Home Formel EinsFormel Eins: Wie geht es weiter bei Audi?

Formel Eins: Wie geht es weiter bei Audi?

von DonDahlmann
2 Kommentare 4 minutes read

Die Meldung der letzten Woche kam von Audi. Die haben ihren Teamchef verloren.

Mit einem leicht beleidigten Ton hat Audi letzte Woche den sofortigen Weggang von Teamchef Jonathan Wheatley bekannt gegeben. Dafür soll es persönliche Gründe geben, so die Aussage von Audi. Von Wheatley selbst gab es keine Pressemitteilung und auch in der Audi-PR-Meldung kam Wheatley nicht zu Wort. Natürlich kann es gut sein, dass persönliche Gründe dazu geführt haben, dass der Brite abrupt sein Engagement bei Audi beenden musste. Es kann aber auch sein, dass Wheatley abgeworben wurde. Denn Aston Martin soll Interesse an ihm gezeigt haben.

Deren Inhaber, Lawrence Stroll, schob einen Tag später eine merkwürdige Pressemitteilung hinterher. In dieser wies er wütend alle Spekulationen zurück, ohne allerdings auf die Spekulation um Wheatley einzugehen. “Wir werden regelmäßig von leitenden Angestellten anderer Teams angesprochen, die zu Aston Martin Aramco wechseln möchten, aber im Einklang mit unserer Richtlinie kommentieren wir Gerüchte und Spekulationen nicht.”

Die Hauptfrage ist aber natürlich, warum Wheatley mehr oder weniger über Nacht das Audi-Team verlassen hat. Denn eigentlich sah es ja so aus, als habe Audi eine sehr gute Basis für den Start in die Formel geschaffen. Punkte zum Auftakt, ein gutes zweites Rennen und eine Struktur, die für die nächsten Jahre gesichert schien. Warum also sollte Wheatley von einer stabilen Plattform rund um ihn und Audi, zum grassierenden Chaos bei Aston wechseln?

Die Antwort ist öffentlich nicht bekannt und man wird vermutlich noch ein paar Wochen und Monate abwarten müssen, wie es bei beiden Teams weitergeht. Sauber sucht nun händeringend einen Nachfolger. Gegenwärtig hat CEO Matteo Binotto das Team übernommen. Das kann keine Dauerlösung sein, aber einen Ersatz vom Kaliber Wheatley dürfte sich nicht leicht finden lassen.

Bei Aston gilt die Frage, ob Wheatley da tatsächlich andockt. Das Sammelsurium an Führungskräften macht die Lage beim britischen Team nicht gerade übersichtlich. Newey ist auf dem Papier seit letzten Herbst auch Teamchef, Mick Krack aber auch, und er ist auch derjenige, der meist die Kommunikation des Teams nach außen vertritt. Aber Aston hat auch weiterhin seine eigenen Probleme, weitab der Kommunikationsstruktur.

Aber spannend ist die Frage, wie es bei Audi weitergeht. Man dürfte froh sein, dass es nach dem Rennen in Japan nur ein Rennen in knapp sieben Wochen gibt. Das gibt den Teams nicht nur Zeit, die sportliche, sondern auch die organisatorische Seite zu sortieren. Und wie man weiß, hängt der Erfolg in der WM am Ende von beiden gleichzeitig ab.

Was mich wieder zum abrupten Abschied von Jonathan Wheatley. Während viele ihn schon nach dem Ablauf seines Vertrags mit Audi (oder dessen frühzeitiger Auflösung) bei Aston Martin sehen. Eine andere Variante: Wheatley geht zurück zu Red Bull. Auch das könnte möglich sein. Denn der Saisonstart von Red Bull war alles andere als zufriedenstellend.

Bei den Österreichern hängt dabei alles an Max Verstappen. Denn verliert man den vierfachen Weltmeister, dann dürfte es schwer sein, einen adäquaten Ersatz zu finden. Ende des Jahres laufen viele Verträge aus, darunter auch von Leclerc, Norris, Russell, Sainz, Albon, Hülkenberg, Bortoletto, Hamilton und Alonso, aber die Chance, dass Leclerc, Norris oder Russell zu Red Bull gehen, ist doch relativ gering.

Verstappen, dessen Vertrag offiziell erst 2028 ausläuft, ist unzufrieden. Mit den technischen Regeln im Allgemeinen, aber auch mit dem Red Bull. Vermutlich würde Frederic Vasseur Lewis Hamilton sofort aufs Abstellgleis schieben, wenn er Verstappen zu Ferrari lotsen könnte. Verliert Red Bull aber Verstappen, steckt das Team in einer tiefen Krise. Und Jonathan Wheatley könnte der Schlüssel sein, um Verstappen zu halten.

Die Frage für Audi wird sein, wie man das Team nun aufstellt. Binotto wird nur eine Übergangslösung sein. Es gibt zwar Gerüchte, dass man den Posten intern besetzt und Binotto das Team bis zum Ende der Saison in einer Art Tandem führen wird, aber bestätigt ist das nicht. Doch die Suche nach einem erfahrenen Teamleader dürfte sich schwierig gestalten. Außer Christian Horner ist da niemand wirklich auf dem Markt. Und ob Horner zu Audi passt, ist dann wieder eine andere Frage.

Wird es ohne eine starke Führung für Audi schwierig werden, die gesetzten Ziele in diesem Jahr zu erreichen? Vermutlich. Auf der anderen Seite hat das Beispiel Haas gezeigt, dass man mit einer internen Lösung durchaus gut fahren kann. Wenn man einen erfahrenen Techniker findet, der über Führungsqualitäten verfügt, kann man etwas erreichen. Aber entspricht eine solche Lösung dem Anspruch von Audi, deren Lösungen oft an prominenten Namen hängen?

Was immer Jonathan Wheatley dazu bewegt hat, seinen Posten so abrupt zu verlassen: Audi steht nun geschwächt da. Die lange Zwangspause in der Formel Eins wird dem Team guttun.

Bilder: Audi, Pirelli

Das könnte Dir auch gefallen

2 Kommentare

Max 23 März, 2026 - 13:46

Verstehe den Mittelteil nicht ganz. Wheatley ist soeben zu Aston Martin gewechselt. Warum sollte er dann der Schlüssel sein, um Verstappen bei Red Bull zu halten?

Formel Eins: Vorschau GP von Japan 2026 – Racingblog 26 März, 2026 - 16:00

[…] Leistungen zeigten. Bei Audi gibt es zudem die Frage, wie es nach dem Abgang von Jonathan Wheatley weiter geht. CEO Binotto hat die Leitung des Teams übernommen, aber das kann nur eine Übergangslösung […]

Comments are closed.

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.