Home MotorsportADAC GT Masters: Analyse Hockenheim – 2 Mal Porsche ganz oben

ADAC GT Masters: Analyse Hockenheim – 2 Mal Porsche ganz oben

von Nils Otterbein
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Am vergangenen Wochenende startete das ADAC GT Masters im Rahmen des „Festival of Dreams“ anlässlich 75 Jahre Porsche in seine neue Saison. Trotz des enttäuschenden Feldes mit 11 Autos wurde durchaus sehenswerter Motorsport geboten, insbesondere bei einem der beiden Rennen. Das neue Pro/Am-Format sollte seinen Reiz entfalten.

Samstag

In der Qualifikation für das erste Rennen konnte sich Benjamin Hites aus Chile die Pole im Grasser Lamborghini sichern. Dahinter brillierten Tim Zimmermann bei seiner ersten Quali in einem Porsche für die Mannschaft von Huber Racing und Salman Owega bei seiner ersten Qualifikation in einem Mercedes von Landgraf Motorsport. Etwas abgeschlagen waren die BMW mit den Rängen sechs und acht sowie die Audis, die recht abgeschlagen auf den letzten beiden Plätzen lagen. Bei den Audi Besatzungen rund um die litauische Juta-Mannschaft und dem Engstler-Audi mit dem südafrikanisch-chinesischen Duo sollte sich hieran am ersten Wochenende auch nichts ändern. Hier heißt es für beide Teams noch Erfahrungen in den nächsten Monaten zu sammeln. Insgesamt war das Feld in der Qualifikation von P1 bis P11 um ca. 1,5 Sekunden getrennt. Wie erwartet war das Feld also nicht so nah zusammen wie in vergangenen GT Masters-Zeiten mit weitaus größeren Feldern.

Wie auch schon in den letzten Jahren fahren die Piloten aus dem Qualifikationstraining auch den Startstint im Rennen. Es ist ab diesem Jahr so geregelt, dass der nominell schwächere Pilot am Samstag diese Aufgabe übernehmen muss und am Sonntag der besser-eingestufte Pilot der Besatzungen. Vor allem sollte sich diese Thematik auf die Rennverläufe massiv auswirken. Jede Besatzung muss also einen Silber- oder Bronze-Piloten haben.

Rennen 1

Das deutlich unterhaltsamere Rennen des Wochenendes erlebte man am Samstag. Am Start musste der drittplatzierte Salman Owega im Turn 1 weit gehen und verlor damit einige Plätze. Dahinter kam es in der zweiten Runde zur Kollision zwischen Finn Gehrsitz im Joos-Porsche, der Alain Valente in einem der beiden HRT Mercedes in der Spitzkehre klassisch umdrehte. Hierfür bekam der 18-jährige Junior der ADAC Stiftung Sport eine doppelte Penalty Lap zugesprochen.

An der Spitze zog sich Benjamin Hites im Lamborghini einen Reifenschaden nach einer Berührung mit Tim Zimmermann im Porsche zu. Gegen Zimmermann gab es jedoch keine Strafe, was extrem schnell verkündet wurde. Hier können sich andere Rennserien (auch die, die sich als Königsklasse bezeichnen) mal eine Scheibe abschneiden in Sachen Entscheidungsfindung.

Nach dem Zwischenfall lagen an der Spitze Kim-Luis Schramm im FK Performance-BMW vor Zimmermann und Jannis Fittje im Porsche von Huber Motorsport, Salman Owega im Landgraf Mercedes und Eduardo Coseteng im Schubert-BMW. An diesen top 5 sollte sich auch nach dem Fahrerwechsel nichts ändern.

Nach dem Fahrerwechsel kam es rund 20 Minuten vor Rennende zu einem Safety-Car, da Elias Seppänen den Landgraf Mercedes unglücklich am Streckenrand vor Turn 2 wegen einer gebrochenen Radaufhängung abstellen musste. Daraufhin bekam das Rennen nochmal richtig Würze für die letzten ca. zehn Minuten.

Jaxon Evans im Porsche von Huber Racing konnte sich direkt nach dem Restart an Igor Walilko in der Haarnadel vorbei bremsen, der von Kim-Luis Schramm den BMW von FK Performance übernahm. Igor Walilko zeigte keine gute Leistung in dieser Rennphase und verlor noch kurz vor Schluss die Plätze gegen Ben Green und Nico Menzel und wurde nur Vierter.

Im allerersten Rennen von Huber Racing im GT3-Sport konnte die Mannschaft aus dem Bayrischen sofort mit Jaxon Evans und Tim Zimmermann gewinnen. Man hat in den letzten Jahren oft das Gefühl: Was Christoph Huber anpackt, wird zu Gold! Das Beispiel zeigt, wie gut nicht nur die Fahrer im Porsche Markenpokal lernen können, sondern auch die beteiligten Teams.

Huber Motorsport konnte durch eine starke Schlussphase von Nico Menzel derweil das erste Podium außerhalb der NLS hinter dem Schubert BMW M4 von Ben Green und Eduardo Coseteng einfahren, der als erster philippinischer Fahrer ein Podium im GT Masters holte. Etwas mehr erwartet hätte sicher das Haupt Racing Team, die nur auf den sechsten und siebten Platz in diesem eher mauen Feld kamen.

Insgesamt kam die BOP am Samstag klar Porsche und BMW entgegen. Doch das sollte sich am Sonntag ändern.

Sonntag

Für den zweiten Renntag durften die Mercedes und Audis zehn Kilo ausladen. Darüber hinaus bekommen die besten drei des vorangegangenen Rennens auch in diesem Jahr ein Zusatzgewicht von 20, 10 und fünf Kilogramm.

Arjun Maini konnte seine starke Form aus den letzten Wochen bestätigen und fuhr erstmals in der Geschichte des Masters eine Zeit unter 1.37 in Hockenheim. Elias Seppänen machte die Doppelpole aus Mercedes Sicht perfekt. Eine große Enttäuschung erlebten die Drittplatzierten vom Samstag: Nico Menzel landete im Porsche von Huber Motorsport nur auf dem drittletzten Rang, lediglich vor den beiden Audis, die wohl ein Dauerabo auf die letzten beiden Positionen bis auf Weiteres haben dürften. Das lange Aufwärmen der Pirelli Reifen und das nicht-Treffen des Peaks wurde als Grund für die eher maue Leistung in der Qualifikation des Huber Motorsport Porsche angegeben.

Rennen 2

Im Rennen erfolgte eine ungleich ruhigere Startphase als noch am Samstag. Es wäre nicht überraschend, wenn generell die Rennen am Sonntag etwas ruhiger verlaufen sollten, da es den Teams nicht mehr freigestellt ist, wann sie ihren besseren Piloten einsetzen. Vielleicht wäre es hier doch attraktiver gewesen, den Teams die freie Wahl zu lassen.

Vorne konnte sich Sven Müller an Elias Seppänen nach dem Start in seinem „El Gordo – „Der Dicke“-genannten Porsche von Joos RACEmotion vorbeisetzen. Ansonsten passierte bis zum Stoppfenster nicht allzu viel und man bekam erstmals an dem Wochenende die Schattenseiten des quantitativ schwachen Starterfeldes präsentiert. Einen etwas schwachen Auftritt zeigte Marco Mapelli, der ohne BOP-Anpassungen und ohne Erfolgsbalast den Grasser Lamborghini nur auf dem fünften Rang hinter Maini, Müller, Seppänen und Green übergeben konnte. Nico Menzel kam nicht wirklich nach vorne und blieb auf der drittletzten Position.

Beim Fahrerwechsel passierten manchen Teams Fehler, nachdem am Samstag alles korrekt von statten ging. Die beiden Audi-Besatzungen handelten sich jeweils zwei, bzw. eine Penalty-Lap ein, da Engstler Motorsport die Mindeststandzeit unterschritt und der Nordpass-Mannschaft ein Fehler im Ablauf unterlief.

Wie erwartet kamen die meisten Teams ob ihrer besseren Anfangsfahrer recht spät zum Stopp: Arjun Maini kam mit sieben Sekunden Restzeit zum spätestmöglichen Zeitpunkt zum Stopp, um an Razvan Umbrarescu zu übergeben. Hier passierte jedoch ein Fehler, da der Rumäne zu früh in den Bereich außerhalb der Trennlinie lief. Ein Fehler, der ihm ein zweites Mal sicher nicht passieren wird und für den er eine Penalty-Lap bekam. Jedoch musste er ohnehin die Führung zuvor an Finn Gehrsitz im Joos-Porsche abgeben, der von Sven Müller übernahm und einen erstaunlich guten Einstand hinlegte. Wegen den großen Abständen behielt der Rumäne sogar den zweiten Rang vor Salman Owega.

Hinter den drei bezogenen Spitzenplätzen von Gehrsitz, Umbrarescu und Owega entstand ein interessanter Pulk ab der vierten Position. Benjamin Hites konnte das Tempo nicht mehr mitgehen und hielt einige der Konkurrenten auf. Tim Zimmermann konnte zunächst vorbeigehen, wonach er Chilene den Konter setzte. Eduardo Coseteng konnte sich ab der vierten Position daraufhin absetzen, der zu einer weiteren positiven Überraschung wurde.

Nachdem Tim Zimmermann vorbeikam, kam es zur Kollision zwischen Alain Valente, der sich innen an den Huracan anlehnte und sich damit in der Haarnadel eigenverschuldet wegdrehte. Kurz vor Schluss musste Hites dann noch den Platz gegen Jannis Fittje hergeben. So hatte sich Grasser die Rückkehr ins Championat sicher nicht vorgestellt.

Vorne machte Finn Gehrsitz die große Überraschung perfekt und konnte bei seinem Einstand gleich souverän gewinnen. Auch Razvan Umbrarescu zeigte eine stabile Leistung. Salman Owega konnte bei seinem Mercedes Debüt das Podium komplettieren.

Fazit

Positiv ist auf jeden Fall zu erwähnen, dass es durch den neuerlichen Pro/Am-Charakter der Serie einige Siegkandidaten gibt, die man potenziell auf der Rechnung für die Meisterschaft haben muss. Das Fahrerfeld beinhaltet Stärken und Schwächen, wo sich offenbar niemand so richtig absetzen wird. Dazu müssen einige neue Teams in der Serie noch mit den Reifen, den Abläufen und Regularien der Meisterschaft vertraut werden, was je nach Rennstrecke zu Variablen führen kann.

Dazu muss man den ADAC für ihre TV-Produktion loben, die mit der Auswahl von Onboard Kameras und vielen Streckenkameras gewohnt stark ist, auch wenn das GT Masters keine Hauptserie in einem Veranstaltungspaket mehr sein wird.

Ich finde, man hat aus dem dünnen Starterfeld das Beste gemacht und man hätte sich ein paar Gaststarter verdient. Nächstes Wochenende wird dann am Norisring sein, möglicherweise mit dem einen oder anderen Starter mehr! Das Wichtigste: Die Rennserie ist immer noch ansehnlich und verspricht weiterhin guten GT-Sport.

Bildquelle:

ADAC Motorsport (https://media.adac-motorsport.de/index.php?ID_dir=2,8,2630,2757)

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