Colton Herta gewann in den Straßen von St. Petersburg sein viertes IndyCar-Rennen. Er konnte so mit seinem Vater Bryan Herta gleichziehen.
Colton Herta war schon in den Trainings schnell und holte sich in der Qualifikation vor Jack Harvey, der seine beste Startposition einfahren konnte, die Pole-Position. Die zweite Reihe gehörte, in Form von Josef Newgarden und Simon Pagenaud, Team Penske. Sebastien Bourdais und Pato O’Ward komplettierten die Fast-6. Ein Dreher im ersten Qualifikationssegment brachte Will Power nur Startplatz 20 ein. Auch Scott Dixon (Startplatz 8), Alex Palou (Platz 10) und Alexander Rossi (Platz 11) waren nicht zufrieden. Mit einem mutigen Manöver in Kurve 1 hinein konnte sich Rossi aber direkt um drei Positionen verbessern. Einem sauberen Start folgten 16 Runden unter Renntempo, bis Jimmie Johnson seinen Ganassi-Dallara in der Zielkurve in die Reifenstapel setzte.
Die Caution nutzten einige Hinterbänkler unter anderem Will Power für einen frühen Boxenstopp. Nach dem Restart wurde das Racing härter. Besonders Takuma Sato (Startplatz 15) war ziemlich aggressiv unterwegs. Sein erstes Opfer war James Hinchcliffe in Kurve 1. Bei dem Rad-an-Rad-Kontakt wurde das Ventil aus Hinchcliffes Vorderreifen gerissen. Durch den extra Stopp verlor er eine Runde. Ohne Caution ging es weiter und Sato setzte seinen Sturm nach vorne fort. Er ging vor den Boxenstopps noch an Ryan Hunter-Reay, Pato O’Ward und Marcus Ericsson vorbei. Über die erste Boxenstoppsequenz verbesserte sich Takuma Sato sogar bis auf Platz 6.
Ab Runde 25 verloren die weicheren Option-Tires langsam Haftung und Fahrer auf Prime-Tires, unter anderem Josef Newgarden und Simon Pagenaud, bekamen Vorteile. Jack Harvey verlor Platz 2 an Josef Newgarden und Rinus VeeKay zwei Plätze an Scott Dixon und Pato O’Ward. Mit den ersten Boxenstopps stabilisierte sich das Feld. Vorher kollidierten aber noch Graham Rahal, der viel zu optimistische in eine Lücke stach, und Alexander Rossi, der mit kalten Reifen aus der Box kam. Beide konnten das Rennen fortsetzen. Rossi verlor aber eine Runde und erreichte so nur auf Platz 21 das Ziel.
Alle Teams der Spitzengruppe setzten für den zweiten Stint auf die haltbareren Prime-Tires. Mit gleichem Reifenmaterial setzte sich Colton Herta bis zu 10 Sekunden von Josef Newgarden ab. Einen ähnlichen Rückstand handelte sich Simon Pagenaud, der mit einem Over-Cut an Jack Harvey vorbei gegangen war, zu seinem Teamkollegen ein. Harvey und Scott Dixon auf Platz 5 konnten hingegen Pagenaud dicht folgen. Für den letzten Stint mussten Newgarden und Pagenaud die Option-Tires nutzten. Ohne Caution wäre das Rennen aber entschieden gewesen. Für diese Caution sorgte wieder Jimmie Johnson in Runde 73. Diesmal kam er in Kurve 3 von der Strecke ab. Er konnte das Rennen ein weiteres Mal fortsetzen und wurde im Ziel mit 5 Runden Rückstand auf Platz 22 gewertet.
Josef Newgarden hatte nun mit seinen noch relativ neuen Option-Tires den Vorteil gegenüber Colton Herta mit gleich alten Prime-Tires. Herta gewann den Restart und konnte sich auch leicht von Newgarden absetzten. Sicher war sein Sieg aber immer noch nicht. Im Hinterfeld kollidierte Ed Jones mit dem überrundeten James Hinchcliffe und auch Pato O’Ward beschädigte dabei seinen Frontflügel. Abermals konnte sich Colton Herta gegenüber Josef Newgarden beim Restart durchsetzen. Der Penske-Pilot versuchte zwar in Schlagdistanz zu bleiben, aber nach einigen Runden musste er den Versuch einstellen. Colton Herta war einfach zu schnell und fuhr einen ziemlich ungefährdeten Sieg ein. Mit Respektabstand folgten Josef Newgarden und Simon Pagenaud.
Einen sehr guten vierten Platz fuhr Jack Harvey ein. Das war das zweitbeste Ergebnis seiner IndyCar-Karriere. Scott Dixon hingegen hatte ein schwaches Wochenende und erreichte so „nur“ das Ende Top-5. Takuma Sato kam, nach dem furiosen ersten Stint, auf Platz 6, direkt vor Marcus Ericsson, ins Ziel. Die meisten Plätze im Rennen machte Will Power gut. Durch einen frühen Stopp in der ersten Caution konnte er bei den folgenden Boxensequenzen immer später als seine Kontrahenten stoppen. So verbesserte er sich bis auf Platz 12 in Runde 75. Auf dem Weg zu Platz 8 überholte er dann auf der Strecke Felix Rosenqvist, Scott McLaughlin, Rinus VeeKay und Sebastien Bourdais. Die Vertragsverlängerung bei Team Penske hat ihm sichtlich gutgetan.
Bester Rookie war Scott McLaughlin auf Platz 11. So langsam nähert er sich den Top-10 an. Er hat nicht nur Romain Grosjean (Platz 13), sondern auch Felix Rosenqvist und Ryan Hunter-Reay auf der Strecke geschlagen. In Alabama waren Alex Palou und Pato O’Ward noch die schnellsten Piloten im Feld. In St. Petersburg hingegen lief für beide im Rennen nicht viel zusammen. O’Ward hatte einige kleinere Scharmützel und musste in Runde 84 zur Reparatur an die Box. Mit Rundenverlust sprang nur Platz 19 heraus. Alex Palou stellte nach der vorletzten Runde seinen Dallara in der Box ab. Vorher lag er aber auch nur auf Platz 14. Am Ende wurde er auf Platz 17 gewertet.
Das ganze Ergebnis kann man auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachlesen.
Ohne Unterbrechung zieht der Tross der IndyCar-Series weiter zur nächsten Veranstaltung. Auch wenn schon der Mai beginnt, macht die IndyCar auf ihrem Weg nach Indianapolis noch einen kleinen Abstecher nach Fort Worth.
Vorschau Texas
In Ermangelung anderer Ovale trägt die IndyCar direkt zwei Rennen auf dem Texas Motor Speedway aus. Selbst für Texas ist das keine neue Idee. Vor 10 Jahren hat die IndyCar die Firestone Twin 275s dort ausgetragen. Das waren zwei Rennen mit halber Renndistanz und halber Punktevergabe. Die Auslosung der Startpositionen für das zweite Rennen ist bis heute legendär. Mit Scott Dixon, Will Power, Takuma Sato, Graham Rahal, Tony Kanaan, Ed Carpenter, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe treten acht Fahrer von 2011 auch dieses Jahr wieder an. Dixon und Power haben sogar nicht einmal das Team gewechselt. Chip Ganassi Racing und Team Penske sind auch die beiden bestimmenden Teams auf dem Texas Motorspeedway. Von den letzten 16 Austragungen gingen fünf an Ganassi, allein 4 davon für Scott Dixon, und acht an Penske.
Von den drei Rookie-of-the-year-Kandidaten geht nur Scott McLaughlin an den Start. Romain Grosjean und Jimmie Johnson verzichten auf die Ovalrennen und werden durch Pietro Fittipaldi und Tony Kanaan ersetzt. Für McLaughlin geht es in erster Linie darum das Racing im Oval zu erlernen. Das er schnell dort sein kann, zeigten schon seine Testfahrten im Indianapolis Motorspeedway und auch in Texas. Sich in einem Feld aus 24 Wagen über 300 beziehungsweise 375 Runden zu bewegen, ist dann noch eine ganz andere Herausforderung. Sein Teamkollege Will Power ist ein gutes Beispiel, wie selbst sehr gute Piloten lange brauchten, um das Ovalracing wirklich zu beherrschen. Mittlerweile zählt er aber bei jedem Ovalrennen auch zu den absoluten Siegkandidaten.
Ein Problem, nicht nur für den Rookie, dürfte die geringe Trainingszeit sein. Am Samstag sind 1,5 Stunden freies Training angesetzt und dann folgt schon die Qualifikation, die für beide Rennen gewertet wird. Die Teams, die nicht direkt einen perfekt vorbereiteten Wagen aus dem Truck rollen, werden kaum Möglichkeiten haben, ihn deutlich zu verbessern. Der Umstand, dass das Training zur Mittagszeit und die Rennen am späten Nachmittag beziehungsweise am Abend stattfinden, macht es den Teams auch nicht einfacher. Das Ganze macht es für uns Fans aber nur spannender.
Strecke
Der Texas Motor Speedway ist ein 1,5-Meilen-Oval mit einem Banking von 24 Grad in den Kurven. Die Start-und-Ziel-Gerade ist doppelt abgeknickt und so ist es ein Schwesteroval zu den beiden Ovalen in Charlotte und Atlanta. Mit den alten Dallara-Chassis und den Motoren vor 2012 konnte man den Kurs ohne Probleme Flat out durch alle Kurven bestreiten. Dies führte zum berühmt berüchtigten Pack-Racing. Nach dem tragischen Unfall in Las Vegas, auch einem stark überhöhtem 1,5-Meilen-Oval, zum Saisonende 2012, wollte man dies ändern. In den letzten Jahren mit den neuen DW12-Chassis und den aktuellen Universal-Speedway-Kits ist dies auch gelungen. Die Fahrer müssen lupfen und „richtig Auto fahren“, wie es Will Power ausdrückte.
Zeitplan (eastern time, MEZ)
Samstag 01. Mai
12:30 – 2:00 p.m. (18:30 – 20:00) – NTT Data IndyCar Series practice
4:00 – 5:00 p.m. (22:00 – 23:00) – Qualifying for the NTT Data P1 Award
7:00 p.m. (1:00) – Übertragungsbeginn NBCSN
7:30 p.m. (1:30) – Genesis 300 at Texas Motor Speedway
Sonntag 02. Mai
5:00 p.m. (23:00) – Übertragungsbeginn NBCSN
5:10 p.m. (23:10) – Xpel 375 at Texas Motor Speedway
(c) Photos: IndyCar Media; Christopher Owens, Joe Skibinski, Chris Jones










1 Kommentare
Das Banking des TMS beträgt in den ersten beiden Kurven nur noch 20° seit dem Umbau.
https://www.youtube.com/watch?v=aUUAnkerQ0g
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