Christian Lundgaard gewann am Samstag das Rennen auf dem Rundkurs des IMS. Es war sein erster Sieg für McLaren.
Aufgrund starker Regenfälle am Freitag musste die Qualifikation auf Samstagmorgen verschoben werden. Mit einem Vorsprung von 5 Zehntelsekunden sicherte sich Alex Palou die Pole-Position vor Pato O’Ward. Felix Rosenqvist, Christian Lundgaard und David Malukas waren auf den folgenden Plätzen deutlich weniger als eine halbe Sekunde langsamer als O’Ward. Mit Louis Foster und Graham Rahal auf den Startplätzen sechs und sieben zeigte RLL-Racing den prognostizierten Speed. Mick Schumacher hingegen startete nur von Platz 18, hatte mit Scott McLaughlin direkt vor und Christian Rasmussen, Marcus Armstrong und Rinus VeeKay hinter ihm aber gute Gesellschaft. Andretti Global hatte mit den Startplätzen 9, 14 und 25 für Kyle Kirkwood, Marcus Ericsson und Will Power eine schlechte Qualifikation.
Noch vor der grünen Flagge kam es im Hinterfeld zu den ersten Schäden. Alex Palou gab ein eher niedriges Tempo vor, sodass es zu einer Kollision der ersten Wagen kam. Dabei beschädigte sich Rinus VeeKay seinen Frontflügel. Aber auch an der Spitze wurde es sehr eng. Felix Rosenqvist verpasste den Bremspunkt vor der ersten Kurve und rutschte mit blockierenden Rädern in Pato O’Ward hinein. In der Folge verkeilten sich die Wagen von Scott Dixon und Caio Collet. Weitere Piloten mussten über den Rasen ausweichen. Neben den havarierten Fahrern nutzten einige andere, unter anderem Will Power, die Caution für einen ersten regulären Stopp. Zum Restart führte Alex Palou vor David Malukas und Graham Rahal das Feld an. Diesmal kamen alle Wagen durch die ersten Kurven. Kyle Kirkwood war der aggressivste Fahrer im Feld und machte schnell Plätze gut. In der siebten Runde überholte er David Malukas und machte sich auf die Verfolgung von Alex Palou. „Verfolgung“ ist in diesem Fall vielleicht etwas zu hoch gegriffen, da Palou etwa eine bis zwei Zehntelsekunden pro Runde schneller war. Der Weg zum vierten Sieg in Folge war geebnet.
In Runde 21 kam der Andretti-Honda von Alexander Rossi auf der Start- und Zielgeraden jedoch ohne Vortrieb zum Stehen. Anstatt sofort eine Caution auszurufen, gab es zunächst nur eine lokale Gelbphase. Eine absolut unbegreifliche Entscheidung der Rennleitung! So harsch wurde dies auch von den amerikanischen Kommentatoren und Alexander Rossi selbst kommentiert. Eine Gruppe bestehend aus Kyffin Simpson, Marcus Ericsson, Pato O’Ward und Scott Dixon kam mit Renntempo auf die Start- und Zielgerade und bremste unterschiedlich in der lokalen Gelbphase. Da war eine große Portion Glück im Spiel, dass dabei nichts weiter passiert ist. Scott Dixon nutzte diese unübersichtliche Situation voll aus und machte drei Plätze gut. Erst danach entschied sich die Rennleitung, eine komplette Caution auszurufen.
Das Problem war nun, dass Alex Palou und Kyle Kirkwood noch nicht für ihren ersten Stopp an der Box gewesen waren. Durch den Stopp unter Caution fielen sie an das Ende der Führungsrunde zurück. Will Power übernahm nach seinem ersten Stopp in Runde 3 kurzfristig die Führung vor David Malukas. Dahinter lieferten sich Graham Rahal und Christian Lundgaard ein intensives Duell um Platz drei.
Die Duelle im Hinterfeld waren zu intensiv. So kollidierten Sting Ray Robb und Pato O’Ward. In der Folge fuhr Felix Rosenqvist auf Kyffin Simpson auf und musste das Rennen anschließend beenden. Alex Palou und Kyle Kirkwood konnten die Unfallstelle hingegen auf dem Rasen umfahren. Dabei schob sich Kirkwood an Palou vorbei. Mit Will Power musste der nächste Führende während einer Caution die Box ansteuern. Auch Pato O’Ward kam an die Box. Eigentlich war es noch zu früh, um mit nur einem weiteren Stopp das Ziel zu erreichen. Aufgrund der vielen Runden unter Gelb machte man sich bei McLaren jedoch die Hoffnung, dass es so weitergehen würde. An der Spitze lag nun David Malukas vor Christian Lundgaard und dem RLL-Duo Graham Rahal und Louis Foster. Durch den letzten Unfall und den darauffolgenden Restart hatten sich Kyle Kirkwood und Alex Palou derweil auf die Plätze 11 und 12 verbessert. Damit gab sich Kirkwood aber nicht zufrieden und überholte in den folgenden Runden Marcus Ericsson, Scott Dixon und Nolan Siegel. Dabei profitierte er von seinen neueren Reifen und verbrauchte seine Push-to-Pass-Sekunden.
In Runde 39 holte Chip Ganassi Racing Alex Palou an die Box. Damit kam der Spanier in „Clean Air” und konnte die Geschwindigkeit seines Wagens wieder voll ausnutzen. Andretti Global reagierte und holte Kirkwood eine Runde später herein. Doch wieder gab es Probleme mit einer Radmutter, sodass Alex Palou ohne Probleme an Kirkwood vorbeiziehen konnte. Mit solchen Fehlern ist ein Sieg gegen Palou unmöglich.
In der 66. Runde kam Christian Lundgaard zu seinem finalen Stopp an die Box. David Malukas folgte ihm eine Runde später. Wie es sich für Topteams gehört, waren beide Stopps perfekt. So kam Malukas 1,5 Sekunden vor Lundgaard wieder auf die Strecke. Lundgaard hatte jedoch den Vorteil der wärmeren Reifen und schloss die Lücke schnell. Malukas verteidigte sich vor Kurve 1 innen gegen Lundgaard. Dieser setzte sich außen neben seinen Kontrahenten. Erst in der Kurvenkombination 5 und 6 konnte sich Lundgaard durchsetzen. Das war perfektes Racing um den Rennsieg. Im weiteren Rennverlauf war Lundgaard der schnellere Fahrer und fuhr so den verdienten Sieg ein. Hinter David Malukas erreichte Graham Rahal zum zweiten Mal in diesem Jahr das Podium.
Josef Newgarden kam auf Platz 4 ins Ziel. Er war von Startplatz 10 ins Rennen gegangen. Durch einen frühen ersten Stopp hatte er einige Plätze gutgemacht. Danach hatte er auch einen guten Rennspeed und hielt sich am Ende vier Sekunden vor dem schnellsten Piloten im Feld. Das war Alex Palou, der sich noch bis auf Platz 5 nach vorne fuhr. Das war wieder ein beeindruckendes Rennen des Meisters. Zum Ende der letzten Caution lag er immerhin nur auf Platz 14. Abgesehen von Kyle Kirkwood, der nach einem Fehler beim Boxenstopp nur auf Platz 9 ins Ziel kam, hat er die anderen Fahrer mit seinem Speed auf der Strecke geschlagen. So hatte Scott Dixon auf Platz 6 zwölf Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen.
Louis Foster hielt sich während des gesamten Rennens souverän in den Top 10 und kam schließlich als Siebter ins Ziel. Das ist sein bisher bestes Ergebnis in der IndyCar-Serie. Beim gesamten Team von RLL Racing ist im Vergleich zu den letzten beiden Jahren ein Schritt nach vorne erkennbar. Aber auch persönlich ist Foster besser unterwegs. Im Vorjahr hatte er häufig Probleme mit dem Reifenverschleiß, sodass sein Renntempo deutlich langsamer war als im Training und in der Qualifikation. Dennis Hauger kam auf Platz 8 ins Ziel, obwohl er nur von Startplatz 24 ins Rennen gegangen war. Es war bereits seine zweite Top-10-Platzierung in dieser Saison. Das ist eine beachtliche Leistung für einen Rookie bei Dale Coyne Racing. Natürlich hat er auch von den Unfällen vor ihm profitiert. Aber auch sein Rennspeed stimmte. So hielt er sich nach den letzten Boxenstopps vor Kyle Kirkwood.
In den letzten Runden stand dann auch Mick Schumacher im Zentrum der Berichterstattung. Er wollte an Santino Ferrucci vorbeifahren, um Platz 11 zu erreichen. In Kurve 7 verbremste er sich zum ersten Mal und kam dem Wagen Ferrucci sehr nahe. Dieser wollte die Angriffe des Rookies nicht unbeantwortet lassen. Wenige Kurven später verzögerte Ferrucci am Kurvenausgang, Schumacher fuhr auf. Die Strafe der Rennleitung für Schumacher ließ nicht lange auf sich warten. Statt Platz 12 blieb am Ende nur Platz 20, was angesichts der Platzierungen seiner Teamkollegen Graham Rahal (Platz 3) und Louis Foster (Platz 7) erneut als enttäuschend zu bewerten ist. Aber auch für Ferrucci zahlte sich sein Manöver nicht aus. Er verlor drei Plätze und kam so auf Platz 14 ins Ziel.
Das ganze Ergebnis kann man auf der Homepage der IndyCar-Series (pdf) nachlesen.
Mit 237 Punkten führt Alex Palou die Meisterschaftswertung überlegen an. Sein Vorsprung auf Kyle Kirkwood (210 Punkte) beträgt allerdings nur 27 Punkte. Im Vorjahr war der Abstand zu diesem Zeitpunkt schon deutlicher. Es folgen David Malukas (185 Punkte), Christian Lundgaard (182 Punkte) und Josef Newgarden (162 Punkte) von den beiden anderen Topteams Team Penske und McLaren.
Als nächstes Rennen stehen die 500 Meilen von Indianapolis am 24. Mai im Kalender der IndyCar Series. Bis dahin stehen ausgiebige Testfahrten sowie das Qualifying am kommenden Wochenende auf dem Programm. Auf einen echten Bump-Day müssen wir in diesem Jahr verzichten. Für die 33 Startplätze sind genau 33 Wagen gemeldet. Neben den üblichen 25 Startern gehen Jacob Abel für Abel Motorsport, Conor Daly und Jack Harvey für Dreyer & Reinbold Racing nur beim Indy 500 an den Start. Zusätzlich setzen McLaren für Ryan Hunter-Reay, A. J. Foyt Enterprises für Katherine Legge und RLL Racing für Takuma Sato jeweils einen weiteren Wagen ein. Und das Indy 500 wäre nicht das gleiche ohne Ed Carpenter in seinem eigenen Wagen und Helio Castroneves für Meyer Shank Racing. Ein geplanter Einsatz von Colton Herta in einem vierten Andretti-Honda war aufgrund seiner Verpflichtungen in der Formel 2, die am Indy-500-Wochenende in Montreal fährt, nicht möglich.
Zeitplan Indy 500 Trainings (eastern time; MEZ)
Dienstag, 12. Mai
12:00 p.m. – 6:00 p.m. (18:00 – 0:00) – NTT IndyCar Series practice
Mittwoch, 13. Mai
12:00 – 6:00 p.m. (18:00 – 0:00) – NTT IndyCar Series practice
Donnerstag, 14. Mai
12:00 – 6:00 p.m. (18:00 – 0:00) – NTT IndyCar Series practice
Freitag, 15. Mai
12:00 – 6:00 p.m. (18:00 – 0:00) – NTT IndyCar Series practice (fast Friday)
Samstag, 16. Mai
8:30 – 9:30 a.m. (14:30 – 15:30) – NTT IndyCar Series practice
11:00 a.m. – 5:50 p.m. (17:00 – 23:50) – NTT IndyCar Series Qualifications Day 1
Sonntag, 17. Mai
12:00 – 3:00 p.m. (18:00 – 21:00) – NTT IndyCar Series Practice
4:00 – 6:55 p.m. (21:00 – 0:55) – NTT IndyCar Series Qualifications
ab 4:05 p.m. Top 12 Qualifications
ab 5:15 p.m. Last Chance Qualifications 1)
ab 6:25 p.m. Fast 6 Qualifications
Montag, 18. Mai
1:00 – 3:00 p.m. (19:00 – 21:00) – NTT IndyCar Series practice
Freitag, 22. Mai
11:00 a.m. – 1:00 p.m. (17:00 – 19:00) – NTT IndyCar Series final practice (Carb Day)
2:00 – 2:30 p.m. (20:00 – 20:30) – Oscar Mayer Wienie 500
1) im offiziellen Track Activity Schedule ist der Bump Day noch enthalten


















