Die BTCC zeigte am vergangenen Wochenende auf dem National Circuit von Donington Park einen tollen Saisonauftakt mit (seit dieser Saison neu) vier sehenswerten Rennen, die einige Überraschungen boten.
Dass Ash Sutton mit zwei Siegen als der große Gewinner des Saisonauftakts aus Donington abreiste, ist auf dem Papier von vornherein nicht unwahrscheinlich gewesen, kam aber nach einem Ausfall im seit dieser Saison neuen Qualifying-Rennen und damit dem letzten Startplatz im ersten Lauf letzten Endes doch überraschend.
Zunächst sah aber alles nach Business as Usual aus: Der Champion des Vorjahres, Tom Ingram, war mit der Bestzeit im Freien Training von Beginn an schnell und souverän im Hyundai i30 von Team VERTU unterwegs. Im neuen, ab dieser Saison zweigeteilten Qualifying setzte Ingram seine Pace dann fort und sicherte sich in seiner Qualifying-Gruppe die Bestzeit, die schließlich auch insgesamt die schnellste Zeit war und damit die Pole Position bedeutete.
Den zweiten Startplatz sicherte sich Ash Sutton als Schnellster der zweiten Qualifying-Gruppe im neuen Ford Focus Saloon. Somit fanden sich die Titelkontrahenten des vergangenen Jahres zum Start der neuen Saison passenderweise nebeneinander in der ersten Startreihe wieder.
Beim Start zum seit dieser Saison neuen Qualifying Race, offiziell „Race to Pole“ genannt, das zugleich die Startaufstellung für den ersten Lauf am Sonntag festlegt (siehe Saisonvorschau), offenbarte sich dann, dass nicht nur die Fans sondern anscheinend auch die Fahrer nach der langen Rennpause im Winter sehr auf Rennaction brannten. Statt eines konservativen, materialschonenden Ansatzes hieß es auf den vorderen Startplätzen eher volle Attacke vom Start weg.
Sutton probierte sofort nach Erlöschen der Startampel, Ingram zu attackieren, und die von den Startplätzen drei und vier gestarteten Dan Rowbottom im nagelneuen Mercedes A35 des Plato Racing Teams sowie Dan Cammish im zweiten NAPA Racing UK Ford Focus versuchten ihrerseits, sich an die Spitze durchzudrücken. Die erste Runde verlief dementsprechend wild, und Ingram hatte alle Hände voll zu tun, zunächst Sutton und dann den auf der Gegengeraden mit fulminantem Speed attackierenden Rowbottom hinter sich zu halten.
Nach dem ersten Umlauf wurde es dann beim Anbremsen von Redgate zu wild: Sutton probierte innen in eine Lücke zu stoßen, die Ingram sofort dicht machte. In der Folge touchierte Sutton Ingram und geriet mit der rechten Fahrzeugseite auf die Wiese, verlor dann die Kontrolle und drehte sich quer über die Strecke, wo er in Redgate Corner ausgerechnet seinen Teamkollegen Cammish traf. Dieser versuchte noch alles, um auszuweichen, konnte die Kollision – bei der Suttons Heckschürze abriss – aber nicht mehr verhindern. Sutton strandete im Kiesbett, und Cammish verlor mehrere Positionen und fiel ins Mittelfeld zurück.
Hinter den führenden Ingram und Rowbottom hatte sich derweil Toyota-Pilot Josh Cook auf Position drei eingereiht. Rowbo und Cook konnten zunächst Anschluss an Ingram halten, bevor sich der Hyundai-Pilot ab etwa der dritten Runde des 13-Runden-Rennens sukzessive abzusetzen begann.
Für Ingram drohte jedoch Ungemach: Weil sein Auto beim Start über seine Startbox hinausgeragt war, belegte ihn die Rennleitung mit einer Fünf-Sekunden-Strafe, die ihn gemäß des Zwischenstands zur Rennhalbzeit auf etwa Platz fünf bis sieben zurückgeworfen hätte. In den letzten drei Rennrunden zeigte Ingram dann aber, welche Reserven der Hyundai noch zur Verfügung hatte, und drehte Rundenzeiten, die ein bis eineinhalb Sekunden schneller waren als der Rest des Feldes.
Beinahe hätte er das unmöglich Scheinende möglich gemacht und querte die Ziellinie am Ende fast fünf Sekunden vor Rowbottom, der letzten Endes nach Addition der Strafe um 0,24 Sekunden der erste „Race to Pole“-Sieger in der Geschichte der BTCC wurde. Und nicht nur das: Gleich beim ersten Rennen des neuen Plato Racing Teams holte er den ersten Sieg. Teamchef Jason Plato war logischerweise außer sich und sprang wie ein Teletubbie durch die Boxengasse.
Ingram blieb am Ende immerhin der zweite Platz, knapp vor Josh Cook, der im Speedworks-Toyota eine starke Leistung zeigte. Nicht minder beeindruckend war dahinter Mikey Doble mit Platz vier im neuen Audi S3 von Power Maxed Racing. Doble und der dahinter fünftplatzierte Charles Rainford waren die beiden Fahrer, die sich innerhalb der Top 10 gegenüber ihrem ursprünglichen Qualifying-Ergebnis (P8 Doble, P9 Rainford) am stärksten im Race to Pole verbessern und damit ihre Ausgangsposition für den ersten Lauf am Sonntag optimieren konnten.
Die Top Ten komplettierten Tom Chilton, der nicht denselben Speed hatte wie Teamkollege Ingram und im Race to Pole gegenüber seinem Qualifying-Ergebnis verlor, Adam Morgan im zweiten Plato-Mercedes, Aiden Moffat im PMR-Audi, Gordon Shedden im Laser-Tools-Toyota und Dexter Patterson in einem weiteren PMR-Audi. Auch Shedden und Patterson konnten sich im Rennen entscheidend gegenüber ihrer Qualifying-Position verbessern. Zudem unterstrichen Patterson sowie Teamkollege Moffat die starke Form, die die neuen PMR-Audis anscheinend haben.
Dan Cammish kämpfte nach der Kollision mit Teamkollege Sutton lange mit Moffat und Shedden, fiel dann aber nach einer missglückten Attacke auf Shedden in der letzten Runde zurück und belegte nur Platz 13 hinter Árón Taylor-Smith im zweiten Laser-Tools-Toyota und BTCC-Rückkehrer Ricky Collard im Hyundai.
Die Ford-Piloten von NAPA Racing UK waren somit die größten Verlierer des Qualifikationsrennens. Kein einziger Ford fand sich in den Top 10 wieder, und Sutton musste Lauf 1 am Sonntag nach dem Ausfall im Race to Pole gar vom allerletzten Startplatz in Angriff nehmen.
Diese scheinbar schlechte Ausgangslage für den ersten vollen Lauf des Jahres ließ Sutton aber logischerweise nicht auf sich sitzen. Vom Start weg blieb der vierfache Champion im ersten Lauf auf Attacke. Bereits nach der ersten Runde lag Sutton auf Platz 15 und kämpfte sich nur wenige Umläufe später in die Top 10 vor.
Gegen Rennende klopfte er dann an die Top 3 an, konnte aber zunächst nicht den Anschluss an den zu diesem Zeitpunkt auf Platz drei liegenden Mikey Doble halten und geriet seinerseits unter Druck von den hinter ihm liegenden Charles Rainford im BMW und Adam Morgan im Mercedes. Morgan verwickelte Rainford jedoch in einen Zweikampf, den er letzten Endes für sich gewann und Sutton damit etwas Luft verschaffte.
Gleichzeitig gelang es Doble, dessen Audi eine sensationelle Performance ablieferte, den zweitplatzierten Dan Rowbottom zu bezwingen. Rowbottom hatte in den letzten Rennrunden keinen Zusatzboost mehr und fiel sukzessive hinter Doble zurück – direkt in die offenen Arme von Sutton. Pünktlich zur letzten Runde war Sutton dann an Rowbottoms Stoßstange, reduzierte aber im letzten Moment das Risiko, den zu diesem Zeitpunkt Drittplatzierten anzugreifen, da über die Rennleitung vermeldet wurde, dass der Mercedes-Pilot eine Zehn-Sekunden-Strafe für das wiederholte Überfahren von Track Limits erhalten hatte.
Rowbottom querte die Ziellinie somit zwar knapp vor Sutton, fiel dann aber aufgrund der Zeitstrafe auf den elften Platz zurück. Was ihm am Vortag den Sieg gegen Ingram gebracht hatte, wurde Rowbo nun also selbst zum Verhängnis.
Zuvor hatte der Lauf für den Polesitter und Sensationsmann des Race to Pole schon nicht optimal begonnen. Beim Start kämpfte Rowbottom mit der Kupplung, kam nicht gut weg und musste sich sowohl Tom Ingram, der einen Raketenstart hinlegte, als auch Josh Cook und Charles Rainford geschlagen geben.
Während Ingram sich an der Spitze in den ersten Runden souverän um mehrere Wagenlängen absetzte, entbrannte dahinter zwischen Cook, Rainford und Rowbottom ein munterer Kampf um die weiteren Plätze. Rowbottom gelang es zwar rasch, sich wieder an Rainford vorbeizukämpfen, biss sich aber anschließend an Cook die Zähne aus. Zudem hatte der Mercedes-Pilot überproportional viel Zusatzboost verbraucht, um seinen schlechten Start wettzumachen, was sich – wie angesprochen – später im Kampf mit Doble rächen sollte.
Der von Josh Cook angeführten Verfolgergruppe gelang es dann sogar, die Lücke zum zwischenzeitlich enteilten Tom Ingram wieder leicht zu schließen. Im Gegensatz zu seinen unmittelbaren Verfolgern auf den vorderen Startplätzen – Cook, Rowbottom, Rainford und Doble, die sich für den ersten Lauf alle für den weicheren und schnelleren Optionsreifen entschieden hatten – war Ingram mit dem Medium-Standardreifen unterwegs.
Bevor es aber ernsthaft spannend im Kampf um die Spitze werden konnte, schlug das Schicksal für den bis dato famos fahrenden Cook in der achten Runde zu: In der Schikane platzte sein linker Hinterreifen, was ihn in die Reifenstapel und ins Kiesbett beförderte.
Nach Beendigung der zur Bergung des gestrandeten Toyotas notwendigen Safety-Car-Phase schaffte es Ingram dann, die Führung gegen den nun wieder zweitplatzierten Rowbottom zu verteidigen. Dahinter gelang Mikey Doble auf der Gegengeraden eine erfolgreiche Attacke gegen den drittplatzierten Charles Rainford – eine Gelegenheit, die auch Ash Sutton sogleich nutzte, um den BMW-Piloten bei seiner bereits beschriebenen Aufholjagd zu überholen.
Während Ingram weiterhin die Führung kontrollierte, fuhr Doble Stück für Stück die zwischenzeitlich entstandene Lücke zu Dan Rowbottom zu und konnte den Mercedes-Piloten, der seinen Zusatzboost nun komplett aufgebraucht hatte, schließlich in der 18. Runde auf der Gegengeraden für den zweiten Platz überholen. Rowbottom fiel in der Folge – wie bereits beschrieben – weiter zurück und geriet in den letzten Runden unter Druck von Sutton.
Doble, der sehr gut mit seinem Zusatzboost und dem Verschleiß der Soft-Reifen gehaushaltet hatte, war in den letzten Runden sogar schneller als Ingram, kam aber nicht mehr in Schlagdistanz, um ihm ernsthaft gefährlich zu werden.
Der zweite Platz – gleichbedeutend mit dem Sieg in der Independent-Wertung – wäre beim Debüt des von Power Maxed Racing komplett neu entwickelten Audi S3, nachdem dem Team im vergangenen August die gesamte Werkstatt mitsamt Rennwagen abgebrannt war, aber ohnehin schon sensationell gewesen. Die Freude beim Team um Adam Weaver war dementsprechend riesig.
Doch knapp 90 Minuten nach Beendigung des ersten Laufs sollte die Freude noch größer werden: Tom Ingram wurde nachträglich disqualifiziert, weil der Ladedruck an seinem Turbolader zeitweise zu hoch war – an sich kein wirklicher Performance-Vorteil, aber gemäß Reglement klar mit einer Disqualifikation zu anden. Somit ging der erste Laufsieg des Jahres 2026 an Mikey Doble und Power Maxed Racing, was zugleich den ersten Audi-Sieg in der BTCC seit 2019 bedeutete.
Den zweiten Platz erbte Ashley Sutton, der – obwohl er die Ziellinie als Vierter überquert hatte – von den Strafen gegen Ingram und Rowbottom profitierte, was seine ohnehin schon beeindruckende Aufholjagd zusätzlich versüßte. Platz drei wäre ursprünglich an Rowbottoms Teamkollegen Adam Morgan gegangen, doch auch der Mercedes-Pilot erhielt eine Strafe wegen Overboostings. Das Vergehen war jedoch nicht so schwerwiegend wie bei Ingram, sodass Morgan nicht disqualifiziert wurde, aber mit einer Fünf-Sekunden-Strafe im dichten Feld auf den zehnten Platz zurückfiel.
Platz drei ging dann am Ende an BMW-Pilot Charles Rainford, der ein sauberes Rennen fuhr, bei dem er lediglich in den letzten Runden etwas Performance mit abbauenden Soft-Reifen verlor. Auf den weiteren Positionen dahinter landeten Dan Cammish, Gordon Shedden (nach Cooks Ausfall bester Toyota), die beiden weiteren PMR-Audis von Aiden Moffat und Dexter Patterson, Árón Taylor-Smith, Tom Chilton sowie der bereits erwähnte strafversetzte Adam Morgan.
Als wäre das Pech mit der Disqualifikation im ersten Lauf nicht schon genug auf Ingrams Seite, brachte Lauf 2 dann keine Verbesserung. Anstatt seinen Startplatz am Ende des Feldes einzunehmen, rollte Ingram nach Beendigung der Einführungsrunde an die Box und stellte seinen Hyundai mit kaputter Lichtmaschine ab. Auch für einen der weiteren im ersten Lauf Bestraften versprach Lauf 2 keine Wendung des Blatts: Dan Rowbottom musste seinen Mercedes schon nach einer Runde mit Fehlzündungen abstellen.
Und auch Rennsieger Mikey Doble erlebte im zweiten Lauf, wie nah Freude und Trübsal beieinanderliegen: Bereits beim Start verlor er seine Führungsposition gegen Ash Sutton und Charles Rainford und fiel im Verlauf des Rennens wie der sprichwörtliche Stein durchs Feld. Nach dem Sieg reichte es für ihn im zweiten Lauf mit nur zwei zur Verfügung stehenden Runden Zusatzboost nur für Platz 14.
Das Geschehen an der Spitze bestimmten zunächst Ash Sutton und Charles Rainford. Der von Platz drei gestartete BMW-Pilot katapultierte sich dank Heckantriebsvorteil an die Spitze und bog als Führender in Redgate Corner ein. Von der Außenbahn stieß der kaum weniger gut gestartete Sutton aber sogleich nach innen und ging – inklusive leichtem Rempler – noch vor Hollywood an Rainford vorbei in Führung.
Die Führung behielt Sutton dann auch souverän nach einer Safety-Car-Phase, die nötig wurde, weil Nic Hamilton sich im Startgetümmel noch in der ersten Kurve ins Kiesbett gedreht hatte. In der Folge setzte sich Sutton mühelos ab und fuhr einem nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen.
Rainford konnte sich dahinter zunächst lange auf dem zweiten Platz halten, bekam aber zunehmend Druck von Suttons Teamkollege Dan Cammish, dem wiederum Gordon Shedden im Toyota und Aiden Moffat im Audi im Nacken saßen. Die beiden Schotten, die bereits im Race to Pole und im ersten Lauf im Parallelflug unterwegs gewesen waren, setzten im Gegensatz zu Cammish vor ihnen in diesem Lauf auf die weichen Optionsreifen. Bis zur Rennhalbzeit bekamen die beiden zudem Gesellschaft vom ebenfalls weich bereiften Daryl DeLeon, der sich von Startplatz zwölf nach vorne gearbeitet hatte.
Zu Beginn der 16. Runde gelang es Cammish dann vor Redgate, an Rainford vorbeizugehen und eine Doppelführung für den neuen Ford Focus Saloon herzustellen. Drei Runden später musste Rainford sich auch dem mit Zusatzboost für jede der verbleibenden Rennrunden ausgestatteten Toyota von Gordon Shedden geschlagen geben. Der erfolgreichen Attacke von Shedden in Redgate schlossen sich sogleich auch Moffat und DeLeon an, die vor Old Hairpin ebenfalls an Rainford vorbeigehen konnten. Bis zur Zielflagge konnte Shedden dann noch die Lücke zu Cammish zufahren, kam aber nicht mehr in Reichweite für eine Attacke.
Das Podium des zweiten Laufs bildeten also Ash Sutton, Dan Cammish und Gordon Shedden. Dahinter belegten Aiden Moffat, Daryl DeLeon, Charles Rainford, Dexter Patterson, Ricky Collard, Adam Morgan und Josh Cook die weiteren Positionen innerhalb der Top Ten. Collard und Cook zeigten dabei starke Aufholjagden, nachdem sie nach ihren Ausfällen im ersten Lauf von ganz hinten gestartet waren. Der weich bereifte Collard hatte sich dabei ein wenig besser als der auf Medium-Reifen gestartete Cook geschlagen, was direkt nach dem Rennen belohnt wurde: Collards achter Platz wurde zur Pole Position für den dritten und letzten Lauf des Tages ausgelost.
Und BTCC-Rückkehrer Collard brannte bereits vor dem Start zum dritten Lauf darauf, diese Pole Position in einen Sieg zu verwandeln. Beim Start konnte er die Führung dann auch zunächst gegen die wie üblich sehr gut startenden Rainford und DeLeon verteidigen, während sich der von Startplatz zwei gestartete Dexter Patterson den beiden BMWs noch vor der ersten Kurve geschlagen geben musste.
In der zweiten Runde schaffte Rainford dann in Old Hairpin eine erfolgreiche Attacke auf Collard und konnte die Führung übernehmen, während sich dahinter Ash Sutton, der nach dem Start bereits Fünfter war, an Patterson und DeLeon vorbei auf den dritten Platz vorschob. Nur einen halben Umlauf später konterte Collard jedoch sehenswert gegen Rainford in Redgate und holte sich die Führung zurück. Rainford bekam es daraufhin direkt mit dem dahinter lauernden Sutton sowie Patterson, der sich nicht abschütteln ließ, zu tun.
In der Schikane vor Start und Ziel wurde es dann kurzzeitig etwas wild, als Patterson mit Sutton aneinandergeriet, was den Ford-Piloten in einen wilden Quersteher schickte. Die Position konnte der vierfache Champion jedoch behaupten, und in der Folge war es dann Patterson, der eine weitere Position gegen Suttons Teamkollegen Cammish verlor, der durch das Gerangel zur Kampfgruppe aufgeschlossen hatte.
Collard hatte sich unterdessen an der Spitze etwas absetzen können, doch nachdem Sutton, Cammish und der nun ebenfalls vorne aufgetauchte Aiden Moffat in der fünften Runde erfolgreich an Rainford vorbeigehen konnten, fuhr Sutton die Lücke zum führenden Hyundai sukzessive wieder zu.
Als Sutton dran war und alles nach einem spannenden Zweikampf um die Führung aussah, unterlief Collard in Redgate ein kleiner Fehler: Er verpasste mit zu viel Geschwindigkeit die Ideallinie und schenkte Sutton damit quasi kampflos die Führung. Sutton war ab diesem Zeitpunkt kaum noch zu sehen und setzte sich zwischenzeitlich mehrere Sekunden ab, um seinem zweiten Sieg an diesem Tag entgegenzufahren.
Dahinter blieb es jedoch weiterhin spannend, denn zur Rennhalbzeit hatte sich Tom Ingram, von ganz hinten gestartet, aber mit vollem Zusatzboost und Soft-Reifen ausgestattet, durchs Feld gearbeitet und lag nach einem Überholmanöver gegen Patterson auf Rang fünf. Kurz nachdem Ingram dann in Runde zwölf Moffat für Platz vier überholt hatte, schloss er rasch zu Collard und Cammish auf, die ihrerseits in einen engen Kampf verwickelt waren.
Obwohl er bereits seit der vierten Runde keinen Zusatzboost mehr hatte, gelang es Cammish auf seinen Soft-Reifen, den auf Medium-Reifen fahrenden Collard zu attackieren, und konnte in der 13. Runde in den schnellen Craner Curves schließlich sogar vorbeigehen. Collard konterte jedoch umgehend und konnte sich auf der Gegengeraden wieder erfolgreich am Ford-Piloten vorbeiboosten, der es anschließend direkt mit dem dahinter lauernden Ingram zu tun bekam.
Ingram holte sich den ohne Boost recht verteidigungslosen Cammish dann vor Schwantz und bremste anschließend einen halben Umlauf später Teamkollege Collard für den zweiten Platz aus. In der Folge gelang es Ingram dann noch, die Lücke zu Sutton auf bis zu zwei Sekunden zuzufahren und damit seine starke Pace zu demonstrieren. Platz zwei nach den beiden vorangegangenen Nullnummern mit Disqualifikation und Nicht-Start war letzten Endes immerhin eine kleine Wiedergutmachung für Ingram.
Sutton wiederum strahlte umso breiter und gab selbst zu, dass er nach dem Fauxpas im Race to Pole am Vortag nicht mit einem derart erfolgreichen Rennsonntag gerechnet hatte, der ihm letzten Endes zwei Siege und einen zweiten Platz einbrachte.
Im Kampf um Platz drei wurde es in den letzten Runden noch einmal spannend zwischen Collard und Cammish. Irgendwann hatte auch Collard seinen Zusatzboost aufgebraucht, und so gelang es Cammish pünktlich zur letzten Runde, noch am Hyundai-Piloten für Platz drei vorbeizugehen. Doch das Unheil folgte postwendend: Wegen wiederholten Überschreitens der Track Limits erhielt der Ford-Pilot eine Zehn-Sekunden-Strafe, die ihn vom dritten auf den zehnten Platz zurückwarf.
Somit schaffte Collard zwar nicht den angestrebten Sieg, aber immerhin einen Platz auf dem Podium bei seiner Rückkehr in die BTCC – und das, nachdem er zuvor gerade einmal einen halben Test und das freie Training am Samstag hatte, um sich auf den für ihn ungewohnten Hyundai einzuschießen.
Platz vier belegte dahinter Aiden Moffat, der mit durchgehend guten Punkteresultaten zeigte, dass er sich im neuen Umfeld von Power Maxed deutlich wohler zu fühlen scheint als im Vorjahr bei WSR. Charles Rainford, Dexter Patterson (ebenfalls mit durchweg sehr guten Resultaten im PMR-Audi), Chris Smiley, Adam Morgan, Sam Osborne und der strafversetzte Dan Cammish komplettierten die Top Ten.
Erster Tabellenführer der neuen Saison ist logischerweise Ash Sutton, der 61 Punkte vom Saisonauftakt mitnimmt. Dahinter folgen mit 43 und 40 Punkten Charles Rainford und Aiden Moffat. Vorjahreschampion Tom Ingram kommt auf 27 Zähler und Meisterschaftsplatz acht.
Die gesamten Resultate aller Läufe sowie der komplette Meisterschaftsstand können auf der Website der BTCC und bei TSL Timing im Detail studiert werden.
Die zweite Saisonstation der BTCC findet am 9. und 10. Mai auf dem Indy Circuit von Brands Hatch statt. im Vorjahr zeigten die in der letzten Saison mit vielen Schwierigkeiten fahrenden BMWs von West Surrey, hier ihre insgesamt beste Performance, als alle drei Siege am Sonntag an einen BWM-Piloten gingen. Neben Jake Hill waren sowohl Daryl DeLeon als auch Charles Rainford erfolgreich und holten beide ihre Debütsiege.
Bilder: btcc.net
