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Formel 1: Analyse Singapur 2011

von Chaos
8 Kommentare 6 minutes read

Vom reinen Renngeschenen war das ein leider ein eher maues Rennen in Singapur. Dennoch gibt es 2 Szenen, die man sicherlich diskutieren muss. Sebastian Vettel ist weiterhin praktisch unschlagbar, allerdings rechnerisch noch nicht Weltmeister.

Für RedBull war es eigentlich ein sehr entspanntes und simples Wochenende in Singapur. Im Qualifying holte man sich die erste Reihe und Vettel gewann überlegen den Grand-Prix. Ein bisschen Sorgen muss man sich um Mark Webber machen, der dieses Jahr schon ein bisschen untergeht, für das was das Auto kann.  Er liegt im Moment auf Platz 4 der WM-Wertung, auch wenn er Platz 2 locker noch erreichen kann. Dennoch Webber hat diese Saison kein Rennen gewonnen und RedBull konnte auch „nur“ 2 Doppelsiege in Belgien und in der Türkei feiern.  Wenn man sich anschaut wie oft Vettel die Rennen dominant gewinnt, wundert man sich was beim Australier denn los ist. Auch wenn man fairerweise sagen muss, dass er sehr oft wie auch in Singapur unter anderem auf Grund eines total vermasselten Starts Dritter wurde, muss man sich fragen, ob das bei einer so dominanten Saison wie RedBull abliefert, nicht ein bisschen wenig ist. Die Konstrukteurswertung wird man trotzdem deutlich holen, denn dort liegt man auch schon fast 150 Punkte vor McLaren. Vettel braucht im nächsten Rennen noch einen Punkt, dann ist ihm der WM-Titel auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen.

Die McLaren erwischten ein mittelmäßiges Wochenende. Button, der durch gute Strategie und reifenschonende Fahrweise auf Platz 2 gespült wurde, ist sicherlich ein sehr respektables Ergebnis, aber man kommt nicht umhin, wieder einmal über Lewis „Ich-krieg-mittlerweile-Rabatt-bei-der-Rennleitung“ Hamilton zu diskutieren. Schon in der Qualifikation, war er mit Massa leicht aneinander geraten, im Rennen lieferten sich die beiden dann ein Duell, welches mit einem kaputtem Frontflügel für Hamilton und einem kaputten Hinterrreifen für Massa endete, da Hamilton ihm in einer Kurve beim Eiinlenken einfach hinten drauffuhr. Ob Hamilton sich leicht verbremste oder dachte, das Massa schneller aus der Kurve rausbeschleunigen würde, wird man wohl nicht klären können. Man merkt Hamilton an, dass er frustriert ist diese Saison, das Auto ist nicht gut genug um die WM zu gewinnen, selbst zum Siegen reichte es in diesem Jahr nur 2 Mal für ihn, was zusammen mit Button immer noch mehr als jeder andere Vettelkonkurrent ist. Das Problem ist, das Hamilton immer das Maximale rausholen möchte, was ihm grundsätzlich natürlich nicht vorzuwerfen ist, allerdings macht er viele unnötige Fehler in diesem Jahr, die natürlich auch an seinem Ruf kratzen. Die Kollision mit Massa war definitiv vermeidbar, aber es ist nun wirklich schon öfters vorgekommen, dass jemand sich einen Frontflügel am Vordermann abgefahren hat. das sollte man eigentlich unter Rennunfall buchen.

Das sah die Rennleitung aber anscheinend eher weniger so, und bestrafte Hamilton mit einer Durchfahrtsstrafe. Muss das sein? Wäre ein andere Fahrer auch damit bestraft worden? Vermutlich nicht. Muss die Rennleitung andere Maßstäbe bei jemandem anlegen, der öfter Fehler macht? Muss die Rennleitung anfangen, jeden Zwischenfall zu untersuchen? Allgemein entwickelt sich die Formel 1 Rennleitung in eine Richtung, die mir nicht gefällt. Jeder Zwischenfall wird untersucht, es wird sehr schnell mit Strafen und Verwarnungen um sich geworfen, obwohl es vielleicht besser wäre manchmal den Ball einfach flach zu halten und das ganze unter Rennunfall abzubuchen oder Liuzzi nicht nachträglich eine +5 Strafe für den Startplatz im nächsten Rennen aufzubrummen (Ich bin mir sicher er hat geweint) , das nimmt dann auch keiner mehr ernst. Auch daran, dass es durch die Masse an Überholmanövern durch KERS/DRS mehr Überholmanöver und somit mehr Konfliktpotenzial gibt, sollte man denken. Da sollte man sich auf alle Fälle für nächste Saison was überlegen. Resultat von Hamiltons Rennen war am Ende übrigens ein Fünfter Platz, den er sich nach Flügelwechsel und Durchfahrtsstrafe erkämpfte, was dann doch wieder beeindruckend war.

Etwas schockierend war dann doch die schwache Performance von Ferrari, selbst die Reifen funktionierten nicht wirklich gut, Alonso wurde 4. Massa hingegen nach der Kollision mit Hamilton nur 9. Massa war natürlich nach dem Rennen auf 180 + brasilianisches Temperament und so sauer, dass er Hamilton beim Interview mit den Wörtern „Good job“ auf die Schulter klopfte und später im Interview seine Aussage „Hamilton can not use his mind“ vom Samstag erneuerte. Da scheinen sich wirklich 2 spezielle Freunde gefunden zu haben, mal abwarten wie sich das die Saison weiterentwickelt, aber die letzten Teile sind befürchte ich noch nicht geflogen.

Mercedes hatte eigentlich eine ziemlich gute Pace in Singapur, Rosberg wurde jedoch auch wegen der für ihn ungünstig gelegenen Safetycarpahse nur 7., ansonsten wäre wohl mehr drin gewesen, auch wenn man sich am Ende mit den Reifen verzockte und Rosberg zu lange draußen ließ. Jene Safetycarphase wurde durch Schumacher ausgelöst, der Perez aufs Hinterrad fuhr, aufstieg und in die Begrenzungen einschlug. Passiert ist Schumacher nichts. Der Crash kam zu Stande, weil Perez für die Kurve eine innere Linie wählte und deswegen früh bremste, Schumacher aber wohl dachte Perez zieht noch nach außen und innen reinstechen wollte. Einfach ein Missverständniss, ein simpler Rennunfall. Die Rennleitung ließ es sich auch hier nicht nehmen, einzugreifen, beließ es aber bei einer Verwarnung, ob die jetzt unbedingt nötig war, da kann man auch drüber diskutieren.

Schumachers Kollision verursachte wie schon erwähnt eine Safetycarphase. Hier hätte um die Spitze so etwas wie Spannung aufkommen können, wenn nicht noch 3 Fahrzeuge zwischen Vettel und Button gewesen wären. Bis Button diese beim Restart überholt hatte, war Vettels Vorsprung schon wieder auf über 7, 5 Sekunden angewachsen. Ein Wave-Around hätte Wunder gewirkt, auch hier sollte man über eine Anpassung des Regelwerks nachdenken.

Eine ganz starke Leistung lieferten bei ihrem „halben Heimrennen“ die Force India ab, die mit di Resta auf 6 und Sutil auf 8 viele wichtige Punkte im Kampf um die Konstrukteurswertung sammelten. Perez schaffte es auf Platz 10 immerhin noch einen Punkt für Sauber zu holen, Teamkollege Kobayashi wurde 14. Der Renault funktionierte in Singapur gar nicht, so dass man nur die Plätze 15 und 17 erreichte und ein gewisser Kovalainen in einem Lotus sich sogar zwischen die Renault auf Platz 16 schieben konnte. Sein Teamkollege Trulli fiel mit Getriebeschaden aus. Das Renault später wegen einer angeblich vermeidbaren Kollision zwischen Senna und Perez  auf Grund ungenügender Information des Fahrers über seine Position im Feld mit einer Geldstrafe über 7.500 €uro belegt wurde, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Williams fuhr auf den plätzen 11 (Maldonado) und 13 (Barichello) knapp an den Punkterängen vorbei. Toro Rosso fuhr auch sehr unscheinbares Rennen, Buemi wurde 12., Alguersuari gerade noch nach einem Unfall auf 21 gewertet. Timo Glock hatte Pech, dass Ricciardo ihm in der ersten Runde ins Heck fuhr (Rennleitung? Strafe?) und er durch einen daraus resultierenden Folgeschaden ausfiel, während sein Teamkollege D’Ambrosio einen starken 18. Platz einfahren konnte. Bei HRT war man nachdem Rennen auch zufrieden, da man es schaffte beide Autos mit Ricciardo auf 19 und Liuzzi auf 20 ins Ziel zu bringen.

Ein Wort noch zu Regie. Das war schrecklich. Nichtmal die Hälfte der Gelbphasen wurde aufgelöst und wenn sich auf der Strecke ein Duell entwickelte, zeigte man lieber Wolkenkratzer und von den wichitgen Boxenstops verpasste man auch gefühlte 2/3 oder zeigte sie aus so komisch entfernten Kameraperspektiven, dass man nichts erkannte. Weiter geht es übernächste Woche in Japan.

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8 Kommentare

Patrick Krämer 26 September, 2011 - 19:41

Also ich finde Hamilton hätte eine noch härtere Strafe verdient!
Ich habe dieses Rennen zwar nicht gesehen, aber der Kerl ist in meinen Augen das größte und arroganteste A******** was in der Formel 1 rumfährt!

Was der sich dieses Jahr schon alles geleistet hat und wie oft er ohne Strafe davongekommen ist …..

Das musste ich mal loswerden ;-)

couchracer 26 September, 2011 - 20:23

Netter Trollversuch.

Patrick Krämer 26 September, 2011 - 21:02

Trollversuch?

Flo aus N 26 September, 2011 - 22:36

Sagens wirs mal so:

Dies ist nicht unbedingt die gänge Art, in der hier diskutiert wird, denn man kann seine Meinung zu Hamilton auch anders kund tun ;-) Ferner sagt der Fahrstill eines Piloten in der Regel nichts über dessen Persöhnlichkeit aus, welche du hier angreifst.

hwk 26 September, 2011 - 23:25

@Formel1-Finale: gäääähn.. ist gefühlt schlimmer als zu Schumachers besten Zeiten. Auf Platz 2 bis 5 da ist’s wenigstens spannend.

janw 27 September, 2011 - 12:49

Klasse Beitrag, ich denke Du bist aus bekannten Gruenden fuer Don eingesprungen. Gute Leistung!

Zu HAM:
Du sprichst von einem „vermeidbaren“ Fehler. Das sehe ich genauso und bin der Meinung, dass genau dies bestraft werden musste und wurde. Massa konnte nichts für den Unfall, und hatte die deutlich groesseren Folgen daraus getragen. Daher fand ich es nur fair, Hamilton zusäztlich zu seinem eigenen Schaden für den Zwischenfall nochmal zu bestrafen.

Es heißt halt „Causing a collision“ und genau das wurde bestraft.

Gruesse
Jan

nona 27 September, 2011 - 17:09

Grenzwertig – ich denke, man kann es bestrafen (zumal als Ausgleich, da es negative Folgen für das Passivopfer Massa hatte), man hätte es auch bleiben lassen können ohne die Entscheidung drastisch falsch zu finden. Das ist so wie mit seichten Elfmetern nach minimaler Berührung die der eine Schiedsrichter pfeift und der andere nicht, man kann sich je nach Spieler eigentlich nicht beschweren wenn der Pfiff doch kommt.

Ich denke allerdings, dass es „mal wieder“ ein Rennen mit inkonsistenter Strafenauslegung war, bei dem Vorfälle unter den Tisch gefallen sind (Ricciardo-Glock z.B.). In dem Zusammenhang würde ich das gemeinhin viel gelobte Konzept der Fahrerstewards in dieser aktuellen Form so langsam eher als gescheitert betrachten. Zwar bestrafen die Stewards mit Fahrerberatung wohl generell weniger, bzw. können das Renngeschehen etwas besser einschätzen, aber die ständig wechselnden Ex-Fahrer führen dazu, dass es ständig wechselnde Ansichten und Einschätzungen zum Geschehen auf der Strecke gibt, ganz zu schweigen von Beziehungen der Fahrer untereinander (ich sag‘ nur Hill in Monaco). Die nötige Objektivität bleibt einfach zu oft aus. Besser fände ich ein fixes Panel aus festen Ex-Fahrern in ungerader Zahl, die den Stewards quasi ein Votum ihrer Einschätzung als Entscheidungshilfe anbieten.

Chaos 27 September, 2011 - 19:13

@jan Vielen Dank für das Lob :) Die Strafe an sich ist sicherlich nicht grundsätzlich falsch, zumindest, wenn das Reglement so ausgelegt wird, wie es momentan eben der Fall ist. Ich frag mich halt blos ob ein anderer Fahrer als HAM auch so bestraft worden wäre…

@nona unterschreib ich so :)

MfG

Chaos

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