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IndyCar: Analyse Grand Prix of Alabama

von Rainer
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Pato O’Ward gewann am Wochenende im Barber Motorsports Park. Zusammen mit Alex Palou und Rinus VeeKay bildete er das jüngste Podium in der Geschichte der IndyCar-Series.

Die Qualifikation am Samstag war geprägt von einigen Fahrfehlern und entsprechenden roten Flaggen. So versenkte zum Beispiel Will Power seinen Penske-Dallara im Kiesbett und musste das Rennen von Startplatz 19 in Angriff nehmen. Scott Dixon bekam durch die Abbrüche keine richtig schnelle Runde zusammen und erreichte nur Startplatz 13. Aus demselben Grund verpasste Colton Herta die Fast-Six. Ihm blieb Startplatz 10. Josef Newgarden startete nur drei Plätze weiter vorne. Die Pole-Position sicherte sich hingegen Rinus VeeKay vor Pato O’Ward, Alex Palou und Scott McLaughlin. Alexander Rossi und Felix Rosenqvist komplettierten die Fast-Six.

Erst der zweite Startversuch war von Erfolg gekrönt und alle Fahrer kamen sauber durch die ersten Kurven. Den ersten hatte die Rennleitung noch, wegen zu viel Unordnung im Feld, abgebrochen. Rinus VeeKay behielt die Führung vor Pato O’Ward. Scott McLaughlin konnte sich Platz 3 von Alex Palou holen. Etwas weiter hinten verlor Josef Newgarden drei Plätze, da er im Gegensatz allen weiteren Fahrern im Vorderfeld, auf Prime-Tires gestartet war. Die Annahme war, dass Team Penske Josef Newgarden, wie auch Will Power, auf eine 2-Stopp-Strategie gesetzt hat. Das Tempo an der Spitze war aber recht kontrolliert, etwa zwei Sekunden langsamer als im Training, sodass die 2-Stopp-Strategie auch von den Teams an der Spitze bevorzugt wurde.

In Runde 11 eröffnete Marcus Ericsson die Boxenstopps für die 3-Stopper. Nur eine Runde später folgte schon Josef Newgarden und eine weitere auch Colton Herta und Romain Grosjean. Bei allen drei Teams verteilte man also die Fahrer auf die beiden Strategien. Die Top-Piloten Scott McLaughlin, Alex Palou und Alexander Rossi beließ man auf der 2-Stopp-Strategie der führenden Fahrern. Auch Scott Dixon und Will Power, die beide noch im Hinterfeld festsaßen, setzten auf die 2-Stopp-Strategie.

Nach diesen ersten Stopps sicherte sich Josef Newgarden, wieder mal mit sehr guter In- und Out-Lap die Führung der 3-Stopper, die nun ihre guten Reifen und ihr Plus an Benzin ausspielen mussten. In sauberer Luft waren sie auch eine Sekunde schneller als Rinus VeeKay. Schnell schlossen sie aber die Lücke zum Hinterfeld und im Verkehr gegen Tatiana Calderon, Jimmie Johnson und Co. konnten sie die Vorteile nicht mehr in gewonnen Zeit gegenüber der Spitze umsetzen. Erst mit den Stopps der anderen Fahrer öffneten sich für sie wieder Fenster, um den maximalen Speed aus den Autos zu holen. Die Fenster waren nur sehr klein, da Callum Ilott sein, bisher sehr gutes Rennen, im Kampf mit Helio Castroneves wegwarf. Mit dem in Kurve 9 gestrandeten Wagen musste die Rennleitung eine Caution ausrufen. Der Vorsprung, den sich die 3-Stopper bisher herausgefahren hatten, war so dahin. Um den Schaden zu begrenzen, kamen sie während der Gelbphase geschlossen zum zweiten Mal an die Box.

Zum Restart in Runde 35 führte weiterhin Rinus VeeKay das Feld vor Pato O’Ward, Scott McLaughlin und Alex Palou an. Scott Dixon und Will Power hatten sich auf die Plätze 8 und 10 verbessert. Zum einen waren sie an allen 3-Stoppern vorbeigekommen, zum anderen hatten sie auch in den freien Runden bei den Stopps Plätze gut gemacht. Insgesamt blieb das Feld dicht beisammen. Noch stand das Sparen von Benzin ganz oben auf der Prioritätenliste. In den Top-10 machten nur Dixon und Power etwas mehr Druck, da sie für den zweiten Stint Option-Tires aufgezogen hatten, und verbesserten sich auf die Plätze 6 und 7.

Die Führung der 3-Stopper übernahm mit Platz 17 kurz nach dem Restart Colton Herta von Josef Newgarden. Sie hingen nun wieder im Hinterfeld fest und mussten, da ja jeder Fahrer noch einmal an die Box musste, alle Plätze auch auf der Strecke herausfahren. Dies gelang in Folge Colton Herta deutlich besser als Josef Newgarden. Herta ging auch ein deutlich höheres Risiko ein. Mehrfach im Rennen touchierte er einen Kontrahenten. Die großen Fragen waren nun, wie weit kann es für ihn noch nach vorne gehen und erreicht er überhaupt das Ziel. Bis Runde 47 hatte er sich auf Platz 9 nach vorne gefahren.

Genau nach zweidrittel der Renndistanz eröffneten Alexander Rossi, Felix Rosenqvist und Graham Rahal die Sequenz der letzten Boxenstopps. In den nächsten drei Runden folgte das restliche Feld. Das waren die entscheidenden Runden des Rennens. Pato O’Ward verließ direkt am Heck von Rinus VeeKays Dallara die Boxengasse. In Anfahrt auf die Haarnadel setzte O’Ward Push-to-Pass ein und zogen neben VeeKay. Dieser hatte die Innenlinie blockiert, sodass O’Ward außen herum überholen musste. Mit den neuen noch kälteren Reifen war das natürlich ein gewagtes Manöver. Es gelang aber und so übernahm Pato O’Ward die virtuelle Führung des Rennens. Beide verloren durch den Zweikampf etwas Zeit und so mischte nach seinem Stopp auch Alex Palou mit. Der Vorjahressieger konnte Rinus VeeKay überholen und setzte für die restlichen 26 Runden O’Ward unter Druck. Am Ende behielt Pato O’Ward aber die Nerven und fuhr den Sieg ein.

Hinter Rinus VeeKay folgte direkt die nächste Kampfgruppe. Scott Dixon hatte sich mit seinem Stopp an Scott McLaughlin vorbei geschoben und lag nun auf Platz 4. Hinter McLaughlin folgte auch schon sein Teamkollege Will Power, der als einziger Pilot der Spitzengruppe auf einem brandneuen Satz Option-Tires unterwegs war. Das war ein Vorteil, der ihm der frühe Ausfall in der Qualifikation bescherte. McLaughlin attackierte Dixon in Kurve 5, konnte die Linie aber nicht halten und musste Power passieren lassen. Wir erlebten also die, nie langweilig werdende, Wiederholung von Dixon gegen Power. Scott Dixon wehrte sich so gut er konnte, aber am Ende behielt Will Power, dank der besseren Reifen, die Oberhand und im vierten Rennen fuhr er seine vierte Top-4-Platzierung ein.

Scott McLaughlin konnte in den Kampf um Platz 4 nicht eingreifen, sondern musste sich mit seinen Prime-Tires nach hinten verteidigen. Sein erster Verfolger war nach den Stopps Graham Rahal auf gebrauchten Option-Tires. Noch mehr Gefahr ging aber von Andretti Autosport mit Alexander Rossi, Romain Grosjean und Colton Herta aus. Rossi und Grosjean hatten auch gebrauchte Option-Tires im letztren Stint, während Herta auf neuen Prime-Tires unterwegs war. Mit seiner 3-Stopp-Strategie war er aber der schnellste Pilot der Gruppe. Vor allem Rossi und Rahal mussten nach ihren Stopps bereist in Runde 60 auf den Benzinverbrauch achten. Entsprechend setzte sich Herta erstmal durch und machte Druck auf McLaughlin. In Runde 75 versuchte Colton Herta sich in Kurve 5 innen von Scott McLaughlin zu positionieren. Er war aber deutlich zu spät und so war dort kein Platz. Er touchierte McLaughlins Hinterrad und drehte sich weg. Er fiel bis auf Platz 10 zurück und sollte das Rennen auch dort beenden.

Auch ohne Herta war der Dampf aus der Gruppe aber nicht raus. Romain Grosjean übernahm nahtlos seine Rolle. Er ließ Alexander Rossi, der sich am Ende mit Platz 9 begnügen musste, keine Chance. In Runde 86 setzte sich Grosjean in Kurve 5 innen neben Graham Rahal, der seinem Kontrahenten sehr viel Platz ließ. Trotzdem touchierte Grosjeans rechtes Vorderrad zweimal den Wagen von Rahal. Beide Kontakte waren vermeidbar und gerade der zweite sah schon sehr nach Absicht aus. Nach dem Rennen richtete Graham Rahal auch entsprechende Worte an die Medien. Romain Grosjean konnte sich in den letzten Runden in keine Angriffsposition gegenüber McLaughlin bringen und kam so auf Platz 7 ins Ziel.

Wo war eigentlich Josef Newgarden abgeblieben? Zum Restart in Runde 35 lag er noch vor Colton Herta und Romain Grosjean. Im Gegensatz zu den beiden Andretti-Piloten kam er nicht einmal in die Nähe der Top-10. Diese kämpften sich mit aggressiven Manövern durch das Feld, während Newgarden zu lange hinter Dalton Kellett oder Christian Lundgaard festhing. Die Frage ist, ob er das Risiko im Hinblick auf die Punkte nicht eingehen wollte oder ob sein Wagen einfach nicht den Speed der Andretti-Hondas mitgehen konnte. Am Ende kam er nicht an Marcus Ericsson vorbei und musste sich sechs Runden vor dem Ende von Takuma Sato überholen lassen. So sprang für den bis dahin Führenden in der Meisterschaft nur Platz 14 heraus.

Das ganze Ergebnis man man auf der Homepage (PDF) der IndyCar-Series nachlesen.

Titelverteidiger Alex Palou (144 Punkte) hat die Führung in der Meisterschaft vor Team Penske, Scott McLaughlin (141 Punkte), Josef Newgarden (135 Punkte) und Will Power (134 Punkte), übernommen. Mit dem Sieg sprang Pato O’Ward (114 Punkte) auf Platz 5 vor Scott Dixon (113 Punkte).

Die IndyCar-Series zieht für den Mai komplett nach Indianapolis. Als Erstes steht am 14. Mai der Grand Prix auf dem Rundkurs im Indianapolis Motorspeedway an. Danach folgen die Trainings und die Qualifikation für das Indy-500 am 21. Und 22. Mai. Die 500-Meilen von Indianapolis schließen dann traditionell am letzten Sonntag den Mai ab.

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