Home Formel EinsF1Formel Eins: Vorschau GP von Italien 2025

Formel Eins: Vorschau GP von Italien 2025

von DonDahlmann
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BY COURTESY OF PIRELLI

Die F1 beendet ihre Europatournee traditionell mit der Hochgeschwindigkeitsorgie in Monza. Favoriten gibt es einige für das Rennen.

Ein wenig ist die Luft aus der diesjährigen Formel Eins Saison raus. McLaren führt schon jetzt uneinholbar in er Team-WM und als Weltmeister kommen auch nur noch Piastri und Norris in Frage. Verstappen liegt schon 104 Punkte hinter Norris, dem seinerseits 34 Punkte auf Piastri fehlen. Rechnerisch kann der Niederländer natürlich noch seinen WM-Titel verteidigen, aber realistisch ist das nicht.

Die Chancen für Lando Norris stehen da schon etwas besser. Allerdings sind sie auch nicht rosig. Vorausgesetzt, Piastri wird in den folgenden Rennen immer Zweiter, müsste Norris die folgenden fünf Rennen gewinnen um an seinem Teamkollegen vorbeiziehen zu können. Dann würden die letzten vier Rennen (Brasilien, Las Vegas, Katar, Abu Dhabi) über die Fahrer-WM entscheiden.

Dass Norris fünf der letzten neun Rennen gewinnen könnte, ist nicht ausgeschlossen. Auch nicht, dass Piastri mal ein schlechtes Rennen hat. Es gibt also nach durchaus Hoffnung für den Briten, aber Fehler wie in Kanada kann er sich nicht mehr erlauben.

McLaren als Team scheint eher schon in der Position zu sein, alle restlichen Rennen der Saison zu gewinnen. Ausnahme: Monza. Zum einen ist Red Bull hier traditionell stark und die Pole von Verstappen in Spa zeigte, dass McLaren auf einem Low-Downforce Kurs zumindest in der Quali verwundbar ist. Zum anderen darf man Ferrari beim Heimrennen nie abschreiben.

Die Chancen auf einen Heimsieg stehen eher schlecht, aber ich bin gespannt, wie sich Hamilton schlägt. Dessen Auftreten in Zandvoort (minus des Unfalls) war erstaunlich gut. In der Quali lag er nur sechs Tausendstel hinter Leclerc und das auf einer Strecke, die technisch schwer ist. Nach eigenem Bekunden hat der Brite seine Herangehensweise ans Wochenende und ans Setup verändert. Statt das Auto auf einen Fahrstil hinbiegen zu wollen, den er mag, akzeptiert er die Schwächen des Chassis.

Die Margen, mit denen F1-Piloten beim Setup arbeiten, sind bekanntermaßen winzig. Die Setup-Limits bei Ferrari ebenfalls. Offenbar hatte Hamilton bisher versucht vor allem bei den Reifendrücken und Federwerten einen eigenen Weg zu gehen. Das hat mal funktioniert (China) aber häufiger dann eben doch nicht.

Weil Ferrari zu viel Verschleiß an der Planke unter dem Auto hat, kann man den Wagen nicht so tief fahren, wie man das gerne hätte. Die Folge war, dass die Änderungen am Setup durch Hamilton das Problem verschärft haben. Jetzt verändert der Brite das Grund Setup weniger und versucht die Defizite fahrerisch zu kompensieren. Was wohl die bessere Alternative zu sein scheint.

Auch Mercedes sollte man in Monza nicht unterschätzen. Schaut man auf den ersten und dritten Sektor von Spa in diesem Jahr, stellt man fest, dass in der Quali George Russell in diesen Sektoren die schnellste Zeit hatte. McLaren lag im dritten Sektor allerdings nur knapp dahinter:

Spa, 3. Sektor, Qualifikation
Russell 27,857
Piastri 27,869
Norris 27,879
Antonelli 27,883
Verstappen 27,926
Leclerc 27,947

Ähnlich eng wird es auch im Mittelfeld zugehen. Hier wage ich keine Prognose, da die Abstände so knapp sind, dass es eher einem Lotteriespiel gleicht. Man kann aber davon ausgehen, dass Sauber nach dem schwierigen Rennen in Zandvoort wieder in Richtung Top Ten unterwegs sein wird.

Strategie:

Monza ist für das Setup ein durchaus kniffeliger Kurs. Die Zeit verliert man vor allem in beiden Lesmos und beim Anbremsen. Man will also eigentlich etwas mehr Flügel fahren. Was aber im Rennen kontraproduktiv ist, weil man dann hier auf den Geraden rechts und links überholt wird. Denn Monza ist einer der wenigen Kurse, auf denen man wirklich gut überholen kann.

Pirelli bringt C3, C4 und C5 mit. Der C4 wird der Reifen für den Start sein, gefolgt vom C3, den einige Teams aus dem Mittelfeld nehmen werden um einen langen ersten Stint zu fahren. SCs sind in Monza nicht unüblich und das Kalkül wird sein, dass man auf eine Unterbrechung zur Mitte des Rennens wartet um sich einen Stopp zu sparen.

Sowohl die Ein-, als auch die Zweistoppstrategie sind möglich. Rechnerisch sollte ein einmaliger Stopp schneller sein, da der Zeitverlust beim Stopp in Monza relativ hoch ist. Das zeigte auch Charles Leclerc im letzten Jahr, der mit nur einem Stopp gewinnen konnte. Dem Beispiel dürften die meisten Teams folgen wollen. Auf der anderen Seite bietet der Zweistopper mehr Möglichkeiten Druck auszuüben.

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