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Formel Eins: Massa Update, Renault gesperrt

von DonDahlmann
16 Kommentare 7 minutes read

Das F1 Wochenende war derartig vollgestopft mit schlechten Meldungen, dass man kaum Luft bekommen hat.

ferr_massa_ung_1Zunächst die wichtigen Meldungen. Felipe Massa ist weiter ok. Ein langer Bericht der BBC spricht davon, dass er auf die Behandlung sehr gut reagiert und seine Wachphasen werden langsam verlängert. Die Ärzte sprechen davon, dass ein „langsamer Heilungsprozess“ beginnen kann. Ich will jetzt hier nicht noch mal alles wiederholen, zum Unfallhergang gibt es die Infos im Posting vom Samstag. Die Meldungen über seinen Gesundheitszustand sind also so weit positiv, allerdings gibt es widersprüchliche Aussagen zu seinen Verletzungen. Sicher scheint zu sein, dass sein Gehirn keinen Gewebeschaden hat, aber wie stark das Schädel-Hirn-Trauma (SHT, oder kurz Trauma) ist, weiß man noch nicht. Je stärker dies ausgeprägt ist, desto länger dauert auch die Ausheilung.

Nur zur Erinnerung – der Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus, hatte im Winter einen Skiunfall, bei dem er ein SHT erlitt. Allerdings noch mit einer Hirnblutung, was die Sache verkompliziert hat. Althaus brauchte vier Monate um sein Amt wieder ausüben zu können. Und wir reden hier von einem Rennwagen, den man im Grenzbereich bewegt.

ESPN berichtet zu dem, dass noch nicht klar ist, ob Massa nicht doch eine Verletzung am Auge haben könnte. Bisher hat man sich wohl ausschließich auf die Behandlung seines Traumas konzentriert, was angesichts der Verletzung auch nicht weiter verwunderlich ist. Autosport.com zitiert ungarische Medien, die die Aussage ebenfalls getätigt haben. Offiziell gibt es allerdings keine Bestätigung für diese Meldungen.
Zunächst zählt ja erst einmal die Lebensrettung, der Rest kommt später. Was die Ärtze haben durchblicken lassen: Massa reagiert zwar auf Anweisungen und kann am Arme und Beine bewegen. Sprechen geht aber wohl noch nicht. Wie schwer das Trauma genau ist und wie es nun weiter gehen wird, wissen die Ärzte auch erst in den nächsten Tagen. Sollte sich keine Hirnschwellung mehr bilden, kann, nach dem Abklingen der Gehirnerschütterung, mit dem Heilungsprozess begonnen werden. Wie lang der dann dauern wird, ist komplett unbekannt.
Sicher scheint mir, dass Massa nicht in Valencia an den Start gehen wird. Es würde mich sehr überraschen, wenn er zu dem Zeitpunkt schon wieder aus der Reha wäre. Man sollte sich auch nicht wundern, wenn er in diesem Jahr überhaupt nicht mehr in einem Formel Eins sitzen wird.

Was die Suche nach einem Nachfolger für Massa kompliziert macht. Ferrari hat mit Marc Gené und Luca Baldoer zwei gute Fahrer, wobei Gené wohl der schnellere ist. Immerhin hat er in diesem Jahr auch in Le Mans gewonnen. Auf der anderen Seite hat man mit Michael Schumacher einen Edel-Reservisten an der Hand, der zu dem mit Felipe Massa eng befreundet ist. Die Gerüchteküche brodelt seit gestern kräftig, und die Aussage von seiner Pressesprecherin, dass er sich in den nächsten Tagen zu den Gerüchten nicht äußern wird, hilft der Sache nicht wirklich. Ein Rücktritt von Rücktritt wäre natürlich eine kleine Sensation, aber nicht so wahrscheinlich. Schumacher ist wenig gefahren, kennt die neue Aerodynamik nicht, ist 40 Jahre alt und sein Verhältnis zum Team war in den letzten Monaten auch nicht das allerbeste. Wie gut, dass wir jetzt vier Wochen Pause haben und die Gerüchte so richtig heiss laufen können.

Zweite Meldung des gestrigen Tages: die FIA sperrt Renault für das nächste Rennen in Valencia. Der Grund: man habe Alonso nach seinem Boxenstopp mit einem losen Rad auf die Strecke geschickt und ihn nicht gebeten, den Wagen anzuhalten oder auf der Strecke zu parken, nach dem man wusste, dass sich ein Rad lösen würde.

Natürlich hat die FIA Recht. Ein Toter und ein Schwerverletzter innerhalb von einer Woche aufgrund von herumfliegenden Teile, sind einfach zu viel. Das Rad von Alonso sprang unkontrolliert durch die Gegend und hätte auch einen Streckenposten, Zuschauer oder Fotografen verletzen können. Das Risiko, einfach weiter zu fahren, war angesichts der Geschehnisse der letzten Tage einfach zu hoch. Den Vorwurf muss sich Renault schon gefallen lassen. Die FIA ist aus nachvollziehbaren Gründen nervös, auch wenn man in der Vergangenheit (zB. der lose Auspuff von Räikkönen in Magny-Cours) anders reagiert hat.

Ob man Renault allerdings komplett sperren muss, ist eine andere Sache. Zum einen kann das Team von Piquet (oder wer auch immer demnächst da fährt) nichts für die Fehler des anderen Teams, zum anderen muss sich die FIA auch fragen lassen, nach welchem Maßstäben sie eigentlich bestraft. Denn eine Sperre für ein Team gab es zuletzt gegen Honda im Jahr 2005, als man einen „Zusatztank“ entdeckte. Die Strafe: zwei Rennen Sperre. Meiner Meinung nach hätte es auch gereicht, wenn man beide Renault beim nächsten Rennen in die letzte Reihe gestellt hätte, plus eine massive Geldstrafe. Renault wird gegen die Strafe Berufung einlegen, da aber das Berufungsgericht wohl auch im Sommerurlaub ist, kann es sein, dass Renault erst für das Rennen in Spa oder Monza gesperrt wird. Oder die Strafe wird umgewandelt, wer weiß das schon.

Zum Rennen – nicht das allerbeste, aber für Ungarn-Verhältnisse auch nicht schlecht. Schade war halt, dass Alonso so früh aus dem Rennen war. Seine Drei-Stopp-Strategie wäre einen Blick wert gewesen. Immerhin kam er auf Platz neun wieder ins Rennen, und alle anderen mussten ja in den folgenden Runden wieder rein gehen. Je nach dem, wie lange der Mittelstint gewesen wäre, hätte das ein Podium sein können.

So konnte dann niemand mehr Lewis Hamilton stoppen. Nach dem er in Runde vier an Webber vorbei gegangen war, konnte man sich schon ausrechnen, dass es schwer werden würde, die McLaren zu schlagen. Was allerdings davon ablenken sollte, wie erstaunlich schnell die Wiederauferstehung der Briten geklappt hat. In Silverstone wurde Hamiltion 15ster und lag eine Runde zurück. Vier Wochen später siegt er in Ungarn und das aus eigener Kraft. Denn weder die Red Bull, noch die Brawn oder Ferrari konnten McLaren gefährden. Es war kein geschenkter Sieg, sondern einer, den man auf Grund des Speeds errungen hat.

Nur wo kommt der so plötzlich her? Offenbar ist man bei McLaren den Problemen auf den Grund gegangen und hat, im Gegensatz zu BMW, wirklich etwas entdeckt. Man hat in den letzten Wochen mehrere Varianten eines neuen Frontflügels, einen neuen Unterboden, ein verändertetes Heck und einen verbesserten Diffussor ans Auto geschraubt. Dazu war klar, dass man auf den engen Strecke in Ungarn wegen des sehr hohen mechanischen Grip den der MP4/24 liefert, einen kleinen Vorteil haben würde. Dies zusammengefasst führte wohl zu den guten, für McLaren selbst etwas überraschenden Ergebnis. Das wird in Valencia, einer sehr schnellen Strecke schon wieder etwas anders sein. Aber auf jeden Fall hat man einen großen Schritt gemacht.

Bei BrawnGP ging es dafür zwei Schritte zurück. Sowohl Jenson Button, als auch Rubens Barrichello rätselten das gesamte Wochenende, wieso der Wagen denn jetzt nicht funktionierte. Dabei war die Asphalttemperatur auf der Seite von Brawn, ebenso die enge Strecke. Und man hatte ein neues Update mit gebracht. Doch trotz allem ging nichts zusammen. Barrichello blieb in Q2 stecken, weil seine Aufhängung kollabiert war, im Rennen kam er auch nicht voran. Da kann man noch sagen, dass der mit seinen Gedanken bei seinem Freund Felipe Massa war, aber auch bei Button ging nichts nach vorne. Der lange erste Stint hätte ihn eigentlich weit nach vorne bringen müssen, aber seine Zeiten waren einfach insgesamt zu schlecht. Die ehemalige Stärke, genau in der Phase mit Fabelzeiten aufzuwarten, kam einfach nicht zum Vorschein und mit den mittelmäßigen Zeiten landete man eben im Mittelfeld.

Vielleicht macht es sich jetzt auch bemerkbar, dass die Werksteams einfach mehr Geld haben und Brawn den „Williams“ Effekt spürt. Red Bull hat nachgelegt, das McLaren und/oder Ferrari noch kommen würden, war auch klar. So lange man „nur“ hinter den Red Bull liegt, ist alles noch ok, denn wie man gestern gesehen hat, kann schnell mal was passieren. Wenn man aber auch hinter McLaren und Ferrari fällt, dann ist das mehr als eine Warnung. Button hat in den letzten drei Rennen nur neun Punkte zusammenbekommen, BrawnGP zusammen nur 18. Red Bull sammelte dagegen 42 Punkte. Das ein Team mal einen Durchhänger hat, ist mittlerweile im WM-Kampf normal geworden, aber Brawn muss einiges tun, damit der Rückstand nicht zu groß wird. Oder darauf hoffen, dass McLaren und Ferrari in Zukunft die Siege einfahren und Red Bull die Punkte klauen.

Das Rennen war jetzt nicht gerade sehr spannend, hatte aber seine Highlights. Aber es war eh nur nebensächlich, denn der Unfall von Massa war doch allen sehr in die Knochen gefahren.

Ich hoffe sehr, dass er bald wieder in seinem Ferrari sitzen kann und wünsche auch von hier aus „Gute Besserung“.

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16 Kommentare

Foodfreak 27 Juli, 2009 - 16:07

Ich halte es für durchaus realistisch dass Massa evtl. Schäden an betroffenen Auge zu verzeichnen hat, immerhin ist das Teil mit solcher Wucht aufgeschlagen dass er nen Knochensplitter im Hirn hatte. Das wird sicher dauern bis das alles okay ist. Das mit dem Sprechen… zum einen dürfte er bei multiplen Anästhesien intubiert sein (und bleiben), zum anderen, das Sprachzentrum ist bei 95% der Rechtshänder und bei 70% der Linkshönder in der linken Hirnhemisphäre angesiedelt. Hoffen wir das Beste.

xeniC 27 Juli, 2009 - 16:14

Massa(-Ersatz): Badoer und Gene sind auch nicht mehr „die jüngsten“. Erschwert wird das ganze, für alle, das es ein Testverbot gibt. Ob man jetzt MSC oder Badoer oder Gene ins Cockpit setzen wird, ist glaub ich völlig wurscht. Mit der Aero kennt sich keiner wirklich aus.

Renault: Bauernopfer. Sicherlich war es fahrlässig einen Alonso weiterfahren zulassen, aber wer hätte das nicht getan? In dem Rennen ging es schliesslich um Punkte. Man hat mit sicherheit für Fans und Sportbehörde falsch reagiert, aber die FIA urteilt mal wieder unverhältnismäßig. Man kann einfach nicht objektiv/neutral in solchen Fällen entscheiden. Vorallem erklärt mir mal jemand, wieso sich die FIA das Valencia-Rennen will kaputt machen? Die Fans kommen bestimmt nicht weil Neuling Alguersuari im zweiten Rennen seiner Karriere vor eigenem Publikum wird fahren dürfen.

Rennen: Wie üblich ist ein Rennen in Ungarn kein Hit. Habs mir nur teilweise angeschaut und bin eigentlich nicht traurig drum….

Jehuty 27 Juli, 2009 - 17:02

Massas Auge war eines der ersten Sachen, bei denen ich hoffte, dass ihm da nichts passiert ist. Und ich finde es dreist, zuerst Mitteilungen zu veröffentlichen die da behaupten, dass Massas Augenlicht nicht gefährdet sei und nun so eine Meldung rauszuhauen. Man hat seine Lage schöngeredet. Kann ich einerseits verstehen, andererseits hat man so den Fans (wie mich) falsche Hoffnungen gemacht. Das Bangen um ihn geht weiter und ich hoffe, dass er nächstes Jahr wieder fahren kann. Ja, nächstes Jahr, weil ich nicht mehr denke, dass seine Genesung so schnell verläuft, dass er noch ein, zwei Rennen bestreiten kann.

@Don: Das nicht-sprechen ist afaik ganz normal beim künstlichen Koma.

Und zu der Schumacher-Sache: Er kann ja nur verlieren. Von daher sollte er sich das nicht antun und das wird er auch zu 120% nicht. Naja, zumindest kann ich es mir nicht vorstellen. Selbst wenn wir uns alle freuen würden.

NoteMe 27 Juli, 2009 - 18:04

Bis zum GP am Nürburging hätte ich auch komplett ausgeschlossen, das MSC sich das nicht antut. Mittlerweile ist der Ferrari aber wieder bei der Musik, und die Strecken nach Valencia klingen auch nach Spaß. (Spa, Monza, Suzuka, Interlagos und die Ferrari-World-Strecke in Abu Dhabi)

Es würde mich immer noch überraschen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass MSC unter diesen Umständen nicht wenigstens ins Grübeln kommt. Und wen die Familie nicht vom vom-Moped-Fallen abhalten kann …

Ich 27 Juli, 2009 - 18:12

zum anderen muss sich die FIA auch fragen lassen, nach welchem Maßstäben sie eigentlich bestraft.

Allerdings. Nach Melbourne gab es keine Sperre, nicht einmal nach der Spionage-Geschichte. Beides zwar ebenso wie die Honda-Sache nicht gefährlich für die Fahrer, aber trotzdem. Renault und Alonso haben eigentlich nichts gemacht, was man nicht schon oft so gesehen hätte. Er fuhr ja langsam, und die Teams werden ihre Fahrer auch gewarnt haben. Die beiden schlimmen Unfälle passierten demgegenüber ohne jede Vorwarn- und Reaktionszeit. Naja, wahrscheinlich wird man sich nun aus der Affäre ziehen, indem man „leider“ (trotz der absurden einmonatigen Pause) keine Zeit für die Berufungsverhandlung finden wird und man Alonso/Renault in Spanien starten lässt.

Massa-Ersatz: Ein Michael Schumacher wäre wohl Ferraris einzige Chance, in dieser Saison doch noch ein Rennen zu gewinnen. Die derzeitigen Fahrer können doch alle nur im wirklich besten Material siegen. Das Beste wäre natürlich, wenn Massa doch schon bald wieder fahren könnte. Aber man muss ja realistisch bleiben. Das Wichtigste ist, dass er sich hoffentlich wieder so erholt, um ein gutes Leben mit seiner Familie führen zu können – finanziell hat er ja zum Glück ausgesorgt.

DonDahlmann 27 Juli, 2009 - 18:37

Ich bin mir seit heute auch unsicher, ob er nicht doch wieder einsteigt. Ein klares Dementi gibt es ja nicht, was aber leicht gewesen wäre, denn zu Massa hat er sich ja auch schon geäußert.
Gené als Ersatz fände ich wirklich nicht schlecht, aber ob der gut genug ist bei den engen Zeitabständen? Und ob man da nicht einen braucht, der eben genau in so Momenten gut ist? Da spricht viel für Schumacher, zu mal adequater Ersatz auf dem Markt gerade nicht da ist.

Sei denn sie leihen sich Onkel David von Red Bull aus ;)

Jehuty 27 Juli, 2009 - 18:38

http://www.autosport.com/news/report.php/id/77379

Doctors reveal Massa left eye damaged

Klingt nicht gut. Gar nicht gut. :(

Gast 27 Juli, 2009 - 19:28

Habe mal gegoogelt: Es war 2001 in Melbourne als nach einem Unfall ein Rad von Villeuneuve einen Streckenposten tödlich verletzte. Und genau aus diesem Grund gehört nicht nur dem Team, sondern ganz speziell Alsonso eine Lektion die sich gewaschen hat.
Er hat gewusst das es gleich weg fliegt und ist weiter gefahren. Mein Aufreger des Tages.

ethone 27 Juli, 2009 - 20:21

Das Problem ist ja nicht, dass man ein wegfliegendes Rad nicht bestrafen dürfte. Nur das Risiko, welches ein wegfliegender Reifen mit sich bringt, war schon vor Melbourne 2001 und lange vor Surtees ein Risiko.
Jetzt aus der aktuellen Aufmerksamkeit um fliegende Teile eine härtere Bestrafung zu konstruieren ist scheinheilig. Wenn da keine nachhaltige Änderung des Regelwerks stattfindet (beispielsweise wie die automatischen Strafen für Boxenvergehen in der NASCAR) ist das unglaublich schlechte governance.
Nicht, das governance gut wäre, die erst den Notfall braucht um richtige Regeln aufzustellen.

Ich 27 Juli, 2009 - 20:28

Ich denke, man muss bei der Sicherheit und dem Schutz des Kopfes ansetzen. Fliegende Teile werden sich nie vermeiden lassen. Besonders nicht bei Unfällen, bei denen aber die Gefahr durch umherfliegende Teile besonders hoch ist. Was man auch nicht übersehen darf: Bei einer Situation wie der mit Alonso gestern wird sich der Reifen in der Regel in Fahrtrichtung verabschieden, was für die Fahrer und inzwischen (dank grosser Auslaufzonen und verbesserter Streckenbegrenzung) auch für Streckenposten und Zuschauer weniger riskant ist. Ich würde es absurd finden, wenn man jetzt wegen eines kaputten Reifens sofort das Auto abstellen sollte. Das kann doch nicht die Lösung sein.

xeniC 27 Juli, 2009 - 20:56

@ Gast:
Deshalb wurde schon in Sachen Zäune nachgebessert, darum geht es auch garnicht. Die Strafe gegen Renault ist unverhältnismäßig im Gegensatz zu anderen Fällen. Gestern im Chat wurde schon mal erwähnt, das 2006 ebenfalls bei Alonso ein Reifen stiften gegangen ist und ich glaube im McLaren ist ihm auch mal ein Reifen flöten gegangen. Damals hat man nichts gemacht.

In Magny-Cours hat man Kimi weiter fahren lassen mit einem losen Auspuff, hat sich auch niemand drum gescherrt.

Renault ist nichts weiter als ein Bauernopfer. Schön und gut, es hätte noch jemand verletzt werden können, aber man darf diese Vorfälle nicht einfach mal nach Lust und Laune (oder „Lage“) anders bewerten.

Eine Geldstrafe, ein fahren unter Bewährung oder sonst irgendwas ok, aber gleich „zwei“ Teams sperren? Es wird Zeit für die Formel Eins, die Teams weiter aufzuteilen wie in der NASCAR.

marcel86 27 Juli, 2009 - 21:14

hab mal überlegt was alles gegen ein schumacher-comeback spricht:

– 3 neue, ihm unbekannte strecke: valencia, singapur, abu dhabi
– die neue ihm unbekannte aerodynamik mit der er sich wegen des testverbotes nicht vertraut machen kann
– sein taktik- und strategiegenie ross brawan fehlt an der ferraribox
– er soll gerüchteweise noch nicht vollkommen geneßen sein nach seinem motorradunfall im frühjahr 09
– er müsste eigentlich eher heute statt morgen ferrari eine zusage geben, denn er hätte nur noch 3,5 woche zeit bis zum 1.freien training in valencia um sich psychisch und vor allem physisch auf ein comeback vorzubereiten. denn ich denke nicht, dass er seit interlagos 2006 noch täglich 8 stunden trainiert hat wie in seinen aktiven zeiten.

im grunde spricht alles gegen ein comeback, aber wer weiß es schon…

hwk 27 Juli, 2009 - 21:51

ranault: fair wäre es Renault eine saftige Geldstrafe zu verpassen und eine Vereinbarung unter den Teams zu erwirken, dass wenn solche gehlgeschlagenen Reifenwechsel passieren, man rechts ranfahren muss. Vielleicht wird dann beim Reifenwechsel auch mehr Sorgfalt an den Tag gelegt, wenns nicht perfekt läuft.
ym2c

abductee 28 Juli, 2009 - 02:20

warum klappts bei mclaren und ferrari aber bei bmw nicht?
meine vermutung ist die folgende:
ferrari und McLaren haben ein (mittelmässiges)auto ums kers gebaut und jetzt aus dem mittelmässigen auto ein gutes gemacht. bmw hat das kers rausgeschmissen und muss jetzt mit zuvielen designkomromissen leben die sie aufgrund von kers gemacht haben, welches sie ja jetzt nicht mehr einsetzen. es fühlt sich ein wenig an als hätten sie nen bait&switch mit sich selber gemacht… nunja. fakt ist: die teams die das KERS dringelassen haben und weiter entwickelt sind jetzt wieder vorne.

zum thema „wer fährt ferrari nummer2?“: ich an ferraris stelle würde nen testfahrer reinsetzten der das ganze wochenende nur komponenten für 2010 testet. auch im rennen. der dann auch mal 2 runden an der box stehn kann während man diese farbe aufträgt damit man sieht wo die luft langläuft(wie mclaren in den freien tranings demletzt.) unter rennbedingungen tests machen ohne sich wegen strategie/spritmenge etc druck machen zu müssen, das sollte ziemlich eine wertvolle datensammlung geben die dann kein anderer hat. allein im free practise/quali sich nicht übers rennen gedanken machen müssen sollte viel resourcefreiheit machen. also wie gesagt ich würde das so machen. ob dafür schumacher gene oder badoer der richtige ist währ mir auch wurschd. :)

Prometheus 28 Juli, 2009 - 02:59

@abductee: an diese Test-Lösung glaube ich nicht wirklich. Ferrari ist im Moment Dritter in der Konstrukteurs-WM, knapp vor Toyota; McLaren und Williams sind auch in der Nähe. Diesen Rang wird man halten wollen, denn soweit ich weiß, geht es doch da auch um ein paar Taler aus Bernies Goldtöpfen, auf die man sicher nicht verzichten möchte.

abductee 28 Juli, 2009 - 17:45

@Prometheus: die geldtöpfe, ja da geb ich dir recht.
auf der anderen seite könnte man trotzdem abwägen ob man nicht mit der kohle aus dem ferrari-FIA-mauschel-zusatzagreement hinkommt und trotzdem mit dem zweiten fahrer nur testet.
wenn sichs auszahlt und man im nächsten jahr dafür vorne weg fährt hat man dann im übernächsten jahr auch die anderen geldtöpfe wieder ausgeschöpft :)

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