, doch die McLaren wartete bis Runde 45, um dann auf einen Satz gebrauchter Soft zu setzen. Dabei ergab sich dann auch das einzige Drama im Rennen.

McLaren beorderte nach Absprache mit Norris den Teamkollegen zuerst an die Box. Man wollte den Overcut von Leclerc abdecken. Norris kam eine Runde später, doch dessen Stopp ging in die Hose und er stand knapp sechs Sekunden. Er kam dann hinter Piastri wieder auf die Strecke, doch McLaren orderte Piastri zurück auf P3, was dieser auch fairerweise akzeptierte. Er verlor durch die Teamorder 3 Punkte, nahm es aber, wie immer gelassen und sprach nach dem Rennen auch davon, dass Norris das ganze Wochenende schneller gewesen sei.

Hinter den Top 3 tat sich auch wenig. Charles Leclerc sicherte sich nach einer furiosen Fahrt in den ersten paar Runden den vierten Platz und lieferte sich ein schönes Duell, erst mit Piastri, später dann mit Russell. Aber die Pace für die Spitze war nicht da, trotz eines sehr guten Topspeed. Als sich das Rennen gesetzt hatte, passierte dann nicht mehr viel. Russell verlor bald den Anschluss an den Ferrari.

Etwas mehr zu tun hatte Lewis Hamilton. Der hatte sich in der Quali mit einem Zehntel Abstand hinter Leclerc positioniert, hatte aber noch die Strafe aus Zandvoort im Gepäck und startete nur von P10. Doch der Brite setzte sich im Rennen gut in Szene und überholte die vor ihm liegenden Autos relativ leicht. Als er auf P6 angekommen war, lag er dann hinter Russell, doch erstaunlicherweise war sein Vortrieb dann beendet. Ob er seine Medium zu Beginn des Rennens zu sehr beansprucht hatte? Jedenfalls verlor er dann sukzessive den Anschluss an den Mercedes.

Dabei half dann auch nicht, dass Ferrari den Stopp von Hamilton erstaunlich lange herauszögerte. Russell hatte in Runde 27 gestoppt, Leclerc in Runde 34. Der zweite Ferrari stoppte dann erst in Runde 38. Theoretisch hatte Hamilton dann die deutlich frischeren Reifen, verlor aber durch den späten Stopp einiges an Zeit an Russell, der zeitweise der schnellste Mann auf der Strecke war. Er kam dann rund 8 Sekunden hinter dem Mercedes raus und konnte den Abstand dann auch nur noch um vier Sekunden verkürzen.

Hinter den Top 6 ging es etwas abwechslungsreicher zu, was allerdings daran lag, dass einige Teams ebenfalls auf einen sehr späten Boxenstopp setzten. Das führte zu einigen Verschiebungen im Rennen. Eine Zeit lang sah es deswegen so aus, als würden die Haas, die in Monza ansonsten nicht zu sehen waren, tatsächlich in die Punkte kommen. Aber das von vielen erhoffte späte Safety Car kam nicht und so sortierten sich die Plätze dann in den letzten zehn Runden.

Als Sieger des Shuffles ging Alex Albon durchs Ziel, der im Williams den siebten Platz belegte. Williams hatte mit Albon ebenfalls auf einen langen ersten Stint gesetzt, was dem Thailänder dabei half, sich durch das Feld zu kämpfen. Von P13 gestartet, lieferte er sich im DRS-Train des Mittelfelds ein paar schöne Duelle. Der Williams war schnell genug, sich durchsetzen zu können, profitierte dabei dann aber auch von späten, harten Zweikämpfen hinter ihm. Der Stopp in Runde 40 kam zur richtigen Zeit, um die Punkte zu sichern.

Teamkollege Carlos Sainz hatte dagegen mal wieder ein schwieriges Rennen. In der Quali waren beide Williams gleichauf, im Rennen ging aber nicht viel. Während sich Albon absetzen konnte, steckte Sainz in den schwierigen Zweikämpfen im Mittelfeld und hatte dann auch noch einen Dreher, als Ollie Bearman ihn in der zweiten Schikane abschoss.

P8 ging an den Sauber von Bortoletto, der Hülkenberg in der Quali erneut schlagen konnte. Der Deutsche musste sein Auto schon in der Einführungsrunde abstellen, aber beim Brasilianer lief es besser. Zeitweise lag er auf dem sechsten Platz, musste dann aber die schnelleren Autos hinter ihm passieren lassen. Dennoch hielt er sich mit dem Sauber dann in den Punkten. Der achte Platz war allerdings auch geerbt, weil Kimi Antonelli sich mal wieder eine Strafe einfing und 5 Sekunden aufgebrummt bekam.

Der Italiener hatte erneut ein unsauberes Wochenende und verpasste das zweite Training, weil er sich in der zweiten Lesmo ins Kiesbett gedreht hatte. In der Quali lief es besser und er landete mit drei Zehnteln Abstand hinter seinem Teamkollege. Doch der Italiener versemmelte den Start und fiel ins Mittelfeld zurück. Immerhin gelang es ihm, sich da wieder herauszukämpfen, allerdings mit teilweise etwas ruppigen Manövern, was ihm dann die Strafe einbrachte.

Der letzte Punkt ging an Isaac Hadjar. Man hat sich schon daran gewöhnt, dass der Franzose den RB in die Punkte bringen kann, aber dieses Mal war etwas anders. Denn beide RB waren schon in Q1 ausgeschieden und Hadjar startete sogar aus der Boxengasse. Er hatte sich für die harten Reifen entschieden, was es ihm erlaubte, einen langen ersten Stint zu fahren. Das Team holte ihn in Runde 33 rein und er konnte dann die Medium nehmen. Er profitierte dann davon, dass die Alpine und Stroll bis zur Runde 44 fuhren und er nutzte der Vorteil der Medium mit sehr guten Rundenzeiten aus. Da Sainz den Dreher hatte, gelang es Hadjar den zehnten Platz zu sichern.

Der Rest hatte mit dem Ausgang des Rennens nicht viel zu tun. In guter Ausgangsposition war nur Fernando Alonso, der es irgendwie geschafft hatte, den lahmen Aston Martin bis in Q3 zu bringen. Er lag aussichtsreich in den Punkten, doch dann kollabierte seine rechte Vorderradaufhängung in Runde 25 auf dem Kerb am Ausgang der Ascari. Mehr als ein „Unbelievable“ war dann nicht mehr von ihm zu hören. Lance Stroll lag zeitweise in den Punkten, da ihn Aston lange draußen ließ, am Ende fiel er aber auf den letzten Platz zurück.

Es war kein gutes oder spannendes Rennen. Die Unterschiede der Teams auf der Strecke waren am Ende zu groß. Mercedes war schwächer als erwartet, was allerdings schon ein Thema der letzten Rennen war. Mag an den fehlenden Updates liegen, denn Mercedes hat die Saison schon früh abgeschrieben. Vielleicht gibt es noch ein paar Highlights in Singapur und Las Vegas. Aber die Situation von Mercedes gilt auch für Ferrari, die kaum Stärke finden können.

Das nächste Rennen in Baku findet in 14 Tagen statt. Die Strecke könnte erneut die Red Bull stark zeigen.

Bilder: Pirelli

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