Ein abwechslungsreiches Rennen gab es in Italien. Der Sieger stand schnell fest, doch dahinter ging es zur Sache. Für Red Bull war es ein schwarzes Wochenende.
Noch sieben Rennen gibt es in diesem Jahr und die Weltmeisterschaft ist bei weitem noch nicht entschieden. Wie schnell sich Glück und Pech abwechseln, wie schnell die Abstände sich verringern und vergrößern können, hat man allein in den letzten beiden Rennen gesehen. Monza stellte die WM zwar nicht auf den Kopf, zeigte aber, dass McLaren noch lange nicht abgeschlagen ist, weil man zur Zeit den besten Wagen hat. Gleichzeitig erlebte Red Bull ein Desaster. Doch die Szene des Rennens lieferten Fernando Alonso und Sebastian Vettel. War das Manöver wirklich eine Strafe wert?
Die Szene, über die man sich aufregte, kam dann in Runde 22. Alonso hatte mehrfach versucht an Vettel vorbei zu gehen, doch der konnte auf der Bremse immer wieder kontern. Endlich schaffte es Alonso in der Kurva Grande sich neben den Deutschen zu setzen, doch der machte außen die Tür zu. Innen war jede Menge Platz, es tat nicht Not, den Ferrari so weit abzudrängen. Alonso rodelte mit gut 250 km/h in den Kies, konnte den Wagen gerade so halten und schimpfte verständlicherweise per Funk. Bei Red Bull war man sich offenbar sicher, das Manöver eine Ecke zu hart war, zwei Runden später ließ Vettel dann an der gleichen Stelle die Tür offen und Alonso war vorbei. Die Rennleitung bestrafte Vettel dennoch mit einer Durchfahrtsstafe. Aber war die gerechtfertigt?
Ein paar Runden vorher hatte Paul di Resta etwas ähnliches gemacht, als er Bruno Senna vor der zweiten Schikane mit zwei Rädern ins Gras gedrückt hatte. Eine Strafe folgte nicht. Die Rennleitung entschied sich bei Vettel wohl auch deswegen anders, weil er Alonso komplett von der Strecke drückte. Zumindst steht das so in der offiziellen Begründung (pdf). Ich halte die Strafe für in Ordnung. Das Manöver war zu hart, da half dann auch das Vorbeilassen nicht mehr. Wenn die FIA, nach dem Zwischenfall mit Grosjean konsequent sein wollte, dass musste sie diese Strafe aussprechen. Alle anderen Fahrer haben zu dem ähnliche Situationen besser gemeistert. Allerdings: Die FIA wird sich in den nächsten Rennen auch dieser Strafe messen lassen müssen.
So oder so – am Ende ereilte beide Red Bull ein Ausfall. Bei Vettel streikte, mal wieder, die Lichtmaschine, Webber legte zwei Runden vor Schluss einen fulminanten Dreher hin, der seine Reifen zerstörte. Es war eine logische Entscheidung, dass man Webber in die Box holte, da man so Getriebe und andere Teile straflos wechseln kann.
An der Spitze war das Rennen eher eintönig. Hamilton gelang ein sauberer Start und er konnte sich schnell von Massa absetzen. Dahinter konnte sich der Ferrari ein paar Runden lang festsetzen, verlor aber schnell den Anschluss. Massa musste dann im ersten Renndrittel Button passieren lassen, der aber auch keine Antwort auf die Rennpace von Hamilton hatte. Das war kein Befreiungsschlag von Massa in Sachen 2013.
Alonso wühlte sich derweil durchs Feld. Die Strategie von Ferrari war konservativ, so wie die der anderen Teams, auf einen Stopp festgelegt. Viel Luft hatte man da eh nicht, aber immerhin konnte man sich, nach dem man sich Vettel entledigt hatte, und Button auch ausgefallen war, problemlos auf dem Podium festsetzen. Nach den Problemen in der Qualifikation, wo ein defekter Stabilisator Alonso behinderte. konnte man so den Schaden begrenzen. An die McLaren wäre man auch mit einem besseren Startplatz vermutlich nicht ran gekommen. Und auch ohne den Zeitverlust durch die vielen Zweikämpfe, wäre es um den zweiten Platz eng geworden.
Denn Sauber und Sergio Perez hatten in Monza mit ihrer Strategie die Trumpfkarte gezogen. Perez, von Platz 12 gestartet, hatte als einziger im Mittelfeld auf die harte Mischung zum Start gesetzt. Das behinderte ihn in den ersten Runden ein wenig, aber im engen Pulk nicht so groß, dass er Plätze verlor. Dazu kam der Sauber, der mit den Reifen gut umging und Perez durch die frühen Stopps der Konkurrenz nach vorne gespült wurde, wo er in „clean air“ das Maximum heraus holen konnte. Man zog den letzten Stopp bis in Runde 32 und hatte dann die weiche Mischung auf dem Wagen. Mit den frischen Reifen fuhr Perez dann quasi Slalom um die Konkurrenz, die zu dem teilweise auf eine Zwei-Stopp-Strategie gesetzt hatten und vor Perez wieder an die Box mussten. Und so rutschte der Mexikaner wieder auf P4 und hatte nur noch beide Ferrari vor sich, die mit gebrauchten harten Reifen unterwegs waren. Der Unterschied war dann doch enorm. Sowohl Massa als auch Alonso ließ er einfach stehen. Selbst Hamilton wäre noch in Reichweite gewesen, aber dafür hätte das Rennen fünf Runden länger sein müssen. Dennoch ein super Erfolg für Sauber, nach der Enttäuschung von Spa. Perez hat sich damit auch mal wieder in die erste Reihe der möglichen Massa-Nachfolger gefahren. In dem Fahrer-WM liegt er sogar deutlich vor dem Brasilianer.
Michael Schumacher fuhr ein beherztes Rennen, dass aber durch die Strategie nicht besser werden konnte. Der Mercedes kämpfte mal wieder mit den Reifen, vor allem im ersten Stint, an eine Ein-Stopp-Strategie war nicht zu denken. Schumacher hätte mindestens bis Runde 23 durchfahren müssen, was angesichts des Verschleiß nicht machbar war. Am Ende hätte er zu dem auf abgefahrenen harten Reifen gestanden, während die Konkurrenz hinter ihm neue Reifen aufgezogen hatte. Kimi Räikkönen, mit dem er das gesamte Rennen kämpfte, stoppte interessanterweise nur einmal und das in Runde 17. Am Ende rettete er sich hauchdünn vor Schumacher ins Ziel, Mercedes hatte also rund 22 Sekunden auf der Strecke aufgeholt. Wenn man bedenkt, dass der Lotus schonender mit den Reifen umgeht, kann man sich vorstellen, was mit Schumacher passiert wäre.
Hinter Schumacher und Räikkönen verschoben sich die Positionen mehrfach und es war etwas schwer die Übersicht zu bewahren. Daher hier im Schnelldurchlauf die weiteren Fahrer:
– Paul di Resta fuhr ein zähes Rennen. Viel nach vorne ging für den Schotten nicht, er lag aber die meiste Zeit in den Punkten. Angesichts des sehr guten Speeds in der Quali hätte man da aber mehr erwarten können.
– Kamui Kobayashi war ein gutes Beispiel dafür, warum ein Start auf den harten Reifen besser gewesen wäre. Er startete auf Medium, klemmte im Mittelfeld und rutschte mit einem übersteuernden Wagen durch die Gegend. Warum Sauber ihn in Q3 nicht auch auf „Hart“ gesetzt hat? Vermutlich, weil man die Strategie spreizen wollte. Ein Safety Car, und die Sache hätte anders aussehen können.
– Erneut ein gutes Rennen von Bruno Senna. Er scheint im Moment ein Abo auf P10 oder P9 zu haben. Sauberers Rennen, wenig Highlights.
– Das Rennen von Pastor Maldonado ging ein wenig unter. Auch stoppte zweimal, schob sich aber damit von P22 auf P11. Sicherlich begünstigt durch die Ausfälle beider Red Bull und von Button, aber sein Rennen war sehr beherzt. Im Mittelstint fiel er mit einer schnellsten Runde nach der anderen auf, am Ende hing er Senna im Genick. Es geht also auch ohne Crash.
– Jerome D’Ambrosio hatte ein eher unfälliges Wochenende. In der Quali blieb er früh hängen, im Rennen rodelte er einmal durchs Kiesbett in der zweiten Lesmo. Am Ende fehlten ihm auf Räikkönen 45 Sekunden, also verlor er etwas weniger als eine Sekunde pro Runde. Das klingt nach viel, man darf aber nicht vergessen, dass JDR zum ersten Mal seit Mai im Wagen gesessen hat.
– Nico Hülkenberg hatte ein schwaches Wochenende. Paul di Resta hatte ihn eigentlich recht im Griff, in der Quali dann das Pech mit der Benzinpumpe. Im Rennen kam „Hulk“ nicht nach vorne. Er steckte erstaunlich lange hinter Kovalainen fest, schwomm dann vorne, als die Konkurrenz an die Box kam, fiel aber schlussendlich aus. Keine gute Empfehlung für Ferrari.
In WM ist die Situation für Ferrari vermeintlich entspannter geworden. Man hat den Vorsprung auf den ersten Verfolger (Hamilton) ausbauen können, gleichzeitig aber sieben Punkte auf eben jenen Briten verloren. Bei noch sieben zu fahrenden Rennen liegt Alonso 37 Punkte vor Hamilton. Das klingt recht bequem, ist es aber nicht. Alonso muss darauf hoffen, dass es Ferrari gelingt, die Entwicklungsarbeit von McLaren zu kontern. Zu dem kommen mit Singapur und Japan zwei Strecken, die Red Bull und McLaren besser liegen sollten. Was Singapur angeht bin ich mir nicht sicher, wie der F2012 sich dort schlagen wird, in Japan dürfte der Red Bull wieder Favorit sein. Zwar kann es gut passieren, dass sich die Gegner gegenseitig die Punkte wegnehmen, aber Ferrari muss schauen, dass man mindestens noch einen Sieg in diesem Jahr einfährt. Das gleich drei Gegner in einem Rennen ausfallen, wird so oft nicht mehr passieren.
Bilder: Ferrari, Daimler AG, McLaren, Red Bull/Gepa, Toro Rosso/Gepa, Marussia, Caterham, Williams, Sauber






6 Kommentare
Ich habe heute die Lust an der F1 verloren und nach der Strafe ausgeschaltet. Kann man drüber diskutieren und ich würde sogar sagen so etwas muss man bestrafen.
Nur… dann hätte man es letztes Jahr auch machen müssen oder sich für die exakt umgedrehte Situation ein Jahr später etwas besseres einfallen lassen als „Jo, ok, gibt dann ne Strafe, ne?“. So ist das eine Farce, Alonso darf es unbestraft abziehen aber Vettel nicht? Mindestens erwarte ich da ein Statement der Stewards oder der FIA zu, meinetwegen auch jetzt nach dem Rennen. Aber das einfach so stehen zu lassen ist lächerlich.
Und selbst wenn man das als Fortschritt der Regeln oder des enforcements ansieht… warum ließ man di Resta ohne jede Untersuchung davonkommen? Wenn das nicht auch „forcing another car off the track“ war muss ich das falsche Rennen geguckt haben.
Was war mit Senna/Rosberg? Wo man es Senna ohne jede Untersuchung durchgehen ließ sich dank des Abkürzens der Schikane vor Rosberg zu schieben. Während Rosberg sich brav an den Streckenverlauf hielt und dadurch noch gegen dahinterliegende Konkurrenten verlor.
Letzte Woche war ich schon wegen der Sperre für Grosjean am Zweifeln. Kann man machen, wenn man ein Zeichen für eine härtere Gangart setzen wollte und die konsequent weiterfahren wollte.
Genau das hat man diese Woche torpediert. Da stimmen die Verhältnisse gar nicht mehr. Grosjean für einen Unfall zu sperren aber Vettel für ein unterstellt absichtliches Manöver bei viel höherer Geschwindigkeit nur eine Durchfahrtsstrafe, während di Resta für ein vergleichbares Vergehen nicht einmal eine Untersuchung bekommt?
What the hell F1?
Ich weiß gar nicht was ich schlimmer finde. Dass die Relation in der Strafe zwischen Vettel und Rosjean vorne und hinten nicht stimmt, dass ein und dieselbe Situation in nur einem Jahr zwischen identischen Fahrern ohne Erklärung so unterschiedlich gehandhabt wird, dass dieselbe Situation innerhalb eines Rennen ein Mal bestraft und ein Mal nicht einmal untersucht wird, oder dass damit auch noch die Befürchtung bestätigt wird dass es einen Unterschied macht ob das Opfer Bruno Senna oder Fernando Alonso heißt.
Oder dass ich einen Sport nicht mehr ernst nehmen kann bei dem die Regeln so unglaublich willkürlich angewandt werden.
Bin ganz auf Deiner Seite, was die heutigen Strafen, bzw. das Nicht-Beachten angeht. Di Resta hätte meiner Meinung nach wenigstens untersucht werden müssen, eine Strafe wäre aber glaube ich zu viel gewesen. Vielleicht im Sinne einer Verwarnung, ja, aber mehr nicht. Das Vettel zu Recht bestraft wurde, habe ich ja schon versucht zu begründen.
Aber ein Vergleich mit Strafen oder Verfällen aus dem letzten Jahr geht dann leider auch nicht. Dann könnte man auch in Mottenkiste greifen und sagen…. aber damals!
Die meisten Fahrer gehen, von gelegentlichen Aussetzern mal abgesehen, ja fair mit einander um. Das Problem ist ja erst aufgetreten, seitdem Maldonado und Grosjean dieses Jahr so oft daneben liegen. Dementsprechend fällt dann auch die Aktion von Vettel etwas mehr auf, weil man direkt Vergleiche zieht zu anderen Fahrern. Die FIA muss sich intern mal überlegen, wie man mit den Strafen verfahren will. Oft genug hat man ja ähnliche Situationen (wo es dann auch gekracht hat) erst nach dem Rennen bestraft. Mal so und mal so zu bestrafen, bzw. zu untersuchen macht wenig Sinn und sieht doof aus.
Ansonsten sollte man auch nicht vergessen: Ferrari in Italien. Da muss die Konkurrenz schon mal eher den Kopf einziehen. Auch nicht fair, aber gehört ja fast zur Folklore.
Wie gesagt, kann man als Fortschritt der Regeln bzw. des Enforcements seit letztem Jahr wegargumentieren. Stimmt schon. Aber dann bitte mit Statement oder Erklärung zur Situation. So hatten wir an der selben Stelle mit den selben Fahrern in aufeinanderfolgenden Jahren so arg unterschiedliche Handhabungen. Da einfach so drüber wegzugehen gefällt mir nicht. Ich will wissen, warum das so entschieden wurde. Damit ein Maßstab bereit liegt und nächstes Mal nicht diese unsäglichen Nummern kommen können mit hat-einen-Titelkandidaten-getroffen, oder wie Du sagst mit Ferrari in Italien. Das tut der F1 als Sport richtig weh. F1 als Show kann das vielleicht überleben.
Vielleicht ist das auch meine Einstellung oder Erwartung, dass F1 noch ein sportlicher Wettkampf ist, die nicht mehr zeitgemäß ist.
Was ich ein wenig vernachlässigt habe: Strafen als „Erziehungsmaßnahme“ helfen nur, wenn sie konsequent gefährliches Verhalten ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Ausgang bestrafen. Da hatte ich bei Grosjean schon meine Zweifel, ob da die Sperre nicht nur kam weil der Unfall so schlimm aussah und nicht weil seine Aktion so gefährlich gewesen wäre.
Vettel heute gegen Alonso (oder Alonso letztes Jahr gegen Vettel, oder Rosberg in Bahrain) halte ich für als Aktion für ungemein gefährlicher als den Rad-an-Rad Kontakt in Spa letzte Woche.
Wenn es nach mir gegangen wäre hätte ich heute di Resta zur Durchfahrtsstrafte geholt (forcing a car off the track bei niedrigerer Geschwindigkeit) und Vettel geparkt und für das nächste Rennen gesperrt (forcing a car off the track bei immens hoher Geschwindigkeit an einer gefährlichen Stelle) – vor allem wenn man, wie das „forcing a car off the track“ impliziert, von einer absichtlichen Handlung ausgeht.
Naja, dass die Strafen „ausgewürfelt“ werden war doch schon immer so, dagegen ist der DFB ein Hort der Gerechtigkeit.
Das Problem ist dass man in die Straferei so „reingerutscht“ ist und nun eine Linie sucht, wg. der „wenn man das bestraft muss man auch das bestrafen“-Logik.
„Früher“ war bekanntlich alles besser, da wäre so ein Manöver von Vettel keine Strafe gewesen, wenn ich mal an Senna vs. Prost, Piquet vs. Mansell oder gar Villeneuve sr. vs Pironi denke. Soll er ihn vorbei fahren lassen?
Wenn das so weiter geht haben wir bald DTM-Verhältnisse in der F1 und dann kann man’s sportlich nicht mehr ernst nehmen (wie die DTM halt, die nimmt auch niemand ernst).
Halte die Strafe für Vettel unter dem Aspekt richtig, dass nach dem Bahrain die schnurr um die Schwammigkeit einiger Regeln enger gezogen wurde. Gegner eine Wagenbreite platz lassen und nicht abdrängen.
Natürlich stellt man es adabsurdum, wenn man sich überlegt, dass ein Di Resta für ein „ähnliches“ Vergehen nicht mal untersucht worden ist. @ethone: Die Senna/Rosberg-Szene sehe ich übrigens anders. Rosberg hat sich versucht, mit Mitteln jenseits der toleranz vorbei zu bringen und dabei Senna eben auch von der Piste gedrängt. Ergo war das für mich in letzter Instanz „ok“.
Wobei den Höhepunkte von selten dämlichen Strafe die FIA letzte Woche getätigt hat. Maldonado für einen Frühstart eine Gridpenalty im nächsten Rennen aufzubrummen, nur weil er zwischenzeitlich ausfiel. Das ist absurd und hat nichts mehr mit gerechter Verhältnismäßigkeit zu tun.
Ich persönlich halte die Bestrafung für den „Vorfall“ für zu hart. Da hängen mir auch zu viele Merkwürdigkeiten dran um damit d’accord zu gehen (italienischer Fahrersteward in Italien, super Idee…). Es war sicherlich hartes Fahren (von beiden), aber ich sehe da kein bewusstes „Rausdrängen“. Bestenfalls Linienverteidigung bzw. Linienhalten. Es fehlt mir auch – wie meistens bei sowas – das Beachten der menschlichen Komponente um sagen zu können ob das „Absicht“ war, d.h. Reaktionszeiten und ähnliches. Fahrer 1 macht z.B. reflexartig eine defensive kleine Lenkbewegung, ohne wissen zu können dass Fahrer 2 seit zwei Zehntelsekunden schon neben seinem Hinterrad ist, und nach einer weiteren halben Sekunde ist das ganze auch schon wieder vorbei. Ist halt ein schnelles Geschäft. :)
Unabhängig davon hat das ganze meines Erachtens aber vor allem gezeigt, dass das viel gelobte System mit den Fahrer-Stewards noch immer nicht der Weisheit letzter Schluss ist. (Ex-)Fahrer sind natürlich in der Lage, wichtigen Input für die Entscheidungsfindung zu liefern, aber da man ständig wechselnde Leute da sitzen hat erzielt man trotzdem tendentiell unterschiedliche und nicht konsistente Einschätzungen. Ich fände es besser, sässen da meinetwegen drei immer gleiche Ex-Fahrer, die sich beraten oder vielleicht untereinander abstimmen, und dann ihr Einschätzungsergebnis als dringende Empfehlung an die Rennleitung abgibt. Man hat feste Ärzte, feste Rennleitung, feste Safety Car-Fahrer, … – wieso keine festen Fahrerstewards?
(Und bitte diesen Show-Unfug mit den Interviews auf dem Podium wieder abschaffen. Die sind, erwartungsgemäss, günstigstenfalls komplett gehaltlos, ungünstigstenfalls fremdschämpeinlich.)
Comments are closed.