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Super GT und DTM veranstalten gemeinsames Event am Fuji Speedway im November 2019

von geinou
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Endlich ist es offiziell: Die Super GT und DTM werden vom 23. bis 24. November 2019 ein gemeinsames Event am Fuji Speedway in Japan veranstalten. Zusätzlich werden drei GT500-Boliden am DTM-Finale in Hockenheim teilnehmen.

Es war der Traum der beiden Dachorganisationen ITR (DTM) und GTA (Super GT), eines Tages ein gemeinsames Event unter dem Class-1-Banner auszutragen. Nach langer Planung wird dieser am Ende dieses Jahres endlich in die Tat umgesetzt. Unter dem Namen „Super GT / DTM Special Exchange Battle“ werden auf dem japanischen Fuji Speedway vom 23. bis 24. November 2019 die Boliden der deutschen Tourenwagen-Serie auf die GT500-Renner des japanischen Championats treffen. „Dies ist ein weiterer Meilenstein in der Partnerschaft der beiden Serienbetreiber GTA und ITR“, bejubelt DTM-Boss Gerhard Berger die Ankündigung. Auch GTA-Chairman Masaaki Bandoh, dessen langer Wunsch endlich in Erfüllung geht, ist über die offizielle Verkündung erfreut: „Die gemeinsame Veranstaltung kann endlich verwirklicht werden.“ Neben den jeweiligen Verantwortlichen von ITR und GTA bedankt sich der Super-GT-Boss auch beim Fuji Speedway, der maßgeblich an der Umsetzung der gemeinsamen Veranstaltung beteiligt war. Unter anderem mussten hierfür das traditionelle Toyota Gazoo Racing Festival sowie das NISMO Festival auf Anfang Dezember verschoben werden.

Seit über sechs Jahren werkelten beide Serien an der Umsetzung der Pläne, die erstmals im Rahmen der Unterzeichnung des Kollaborationsvertrages Ende 2012 geäußert wurden. Eine erste Annäherung gab es beim DTM-Finale 2017 in Hockenheim, als Lexus und Nissan für Demorunden nach Deutschland kamen. Zugleich reiste eine DTM-Delegation zum Super-GT-Finale ins japanische Motegi. Der gemeinsame Auftritt war ein bedeutsamer Schritt, der unter anderem R-Motorsport mit Aston Martin zum diesjährigen Einstieg mit insgesamt vier Fahrzeugen ins Deutsche Tourenwagen Masters bewegte – und damit die Lücke schließt, die nach dem Ausstieg von Mercedes entstanden ist. Konkreter wurden die Pläne einer gemeinsamen Veranstaltung dann im Juni des vergangenen Jahres, als Massaki Bandoh und Gerhard Berger am Norisring das gemeinsame Class-1-Reglement präsentierten. So wird die DTM bereits diese Saison mit den neuen Regularien antreten, die auch die Übernahme der japanischen 2,0-Liter-Turbomotor-Formel einbezieht. 2020 folgt dann die Super GT, wenn auch mit leichten Modifikationen unter Namen „Class 1 plus alpha“ (der Zusatz „plus alpha“ wird in Japan gerne für solche Modifizierungen respektive Erweiterungen verwendet). Dass der Fuji Speedway für das gemeinsame Rennen auf japanischem Boden ausgesucht wurde, erscheint nicht überraschend. Bereits 2018 argumentierte Masaaki Bandoh, dass die Fahrzeuge auf der ehemaligen Grand-Prix-Bahn ihre wahre Leistung zeigen können.

 

Für das Gipfeltreffen plant die ITR mindestens zwölf Autos ins Land der aufgehenden Sonne zu schicken. Nach welchen Kriterien die DTM-Abordnung ausgewählt wird, soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Fest steht hingegen bereits das Format: Zwei Sprintrennen ohne Fahrerwechsel. Ein Novum für die Super GT, in der aufgrund der längeren Distanzen (zwischen 250 km bis 500 Meilen) auch Fahrerwechsel stattfinden. Das DTM-Format ist für die Japaner allerdings keine Unbekannte: Von 2010 bis 2013 trug man als Jahresabschluss den JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup mit jeweils zwei 22 Runden langen Sprints aus. Gefahren wird mit dem DTM-Einheitsreifen von Hankook. Die ursprünglichen Pläne, einen der vier GT500-Pneuhersteller (Bridgestone, Michelin, Yokohama, Dunlop) zu nominieren, wurden verworfen. Im Vorfeld wird die Super GT mit dem Hankook-Einheitsgummi testen. Dennoch dürfte sich der Erfahrungsrückstand der japanischen Teams als Nachteil erweisen. Ihr Vorteil ist hingegen die ausgefallenere Aerodynamik der GT500-Boliden, die insbesondere auf dem Fuji Speedway zu Höchstgeschwindigkeiten von rund 300 km/h führt.

Bereits vor dem Aufeinandertreffen am Fuße des heiligen Bergs Fuji werden Honda, Lexus sowie Nissan jeweils eines ihrer GT500-Autos nach Deutschland senden, um als Gaststarter beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim vom 4. bis 6. Oktober anzutreten. Ursprünglich war eine weitere gesonderte Veranstaltung in Deutschland geplant. Aufgrund Schwierigkeiten bei der Abstimmung der Terminkalender beider Serien wurde dieses Vorhaben jedoch ad acta gelegt. Die jetzige Lösung gilt daher als Ersatz. Da die Super-GT-Saison erst am 3. November in Motegi endet, ist davon auszugehen, dass die Hersteller ihre jeweiligen Entwicklungsfahrzeuge einsetzen werden. Die jeweiligen Fahrer werden zu einem späteren Zeitpunkt benannt. Als Gaststarter denkbar wären Jenson Button (Honda), Nick Cassidy oder Heikki Kovalainen (beide Lexus) und Ronnie Quintarelli (Nissan).

Trotz aller kulturellen Unterschiede sowie vielen weiteren Herausforderungen ist es der GTA und ITR gelungen, endlich das erste gemeinsame Rennen zu verkünden. Der Traum, der einst gemeinsam von Hans-Werner Aufrecht und Masaaki Bandoh geschmiedet wurde, wird nun in die Tat umgesetzt. Für Gerhard Berger, der 2017 das Zepter von Aufrecht übernahm, ist dies ein „Beleg für das enorme Potential der Kooperation von Super GT und DTM.“ Jetzt werden die Blicke zunächst auf das erste gemeinsame Gipfeltreffen gerichtet sein.

Copyright Photos: GTA, ITR, Eigenes Archiv

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