Home Formel EinsF1Formel Eins: Bericht GP von Japan – Verstappen holt den zweiten Titel

Formel Eins: Bericht GP von Japan – Verstappen holt den zweiten Titel

von DonDahlmann
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Schon vor dem Rennen war klar, dass Verstappen Weltmeister werden wird. Der Niederländer ließ in Suzuka keinen Zweifel aufkommen.

Viel zu analysieren gibt es vom Rennen aus Japan nicht. Das Rennen war geprägt von schweren und lang anhaltenden Regenfällen und wurde zwei Runden nach dem ersten Start für über zwei Stunden unterbrochen. Danach folgte ein relativ kurzer Sprint von knapp 45 Minuten, immer noch im Regen, aber auf einer Strecke, die schnell etwas abtrocknete. Verstappen und Red Bull lieferten ein fehlerfreies Rennen und zeigten, warum sie in diesem Jahr unschlagbar waren. Der nun zweifache Weltmeister für in dem nur 28 Runden langen Rennen einen Vorsprung von 27 Sekunden auf Charles Leclerc raus. Deutlicher kann man einen Titel kaum gewinnen. Und es gibt nicht Hauch eines Zweifels, dass Verstappen den Titel absolut verdient hat. Nicht nur sein Team, auch er performte auf einem komplett anderen Niveau als die Konkurrenz.

Ferrari hatte am Wochenende kaum eine Chance, war in der trockenen Quali aber immerhin nah dran. Gerade mal 1 Hundertstel trennten Leclerc von der Pole und von einem besseren Startplatz am verregneten Sonntag. Hätte Ferrari die Pole geholt, dann hätte man das Rennen im Nassen vielleicht anders gestalten können. Aber die diesjährige Saison der Italiener besteht ohnehin nur aus den Konjunktiven „hätte, wäre, wenn“, also verpassten Gelegenheiten und Chancen. 11 Pole Position, aber nur vier Siege sagen schon alles aus. Ferrari hat seit Juli kein Rennen mehr gewonnen und war auch selten in der Lage dazu. Daher war das Rennen in Japan nur ein Abbild der Saison 2022. Dass Leclerc seinen zweiten Platz in der letzten Kurve dann auch noch gegen Sergio Perez verlor, weil der Ferrari-Pilot einen Fehler machte, passt auch zu diesem Jahr.

Vierter wurde ein Esteban Ocon der sich über das gesamte Rennen ein sehr sehenswertes (wenn man was im Nebel sah) mit Lewis Hamilton lieferte. Der Brite hatte das scheinbar schnellere Auto in einigen Passagen, aber nicht über die gesamte Runde. Ocon parkte seinen Wagen auf der ja eher schmalen Strecke in Suzuka permanent so geschickt, dass Hamilton nicht vorbeikam. Der Brite riskierte allerdings auch wenig und ließ die Brechstange im Koffer.

Platz Sechs ging an Sebastian Vettel. Der Deutsche überraschte auf seiner Lieblingsstrecke schon in der Quali, als er Q3 erreichte. Beim ersten Start des Rennens hatte er allerdings Pech und drehte sich. Ob ihn da Alonso berührte oder nicht, war in der Gischt kaum festzustellen. Bei Restart lag er auf dem vorletzten Platz und Aston Martin entschied sich für eine mutige Strategie. Nach nur einer Runde wechselte Vettel von den Regenreifen auf die Intermediates. Es sollte sich als gute Entscheidung herausstellen, denn die Streckenbedingungen besserten sich innerhalb von Minuten. Während der Rest erst nach und nach an die Box kam, legte Vettel Bestzeiten hin und katapultierte sich auf P6. Dort beendete er das Rennen auch, allerdings denkbar knapp mit 0,011 Sekunden vor Fernando Alonso.

George Russell, der ein eher zähes Wochenende hätte, kam auf P8 und damit vor Williams-Fahrer Nicholas Latifi. Der Kanadier, der das Team zum Ende des Jahres verlässt, lieferte eines seiner besseren Rennen ab. Wie Vettel kam auch er in der ersten Runden rein und schob sich in die Punkte. Er blieb fehlerfrei bei schwierigen Bedingungen und profitierte auch von den späten Wechseln der Konkurrenz. Lando Norris kam ihm am Ende zwar nahe, konnte aber P9 nicht mehr erreichen.

McLaren hatte sich für die falsche Strategie entschieden, aber da waren sie nicht allein. Auch bei Haas wird man sich ärgern, denn Mick Schumacher lag zeitweise auf P3. Der Deutsche hatte beim ersten Start schon ein paar Plätze gewonnen und profitierte dann von den frühen Wechseln im Feld. Statt Schumacher aber schleunigst reinzuholen, hoffte man ein Safety-Car, um einen Wechsel ohne Zeitverlust zu haben. Dann ließ man Schumacher so lange draußen, dass er nach seinem Wechsel keine Chance mehr hatte.

Die Meldung des Wochenendes kam aber von Alpine. Die haben sich, nicht überraschend, Pierre Gasly gesichert. Für den Franzosen ist es endlich der Schritt zurück in ein Team an der Spitze. Da muss er sich allerdings beweisen und auch Esteban Ocon schlagen. Dass die beiden zudem nicht die besten Freunde sind, ist auch bekannt. Dürfte eine interessante Saison bei Alpine werden. Alpha Tauri ersetzt Gasly mit Nyck de Vries. Der Niederländer bekommt endlich seine Chance in der F1, was er schon lange verdient.

Ein bisschen überrascht mich seine Entscheidung aber schon. Es ist bekanntermaßen schwerer bei Alpha Tauri herauszukommen, als rein, wenn man nicht beim Hauptteam landet. Sainz und Gasly waren die einzigen Piloten, die nach ihrer Zeit bei Toro Rosso/Alpha Tauri zu einem anderen Team als Red Bull gewechselt sind. De Vries Hoffnung wird daraus bestehen, dass er zwei Jahre bei Alpha Tauri verbringt, um dann Sergio Perez bei Red Bull abzulösen, der einen Vertrag bis 2024 hat. Aber gut, 2024 ist weit weg und Verträge bei Red Bull sind eine Frage der Interpretation.

Wäre Williams am Ende nicht die bessere Lösung gewesen, weil man da einfacher einen „Russell“ machen kann? Einerseits schon. Williams hat dieses Jahr aber nur acht Punkte gesammelt, Alpha Tauri aber 34. Das bedeutet, dass man da deutlich häufiger in die Punkte kommen kann und die Aufmerksamkeit auf sich sieht, als bei Williams. De Vries muss allerdings Tsunoda schlagen, was leichter klingt, als es ist. 11 Punkte hat der Japaner gesammelt und er hat in diesem Jahr zugelegt. In seinem dritten Jahr bei AT sollte er sich weiter verbessern.

Damit schließt sich aber auch langsam der Fahrermarkt. Die einzigen beiden freien Plätze gibt es bei Williams und Haas. Daniel Ricciardo wird nach eigener Aussage bei beiden Team nicht fahren und 2023 eine Pause in der F1 einlegen. Zumindest hofft er, dass es eine Pause und nicht das Ende wird. Ebenfalls eng wird es für Mick Schumacher werden. Nachdem er in Japan das dritte Chassis zerlegt hatte, dürfte seine Zeit bei Haas abgelaufen sein. Nicht nur, dass seine (allesamt) selbst verschuldeten) Unfälle teuer sind, seine Ergebnisse passen auch nicht. Ich sehe daher auch nicht, warum Williams an ihm Interesse haben könnte. Auf der anderen Seite ist der Markt der Nachwuchsfahrer eher dünn. F2-Champion Drugovich ist kein F1-Kandidat und dem eigenen Reservefahrer Jack Aitken traut man wohl auch nicht. Das schafft Platz für Schumacher, der zudem seine Sponsoren mitbringt.

Haas ist wohl an Nico Hülkenberg interessiert, so die Gerüchte. Hülkenberg, mit 35 Jahren auch nicht mehr taufrisch für Formel Eins, wäre eine Überraschung. Aber der Deutsche gilt als exzellenter Entwickler, ist schnell genug und macht vor allem weniger kaputt. Die Alternative bei Haas wäre wohl Giovinazzi, den man aber nicht haben will, nachdem er sich in den letzten Jahren vom „Hobby-Rennfahrer“ Räikkönen hat bügeln lassen.

Bis zum Ende des Jahres wird sich die Situation vermutlich auflösen und damit zu den eher spannenden Aspekten der letzten vier Rennen gehören. Ansonsten geht es noch um den Vize-Titel bei den Fahrern, wo es zwischen Perez (253) und Leclerc (252) eng ist. Bei den Konstrukteuren hat sich Ferrari (454) mittlerweile deutlich von Mercedes (387) abgesetzt. Spannend ist es noch um den vierten Platz. Alpine (143) liegt nur knapp vor McLaren (130). Weiter geht es am 23.10 in den USA.

Bilder: Daimler AG, Ferrari, Aston Martin, McLaren F1, Alfa Romeo, Alpine, HaasF1, Williams F1

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