Traditionell finden sich im Mai alle IndyCar-Teams im Indianapolis Motor Speedway ein. Seit 2014 findet dort auf dem Straßenkurs der Grand Prix of Indianapolis statt.
Der Grand Prix bildet den Auftakt zu den Feierlichkeiten der 100. Ausgabe der 500 Meilen von Indianapolis zwei Wochen später. Die Teams nutzen die Trainings und das Rennen als erste Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt. So gibt Matthew Brabham, Sohn von Geoff und Enkel von Sir Jack Brabham, sein Debut in der IndyCar Series in dem Wagen, in dem er auch die 500 Meilen bestreiten wird. Der Dallara-Chevrolet mit der #61 wird von KVSH Racing vorbereitet und von PIRTEK Team Murray eingesetzt. Auch Alex Tagliani, Gabby Chaves und Spencer Pigot kehren für A.J. Foyt Enterprises, Dale Coyne Racing und Rahal Letterman Lanigan Racing aus dem selben Grund zurück in die IndyCar Series. Die Entry-List (PDF) umfasst so stolze 25 Meldungen.
Strecke
Der Straßenkurs im Indianapolis Motor Speedway wurde für den Formel-1-Grand-Prix im Jahr 2000 gebaut. Man entschied sich für eine Strecke im Uhrzeigersinn und nutzte Turn 1 des Ovals als letzte Kurve. Für die MotoGP (ab 2008) und die IndyCar Series wurde die Strecke massiv modifiziert. Als Start- und Zielgerade wird die lange und breite Gerade an der Hauttribüne des Ovals genutzt. Diese endet in einer engen 90 Grad Rechtskurve. Ein hier angesetztes Überholmanöver kann in der folgenden 90 Grad Linkskurve gekontert werden. Durch die beiden nächsten Rechtskurven sollten sich die Fahrer dann aber einig sein. Die Ausfahrt aus Kurve 4 ist besonders wichtig, da nach einer sehr schnellen Links-Rechts-Schikane die zweitlängste Gerade der Strecke folgt. Kurve 7, eine 90 Grad Linkskurve, ist die zweite gute Überholstelle. Eine flüssige Passage, inklusive der mit Vollgas zu durchfahrenden Kurve 11, endet in einer 90 Grad Rechtskurve. Mit der Brechstange und/oder der Verzweiflung der letzten Runde kann man hier ein Überholmanöver starten. Die Kurven 13 und 14 muss man dann für die lange Start- und Zielgerade perfekt treffen.
Favoriten
Simon Pagenaud ist nach zwei zweiten Plätzen und zwei Siegen der dominierende Fahrer der aktuellen Saison. Vor zwei Jahren konnte er auch den ersten, leicht chaotischen, Grand Prix of Indianpolis gewinnen. Insgesamt sind das keine guten Vorzeichen für seine Konkurrenten. Die größte Gefahr für Pagenauds dritten Sieg in Folge dürfte aus dem eigenen Team kommen. Im Vorjahr hat Will Power einen souveränen Start-Ziel-Sieg eingefahren. Mit Helio Castroneves hat auch der dritte Penske-Pilot eine sehr gute Bilanz auf dem Straßenkurs im IMS. Beide Austragungen beendete er auf dem dritten Platz. Juan Pablo Montoya hingegen war auf dem 2,5-Meilen-Oval deutlich erfolgreicher als auf dem Straßenkurs.
Scott Dixon war in den Vorjahren immer schnell unterwegs, aber auch etwas vom Pech verfolgt, sodass er noch keine Topplatzierung zu Buche stehen hat. Sein Teamkollege Charlie Kimball war mit zwei fünften Plätzen bisher deutlich erfolgreicher beim GP of Indianapolis. Vor einem Jahr wurde Dixon direkt nach dem Start von Helio Castroneves im Kampf um Platz 2 gedreht und konnte sich nur noch auf Platz 10 verbessern. Sollte er ohne Zwischenfall über die 82 Runden kommen, ist er ein klarer Podiumskandidat.
Graham Rahal war im Vorjahr der einzige Fahrer, der Will Power auch nur nahe kommen konnte. Mit Platz 2 beim GP of Alabama hat er auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass er richtig schnell ist. Mit ein wenig mehr Geduld wäre auch ein Sieg möglich gewesen. Für dieses Wochenende muss man auch wieder mit Rahal rechnen.
Bei beiden Austragungen belegten Castroneves und Kimball die Plätze 3 und 5. Genau dazwischen kam immer Sebastien Bourdais ins Ziel. Für den Franzosen zählt der Straßenkurs im IMS zu den erfolgreicheren Kursen in den letzten Jahren.
Die große Unbekannte ist wieder die Performance von Andretti Autosport. In diesem Jahr scheint man mehr Energie in das Jammern über die viel zu guten Chevrolet, als in die Entwicklung der eigenen Wagen zu investieren. Dabei war man in St. Petersburg mit den Plätzen 3 und 8 für Ryan Hunter-Reay und Carlos Munoz noch gut unterwegs. Danach kam dann aber nicht mehr viel. Der GP of Indianapolis 2015 war auch eine kleine Katastrophe. Hunter-Reay war auf Platz 11 noch der beste Fahrer für Michael Andretti. Wenn ein Andretti-Honda in die Nähe der Spitze in Indianapolis fahren kann, dann ist das mit Sicherheit nur der DHL-Wagen mit Hunter-Reay.
Um den Titel “Bester Honda“ sollte auch Takuma Sato kämpfen können. In den bisherigen Ausgaben erreichte er immer Platz 9. Im Dallara-Honda von AJ Foyt konnte er sich in dieser Saison zweimal in den Top-6 platzieren. Bei den bisherigen Leistungen von Andretti Autosport und den Chevrolet-Teams kann das schon reichen.
Mit Veteran Alex Tagliani und den Rookies Matthew Brabham, Max Chilton, Conor Daly, Spencer Pigot und Alexander Rossi bestreiten sechs Fahrer ihr erstes IndyCar Series-Rennen auf dem Straßenkurs im IMS. Brabham konnte dort 2014 aber das Rennen der Indy Lights gewinnen und Chilton erreichte im Vorjahr Platz 3. Zu viel sollte man trotzdem nicht von ihnen erwarten.
Stream (Training, Qualifikation)
Zeitplan (times local; MESZ)
Donnerstag, 12. Mai
11:00 a.m. – 12:15 p.m. (17:00 – 18:15) – Verizon IndyCar Series practice #1
3:00 – 4:15 p.m. (21:00 – 22:15) – Verizon IndyCar Series practice #2
Freitag 13. Mai
11:00 – 11:45 a.m. (17:00 17:45) – Verizon IndyCar Series practice #3
3:00 p.m. (21:00) – Qualifying for the Verizon P1 Award (three rounds of Verizon IndyCar Series knockout qualifications)
Samstag 14. Mai
11:30 a.m.-Noon (17:30 – 18:00) – Verizon IndyCar Series warm-up
3:30 p.m. (21:30) – ABC on air
3:50 p.m. (21:50) – Angie’s List Grand Prix of Indianapolis (82 laps/200 miles), ABC und Sport1 US (ab 21:45) (Live)

