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IndyCar: Analyse Grand Prix of Portland

von Rainer
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Am Sonntag konnte Will Power seinen Sieg aus dem Vorjahr in Portland wiederholen. Alex Palou sicherte sich derweil seine vierte Meisterschaft in fünf Jahren.

In der Qualifikation dominierte McLaren. Christian Lundgaard fuhr die schnellste Runde vor seinem Teamkollegen Pato O’Ward. Aufgrund eines verfrühten Motorenwechsels musste Lundgaard jedoch von Startplatz 7 aus ins Rennen gehen. Den Platz neben O’Ward erbte Felix Rosenqvist. Mit Will Power und seinem möglichen Nachfolger bei Penske, David Malukas, gab es eine sehr interessante zweite Startreihe. Dahinter folgten Alex Palou und Alexander Rossi. Scott Dixon, Scott McLaughlin und Josef Newgarden gingen dagegen nur von den Startplätzen 9, 11 und 15 ins Rennen. Noch weiter hinten, nämlich von den Startplätzen 22 und 24, begannen Graham Rahal und Callum Ilott das Rennen.

Entgegen jeder Tradition kamen alle Wagen ohne Crash oder Ausritt durch die erste Schikane. Selbst die gesamte erste Runde blieb ohne Zwischenfall. In seiner zweiten Runde beschleunigte Santino Ferrucci jedoch zu stark aus der letzten Kurve heraus, verlor die Kontrolle über seinen Wagen und schlug hart in die Boxenmauer ein. Obwohl es für den ersten Stopp der üblichen 3-Stopp-Strategie eigentlich noch zu früh war, kamen einige Fahrer an die Box. Unter anderem wechselten hier Graham Rahal und Callum Ilott von Prime- auf Option-Reifen. Beim Restart kam es dann zu den üblichen Scharmützeln in der ersten Schikane. Alle Wagen konnten das Rennen fortsetzen, das Debris führte jedoch zur zweiten Caution. Die ersten Runden unter Grün zeigten dann den Vorteil der Option-Reifen. Fahrer mit diesen Reifen, wie Scott McLaughlin und Josef Newgarden, holten gegenüber den Fahrern mit Prime-Reifen Plätze auf.

In der 14. Runde drückte Christian Rasmussen Conor Daly in Kurve 7 in den Dreck. Als sie wieder auf die Strecke zurückkehrten, revanchierte sich Daly mit einem kleinen Stupser in die Seite. Nebeneinander fuhren sie anschließend auf die Kurvenkombination 9 und 10 zu. Conor Daly war auf der besseren Linie, doch Christian Rasmussen ließ ihm keinen Platz. In der Folge rutschte Daly mit hohem Tempo in die Reifenstapel von Kurve 11. Für alle war es unverständlich, dass Rasmussen keine Strafe erhielt. Die Rennleitung hat wohl den kleinen Stupser von Daly berücksichtigt. So galt das alte Motto: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Während der Caution kamen Pato O’Ward, Felix Rosenqvist, Alexander Rossi und Christian Lundgaard an die Box. Die Führung übernahm Will Power vor Alex Palou, Scott McLaughlin und Josef Newgarden. Graham Rahal und Callum Ilott wurden auf die Plätze fünf und sechs nach vorne gespült. Kurz nach dem Restart rollte Pato O’Ward langsam in die Boxengasse. Seine Elektronik hatte aufgegeben. Damit war die Meisterschaft endgültig entschieden.

Mit sauberer Luft und Option-Reifen war Will Power der schnellste Pilot im Feld. Schnell hatte er sich von Alex Palou abgesetzt, und in Runde 30 betrug sein Vorsprung bereits mehr als sechs Sekunden. In Runde 35 kam Will Power an die Box. Bei der Rückkehr auf die Strecke blieb er vor Christian Lundgaard und Felix Rosenqvist. Alex Palou, Scott McLaughlin und Josef Newgarden waren ohnehin weit zurück. Die Führung übernahm Graham Rahal vor Callum Ilott, die in den Runden 39 und 40 ihren nächsten Stopp absolvierten. Sie reihten sich auf den Plätzen 14 und 18 wieder ins Feld ein. An der Spitze konservierte unterdessen Will Power seinen Vorsprung auf Christian Lundgaard bei drei Sekunden. Alle Fahrer dahinter verloren weiterhin Zeit auf ihn. So lag Alex Palou in Runde 45 mit 16 Sekunden Rückstand auf Platz 8. David Malukas fuhr direkt hinter ihm.

Auch die Stopps von Christian Lundgaard in der 48. Runde und von Will Power in der 61. Runde änderten nichts am Kräfteverhältnis. Power nutzte in diesem Stint die langsameren Prime-Reifen. Nach dem Stopp hatte er jedoch über vier Sekunden Vorsprung auf Lundgaard. Zudem lag Callum Ilott als Puffer zwischen ihnen und Lundgaard musste auf seinen Benzinverbrauch achten. Bis Runde 75 hatte Lundgaard seinen Rückstand auf 1,5 Sekunden verkürzt. Bis zu seinem Stopp in Runde 80 kam er aber nicht mehr näher. Nur eine Runde später konterte Team Penske den Stopp des McLaren. Will Power kam wieder vor Christian Lundgaard, aber auch direkt hinter Marcus Ericsson, auf die Strecke. Dieser hielt beide auf. Für Lundgaard ergab sich keine Chance zum Angriff. Nur Alex Palou auf Platz drei kam dem Führungsduo immer näher. In Runde 84 drehte Scott Dixon Josef Newgarden in Kurve 2, der das Rennen aber fortsetzen konnte. Dixon musste dafür eine Drive-Through-Penalty antreten. Damit verabschiedeten sich beide aus den Top 10.

In den letzten 20 Runden schrumpfte der Abstand des Führungstrios auf weniger als zwei Sekunden. Zu ernsthaften Angriffen auf die Führung kam es jedoch nicht. Christian Lundgaard und Alex Palou lieferten sich hingegen einen sehr schönen Fight um Platz zwei. Die Vier-Stopp-Strategie mit einem sehr kurzen ersten Stint auf Prime-Reifen brachte Graham Rahal und Callum Ilott die Plätze vier und sechs ein. Für beide war es das beste Ergebnis der Saison. Das galt auch für Alexander Rossi, der den fünften Platz erreichte. Er fuhr dieselbe Strategie wie Lundgaard und verlor mit ihr nur 14 Sekunden auf den schnellsten Fahrer des Qualifyings. Scott McLaughlin, Marcus Armstrong und Felix Rosenqvist kamen auf den Plätzen 7 bis 9 ins Ziel. Von Andretti Global war das ganze Wochenende, abgesehen von Marcus Ericsson vor Will Power, nichts zu sehen. Immerhin erreichte Colton Herta im Rennen Platz 10.

Das ganze Ergebnis kann auf der Homepage (pdf) der IndyCar-Series nachgelesene werden.

Alex Palou sicherte sich mit Platz drei die nächste Meisterschaft. Damit tritt er in die Fußstapfen von Ted Horn
(1946–48), Sébastien Bourdais (2004–07) und Dario Franchitti (2009–11), die allesamt drei Titel in Folge holten. Mit 28 Jahren ist er für IndyCar-Verhältnisse noch jung, sodass sogar der Rekord von A. J. Foyt mit sieben Titeln in Reichweite ist.

Die IndyCar-Series lässt die Saison mit den beiden Ovalrennen am 24. August auf der Milwaukee Mile und am 31. August auf dem Nashville Super Speedway ausklingen.

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