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VLN: Analyse 1. Lauf

von Flo aus N
1 Kommentare 10 minutes read

Am Samstag ging der 1. Lauf zur VLN bei wechselhaften Bedingungen über die Bühne, welcher nach etwas über 2,5 Stunden abgebrochen wurde – verletzt wurde aber zum Glück niemand.

Die Bedingungen, welche die Teilnehmer an jenem Tag vorfanden waren alles andere als optimal. Zuerst hatte es in der Nacht geregnet und die Temperaturen waren sehr tief. Pünktlich zum Zeittraining war zwar der Regen verschwunden, die Strecke aber an einigen Stellen immer noch feucht und sehr kalt, so dass die Teams Probleme hatten ihre Reifen auf Temperatur zu bekommen. Bei diesen Bedingungen funtkionierte anscheinend der Falken-Reifen am besten, denn Wolf Henzler konnte sich mit dem Falken-bereiften Porsche die Pole mit einer 8:20 erkämpfen. Dahinter folgte der Schuberth Z4 mit bereits 7 Sekunden Rückstand, denn die Dunlop mögen traditionell die kälteren Temperaturen nicht so, während die Porsche von Manthey mit Haribo Racing die Top6 mit Michelin Reifen komplettierten. Auf dem 7. Rang stand dann der Frikadelli Porsche auf Yokohama und auf Platz 8 stand der beste Black Falcon SLS. Die Top 10 wurden von den 2 R8 von Phoenix Racing komplettiert. Da aber schon befürchtet bzw. damit gerechnet wurde, dass der Regen im Laufe des Rennens wieder kommen könnte hatten sich auch viele Augen auf ein Auto gerichtet: Den TT RS von Raeder Motorsport, da dieser mit Frontantrieb und Frontmotor bei nassen und wechselhaften Bedingungen einen echten Vorteil gegenüber den Spitzenwagen mit Heck oder Mittelmotor hat. Prompt qualifizierte man sich auch als 3. bester Audi auf Gesamtplatz 17, noch vor dem P4/5 – Für ein spannendes Rennen war also gesorgt-

Als dann um 12 Uhr der Start unter trockenen Bedingungen erfolgt konnten sich gleich 4 Porsche vorne an die Spitze setzen. So behielt Wolf Henzler Position 1, während sich Dumas im Nadelstreifen und Marco Holzer im Wochenspiegel GT3 R auf die weiteren Plätze schoben. Boden verloren hatte allerdings der Schuberth Z4 mit seinen Dunlop Reifen, denn hier hatte Dirk Müller wohl wieder das bekannte Dunlop Problem, nicht genügend Temperatur in den Reifen zu bekommen. So überquerte er nach 1 Runde die Start und Ziel Linie als 4, allerdings kam von hinten weiteres Unheil in Form von Chris Brück welcher sich nach vorne arbeitete und auch vor Dirk Müller nicht halt machte und ihn überholen konnte. Erstaunlich war dabei, dass Chris Brück im 1. Rennen für sein neues Team bis auf 1, 2 Sekunden die gleichen Zeiten wie die Spitze in Form der 3 Porsche Werksfahrer gehen konnte. Das gleiche tat auch Frank Stippler im R8 LMS von Phoenix Racing. Nachdem er sich beim Start einmal drehte, aber nirgends anschlug fuhr er nun die schnellsten Zeiten im Feld auf teilweiße leicht feuchter Strecke und arbeitete sich immer weiter nach vorne vor, sodass er bereits bald wieder in den Top 10 landete.

Allerdings erging es ihm damit weitaus besser als der kompletten McLaren Mannschaft, welche in den letzten 8 Tagen ein wahres Waterloo erlebte: So verwandelte zu erst Klaus Ludwig bei den Testfahrten am Freitag den McLaren von Gemballa, welcher für die VLN und das 24H Rennen vorgesehen war, im Bereich Galgenkopf in Kernschrott nachdem er sich mit einem anderen Wagen ins Gehege gekommen ist. Nicht viel besser erwischte es da aber Dörr Motorsport. Nachdem die #24 mit Arno Klasen, Chris Goodwin und Peter Posavac bereits in der 1. Runde nach einem Unfall die Segel streichen musste, war das Fiasko gute 25 Minuten später komplett, denn auch das Schwesterauto um Rudi Adams und Kai Riemer war aus dem Rennen geworfen worden. Bitter für das Team, welches sich doch einiges mit dem Auto ausgerechnet hat, zum anderen auch weil nun wertvolle (Renn)kilometer auf der Nordschleife fehlen und es nur noch 2 Läufe bis zum 24H Rennen gibt.

Deutlich besser lief es in der Anfangsphase aber für das Timbulli Racing Team. So konnte sich der GT3 R rund um Marc Hennerici, Norbert Siedler und Dennis Busch Stück für Stück immer weiter nach vorne arbeiten und bald tauchte man in den Top 10 auf und man konnte nach gut 1 Stunde Fahrzeit Platz 5 von Oliver Jarvis und Rene Rast übernehmen. Die Spitze hatte zu diesem Zeitpunkt der Nadelstreifen Porsche inne, da Wolf Henzler in der 4. Runde bereits an die Box fuhr und man somit off-sequenze ging. Die Positionen waren also fürs erste gefestigt und auch der Z4 hatte sich an Position 4 zurecht gefunden.

In der 6. bis zur 8. Runde steuerten dann auch alle Spitzenwagen die Box zu ihrem 1. Stopp an und da wurde dass Rennen doch etwas auf den Kopf gestellt, denn beide in Front liegenden Manthey Porsche hatten wohl kleinere technische Probleme, sodass beide Wagen gute 5 Minuten auf die Spitze verloren haben.

Somit lag auf einmal der Black Flacon SLS vor dem 2. Wochenspiegel Porsche aus der SP7, vor dem Z4 und dem R8 LMS von Christopher Haase, während sich der Timbulli Porsche auf Platz 6 wiederfand. Allerdings ging dass für alle Autos bald eine Position nach oben, denn sowohl der Black Falcon SLS, als auch der Frikadelli Porsche bekamen 1 Runde abgeozgen, da sie die gelben Flaggen missachteten. Der SLS bekam die Runde zwar später aufgrund eines Irrtums wieder gutgeschrieben, die Mannschaft um Klaus Abbelen allerdings nicht. Grund für diese harte Strafe war, dass die Rennleitung nach den Test und Einstellfahrten angekündigt hat rigoros durchzugreifen, sollten sich die Fahrer nicht an die Flaggensignale halten und bei Gelb nicht genügend Tempo raus nehmen, da es nach den Einstellfahrten mehrere Beschwerden gegenüber Fahrern und Teams vieler Klassen gab da sich diese wohl nicht an die Regeln gehalten haben und auch viele Unfälle zu verzeichnen waren. Dem wollte man seitens der Rennleitung hierbei nun entgegenwirken, was man auch konsequent tat.

Nach gut 1,5 Stunden war dann das berühmt berüchtigte Eifelwetter mal wieder der Meinung es gab genügend Runden unter trockenen Bedingungen und so änderte sich eben die Meinung jenes Wetters und Petrus lies nun langsam die Schleusen öffnen. Zwar nicht stark, aber es langte für anfänglich leichten Regen auf Teilen und später der kompletten Nordschleife. Dies genügte aber vollends aus, um für eine weitere Marke ein kleines Fiasko einzuleiten, denn innerhalb von gut 30 Minuten verabschiedeten sich alle 3 R8 LMS von Phoenix Racing und Raeder aufgrund von Unfällen. Nachdem zu erst Christopher Haase das Auto in Führung liegend im Bereich Metzgesfeld so stark beschädigte, dass er nicht mehr weiterfahren konnte, rollte 10 Minuten später die #44 mit einem größerem Schaden vorne links an die Box. Das war aber noch nicht genug, denn ebenfalls kurze Zeit später kam die #5 ebenfalls mit starker Beschädigung an die Box.

In der Zwischenzeit konnte sich der BMW auch aufgrund der Ausfälle vor ihm langsam aber sicher an die Spitze setzen und bei leicht feuchten Verhältnissen die schnellsten Runden fahren und sich somit einen kleinen Vorsprung auf den 2. erarbeiten. Erstaunlicherweise funktionieren die Regenreifen bei diesen Bedingungen wohl deutlich besser als die Trockenreifen im Vergleich zur Konkurrenz von Michelin oder Yokohama. Auch profitierte man davon, dass der Falken Porsche zu diesem Zeitpunkt schon 1 Stopp mehr hinter sich hatte und da bald alle zum wechseln der Reifen an die Box kommen mussten, musste auch dieser nochmals rein, so dass man hier 1 Stopp mehr als die Konkurrenz und den 2. platzierten verbuchen musste. Dies war sehr überaschend der Timbulli Porsche GT3 R, welcher sich langsam aber sicher und mit konstanten Runden immer weiter nach vorne fahren konnte und fast so schnell wie dier BMW war. Eine sehr starke Leistung für das Team, welches so zum 1. mal auf der Nordschleife antrat! Nachdem aber alle Teams auf Regenreifen gewechselt haben und die Zeiten nun im Bereich von 10 Minuten lagen, waren sowohl in der Spitzengruppe als auch in den kleineren Klassen die Positionen bezogen und viele Teams waren bei den schwierigen Verhältnissen darauf bedacht das Auto heile zu lassen und nicht auf „Teufel komm raus“ anzugreifen.

Allerdings gab es 3 Autos, welche neben dem BMW sehr gut zurechtkamen: Zum einen natürlich der Raeder TT RS, welcher neben dem BMW die schnellsten Zeiten fuhr, zum anderen aber auch der später 3. platzierte im Gesamtklassement und beste Porsche: Der 911 Cup von Christian Menzel und Wolfgang Kohler. Hier hat sich mal wieder das bewahrheitet, was für viele 911 Cup gilt: Im Regen sind diese Autos aufgrund des geringeren Gewichts und der schmaleren Reifen im Vergleich zu den Topautos mit mehr PS eine echte Waffe, denn die können im Regen ihre bessere Aero und vor allem ihr mehr an Leistung kaum ausspielen. Somit konnten sich diese 2 Piloten Stück für Stück auf Rang 3 fahren, als die 2 Stunden und 40 Minuten Marke überschritten war. Ab diesem Zeitpunkt gibt es volle Punkte für alle Klasen. Der zu diesem Zeitpunkt feststehende Zwischenstand wandelte sich dann aber 3 Minuten später in einen Endstand um, denn seitens der Rennleitung wurde die Rote Flagge geschwenkt und das Rennen somit abgebrochen.

Der Grund war aber zum Glück kein Unfall, sondern der immer stärker werdende Regen und die immer schlechter werdende Sicht. So hatte man auf der GP Strecke Sichtweiten von unter 50 Meter und auch auf der Nordschleife war es bei Leibe nicht besser. Im Fan TV bzw. Radio berichteten dann auch mehrere Fahrer, dass es fast unmöglich gewessen ist das Auto auf der Strecke zu halten, da sich teilweise Öl mit dem vielen Wasser vermischt und somit extrem rutschig wurde. Dazu kam die streckenweise kaum vorhandene Sicht, sodass der Abbruch mit der Roten Flagge im Sinne der Sicherheit die richtige Entscheidung war, zumal auch sehr schnell klar wurde dass keine Besserung in Sicht ist.

Es gewinnt somit der Schuberth Z4 mit Dirk und Jörg Müller sowie Dirk Adorf, welche sich aufgrund der perfekten Strategie, einer fehlerfreien Leistung und im Regen sehr gut gehenden Dunlops den Sieg vor Timbulli Racing sichern konnten. Auf Platz 3 landetete der schon angesprochene Cup 911, während der Wochenspiegel GT3-MR aus der SP7 mit Georg Weiss, Michael Jakobs und Oliver Kainz sowie der Pinta Porsche die Top 5 komplettierten. Auf Platz 6 folgte dann der SLS von Black Falcon, dicht gefolgt vom Haribo Team. Auf Platz 8 landetete dann jenes Auto, welches man bei solchen Verhältnissen immer ganz oben auf dem Zettel haben sollte: Der TT RS von Raeder Motorsport mit Deegener/Wohlfahrt/Breuer. Platz 10 folgte ein weitere 911 Cup aus dem Hause Manthey mit Marc, Marco Schlep und Frank Kräling, hinter dem hoch gewetteten Wochenspiegel GT3 R. Auf Platz 11 landetete dann der erste wirkliche Exot, nämlich der Ford GT von Jürgen Alzen und Arthur Deutgen, welche mit ihrem neuen Auto gleich die SP8 gewinnen konnten und einen absolut tollen Einstand unter schwierigen Bedingungen feiern konnten. Das gleiche gilt auch für den an Position 13 ins Ziel kommenden Glickenhaus P4/5 sowie allen anderen Teams und Fahren welche dieses schwere Rennen beenden konnten.

Im Kampf um die Meisterschaft hat das Trio der Titelverteidiger von Black Falcon die V5 gewissen können, während sich in der V6 nicht Bonk Motorsport, sondern der letzjährige Schuberth Fahrer Jörg Viebahn alleine auf einem Porsche Caymen durchsetzen konnte, nachdem man sich das ganze Rennen lang einen sehr engen Kampf um die Spitze geliefert hat. So konnte sich Jörg zu Beginn an die Spitze setzen, jedoch hatte sich hier das Trio von Bonk durch die Klasse gekämpft und gegen Mitte des Rennens die Führung erreichen. Allerdings hatte man dann wieder mit einsetzen des Regens leichte Probleme und musste sich somit um 5 Sekunden geschlagen geben. Die nächste Chance haben sie aber beim nächsten Lauf am 14. April über die gewohnte Distanz von 4 Stunden.

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1 Kommentare

Yankee 4 April, 2012 - 19:28

Sehr schöne und ausführliche Zusammenfassung! Vielen Dank! Ich weiß über die VLN so gut wie gar nichts, durch die Artikel bekomme ich da einen kompakten und informativen, tiefgehenden Überblick. Danke!

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