Es ist erst Ende Mai und trotzdem steuert die IndyCar Series schon der Saisonmitte zu. Am Sonntag wird das achte von 16 Rennen ausgetragen.
Der Double-Header in Detroit ist der einzige in diesem Jahr. Das Rennen in Houston ist ganz Geschichte und aufgrund der Pan-Am Games findet in diesem Jahr auch nur ein Rennen in Toronto statt. Für 2016 ist der dortige Double-Header aber wieder fest eingeplant. Des Weiteren hat die IndyCar Series einen Vertrag mit Boston über fünf Jahre abgeschlossen. Das Rennen im Hafengebiet soll immer am Labor-Day-Wochenende ausgetragen werden und wird so den neuen Saisonabschluss Anfang September bilden. Außerdem versucht die IndyCar Series weiterhin, Veranstaltungen für einen früheren Saisonbeginn zu finden. Der diesjährige Auftakt Anfang März in Brasilia wurde ja kurzfristig abgesagt. Insgesamt soll der Kalender 19 bis 20 Rennen umfassen.
Nach den Feierlichkeiten in Indianapolis schrumpft das Feld der IndyCar Series wieder auf die üblichen 23 Starter. Für den verletzten James Hinchcliffe übernimmt Conor Daly den SPM-Dallara mit der Nummer 5. Schon beim Indy 500 war Daly für das Team von Sam Schmidt angetreten. Bei Dale Coyne sind Rodolfo Gonzales und Tristan Vautier für die Nummern 18 und 19 gemeldet. Auf Francesco Dracone müssen wir also leider verzichten. Auf der Homepage der IndyCar Series ist die ganze Entry-List (PDF) zu finden.
Strecke
Im dritten Jahr nutzt die IndyCar Series wieder die alte Variante des Raceway at Belle Isle. Die kurze Start-und Zielgerade mündet in eine schnelle Rechts-Links-Passage. Die längste Gerade der Strecke endet in einer 90 Grad Rechtskurve. An dieser Stelle sind Überholmanöver möglich. Durch den Belagwechsel von Asphalt zu Beton ist die Kurve aber nicht einfach zu fahren. Insgesamt ist das der technisch anspruchsvollste Teil der Strecke. Eine schnelle Rechts- und etwas engere Linkskurve führen wieder auf die zwischenzeitlich genutzte Strecke. Eine weitere 90 Grad Rechtskurve mit ziemlich rutschigem Belag bringt die Fahrer auf die geschwungene Gegengerade direkt am Detroit River entlang. Die Gerade wird durch einen Bogen ins Inselinnere unterbrochen. Beim Anbremsen der Rechtskurve ergibt sich eine zweite Überholmöglichkeit. Die folgenden Linkskurven werden als eine langgezogene Kurve durchfahren. Eine langsame Rechtskurve bringt die Fahrer wieder auf die Gerade. An der Spitze der Insel beschreibt der Casino Way zwei mittelschnelle Rechtskurven, bevor eine längere Gerade mit einem schnellen Rechtsknick am Ende wieder auf die Start-und Ziel-Gerade mündet.
Favoriten
Im Vorjahr gewannen Helio Castroneves und Will Power jeweils ein Rennen auf der Belle Isle und fuhren im anderen in die Top 5. In diesem Jahr haben die Fahrer von Roger Penske bisher drei von sechs Rennen gewonnen und Detroit ist die Heimat des Captain. Dort konnte auch Simon Pagenaud 2013 seinen ersten Sieg in der IndyCar Series überhaupt feiern. Ich würde nicht gegen Team Penske, vielleicht mit Ausnahme von Juan Pablo Montoya, wetten. In Folge seines Indy-500-Sieges musste der Kolumbianer für die Media-Tour durch die halben USA reisen. Man muss sehen, wie er diese Strapazen überwunden hat.
Um die Position des ersten Verfolgers von Team Penske sollten sich Scott Dixon und Graham Rahal streiten. Über die bisherige Saison gesehen ist Scott Dixon der Fahrer, der noch am besten mit Montoya, Power und Castroneves mithalten konnte. Graham Rahal in seinem unterlegenen Honda hat seinerseits die letzten drei Rennen in den Top 5 beendet, darunter waren zwei zweite Plätze. Dazu kommt, dass er auch in seinen beiden letzten schwächeren Jahren in Detroit eigentlich immer ganz gut zurechtkam. So belegte er im Vorjahr hinter Will Power Platz 2 im ersten Rennen.
Dahinter wird es dann ganz eng. Tony Kanaan ist, abgesehen vom Indy 500, eigentlich ein sicherer Kandidat für die Top 10. Ähnliches gilt auch für Sebastien Bourdais und Josef Newgarden, der aber, mit seinem Sieg in Birmingham, auch ein Beispiel für die Unberechenbarkeit der IndyCar Series ist. Ein Überraschungssieger wie zum Beispiel Mike Conway 2013 für Dale Coyne Racing ist auch in Detroit immer möglich. Aber bei der Stärke von Team Penske und Chip Ganassi Racing eher unwahrscheinlich.
Im Honda-Lager muss man sehen, ob sich Andretti Autosport so langsam aus senem Tief befreien kann. Seit dem Sieg von Ryan Hunter-Reay bei den Indianapolis 500 im Vorjahr läuft es nicht mehr rund. Dies sieht man gut in der Bilanz von Hunter-Reay. Inklusive des Sieges beim Indy 500 startete er mit zwei Siegen zwei zweiten Plätzen und einem Ausfall, durch einen Unfall im Kampf um die Führung in Long Beach, in die Saison. In den 19 Rennen seitdem kamen nur noch ein Sieg und ein zweiter Platz hinzu. Seine Teamkollegen blieben ganz ohne Sieg und konnten nur drei dritte Plätze einfahren. Andretti Autosport ist seit einem Jahr kein Topteam mehr.
Die kleinen Teams wie SP Motorsport, die auch noch den Ausfall von James Hinchcliffe verkraften müssen, AJ Foyt Enterprises, Dale Coyne Racing und Bryan Herta Autosport leiden besonders unter den Aero Kits von Honda. Ihnen fehlen die Ressourcen für eigene Verbesserungen. Sie bestreiten so eher ein Rennen im Rennen unter sich. Um die Topteams ärgern zu können, brauchen sie schon eine gute Strategie und ein wenig Glück. James Hinchcliffe hat es in New Orleans vorgemacht.
Zeitplan (local time, MESZ)
Freitag 29. Mai
10:35 – 11:50 a.m. (16:35 – 17:50) – Verizon IndyCar Series practice
3:40 – 4:55 p.m. (21:40 – 22:55) – Three rounds of Verizon IndyCar Series knockout qualifications
Samstag 30. Mai
8:55 – 9:25 a.m. (14:55 – 15:25) – Verizon IndyCar Series practice
3:30 p.m. (21:30) – Übertragungsbeginn ABC; Sport1 US
3:50 p.m. (21:50) – Chevrolet Dual in Detroit #1 green flag, 70 laps/164.5 miles
Sonntag 31. Mai
10:20 a.m. (16:20) – Systems check
11:25 a.m.-11:55 a.m. (17:25 – 17:55) – Verizon IndyCar Series group qualifications, two groups, 15 minutes each
3:30 p.m. (21:30) – Übertragungsbeginn ABC; Sport1 US
3:50 p.m. (21:50) – Chevrolet Dual in Detroit #2 green flag, 70 laps/164.5 miles


