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IndyCar: Analyse GMR Grand Prix

von Rainer
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Am Samstag gewann Scott Dixon auch das zweite IndyCar-Rennen der Saison. Während zwei seiner Meisterschaftskontrahenten, Alexander Rossi und Will Power, schon wieder kein gutes Ergebnis erzielen konnten.

Die Qualifikation verlief noch nicht nach den Wünschen Scott Dixons. Als Siebter verpasste er knapp die Fast-6. Dort sicherte sich Will Power die Pole-Position vor dem wieder sehr schnellen Jack Harvey. Die zweite Startreihe bildeten Colton Herta und Graham Rahal vor Oliver Askew und Josef Newgarden. Nach einer komplett missraten Qualifikation ging Vorjahressieger Simon Pagenaud nur von Platz 20 ins Rennen. Scott Dixon bewies 2018, dass man auch bei einem normalen Rennverlauf von weit hinten noch auf das Podium fahren kann. Schlüssel dafür ist ein erster sehr kurzer Stint auf den langsameren Prime-Tires und zwei lange mit den Option-Tires. Natürlich muss man dann schonend mit den Option-Tires umgehen, damit die zum Ende der längeren Stints nicht komplett einbrechen. Da das Rennen im Vergleich zu 2018 aber um 5 Runden verkürzt wurde, war diese Strategie noch einfacher möglich.

In Runde 5 kam schon Rookie Rinus Veekay für Ed Carpenter Racing an die Box, um diese Strategie in ihrer extremsten Form umzusetzen. Ab Runde 8 folgten dann weite Teile des Feldes, unter anderem Simon Pagenaud (Runde 9) und Scott Dixon (Runde 10). Die Fahrer, die auf den Option-Tires gestartete waren, zögerten ihren ersten Stopp der 3-Stopp-Strategie bis Runde 17 (Will Power) beziehungsweise Runde 18 (Jack Harvey) hinaus. Eine andere Strategie fuhren hingegen Graham Rahal, Spencer Pigot und Conor Daly. Alle drei reizten das Benzinfenster komplett aus und blieben bis Runde 26 auf der Strecke. Durch eine Caution oder weiterem Benzinsparen war für sie das Ziel mit nur noch einem weiteren Stopp erreichbar. Erst einmal hatten sie aber viel Zeit und Plätze gegenüber den 3-Stoppern verloren.

In Runde 32 eröffnete Simon Pagenaud die zweite Boxenstoppsequenz und Scott Dixon folgte zwei Runden später. Noch bevor alle Fahrer ihren zweiten Stopp absolvieren konnten, verlor Oliver Askew, der bis dahin konstant in den Top-10 gelegen hatte, das Heck seinen Dallara in der letzten Kurve und rutschte über das Gras bis in die Safer-Barrier des Ovals. Die nötige Caution zerstörte das Rennen von Will Power, Josef Newgarden und Jack Harvey, die bis dahin souverän das Spitzten-Trio gebildete hatten. Nach den Stopps unter Gelb reihten sie sich auf den Plätzen 14 bis 16 wieder ein. Die Spitze übernahmen die 2-Stopper Graham Rahal, Spencer Pigot und Conor Daly. Simon Pagenaud hatte sich derweil bis auf Platz 9 verbessert. Auch Rinus Veekays aggressive Strategie hatte sich bisher ausgezahlt und ihm zum Restart Platz 6 eingebracht.

Alle Fahrer hatten noch einen Stopp vor sich und entsprechend aggressiv gingen einige Fahrer zu Werke. Scott Dixon schnappte sich schnell die drei 2-Stopper und übernahm in Runde 47 die Führung von Graham Rahal. Simon Pagenaud überholte Santino Ferrucci und Pato O’Ward und auch die Gruppe aus Power, Newgarden und Harvey konnte einige Plätze gut machen. Für Alexander Rossi war das Rennen unterdessen schon beendet. Er war von Startplatz 11 ins Rennen gegangen und orientierte sich an der Dixon-Strategie, die ihn bis auf Platz 7 nach vorne gespült hatte. Nach dem Restart musste Alexander Rossi dann aber seinen Dallara-Honda, mit mangelndem Benzindruck, in der Box abstellen. Nach Platz 15 in Texas war es das zweite enttäuschende Ergebnis.

Die letzte Boxenstopps-Sequenz änderte nichts mehr an den Top-2. Scott Dixon fuhr ungefährdet den Sieg vor Graham Rahal ein. In etwa 30 Runden hatte sich Dixon einen Vorsprung von 20 Sekunden herausgefahren. Simon Pagenaud ging als einer der ersten Fahrer zu seinem letzten Stopp an die Box und der Undercut brachte ihm weitere Plätze ein. In den letzten Runden konnte er sogar etwas Druck auf Graham Rahal ausüben. Colton Herta hielt sich konstant in den Top-5 und fuhr einen verdienten Platz 4 ein.

Bester Rookie war Rinus VeeKay auf Platz 5. Die aggressive 3-Stopp-Strategie zahlte sich komplett aus. Außerdem fuhr er ein blitzsauberes Rennen und konnte vom Speed ohne Probleme mit Colton Herta direkt vor und Marcus Ericsson hinter ihm mithalten. Sein Kommentar dazu war: „I drove the best race of my whole career!“ Josef Newgarden konnte mit Platz 7 noch einige Schadensbegrenzung betreiben. Pato O’Ward, Santino Ferrucci und Takuma Sato komplettierten die Top-10.

Wo waren aber Will Power und Jack Harvey, die ja mit Josef Newgarden in der ersten Rennhälfte die Spitzengruppe gebildet hatten, abgeblieben? Im Fall Will Power ist die Antwort sehr einfach. Er würgte beim letzten Stopp den Motor ab und verlor dort viel Zeit. Am Ende der Führungsrunde wurde er im Ziel auf Platz 20 gewertet. Jack Harvey hingegen lag nach dem letzten Stopp noch auf Platz 12 und verlor im Laufe des letzten Stints noch 5 Plätze. Im Interview sprach er davor, dass er während des Rennens etwas den Rennspeed verloren hat. Eine wirkliche Erklärung für den Einbruch gab es aber nicht.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die enttäuschende Performances von Felix Rosenqvist und Ryan Hunter-Reay. Im Vergleich zu den Teamkollegen Scott Dixon und Colton Herta waren sie absolut unauffällig unterwegs und konnten nie den Speed der Spitze mitgehen. Sie wurden auch noch von ihren zweitbesten Teamkollegen Marcus Ericsson und James Hinchcliffe (Platz 11) geschlagen. Da erwachtet man als Fan, Team und sicher auch als Fahrer mehr.

Das ganze Ergebnis kann man auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachlesen.

Nach zwei Siegen führt Scott Dixon (104 Punkte) natürlich die Meisterschaftswertung vor Simon Pagenaud (75 Punkte) und Josef Newgarden (64 Punkte) an. So richtig aussagekräftig wird die Tabelle aber erst am Ende des Monats, wenn die ersten sechs Rennen ausgetragen sind. Will Power (31 Punkte) und Alexander Rossi (20 Punkte) haben aber immerhin schon einen beachtlichen Rückstand auf Scott Dixon.

Kurzvorschau REV Group Grand Prix

Nächstes Wochenende stehen zwei Rennen auf der Road America, dem wahrscheinlich schönsten Rundkurs der IndyCar-Series, an. Die vier Austragungen seit der Rückkehr 2016 gewannen Will Power, Scott Dixon, Josef Newgarden und Alexander Rossi. Für Power und Rossi wäre ein weiterer Sieg nach diesem Saisonstart schon eine Befreiung.

Strecke

Die 4,048 Meilen (6,515 km) lange Strecke mit ihren 14 Kurven ist bei den Fahrern sehr beliebt. Es gibt sowohl technisch anspruchsvolle Kurven (Kurve 3, 5, 8) als auch sehr schnelle Passagen (von Kurve 9 bis 12, Kurve 13). Mit den Kurven 1, 5 und 12 gibt es auch drei ganz ordentliche Überholstellen. Kurve 3, ein 90-Grad-Rechtsknick, ist im Rennen besonders wichtig, da sie auf die zweitlängste Vollgaspassage der Strecke führt. An deren Ende befindet sich mit Kurve 5 eine enge Linkskurve, vor der Fahrer aus dem Windschatten überholen können. Kurve 6 muss man über eine kleine Kuppe blind anbremsen. In Kurve 7 kann man innen über den Abweiser abkürzen, muss aber am Ausgang genau die Linie treffen. Direkt neben dem Randstein verliert man im Dreck die Haftung. Kurve 8, eine langsame 90-Grad-Linkskurve, führt ins Karussell. Für eine gute Rundenzeit muss man möglichst viel Schwung durch die lange Doppelrechts mitnehmen. Im schnellen Rechtsknick (Kurve 11) hatte Katherine Legge 2006 einen schweren Unfall. Die folgende Vollgaspassage mündet in einer langsamen 90-Grad-Rechtskurve. Nach einer schnellen Linkskurve bringt Kurve 14 die Fahrer schon wieder auf die Start- und Zielgerade. Aufgrund der langen Geraden muss man die Kurve perfekt fahren, was aber durch Bodenwellen in der Anbremszone erschwert wird.

Zeitplan (local time, MEZ)

Samstag, 11. Juli

11:30 a.m. – 1:50 p.m. (17:30- 19:50) – NTT Data IndyCar Series practice #1
2:30 – 2:42 p.m. (20:30 – 20:42) – Qualification Group 1
2:48 – 3:00 p.m. (20:48 – 21:00) – Qualification Group 2

5:15 p.m. (23:15) – REV Group Grand Prix Race 1; NBCSN, DAZN (Live)

Sonntag 12. Juli

10:00 – 10:12 a.m. (16:00 – 16:12) – Qualification Group 1
10:18 – 10:30 a.m. (16:18 – 16:30) – Qualification Group 2

12:42 p.m. (18:42) – REV Group Grand Prix Race 2; NBC, DAZN (Live)

(c) Photos: IndyCar Media; Christopher Owens, Joe Skibinski, Chris Jones, John Cote, James Black

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