Home Formel EinsF1Formel Eins: Vorschau GP von Kanada 2024

Formel Eins: Vorschau GP von Kanada 2024

von DonDahlmann
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Nach dem Snooze-Fest in Monaco sollte es in Kanada etwas besser werden. Und die Frage wird sein, wie nahe McLaren und Ferrari an Red Bull dran sind.

Die Meldung der Woche kommt von Red Bull. Die haben Sergio Perez mit einem neuen Vertrag gesegnet, der mindestens bis Ende des nächsten Jahres läuft und vermutlich eine Option für 2026 enthält. Es kommt nicht ganz überraschend, aber der frühe Zeitpunkt für die Bekanntgabe ist zumindest etwas erstaunlich. Normalerweise hält sich Red Bull die Entscheidung ja lange offen, aber offensichtlich gab es hier wenig zu diskutieren. Perez zu halten, macht aus Sicht des Teams auch Sinn. Er hat die Rolle der Nummer Zwei angenommen und wehrt sich auch nicht mehr dagegen. Seine Ergebnisse könnten besser sein, vor allem in der Quali, aber sie sind gut genug, um eine Verpflichtung zu verteidigen.

Auf der anderen Seite bedeutet das auch, dass weder Yuki Tsunoda noch Daniel Ricciardo bis 2026 auch nur in die Nähe des Cockpits bei Red Bull kommen. Und Liam Lawson wird dann schon die Frage stellen, was die Nachwuchsförderung eigentlich soll.

Auch bei Alpine gab es Neuigkeiten. Esteban Ocon darf das Team zum Jahresende verlassen. Nach dem Unfall mit seinem Teamkollegen Gasly in Monaco verwundert das nicht. Ocon scheint kein besonders erfolgreicher Teamplayer zu sein. Er hatte bisher mit fast all seinen Teamkollegen Probleme, abgesehen von Alonso, der ihn aber auch gut im Griff hatte. Alpine muss jetzt das Cockpit neu besetzen, dürfte damit aber, trotz der schlechten Ergebnisse, keine Probleme haben. Gehandelt werden Jack Doohan aus dem eigenen Nachwuchs, Mick Schumacher, Valtteri Bottas und Yuki Tsunoda. Doohan und Bottas werden die größten Chancen eingeräumt. Schumacher wird zwar von Alpine-Chef Famin immer wieder gelobt, aber seine Aussichten dürften dünn sein. Doohan wird in Kanada auch für ein Training im Auto sitzen.

In Kanada wird man weitere Updates an den Autos sehen, auch bei Mercedes und Ferrari. Aber die grundsätzliche Frage wird weiter sein, wie nah man an die Red Bulls rücken kann. Die dürften in Montreal weiter das Team sein, dass es zu schlagen gilt. Die relativ glatte Strecke und vor allem schnelle Strecke kommt der Chassis mehr entgegen, als der wellige, langsame Kurs von Monaco. Das Red Bull sich dieses Jahr etwas mehr anstrengen muss, ist klar, aber noch sehe ich die Konkurrenz nicht vor den Weltmeistern.

Die Jagd-Saison ist aber eröffnet und wird angeführt von Ferrari und McLaren, die ungefähr auf dem gleichen Level unterwegs sind. Kleinigkeiten werden entscheiden, wer bei welchem Rennen den Vorteil haben wird. Die Strecke in Kanada mit den vielen Schikanen könnte Ferrari etwas mehr entgegenkommen, da hier etwas mehr mechanischer Grip gefragt ist. Und bei dem hapert es bei McLaren noch ein wenig.

Mercedes wird sich in Kanada wieder dahinter einreihen müssen. Das Update aus Imola funktioniert, ebenso die Addition des neuen Frontflügels. In Montreal kommen wohl weitere kleinere Update hinzu. Das reicht aber immer noch nicht, um die Lücke zu den Top 3 zu schließen. Kanada wird aber einen guten Hinweis darauf geben, ob Mercedes sich etwas näher heranarbeiten kann. Feilt man über die nächsten Rennen die fehlenden Zehntel weg, könnte der Herbst rosiger aussehen.

Der Auftritt von Aston Martin dürfte auch interessant werden. Die beiden letzten Rennen liefen ja eher suboptimal, gaben aber auch nicht so richtig einen Blick darauf frei, ob das Update aus Miami nun funktioniert oder nicht. Die Rede ist davon, dass es schon etwas bringt, das Auto aber zu spitz zu fahren ist. Ein Problem, das auch Mercedes kennt und an dem man lange gefeilt hat.

Der in diesem Jahr eher schwache Auftritt der Aston sorgt natürlich auch für Gerüchte. Angeblich soll Matteo Binotto des Öfteren bei Aston gesehen worden sein. Einige Gerüchte wollen ihn als neuen Teamchef und Nachfolger von Mick Krack sehen, andere sehen ihn in der Rolle des CTO, irgendwo oberhalb von Krack.

Ebenfalls interessant ist die Entwicklung von Williams. Die Ergebnisse in diesem Jahr waren ja, trotz der positiven Anmerkungen von James Vowles, eher mau. Die ersten Punkte gab es erst in Monaco. Gleichzeitig redet man mit Adrian Newey und Carlos Sainz. Und ganz so abwegig ist zumindest mit Sainz nicht. Denn dem Spanier gehen die Optionen aus.

Red Bull ist nun dicht, bei Mercedes setzt man wohl auf Antonelli, Ferrari hat keinen Platz, ebenso wenig McLaren. Bleiben Aston, Haas (unwahrscheinlich), Alpine, Sauber und eben Williams. Und bei einem dieser drei Teams wird Sainz landen. Oder ein Jahr Pause machen und hoffen, dass sich für 2026 was tut.

Williams an sich macht Fortschritte und die anderen Teams hinten schlafen auch nicht. RB ist schnell, Haas kann mit Hülkenberg glänzen und auch Alpine hat kleine Fortschritte gemacht. Nur Sauber lungert weiter ganz hinten rum. Hier muss man eigentlich nur erstaunt feststellen, dass das Team so gar nicht vorankommt.

Strategie:
C3, C4 und C5 stehen auf dem Menü und damit mal wieder die weichsten Mischungen. Für das Rennen bedeutet das: Start auf den C4 und dann ein Stint auf den C5. Große Überraschungen sollte man von der Seite nicht erwarten. Stabiles Bremsverhalten und Traktion am Ausgang der Schikanen und der langsamsten Kurven, zu denen auch die Haarnadelkurve gehört, die auf eine sehr lange Gerade führt, sind der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit, ebenso wie ein Auto, das schnell die Richtung wechseln kann. Anders als bei der letzten Station in Monaco sind hier Überholmanöver möglich, vor allem am Ende der Geraden, die zur letzten Schikane führt.

Für dieses Jahr wurde die gesamte Strecke neu asphaltiert und die Randsteine wurden ausgetauscht. Auf dem Papier sollten die bestehenden Eigenschaften der Strecke, nämlich geringe Abrasivität und damit weniger Grip, gleich bleiben, aber die wirklichen Anhaltspunkte müssen abgewartet werden, bis die Pirelli-Ingenieure am Mittwoch ihre ersten Messtests durchgeführt haben. Da die Strecke die meiste Zeit des Jahres nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird, sinken die Rundenzeiten in der Regel deutlich, wenn die Autos den Belag einfahren. Es kann auch zu Graining kommen, vor allem am Freitag und insbesondere bei den weicheren Mischungen. Die Reifen sind nur sehr geringen Seitenkräften ausgesetzt, obwohl die Längskräfte größer sind, aber insgesamt ist Montreal eine der reifenschonendsten Strecken der Saison.

Bilder: Pirelli

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