Traurige Nachrichten aus den USA. Der Formel Eins Weltmeister von 1961, Phil Hill, ist heute im Alter von 81 Jahren verstorben. Damit tritt einer der letzten noch lebenden Fahrer aus einer Garde ab, die einerseits mit dem Rennfahren noch ein “Gentleman” Tätigkeit verbanden, andererseits gehört er noch zu einer Generation, die auch auf der Langstrecke und in Le Mans extrem erfolgreich waren. Zu dem war er der erste US-Amerikaner, der den Formel Eins Titel erringen konnte. Dabei wollte ihn in Europa eigentlich niemand habe. Der US-Ferrari Importeur Luigi Chinetti hatte ihn mehr oder weniger entdeckt. Jedefalls behauptete er das immer. Hill selber sprach davon, dass er von sich 1956 da hin gegangen ist, wo damals hingehen mussten, wenn man ein erfolgreicher Rennfahrer werden wollte: nach England

Dort war er als Trainigsfahrer für Jaguar unterwegs und erstaunte schon damals mit einem extrem präzisen und schnellen Fahrstil. Erst hier wurde Enzo Ferrari auf Hill aufmerksam und holte ihn nach Italien. Doch Ferrari vertraute dem Amerikaner nicht auf Anhieb und lies ihn nur die Testfahrten bestreiten. Zu dem hatte Ferrari einen ganzen Stall talentierter Rennfahrer. 1958 setzte er ihn ihn seinen Sportwagen ein, was Hill ihm prompt mit einem Sieg bei den 24 Stunden von Spa dankte. Im gleichen Jahr gingen Ferrari die Fahrer aus. 1957 verunfallten Alfonso de Portago bei der Mille Miglia und der als schnellster Italiener seit Ascari geltende Eugenio Castellotti tödlich. Ein darauf erwischte es Luigi Musso und vor allem Peter Collins auf dem Nürburgring, der wiederum der beste Freund von Ferrari-Pilot Mike Hawthorne war. Der Brite kämpfte um die Weltmeisterschaft, war aber nach dem Tod von Collins wie gelähmt. Hätte Hill damals dem viel schnelleren Stirling Moss bei den Rennen in Monza und Casablanca nicht jeweils den Punkt für die schnellste Runde abgeknöpft – Hawthorne wäre nicht Weltmeister geworden.

Seit dieser Aktion und dem Tod von Hawthorne 1959 bei einem selbst verschuldeten Autounfall, war Phil Hill die Nummer Eins bei Ferrari. Der Commendatore selber mochte Hill nicht besonders, wie im Buch “Legenden der Formel Eins” schildert:

“Ich habe viele Rennen für ihn gewonnen, aber ich war nie sein Typ als Pilot. Ich habe einige Männer am Steuer eines Ferraris sterben sehen, und auch gesehen, dass Enzo seine Gunst weiterhin an die verteilte, welche die größten Risiken eingingen. Ich wollte einfach keines seiner Opferlämmer sein”

1959 und 60 war Ferrari gegen die viel schnelleren Cooper unterlegen, 1961 war man aber wieder an der Spitze. Zusammen mit dem Deutschen Graf Berghe von Trips, der ebenfalls bei Ferrari war, lieferte sich Hill ein beinhartes Duell, dass am 10.09.61, also vor fast 47 Jahren ein tragisches Ende fand. Beide hatten in der Saison zweimal gewonnen, Trips war aber konstanter und führte in der WM. Der Deutsche hatte auch die Pole Position inne, fiel aber zurück und kämpfte mit Jim Clark. Die Wagen berührten sich, Trips Ferrari flog in die Zuschauer. Neben dem Deutschen, der damals so populär wir Schumacher zu seinen besten Zeiten war, starben 14 Zuschauer. Hill gewann das Rennen, Ferrari trat aus Pietät beim letzten WM Rennen in den USA nicht mehr an und Hill war mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister. Gefreut hat er sich nicht.

Danach ging bei Hill nicht mehr viel. Ende 62 verließ er Ferrari, fuhr noch bei verschiedenen, nicht erfolgreichen Teams. Seine Leidenschaft waren auch mehr die Langstreckenrennen. Als ihn auch dort die Lust verließ, hing er Anfang 1967 den Helm an den Nagel. Der Mann, der zu jedem Rennen immer eine eigene Stereoanlage mitbrachte, damit er seine geliebten Opern hören könnte, hatte keine Lust mehr und vertrieb sich die Zeit bis zu seinem Tod mit einer Werkstatt im kalifornischen Monterey, in der Oldtimer hergerichtet wurden. Noch vor ein paar Tagen war Ehrengast bei den Monterey Historics.

Die Liste seiner Erfolge ist trotz seiner relativ kurzen Karriere, erstaunlich:

  • Le Mans Sieger 1958, 1961, 1962

  • 12 Stunden von Sebring: 1958, 1959, 1961

  • 1000 KM Nürburgring: 1962, 1966 (im letzen Jahr gewann er mit dem legendären Chaparral 2D-Chevrolet)

  • F1 Weltmeister 1961

Er war im übrigen auch der erste Rennfahrer, der die alte Nordschleife unter neun Minuten durchfuhr.

Superleague Formula

Heute ist auf der Webseite der SF eine Meldung aufgetaucht, dass man die Rennen streamen wird. Hier gibt es die Anleitung. Man muss einen Player runterladen. Übertragungszeiten bitte auch der Seite entnehmen und immer +1 Stunde rechnen.

NASCAR – Fontana
Wegen der Zeitverschiebung werden wohl die wenigsten das Rennen live sehen können. 02.00 am Montagmorgen ist auch etwas happig und die 500 Meilen können ja durchaus lang werden. Vor 05.00 Uhr morgens ist man da sicher nicht fertig. Strecke sollte bekannt sein. Zwei Meilen, langweilige 14 Grad Banking. Die Rennen sind meist öde und haben Pocono Niveau. Also eher langweilig. Im Frühjahr hat Carl Edwards gewonnen, allerdings war sein Auto nicht legal und man hat ihm 100 Meisterschaftspunkte und die Bonuspunkte aberkannt. Das spannendste an diesem Rennen dürfte wohl sein, wie Edwards und Kyle Busch miteinander umgehen.

DTM – Brands Hatch
Da die DTM nur die Indy-Variante des Kurses fährt, ist das auch eher ein zäher Brocken. Ich erwarte nicht viel vom Rennen, es sei denn, es regnet. Dann könnte die Sache interessant werden. Vielleicht ziehen die Audis ja diesmals Slicks im Regen auf, nachdem sie ja am Ring Regenreifen im Trockenen versucht haben. Vermutlich ist Brands Hatch eher eine Audi Strecke, jedenfalls war das in letzten Rennen immer so. Die Ingolstädter werden versuchen, Mercedes und vor allem Jamie Green auf Distanz zu halten.

WTCC – Oschersleben
Da verspreche ich mir ehrlich viel von. Für die relativ schmalen Tourenwagen ist die Strecke wie gemacht und da es in diesem Jahr schon sehr viel Lackaustausch bei den Rennen gegeben hat, sollte es gerade in Oschersleben zur Sache gehen. Für BMW gilt es wohl den Anschluss an die Seat und Chevys nicht zu verlieren, was nicht leicht werden dürfte, aber aus den engen Kurven sollten die BMW die beste Traktion haben.

BTCC – Silverstone
Normalerweise fährt die BTCC immer die kurze “National” Variante, was auch Sinn macht, denn so bleibt das Feld schön eng zusammen. Nach dem Gemetzel von Knockhill dürfte Seat Pilot Jason Plato noch zwei bis acht Rechnungen mit dem gesamten Vauxhall Team offen haben, und er wurde auch nicht müde in Interviews nach dem Rennen zu erwähen, dass sein Gedächtnis lang, und seine Geduld kurz bemessen sei. Plato gilt in der BTCC als einer härtesten Fahrer. Könnte spaßig werden.

IRL & ALMS
Mal wieder ein Double Header der beiden Serien, die wohl auch darüber nachdenken, dass in Zukunft noch öfter zu machen. Die Strecke liegt auf einer Insel (Belle Isle) und gehört, wenn ich das recht im Kopf habe, Roger Penske. Sein Team hat nach dem Sieg von Castroneves durchaus wieder Chancen auf den Meistertitel, und ein Ausfall von Dixon auf dem sehr engen und schnellen Kurs, würde die Sache wieder komplett offen machen. Im letzten Jahr artete das Rennen auch zu einem Chrash-Festival aus. ALMS Rennen ist Samstag, IRL Sonntagabend.

Und sonst?
TV Termine vom Wochenende gibt es oben rechts.