Home Formel EinsF1Formel Eins: Vorschau GP von Österreich Teil 2 – Alles wie bisher?

Formel Eins: Vorschau GP von Österreich Teil 2 – Alles wie bisher?

von DonDahlmann
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Endlich wieder Racing und die Frage: Wer hat denn nun das beste Paket für 2020?

[Teil Eins der Vorschau findet sich hier]

Die Vorschau für das Rennen in Australien mag in Teilen noch gelten. Aber dann auch wieder nicht. Zwar haben die Teams für ein paar Wochen die Fabriken dicht, aber natürlich hat seit dem Test im Februar weiter gearbeitet. Die Daten, die man in Barcelona gesammelt hatte und die eh geplanten Updates dürften dazu führen, dass wir in Österreich sehr viele neue Teile an den Autos sehen werden. Das Dilemma der großen Teams war aber natürlich, dass man die Entwicklungen nicht testen konnte. Man muss nun hoffen, dass die Korrelation zwischen CFD-Modell, Windkanal und dem realen Leben auch passt. Was ja auch große Teams schon mal in Schwierigkeiten bringt.

Aber an der grundsätzlichen Einordnung wird sich nichts geändert haben. Mercedes ist die Messlatte für alle und die technischen Innovationen („DAS“, wenn sich noch jemand erinnert) sind weiter der Maßstab. Neu ist die Lackierung beim Mercedes, wie man oben sehen kann. Der Grund: Man will ein Zeichen für die „Black Lives Matter“ Bewegung und Diversität setzen.
Den Weltmeistern am nächsten scheint Red Bull zu sein. Wobei der Test eher so mittelmäßig von den Zeiten war. Die Österreicher schoben ein bisschen was in Richtung Honda, aber das war vermutlich nur eine Nebelkerze. Dass Red Bull in Spielberg sehr stark sein wird, ist klar. Immerhin hat man hier schon mit Honda gewonnen. Es sollte also niemanden überraschen, wenn Verstappen gleich zweimal den Sieg holen kann.

Ferrari scheint etwas dahinter zu liegen. Bei den Tests ging das Gerücht rum, dass sogar die Mercedes Kopie namens Racing Point schneller sein könnte. Das wäre dann allerdings wirklich eine sehr große Überraschung. Ferrari hatte jetzt drei Monate Zeit das Chassis auf den Kopf zu stellen. Wenn die Fehlersuche erfolgreich war, sollte Ferrari auch wieder um den Sieg fahren.

Generell ist das Mittelfeld enger an die Top Drei gerutscht. Das war im letzten Jahr schon teilweise der Fall. Wir sind jetzt im dritten Jahr von stabilen Regeln. Das bedeutet normalerweise immer, dass das Mittelfeld auf die Spitzenteams aufholen kann.

Racing Point scheint mit der Kopie ein guter Wurf gelungen zu sein und viele sehen sie als erste Verfolger der großen Drei. Dem würde ich zustimmen, allerdings mit der Einschränkung, dass ich McLaren nicht genau einschätzen kann. Die waren sehr gut im letzten Jahr, die werden auch in diesem Jahr gut sein. Wenn sich McLaren über den Winter so gesteigert hat, wie im letzten Jahr, sollten sie beim Kampf um die B-Weltmeisterschaft ganz vorne sein.

Dahinter wird es dann eng. Renault? Alpha Tauri? Alfa? Haas? Schwer zu sagen. Ich rechne sogar damit, dass Williams den Anschluss ans hintere Mittelfeld gefunden hat. Die könnten alle in einem Bereich von 1 bis 8 Zehntel liegen. Da wird es sehr abhängig von der Strecke sein, wer schneller ist. Wundersame Leistungssteigerungen von Teams auf bestimmten Strecken haben wir ja immer wieder erlebt.

Ein bisschen ist das alles Kaffeesatzleserei. Am besten, man genießt einfach das Rennen.

Strategie:
Die Strategie ist in diesem Jahr auch ein Corona-Opfer. Zwar gibt es wieder unterschiedliche Mischungen, aber Pirelli verwendet exakt die gleichen Mischungen, wie im letzten Jahr. Die Teams wissen also, was sie auf sie zukommt. Dazu kommt, dass, aus Kostengründen, in diesem Jahr alle Teams die gleiche Anzahl von Reifensätzen für alle Mischungen bekommen. Zweimal die harte Mischung, dreimal die Medium und achtmal die ganz weichen Reifen. Man kann also nicht mehr mit einer unterschiedlichen Anzahl von Reifen eines bestimmten Typs die Strategie planen. Das ist einerseits ein bisschen schade, aber andererseits muss man auch fest halten, dass im letzten Jahr eh fast alle immer die gleiche Anzahl von Reifen einer bestimmten Mischung bestellt haben.

Ein bisschen Würze für die Strategie bleibt aber. Die Reifen aus dem letzten Jahr zeigten oft, dass man zwischen einer Ein- und Zweistopp Strategie steckte. Einige Teams umgingen das Dilemma, in dem sie im letzten Stint auf die ganz harten Sätze gingen und bestellt deshalb auch einen mehr bei Pirelli. Jetzt hat man aber nur noch einen Satz der ganz harten Reifen, jeder Fahrer kann also auch nur einen Satz im Training testen. Das könnte interessant werden. Auch schon in Österreich. Dort hat man schon alle möglichen Strategie Kombinationen gesehen.

In Österreich gibt es an beiden Wochenende C2, C3 und C4. Damit war man auch im letzten Jahr unterwegs. Ein bisschen schade ist, dass man beide Wochenenden die identischen Mischungen fährt. Es gab mal die Überlegung am zweiten Wochenende eine härtere oder weichere Komponente zu fahren. Warum man das nicht macht, ist mir nicht so ganz klar.

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