Am kommenden Wochenende kehrt die IndyCar-Serie nach Palm Springs zurück. Diesmal aber nicht für ein 1-Million-Dollar-Showevent, sondern für ein normales Saisonrennen.
Ich freue mich auf jedes IndyCar-Rennen und versuche das auch immer in den Vorschauen zu vermitteln. Bei manchen Rennen ist das natürlich einfacher (zum Beispiel St. Petersburg, Long Beach, Road America) als bei anderen. Beim Indianapolis Grand Prix bezieht sich die Vorfreude eigentlich nur auf den IMS und darauf, dass drei Tage später die Trainings zum „richtigen“ Rennen beginnen. Dementsprechend leicht gehen dann so eine Vorschau auch von der Hand. Im Moment fällt es mir allerdings sehr schwer, etwas zu Papier zu bringen. Denn aus dem Vorjahr sind mir nur zwei Dinge in Erinnerung geblieben: 0,0 Motorsport-Flair und ein erschreckend überlegener Alex Palou. Beides sind nicht gerade die besten Voraussetzungen, um Vorfreude auf dieses Wochenende zu wecken.
Der Thermal Club in der Nähe von Palm Springs wurde als Spielplatz für die Reichen gebaut, die dort ihre Autos ausfahren dürfen. Für amerikanische Verhältnisse liegt er nur einen Steinwurf von Los Angeles entfernt. Die Strecke ist also nicht für Profirennfahrer und schon gar nicht für IndyCar-Fahrzeuge ausgelegt. Gefahren wird auf einer 3,067 Meilen (4,84 km) langen Strecke mit 17 Kurven. Zum Vergleich: Road America hat nur 14 Kurven auf 4 Meilen. Bei den drei Rennen im Vorjahr war jeweils nur ein halbes Feld am Start, trotzdem ging es in Kurve 1 immer sehr eng zu, inklusive eines Massenunfalls im ersten Heat-Race. Am Sonntag fahren nun 27 Autos auf die erste Kurve zu. In Las Vegas kann man sicher darauf wetten, ab wann nur noch das halbe Feld zum Restart kommt.
Wie schon erwähnt, war Alex Palou im letzten Jahr deutlich überlegen. Er gewann sein Heat-Race mit 5,3 Sekunden Vorsprung vor Marcus Armstrong und 18,1 Sekunden vor Graham Rahal. Im Hauptrennen sah es nicht anders aus. Hier betrug sein Vorsprung 5,8 Sekunden auf Scott McLaughlin und 9,8 Sekunden auf Felix Rosenqvist. Und das nach jeweils 10 Runden im Renntempo. Palou war pro Runde rund eine halbe Sekunde schneller als der zweitbeste Fahrer. In der sonst so engen IndyCar-Serie sind das Welten. Am Sonntag geht das Rennen über 65 Runden. Reifenverschleiß, Strategie und mögliche Gelbphasen werden eine große Rolle spielen. Dass er das Rennen mit einer halben Minute Vorsprung gewinnt, ist also nicht zu erwarten. Der Saisonauftakt in St. Petersburg hat aber gezeigt, dass Alex Palou der Topfavorit ist. Dahinter tummeln sich die üblichen Verdächtigen von Andretti, Penske, McLaren und natürlich Scott Dixon.
Strecke
Mit 17 Kurven auf 4,84 Kilometern und das ganze topfeben ist die Strecke ein aufgeblasener Gokart-Kurs. Dementsprechend ist sie mit engen Kurven gespickt. So endet bereits die 500 Meter lange Start-Ziel-Gerade in einer 180-Grad-Spitzkehre. Nach einer kurzen Geraden folgen eine langgezogene, enger werdende Rechtskurve und eine Links-Rechts-Schikane. Nach einer weiteren Spitzkehre geht es auf die längste Gerade der Strecke. Nach rund 650 Metern bietet die Anbremszone zur 180-Grad-Linkskurve eine Überholmöglichkeit. Mit einer doppelten Rechts- und Linkskurve erreichen die Fahrer den flüssigsten Teil der Strecke. Es folgt eine S-Passage, vergleichbar mit dem COTA in Austin. Der Streckenabschnitt endet mit der nächsten 180-Grad-Linkskurve. Drei Rechtskurven führen zurück auf die Start- und Zielgerade.
Zeitplan (eastern time, MEZ)
Freitag, 21. März
6:35 – 7:55 p.m. (23:30 – 0:55) – NTT IndyCar Series – Practice 1
Samstag, 22. März
1:00 – 2:00 p.m. (18:00 – 19:00) – NTT IndyCar Series – Practice 2
6:35 p.m. (23:35) – NTT IndyCar Series – Qualification
Sonntag, 23. März
11:02 – 11:27 a.m. (16:02 – 16:27) – NTT IndyCar Series – Warmup
3:00 p.m. (20:00) – Übertragungsbeginn FOX
3:17 p.m. (20:17) – NTT IndyCar Series Race (65 Laps/199,36 Miles), FOX (live)
