Home Formel EinsF1Formel Eins: Analyse GP von Österreich 2021 – Same procedure as last week

Formel Eins: Analyse GP von Österreich 2021 – Same procedure as last week

von DonDahlmann
0 Kommentare 6 minutes read

Der Sieg von Verstappen beim GP von Österreich war keine Überraschung, wohl aber die Chancenlosigkeit für die Mercedes.

Fünf Siege hintereinander für Red Bull Man kann jetzt schon sagen, dass die Österreicher eine sehr gute Basis haben um die WM-Titel holen. Denn Red Bull hat die Siege auf verschiedenen Strecken und mit verschiedenen Reifenoptionen geholt. Mercedes hat dem im Moment nichts entgegenzusetzen. Weder in der Quali noch im Rennen. Die Kombination Red Bull mit dem Honda-Motor scheint im Moment unschlagbar. Allerdings bringt Mercedes dann zum nächsten Rennen in Silverstone wohl ein größeres Update und ein Update für den Motor ist auch in Planung. Das dürfte aber wohl erst nach der Sommerpause kommen. Also wird man in Silverstone und Ungarn wohl eher Schadensbegrenzung betreiben.

An der Spitze war es also recht einseitig, da Verstappen das Rennen entspannt kontrollierte. Dahinter war es dann schon interessanter. Norris und Perez kämpften hart miteinander, mit dem schlechteren Ende für den Mexikaner, der klar das schnellere Auto hatte. Ausgangs T4 hatte sich der Red Bull neben den McLaren gesetzt, aber Norris ließ dem Konkurrenten zu wenig Platz. Perez rutschte in den Kies und lag danach nur noch auf P10. Manche fanden die Aktion von Norris ok, ich fand die 5-Sekunden-Strafe gegen den Briten gerechtfertigt. Wenn ein Konkurrent neben einem auf gleicher Höhe ist, muss man ihm eine Wagenbreite Platz lassen. Wäre da einer Mauer gewesen, hätte Norris das gemacht. Ironischerweise absolvierte Perez dann später im Rennen genau das gleiche Manöver gegen Charles Leclerc. Einmal ebenfalls Ausgangs T4, dann ein paar Runden später noch mal in T5. Dafür kassierte er dann zwei 5-Sekunden-Strafen, was ihn am Ende P5 kostete.

Nachdem Norris Perez los geworden war, hatte er mit Hamilton zu tun, der nur von P4 gestartet war. Aber auf die Distanz war der Weltmeister schneller. Dennoch dauerte es etliche Runden, bis Hamilton am McLaren vorbeigehen konnte. Da hatte Mercedes auch schon knapp 10 Sekunden auf Verstappen verloren und das Rennen war gelaufen. Durch die Strafe verlor Norris dann auch noch P3 an Bottas, der an der Box der an der Box die Position gewann.

Der Finne hat ein gutes Wochenende und war immer in Schlagdistanz zu Hamilton. Als dieser sich das Auto im Rennen beim Überfahren der Curbs leicht beschädigte, durfte Bottas sogar den Briten überholen, um P2 zu sichern. Denn von hinten nahte wieder Norris, dessen McLaren außerordentlich gut lief. Er hielt sich lange in der Nähe zu den Mercedes, um dann im letzten Drittel des Rennens mehr Druck zu machen. Hamilton konnte den McLaren nicht halten, aber Bottas schaffte es am Ende mit einer knappen Sekunde Vorsprung P2 zu sichern. Es war schon erstaunlich, dass der McLaren in Sachen Pace in Österreich auf Augenhöhe mit den Mercedes waren. Ohne die Strafe wäre auch der zweite Platz für Norris drin gewesen.

Richtig viel los war dann hinter Hamilton. Ab P6 kämpften Perez, beide Ferrari und Ricciardo während des gesamten Rennens um die Punkte. Die Ferrari hatten eine katastrophale Qualifikation und landeten nur auf P11 und P12. Das sollte sich aber als Vorteil erweisen, da man hier die freie Reifenwahl hatte. Klug entschied man auf unterschiedliche Strategien zu setzen. Leclerc startete auf den Medium, Sainz auf den harten Reifen. Das machte dem Spanier am Anfang zwar das Leben schwer, dafür machte er mit den Reifen einen langer Overcut, was ihn nach vorne brachte. Die frischen Medium halfen am Ende im Kampf gegen Ricciardo, den er kurz vor Schluss überholen konnte. Leclerc lag ebenfalls gut in Punkten, kam aber nicht über P7 hinaus.

Der Australier hatte im McLaren ein durchwachsenes Rennen. In der Quali hatte er keine Chance und landete auf P13. Es fehlten dieses Mal nur drei Zehntel auf Norris, aber das war auf der kurzen Strecke und im engen Mittelfeld zu viel. Das Rennen lief dann besser für Ricciardo. Er hatte eine bombastisch gute erste Runde und lag dann in den Punkten. Hier etablierte er sich teilweise auf P5, musste aber dann erst Perez und den erwähnten Sainz passieren lassen. Wenn es Ricciardo endlich mal gelingt seine Quali-Performance auf das normale Niveau zu bringen, dann hat McLaren zwei Kandidaten für das Podium. Was ja auch so geplant war.

Auf P9 kam Pierre Gasly, was mittlerweile schon fast Standard ist. Der Alpha Tauri geht wie der Red Bull auf allen Strecken gleichermaßen gut und Gasly liefert die Ergebnisse meist abseits der TV-Kameras. Das macht sein Rennen aber nicht schlechter. Gasly liefert jedes Wochenende sehr konstante und vor allem sehr gute Qualifikationen und Rennen ab. Das kann man von Tsunoda nicht behaupten. Dem gelang das Kunststück, als einziger Fahrer gleich zweimal bei seiner Boxeneinfahrt die weiße Linie zu überfahren, was ihm zwei Strafen einbrachte. So schnell der Japaner manchmal ist, so groß sind auch die Fehler, die er immer noch macht. Da liegt noch viel Arbeit vor ihm.

Spannend wurde es am Ende um P10. Der sensationell gute George Russell hatte den Williams tatsächlich in Q3 gewuchtet, verlor aber Start einige Positionen. Im Rennen kämpfte sich der Brite dann gut nach vorne und lag gegen Ende des Rennens dann sogar auf P10. Pech für ihn und Williams war aber, dass hinter ihm Fernando Alonso drängelte. Der Spanier war der Einzug in Q3 durch ein Missgeschick von Vettel (er hatte den Spanier auf einer schnellen Runde hinter ihm nicht gesehen) verwehrt worden und musste von P14 starten. Der Alpine ist zwar schnell, aber im Verkehr nicht gut. Es dauerte bis zum Rennende, bis Alonso hinter Russell lag und diesen am Ende auch wenig überraschend überholen konnte.

Die Aston waren am Wochenende nicht zu sehen. Obwohl es ein größeres Update gab, was beide Fahrer auch positiv bewerteten, gingen die Aston in Österreich nicht. Zwar schafften beide Aston den Sprung in Q3, aber im Rennen hatten sie keine Pace. Dazu hatte man auf eine frühe Zwei-Stopp-Strategie gesetzt, die sich am Ende als Fehler herausstellte. Die lange Variante der anderen Teams war die bessere Entscheidung. Von Stroll war im Rennen nichts zu sehen, Vettel schaute nach dem ersten Stopp immerhin mal bei den Punkten vorbei. Er hatte am Ende dann eine gute Pace, aber es reichte nicht, um noch in die Nähe von P10 zu kommen. Eine merkwürdige Kollision mit Räikkönen in der letzten Runde beendete dann sein Rennen.

Insgesamt war es kein schlechtes Rennen, auch wenn die Dominanz von Red Bull schon langsam wieder etwas langweilig wird. Man würde sich wünschen, dass der Kampf um die Spitze ein wenig enger ist und Mercedes eine Chance hat. Nicht, damit die Deutschen schon wieder gewinnen, sondern damit die Fans etwas mehr zu sehen bekommen. Der Kampf im Mittelfeld ist eine gute Blaupause für das, was sein könnte.

Das nächste Rennen findet in 14 Tagen in Großbritannien statt. Und an diesem Wochenende wird alles ein wenig anders sein, denn in Silverstone werden wir das erste Quali-Sprintrennen sehen. Das bedeutet, dass es am Freitag nur ein Freies Training gibt und die Quali für das Sprintrennen nach dem bekannten Format schon am Freitagnachmittag stattfindet. Am Samstag gibt es am Mittag ein zweites freies Training. Das Sprintrennen mit einer Länge von 100 Kilometer findet dann am späten Nachmittag statt und wird die Startaufstellung für den Sonntag festlegen. Mehr dazu dann natürlich in der Vorschau vor dem Rennen.

Bilder: Daimler AG, Ferrari, McLaren, Aston Martin, Alpine, Hass, Alfa Romeo, Williams

Das könnte Dir auch gefallen

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.