Racing Point hatte im letzten Jahr eine etwas zähe Saison. Das soll sich in diesem Jahr ändern.
Man hatte sich in den letzten Jahren schon daran gewöhnt, dass Force India eine bestimmende Kraft im Mittelfeld war. Dass es Team von Vijay Mallya geschafft hat, über so lange Zeit und mit der Vergangenheit, ein so wichtiger Bestandteil des Mittelfelds zu sein, ist schon bemerkenswert. Dass es im letzten Jahr nicht so gut gelaufen ist, hat seinen Ursprung in der Saison 2018. Nachdem das Team, aufgrund der persönlichen Probleme von Mallya mit den indischen Behörden, in eine finanzielle Schieflage geraten war, lief es für das Team schlecht. Die Entwicklung des 2019er Autos konnte erst nach der Übernahme des Teams durch Lawrence Stroll gestartet werden, also im September 2018. Das war deutlich zu spät und das nun Racing Point benannte Team bezahlte den späten Entwicklungsstart mit einem schlechten Start in die Saison.
Positiv war dann aber, dass das Team sich vor allem nach der Sommerpause in fast alter Stärke zeigte. Das deutet darauf hin, dass die guten Strukturen des Rennstalls auch nach der Übernahme weiter funktionierten. Stroll hat im letzten Jahr, zusammen mit dem Hauptsponsor BWT, mehr Geld in das Team gepumpt, weswegen man früh mit der Entwicklung des RP20 anfangen konnte.
Anders als Williams bekommt RP von Mercedes neben den Motor auch das Getriebe geliefert. Das senkt die Kosten, andererseits schmälert es auch die Möglichkeiten im Heck auf eigenständige Lösungen zu setzen. Bisher ist die Rechnung für RP aber mit der Strategie voll aufgegangen. Sogar deutlich besser, als das bei den Ferrari-Teams HaasF1 und Alfa der Fall war. In der zweiten Saisonhälfte sammelte Sergio Perez mehr Punkte, als jeder andere Fahrer in der B-Weltmeisterschaft.
Der neue RP20 soll das Team wieder an die Spitze des Mittelfelds bringen. Und das Auto macht den Eindruck, als ob das durchaus möglich sein könnte. Man hat sich, wie viele andere auch, zu einer schmalen Nase entscheiden, der gezeigte Frontflügel scheint eine Mischung aus der High Downforce Variante von Mercedes und dem Gegenstück von Ferrari zu sein.
Bei den Barge Boards gibt es wenig Neues zu erkennen, hier wird man die letzte Konfiguration sowieso erst in Australien sehen. Auffallend ist aber auch, dass RP, wie andere Teams, dem Abtrieb in diesem Bereich mehr Raum geben, als in den Jahren zuvor. Durch die sehr schmale Nase werden die Turning Vanes um und unter der Nase besser angeströmt und können die Luft besser zu den Boards leiten.
Die Seitenkästen sind, wie bei vielen, praktisch nur noch rund um die Lufteinlässe vorhanden. Sie sind im unteren Bereich sehr stark eingeschnitten und fallen sehr schnell und stark nach hinten ab. So will man die Luft besser zum Heck leiten. Wichtig in dem Zusammenhang ist auch die Abdichtung des Unterbodens, was einen Großteil des Abtriebs ausmacht. So wie es aussieht, hat RP auch hier eine gute Lösung gefunden.
Im Vergleicht zum McLaren MCL35 wirkt das Auto allerdings etwas konservativer, nicht ganz so ausgefeilt in den Details. Das muss kein Nachteil sein. Der Mercedes W11 und seine Vorgänger sind nicht so detailreich wie ein Red Bull, aber offenbar sehr effizient. Dabei ist der RP20 aber nicht konservativ. Gerade im Bereich der Front und der Seitenkästen gibt es einige auffallend eigenständige Lösungen. Vor allem im Vergleich zum Williams FW43 (gleicher Motor) fällt auf, wie viel weiter das Design von Racing Point ist. Das ganze Bild wird man erst bekommen, wenn das Auto dann beim Test antritt.
Bilder: Racing Point






1 Kommentare
[…] schmale Nase und einen Frontflügel mit mehr Abtrieb. Das Prinzip dahinter hatte ich schon beim Racing Point erläutert. Ein Problem des Renault im letzten Jahr war dessen genereller Mangel an Downforce, was […]
Comments are closed.