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IndyCar: Analyse 110th Indianapolis 500

The Greatest Spectacle in Racing

von Rainer
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Am Sonntag krönte Felix Rosenqvist seine außergewöhnliche Karriere mit dem Sieg beim Indy 500, während David Malukas wie im Vorjahr nur Platz zwei erreichte.

Im Vorfeld des Rennens war Regen ein bestimmendes Thema. Die Vorhersagen reichten von Regenschauern am Vormittag bis zu Gewittern am Nachmittag. Am Sonntag blieb es dann trocken und pünktlich konnte Brandon Fraser die grüne Flagge schwenken. In den ersten 17 Runden wechselten sich Alex Palou und Alexander Rossi an der Spitze ab. So konnten beide im Windschatten des anderen Benzin sparen. In der Spitzengruppe verbesserte sich Felix Rosenqvist auf Platz drei vor David Malukas. In der Anfangsphase fiel Josef Newgarden besonders auf. Er hatte sich schnell von Startplatz 23 auf Platz 16 vorgefahren. Unter anderem überholte er dabei Nolan Siegel und Christian Lundgaard gleichzeitig außen in Kurve 3.

Diese Anfangsphase endete in Runde 18 mit einem Crash: Ryan Hunter-Reay verlor ausgangs Kurve 2 die Kontrolle über seinen Wagen und Katherine Legge konnte ihm nicht mehr ausweichen. Das war einfach Pech für Legge, wie es halt manchmal zuschlägt. Fast das gesamte Feld kam zum ersten Stopp an die Box. Alexander Rossi fiel aufgrund eines Problems mit der Radmutter hinten rechts auf Platz 17 zurück. Den größten Sprung nach vorne machte Scott McLaughlin, dessen Penske-Crew ihn auf Platz sieben hinter Felix Rosenqvist brachte. Rinus VeeKay, Romain Grosjean, Caio Collet und Jack Harvey blieben auf der Strecke und hofften auf die alte Weisheit: „Cautions bringen Cautions hervor.” Und sie sollten Recht behalten.

Im Hinterfeld fuhren die Fahrer zu dritt nebeneinander in Kurve 1 hinein. Das geht nicht gut. Ed Carpenter war in der mittleren Linie eingeklemmt, verlor dort die Kontrolle über seinen Wagen und schlug hart in die Mauer von Kurve 1 ein. Carpenter ließ seinen Ärger direkt auf der Strecke freien Lauf. So aggressiv beim Restart in Runde 28 zu fahren, ist einfach dumm. Da kann man den Ärger schon verstehen. Rinus VeeKay und Jack Harvey holten nun ihren Stopp nach. So kam Rookie Caio Collet an die Spitze. Doch schnell zogen Alex Palou und Conor Daly wieder an ihm vorbei. Etwas weiter hinten setzte Josef Newgarden seinen Sturmlauf nach vorne fort. In Runde 35 lag er bereits auf Platz 8, seine Teamkollegen David Malukas (Platz 7) und Scott McLaughlin (Platz 4) lagen jedoch noch vor ihm. Collet und Grosjean musste man aus der Spitzengruppe allerdings noch herausrechnen, da sie ihren ersten Stopp noch nicht absolviert hatten.

Nach diesen beiden Stopps konnte Alex Palou hinter Romain Grosjean und Caio Collet, die also fast eine Runde verloren hatten, Benzinsparen. Das war ein fast perfektes Szenario für den Titelverteidiger. Mit Conor Daly und allen drei Penske-Chevrolets hinter ihm hatte er jedoch starke Konkurrenz im Nacken. Ab Runde 61 kamen die ersten Wagen zum zweiten Stopp an die Box. Die Penske-Chevrolets folgten in Runde 62, die Hondas von Rosenqvist und Palou eine Runde später. Noch eine Runde mehr quetschte Benzinsparmeister Scott Dixon aus seinem Tank. Das brachte ihn von Platz 8 auf Platz 3 nach vorne. In Runde 69 übernahm er sogar die Führung und wechselte sich dort mit seinem Teamkollegen Alex Palou ab. Felix Rosenqvist blieb auf Platz drei vor den drei Penskes: David Malukas, Josef Newgarden und Scott McLaughlin. Conor Daly fiel auf Platz sieben vor Pato O’Ward und Marcus Ericsson zurück. Beim Stopp verlor Santino Ferrucci noch mehr Plätze, da ein Mechaniker eine Radmutter verlor und erst die Ersatzmutter aufnehmen musste.

Mit zunehmender Renndauer wurde die Gefahr von Regen immer größer. Kurz vor der Halbzeit löste jedoch Will Powers Honda-Motor die nächste Caution aus. Auf der Start- und Zielgeraden verabschiedete er sich und verteilte Flüssigkeiten auf der Strecke. Glücklicherweise rutschte niemand auf den Spuren aus. Derweil musste auch Alexander Rossi seinen Wagen abstellen. Aus dem Motorbereich schlugen Flammen. Nachdem er seinen Wagen am Montag zerstört hatte, war als Ersatz genau der Wagen im Einsatz, der vor einem Jahr in der Box Feuer gefangen hatte. Vielleicht sollte das Team den Wagen einfach in Frieden abbrennen lassen. In Runde 97 kamen fast alle unter Gelb an die Box. Scott Dixon hielt die Führung vor seinem Teamkollegen Alex Palou. Dahinter folgten die Penskes: David Malukas, Josef Newgarden und Scott McLaughlin. Felix Rosenqvist fiel auf Platz sieben noch hinter Pato O’Ward zurück. Zur Halbzeit komplettierten Marcus Ericsson, Conor Daly und Marcus Armstrong die Top 10. Pünktlich fielen jetzt auch die ersten Regentropfen auf die Strecke. In Runde 105 wurde das Rennen zunächst unterbrochen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter und ab Runde 110 waren die Wagen wieder im Renntempo unterwegs. Scott Dixon hatte einen schwachen Restart und fiel auf Platz 5 zurück. David Malukas holte sich den Platz an der Spitze vor Alex Palou. Conor Daly schob sich an Josef Newgarden vorbei auf Platz 4. Nach nur sechs Runden war der Spaß aufgrund von Regentropfen aber schon wieder vorbei und das Pace-Car übernahm die Führung.

Nach der 125. Runde sollte es aber weitergehen. Vor Kurve 4 beschleunigten die Fahrer wieder auf Renntempo. Josef Newgarden fuhr mit dem linken Vorderrad zu weit unter die weiße Linie und verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. In der Folge schlug er hart in die Safer-Barrier von Kurve 4 ein. Damit war einer der schnellsten Wagen im Feld ausgeschieden. Nach zwei Siegen war es der zweite Ausfall von Newgarden beim Indy 500 in Folge. In Runde 131 kamen einige Fahrer unter Gelb an die Box. An der Spitze dieser Gruppe lag Pato O’Ward vor Felix Rosenqvist und Marcus Armstrong. Durch Benzinsparen, mehr Runden unter Gelb oder einen Abbruch aufgrund von Regen konnten sie das Ziel mit nur einem weiteren Stopp erreichen. Die Spitzengruppe musste auf jeden Fall noch zweimal an die Box.

Der Restart in Runde 134 war aufgrund der Regengefahr wild. Auf der Start- und Zielgeraden fuhren sie zu viert nebeneinander. Conor Daly setzte sich zunächst an die Spitze. Aber das währte nicht lange. Mit der Gefahr eines Rennabbruchs aufgrund von Regen wurde jede Runde gefahren, als ob es die letzte wäre. David Malukas, Alex Palou, Scott McLaughlin und Conor Daly schenken sich nichts. Mindestens einmal, meist sogar in Kurve 1 und 3 änderte sich die Führung. Nach Runde 147 kamen David Malukas und Scott McLaughlin an die Box. Die restliche Spitzengruppe folgte eine Runde später. Nach den Stopps waren sie wieder gemeinsam als sehr kleine Spitzengruppe auf der Strecke.

An der Spitze lagen Felix Rosenqvist, Kyffin Simpson, Pato O’Ward und Marcus Armstrong. Die große Frage war, ob sie mit nur noch einem Stopp das Ziel erreichen könnten oder ob Palou und Co. den Sieg einfahren würden. Während sich Palou und Malukas an der Spitze ihrer Gruppe weiter abwechselten, fuhr Rosenqvist ständig vorne im Wind. Pato O’Ward auf Platz drei war langsamer und schien mehr Benzin zu sparen. In Runde 165 musste O’Ward aber schon an die Box. Das war zu früh für eine Fahrt ins Ziel. Felix Rosenqvist konnte zwei Runden länger draußen bleiben. Die 33 Runden waren das absolute Maximum, das man aus einem Tank herausholen kann. Er kam aber hinter Pato O’Ward wieder auf die Strecke. Sie lagen auf den Plätzen vier und fünf hinter David Malukas, Alex Palou und Scott McLaughlin.

Ab Runde 170 zerfiel die ehemalige Spitzengruppe. Zunächst konnte McLaughlin das Tempo der beiden Spitzenfahrer nicht mehr mitgehen und verlor etwas Zeit. Etwas später musste auch Palou Malukas ziehen lassen. In Runde 175 hatte er fast 1,5 Sekunden Rückstand. Dann standen die finalen Boxenstopps an. Dabei blieb David Malukas klar vor Alex Palou und Scott McLaughlin.

In Runde 180 führte Pato O’Ward knapp vor Felix Rosenqvist, dessen Wagen aber nicht mehr ideal auf der Strecke zu liegen schien. Mehrfach musste er in den Kurven korrigieren. Marcus Armstrong fehlten bereits 3 Sekunden. David Malukas lag mit 25 Sekunden Rückstand auf O’Ward auf Platz 8. Alex Palou lag weitere zwei Sekunden zurück. In Runde 185 übernahm Rosenqvist in Kurve 1 die Führung. Schnellster Pilot war jedoch David Malukas. Es waren jedoch zu wenige Runden bis ins Ziel, um die Lücke noch einmal zu schließen. Derweil gab Mick Schumacher, der auf Platz 19 lag, Rosenqvist Windschatten.

Das Rennen hatte jedoch noch mehr Drama zu bieten. In der 190. Runde schlug Caio Collet sehr hart in die Safer-Barrier von Kurve 2 ein. Der Unfall war ähnlich wie der von Ryan Hunter-Reay. Die Rennleitung unterbrach daraufhin das Rennen. So bekamen wir noch einen Sprint über fünf Runden ins Ziel. Die Reihenfolge beim Restart war folgende: Felix Rosenqvist, Pato O’Ward, Marcus Armstrong, David Malukas, Romain Grosjean, Alex Palou, Santino Ferrucci, Takuma Sato, Rinus VeeKay und Scott McLaughlin.

Beim Restart zog Marcus Armstrong in Kurve 1 an die Spitze. David Malukas quetschte sich auf Platz 2 nach vorne. Dahinter folgten Felix Rosenqvist und Pato O’Ward. Rinus VeeKay und Scott McLaughlin hatten sich auf die Plätze fünf und sechs vorgeschoben. Mick Schumacher touchierte die Mauer von Kurve 1, woraufhin die Rennleitung sofort die gelbe Flagge warf. Somit gab es einen finalen Restart für die letzte Runde.

David Malukas ging bereits vor Kurve 1 außen an Marcus Armstrong vorbei. Dasselbe versuchte auch Rosenqvist. Die beiden Meyer-Shank-Racing-Piloten fuhren fast die ganze Runde nebeneinander. Malukas sah schon fast wie der Sieger aus. Erst in Kurve 4 konnte sich Rosenqvist im Kampf final durchsetzen. Im Windschatten saugte er sich auf der Start- und Zielgeraden weiter an, und nur wenige Meter vor der Ziellinie schob er seinen Frontflügel nach vorne. Das war das knappste Finish (0,0233 Sekunden) in der langen Geschichte des Indy 500. Dahinter fuhr Scott McLaughlin noch an Pato O’Ward und Marcus Armstrong vorbei. Diese drei trennten nicht einmal 0,01 Sekunden, die Top 5 kamen insgesamt innerhalb von 0,44 Sekunden ins Ziel. Die letzten Runden waren der absolute Wahnsinn.

Das gilt auch für die Bilder nach der Zieldurchfahrt. Während Felix Rosenqvist gemeinsam mit Mike Shank, Jim Meyer und Helio Castroneves feierte, saß David Malukas noch eine Weile in seinem Wagen. Im Interview fragte er mit tränenerstickter Stimme, was er besser hätte machen sollen. Nichts. Felix Rosenqvist und sein Meyer-Shank-Racing-Honda waren einfach besser und die Ziellinie lag 100 Meter zu weit hinten. Malukas fährt eine starke erste Saison für Team Penske, und sein erster Sieg in der IndyCar-Serie ist nur eine Frage der Zeit.

Im Finale spielte Alex Palou, einer der dominierenden Fahrer des Rennens, keine Rolle mehr. Er kam hinter Rinus VeeKay auf Platz sieben ins Ziel. Santino Ferrucci, Romain Grosjean und Takuma Sato komplettierten die Top 10, während Conor Daly nach einem in weiten Teilen fantastischen Rennen nur Platz 11 erreichte. Mick Schumacher wurde auf Platz 18 gewertet. Damit war er der beste Rookie in diesem Jahr. Im Gegensatz zu seinen Rookie-Kollegen hat er nur einen kleinen Fehler begangen. Dennis Hauger war lange deutlich besser unterwegs, war aber zu schnell in der Boxengasse. Die Strafe beförderte ihn aus der Führungsrunde. Caio Collet lag aufgrund der anderen Strategie zeitweise sogar in Führung. Mit einem Fahrfehler verabschiedete er sich jedoch in die Mauer. Jacob Abel war einfach zu langsam und kam mit zwei Runden Rückstand auf dem 24. Platz ins Ziel.

Auch im Rennen war von Andretti Global nicht viel zu sehen. Das hatte sich bereits in den Trainings und der Qualifikation angedeutet. Keiner der drei Wagen tauchte in der Spitzengruppe auf. Die Plätze 13 für Marcus Ericsson und 16 für Kyle Kirkwood spiegelten die mangelnde Geschwindigkeit der Wagen wider. Ähnlich erging es Chip Ganassi Racing. Als es noch darum ging, Benzin zu sparen und das Material zu schonen, waren sie das Maß aller Dinge im Feld. Alex Palou, Scott Dixon und Kyffin Simpson sammelten 95 Führungsrunden ein. In den letzten 50 Runden waren es jedoch nur noch vier, die auf das Konto von Simpson mit einer etwas anderen Strategie gingen. Als es darauf ankam, hatten sie keine Chance mehr gegen Meyer Shank Racing, Team Penske und Pato O’Ward für McLaren.

Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar Series (PDF) nachgelesen werden.

Das diesjährige Indy 500 war nicht nur ein fantastisches, sondern auch ein Rennen der Superlative. Wie bereits erwähnt, gab es noch nie ein engeres Finish. Den vorherigen Rekord hielt Al Unser Jr. mit 0,043 Sekunden Vorsprung vor Scott Goodyear im Jahr 1992. Es wurden 70 Führungswechsel gezählt. Das sind noch mal zwei mehr als 2013. Trotz seines Ausfalls aufgrund eines mechanischen Defekts hat Helio Castroneves 12 480 Meilen im Indy 500 absolviert. Damit überholte er A. J. Foyt, der nur 12 272,5 Meilen schaffte. Auch in seinem 23. Start hat Ed Carpenter den Sieg verfehlt. Damit ist er der Fahrer mit den meisten Starts ohne Sieg. Im nächsten Jahr wird er sicherlich wieder versuchen, diesen Rekord zu brechen. Santino Ferrucci startete achtmal ins Indy 500 und absolvierte jedes Mal die volle Anzahl von 200 Runden. Zum Vergleich: Für Josef Newgarden und Scott Dixon gingen im Vorjahr Serien von sieben Indy 500 in voller Distanz zu Ende.

Post-Race Technical Violation

Auch nach dem Rennen in diesem Jahr müssen wir wieder über illegale Wagen sprechen. Diesmal war es die #10 von Alex Palou, bei der die Höhe der Endplatte des Frontflügels nicht regelkonform war. Palou bekommt dafür fünf Punkte in der Meisterschaft abgezogen und das Team muss eine Strafe in Höhe von 10.000 $ zahlen.

In der Meisterschaft führt trotzdem weiterhin Alex Palou mit 273 Punkten. Jetzt liegt er jedoch vor David Malukas (236 Punkte) und Kyle Kirkwood (224 Punkte). Es folgen die beiden McLaren-Piloten Christian Lundgaard (195 Punkte) und Pato O’Ward (188 Punkte). Indy-500-Sieger Felix Rosenqvist (176 Punkte) liegt auf Platz sieben hinter Scott McLaughlin (181 Punkte).

Am nächsten Wochenende geht es für die IndyCar-Series schon wieder weiter. In den Straßen von Detroit steht der Chevrolet Detroit Grand Prix an.

during The NTT IndyCar Series Indianapolis 500 on Sunday, May 24, 2026, at the Indianapolis Motor Speedway in Indianapolis, Indiana (Photo by Jeff Hilliker/IMS Photos)
110th Running of the Indianapolis 500 Presented by Gainbridge
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