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Formel Eins: Vorschau GP von Kanada 2026

von DonDahlmann
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Nach zwei Rennen in sieben Wochen, folgen nun sieben Rennen in zehn Wochen. Der Frühsommer der Formel Eins wird hektisch.

F1 Kanada 2015Das Rennen in Kanada ist gleichzeitig der Restart der Formel Eins in die Saison 2026. Die ersten vier Rennen waren nur der Warmlauf, für das, was jetzt kommt. Das gilt auch für die Autos selbst. Die lange Pause nach dem Rennen in Japan, die nur vom Grand Prix in Miami unterbrochen wurde, gab den Teams die Gelegenheit, sämtliche, bisher gesammelten Daten zu analysieren und in Updates zu transformieren. Daher kann man davon ausgehen, dass alle Teams in Kanada mit weiteren und vor allem großen Updates aufwarten werden. Hinzukommt, dass bis Ende Juli sieben Rennen auf dem Programm stehen. Viel Zeit haben die Teams in der Zeit nicht, die Autos weiter zu verbessern.

Bekannt sind Updates für folgende Teams:
Mercedes: Wird das erste große Update des Jahres bringen. Man hatte sich dazu entschlossen, die Updates nicht schrittweise schon ab Miami ans Auto zu bringen, sondern macht es auf einen Schlag in Kanada.

McLaren: Das Team verfolgt wie in den letzten Jahren die Strategie, die Updates in mehreren Schritten vorzustellen. Miami war der erste Schritt, Kanada soll der zweite große Schritt sein.

Ferrari: Hatte das etwas enttäuschende Update schon in Miami, allerdings sollen weitere Teile auch in Kanada folgen.

Red Bull: Hatte wie Ferrari in Miami ein großes Update. In Kanada sollen Korrekturen vorgestellt werden.

Alpine, Haas und Audi haben zwar nicht verlautbaren lassen, aber man kann davon ausgehen, dass man auch hier neue Teile sehen wird.

Cadillac hatte einen großen Schwung mit nach Miami gebracht, ohne dass sich allerdings viel verändert hatte. In Kanada soll es vor allem im Bereich der Aufhängung Neuerungen geben.

Williams hat sich nicht geäußert, allerdings liegt deren Problem eher unter der Haube, da das Auto stark übergewichtig ist. Hier will man bis zur Sommerpause Abhilfe schaffen.

Aston Martin arbeitet bekanntermaßen an mehreren Fronten. Es gab Gerüchte, dass es Ende Juli eine B-Variante des Autos geben soll, was aber dementiert wurde. Bestätigt hat man allerdings, dass das Auto umgebaut werden soll. Honda hat von der FIA und den anderen Team eine Ausnahme des Budgetlimits bekommen und hat angekündigt, dass man die Leistung des Verbrenners anheben wird. Wann das allerdings der Fall sein wird, ist nicht bekannt.

Die Updates, die jetzt auf die Autos kommen, werden entscheidend für den weiteren Verlauf der Sommersaison werden. Mercedes konnte in Miami, wenn auch knapp, gegen die erneuerten McLaren gewinnen und sollte, wenn das Update funktioniert, in Kanada die größten Chancen auf den Sieg haben. Aber McLaren, Red Bull und Ferrari waren in Miami nicht so weit weg. Es könnte also sehr eng an der Spitze werden.

Für die umstrittenen Motoren wird das Rennen in Montreal sowieso nicht einfach. Der Energieverbrauch ist auf 6 MJ begrenzt. Nur Monza liegt mit 5 MJ noch niedriger. Die vielen langen Geraden und die wenigen Bremszonen sorgen für Probleme bei der Energierückgewinnung, was vor allem im Rennen für Probleme sorgen wird.

Die Frage ist, wann man seinen Akku entleert, um an einen Konkurrenten vorbeizukommen. Das Yo-Yo-Racing wird in Kanada deutlich sichtbarer werden und immerhin für Unterhaltung sorgen. Problematisch werden dann allerdings die hohen Geschwindigkeitsunterschiede. Ich gehe zwar davon aus, dass alle Teams ungefähr die gleichen Strategien bei Energiefreigabe haben, aber im Rennen kann der Fahrer die ja überschreiben, wenn er eine Möglichkeit sieht.

Wegen der vielen zu erwartenden Updates ist es unmöglich, eine Vorhersage für die Hackordnung im Mittelfeld zu erstellen. Die Unterschiede sind da einfach bisher zu gering. Aber die Tendenz der letzten Rennen, dass Alpine und Haas sich um P5 in der WM streiten werden, sollte einen Hinweis geben. Allerdings hat Audi das Potenzial dazu, sich dazu zu gesellen. RB und Williams werden noch etwas Zeit benötigen. Die Schlußlichter sind weiter Aston und Cadillac.

Strategie:

Zwei Dinge werden das Wochenende in Montreal verkomplizieren. Zum einen haben wir mal wieder ein Sprint-Wochenende. Das bedeutet weniger Testzeit für die rund erneuerten Autos. Zum anderen ist es das Wetter. Bis Samstag soll es schön sein, für den Sonntag ist bisher allerdings Regen angesagt. Wie viel Regen und ab wann ist allerdings unklar. Wir hatten ja schon einige Wochenenden in Montreal, in denen Regenwolken um die Strecke zogen, das Rennen aber trocken blieb.

Allerdings dürfte der drohende Regen auch die Abstimmungsstrategie der Teams beeinflussen. Wie viel Abtrieb will man am Samstag für die Qualifikation aufs Auto packen? Geht man das Risiko ein und verzichtet auf die Pole, um dann im Rennen ein besseres Ergebnis zu haben? Oder hofft man darauf, dass es am Sonntag einigermaßen trocken bleiben wird.

Es könnten also am Wochenende alle Reifen von Pirelli zum Einsatz kommen. Die haben für die trockenen Verhältnisse C3, C4 und C5 mitgebracht, was in Montreal Standard ist. Die Zwei-Stopp-Strategie erwies sich 2025 als die schnellste im Vergleich zu einem einzelnen Boxenstopp, der nur von Startern aus der zweiten Starthälfte des Feldes getestet wurde. Zu Beginn waren die Teams fast gleichmäßig zwischen Medium und Hard aufgeteilt. Letzterer erwies sich als der wettbewerbsfähigste Reifen, während die M4 aufgrund der höheren Temperaturen etwas litten.

Das könnte dieses Wochenende allerdings etwas anders sein. Erstens wird es kühler und dann kommt der Regen dazu, der über Nacht die Strecke wieder “grün” macht. Der C5 mag auf die Distanz zwar auch dieses Jahr der bessere Reifen sein, aber die Medium werden länger halten. Angesichts des Wetters und der hohen Chance auf ein Safety Car, könnten die C5 in der Garage bleiben.

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