Der Sprint Cup macht eine Woche Pause, bevor es nächste Woche nach Talladega geht. Diese Woche fährt deswegen nur die Nationwide Serie, die einen Abstecher nach Mexiko macht und zu dem auch noch den erten Rundstreckenkurs des Jahres absolviert. Der Kurs auf dem Autodromo Hermanos Rodrigues ist ja einigermaßen bekannt, da die A1 GP Serie hier regelmäßig startet. Bemerkenswert ist wohl die 1,2 Kilometer lange Gerade bei Start und Ziel. Letztes Jahr bretterten die NW Wagen auch das erste Mal ohne Schikane durch, ich hoffe, dass dies auch in diesem Jahr so ist. Die Jahre zuvor hatte man eine hässliche Ecke in die Gerade gebaut. Nicht sicher bin ich mir, ob die NW Serie die ebenso dämliche Schikane vor der Parabolica mitnimmt, oder sie wie im letzten Jahr auslässt.

Wenn Rundkurse anstehen, dann bleiben einige Fahrer auch gerne zu Hause, bzw. werden von den Teams durch Rundstreckenexperten ersetzt. Montoya hat dieses Jahr keine Lust auf Mexico, dafür findet man folgende Namen auf der Starterliste:

– Boris Said
Wer kennt ihn nicht. Boris Said, der Mann mit der sehr einprägsasmen Frisur, der eigentlich immer lacht. Er stammt aus einer Rennfahrerfamilie. Sein Vater, Bob Said, ist 1959 sogar mal bei einem Formel Eins Rennen in Sebring angetreten, fiel aber in der ersten Runde aus. Boris Said ist der klassische “road course ringer” also einer, den man fast ausschließlich dann holt, wenn es auch mal rechts rum geht. Gewonnen hat Said allerdings noch nie, allerdings war auch oft Pech im Spiel. Er ist im Übrigen eng mit Hans Joachim Stuck befreundet, mit dem er schon oft zusammen im Auto gesessen hat. 2005 konnte er zusammen mit Huisman, Lamy und Priaulx die 24 H vom Nürburgring gewinnen.

– Michel Jourdain Jr.
Der ist aus der ChampCar Serie und der letztjährigen WTCC bekannt. Eigentlich ein Open Wheeler Spezialist, der aber ab und an auch mal in der NASCAR vorbeischaut. Kein Supertalent, aber ein solider Fahrer, der sein Engagement vor allem einer Sache zu verdanken hat: Er stammt aus Mexiko.

– Ron Hornaday jr.
Den Namen kennen NASCAR Experten, weil er mit dreimal die NASCAR Truck Serie gewinnen konnte (96, 97. 07). Er ist einer der erfahrensten Piloten, da er seit 1992 in diversen NASCAR Serien unterwegs ist. Zwar ist er schon 49 Jahre alt, aber das ist ja in der NASCAR kein Alter.

– Scott Pruett
Auch einer der Tourenwagenspezialisten, der seine größten Erfolge allerdings in der GrandAm Serie feiern konnte. Immerhin gewann er zweimal die 24 H von Daytona(94, 07) und 2004 die Meisterschaft. Letztes Jahr lernte er dann die Fahrweise von Montoya kennen, als dieser ihn ein paar Runden vor Schluss beim Rennen in Mexiko von der Fahrbahn rempelte. Er nicht gerade glücklich und dürfte froh sein, dass der Kolumbianer dieses Jahr nicht antritt.,

– Max Papis
Auch kein unbekannter aus diversen Rennserien. Der Italiener, der für Footwork 1996 auch mal in der Formel Eins unterwegs war, hat sich nach vielen Wirrungen in seiner Karriere (F1, ChampCar, IRL, NASCAR) in den letzten Jahren auf den GT-Sport konzentriert, was ihm in der ALMS immerhin ein paar Siege einbrachte.

Das gesamte Wochenende wird leider nicht von SpeedTV, sondern von ESPN 2 übertragen. Bedeutet, dass man ausser dem Rennen wohl kaum etwas sehen wird.

F1 – Super Aguri vor Pleite
Ich hatte im gestrigen Eintrag ja schon vom überraschenden Rückzug der Investoren bei Super Aguri berichtet. So langsam kommt auch ein wenig Licht in die Sache. Interessanterweise scheint Honda dahinter zu stecken, dass die Magma Ltd. den Vermittlungsauftrag überhaupt erst bekommen hat. Honda Motorsportgeschäftsführer Nick Fry hat wohl nach viel hin und her Martin Leach beauftragt, das B-Team zu verscherbeln. Zuvor war Aguri Suzuki selbst unterwegs gewesen, aber seine Bemühungen führten zumindest soweit bekannt ist, zu keinem Ergebnis. Nun ist der Deal in letzter Sekunde geplatzt und alle stehen als Verlierer da. Leach, weil er seine vollmundigen Versprechungen aus dem März nicht halten konnte, Fry weil er sein Versprechen nicht einlösen konnte und Aguri Suzuki der sich mit dem Projekt total verhoben hat. Dazu komme natürlich die ganzen Angestellten im Leafield Technical Centre. Klar ist, dass Super Aguri nur dann den Betrieb aufrecht erhalten kann, wenn Honda noch mal Geld reinsteckt. Die Frage ist nur, was am Ende mehr bringt. Noch weiter Geld investieren, damit das Team wenigstens vor Ort ist, oder es einfach dicht machen, die Schulden abschreiben und hoffen, dass im Laufe des Jahres sich einer findet, der den Laden übernehmen möchte. Ewig Zeit hat man allerdings nicht, denn Aguri muss dringend investieren, damit man überhaupt in der Lage ist, ein eigenes Chassis zu entwickeln. Die Chance, dass das Team weitermachen kann, wird immer kleiner, je mehr Zeit vergeht. Es kann durchaus passieren, dass vom Rennen in Barcelona an nur noch 20 Wagen an den Start gehen werden. Das ist dann auch die Untergrenze für Bernie Ecclestone, der den Veranstaltern mindestens 20 Wagen am Start zusagt. Gleichzeitig wären gleich zwei Slots in der WM frei. Aber wenn man nicht mal einen wegbekommt…

Und sonst?
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Vorschau auf die DTM, IRL, CC und die FIA GT kommt morgen, bzw. am Samstag, weil ich die ganze Zeit unterwegs bin.