Der Formel Eins Zirkus besucht seine Lieblingsstadt. Neben der Weltmeisterschaft ist es das Rennen, das man gewonnen haben muss.
Über dem Rennen in Monaco schwebt natürlich auch die Trauer um den am Dienstag verstorbenen Niki Lauda, der das Rennen sowohl 1975 als auch 1976 gewinnen konnte. Da Niki bis zum letzten Jahr seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Paddock war und er, ohne jeden Zweifel, zu den größten Fahrern aller Zeiten zählt, dürfte nicht wenige Teams und Fahrer dem Österreicher Tribut zollen. Vor allem Mercedes hat Lauda viel verdanken, wie Toto Wolff in seiner Laudatio ausführte. Die Trauer wird sicher am Donnerstag zu spüren sein, aber das schönste Abschiedsgeschenk wäre ein Sieg der Mercedes.
Die Chancen dafür stehen auch gar nicht mal so schlecht. In den letzten beiden Jahren war der Mercedes bekanntermaßen auf den langsamen Strecken unterlegen, aber das hat sich in diesem Jahr geändert. Enge Kurven und langsame Passagen machen dem Mercedes nicht mehr viel aus, wie man im letzten Sektor in Spanien gesehen hat. Denn während der Ferrari bis zum zweiten Sektor auf Augenhöhe war, verloren die Roten den Anschluss komplett im letzten, eher langsamen Sektor.
Der Mercedes verfügt offenbar nicht nur über eine etwas bessere Aerodynamik sondern in diesem Jahr auch über einen besseren mechanischen Grip. Und genau den benötigt man in Monaco. Im Umkehrschluss bedeutet dies für Ferrari, dass man in Monaco eher chancenlos sein wird. Der Ferrari funktioniert vor allem auf Strecken mit langen Geraden und sehr schnellen Kurven. Da scheint die Aero eher zu funktionieren. Des Weiteren benötigt der Ferrari hohe Asphalt- und Außentemperaturen. Aber davon ist am Wochenende in Monaco auch nichts zu sehen. Mehr als angenehme 20 Grad sind (im Moment) nicht zu erwarten. Das wird also ein eher schwieriges Rennen für Ferrari in diesem Jahr.
Der Störenfried auf der Mercedes Party wird also eher Red Bull, obwohl die auch schon abgewunken haben. Das Problem der Red Bull liegt, wie bei den meisten Teams, in der Reifentemperatur. Man bekommt sie nicht so konstant auf Temperatur, wie man das gerne hätte. Das gilt aber vor allem für die Quali, im Rennen sieht es besser aus. Da man in Monaco aber so gut wie nicht überholen kann, ist jeder Startplatz hinter der zweiten Reihe eher nicht dazu geeignet um den Sieg zu fahren. Vor allem, wenn da vorne zwei Mercedes unterwegs sind. Ein bisschen Hoffnung bleibt aber natürlich, bei Red Bull blufft man ja gerne. Wobei man gleich wieder einschränkend hinzufügen muss, dass Monaco nun wirklich nicht die Lieblingsstrecke von Verstappen ist.
Die Hoffnung ein spannendes Rennen dürfte also, wie Immer in Monaco, auf dem Safety Car liegen. Und darauf, was sich im Mittelfeld abspielt. Hier eine Vorhersage zu treffen ist völlig unmöglich. Racing Point? McLaren? Renault? Toro Rosso? Und auch wenn Haas im Rennen Probleme mit den Reifen hat – auf eine Runde geht es bei denen immer gut.
Strategie
Zur Strategie kann man in Monaco auch nicht so viel schreiben. Pirelli bringt erfahrungsgemäß die weichsten Reifen (C3, C4, C5) mit und alle Teams setzen vor allem auf die C5. Ein Unterschied ist nur der eine Satz der C4, die Mercedes mehr gewählt. Die Strategie ist also C5 zum Start, danach die C4 damit man ins Ziel kommt. Das dürften in den Top 10 alle machen. Eine kleine Variante ist mit den C4 zu starten und einfach so lange zu fahren, bis einem die Reifen ausgehen oder ein passendes Safety Car, bzw. eine VSC kommt. Eine gangbare Alternative, vor allem wenn man nicht aus Q1 rauskommt. Es ist zwar quasi eine Strategie aus Verzweiflung, aber was man hat man auch zu verlieren.
Natürlich sind Rennunterbrechungen immer drin in Monaco. Dafür muss nicht mal jemanden seinen Wagen in die Leitplanken setzen. Es reicht schon, wenn ein Wagen an einer blöden Stelle stehen bleibt. Zwar arbeiten die Marshalls in Monaco superschnell, aber für ein VSC reicht es immer. Was das Rennen durchaus beeinflussen kann. Das zweite Element, ist das Wetter. Die Vorhersage sieht im Moment keinen Regen, aber dank der Hanglage von Monaco kann sich das schnell ändern. Kurze lokale Schauer sind gerne mal drin.
Wie üblich die Warnung: Die Training sind am Donnerstag, 23.05., Quali wie üblich am Samstag und Sonntag das Rennen, dass aber erst um 15:10 Uhr startet.
Bilder: Pirelli, Force India/Racing Point, Renault

