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Indycar: Analyse Children‘s of Alabama Indy Grand Prix

von Rainer
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Im Barber Motorsport Park gewann am Sonntag Alex Palou sein zweites Saisonrennen. Die Führung in der Meisterschaft konnte er aber noch nicht wieder übernehmen.

Der Samstag wurde durch zwei Unfälle überschattet. Im zweiten Training kam Scott McLaughlin beim Anbremsen von Kurve 1 mit dem Hinterrad in den Dreck, das Heck brach aus und der Wagen schlug hart rückwärts in den Zaun ein. Er musste für das restliche Wochenende auf den Ersatzwagen zurückgreifen. Im ersten Qualifikationssegment versagten an Will Powers Andretti-Dallara die Bremsen an der Hinterachse, sodass er in die Wand bei Kurve 5 schoss. Zwei Favoriten gingen somit schon mit Handicap ins Rennen. Die Pole-Position holte derweil Alex Palou vor David Malukas. Überraschend stark zeigten sich Graham Rahal (Startplatz 3) und Romain Grosjean (Startplatz 6). Dazwischen qualifizierten sich Marcus Armstrong und Kyle Kirkwood. Von den in den Trainings noch starken McLaren-Chevrolet war wenig zu sehen. Christian Lundgaard und Pato O’Ward gingen nur von den Plätzen 10 und 12 ins Rennen.

Der Start verlief sehr geordnet und auch ohne Unfall in der ersten Runde. Alex Palou auf Prime-Reifen konnte sich nur langsam vom Feld absetzen. So hatte David Malukas auf Platz 2 nach zehn Runden nur 1,8 Sekunden Rückstand, Romain Grosjean auf Platz zehn 11,5 Sekunden. Während es an der Spitze keine Verschiebungen gab, machte Christian Lundgaard im ersten Stint auf Prime-Reifen besonders viele Plätze gut. In Runde 15 überholte er Marcus Armstrong und sicherte sich Platz 5. Zu dieser Zeit bekamen die ersten Fahrer Probleme mit ihren Option-Reifen, weshalb Marcus Armstrong und Josef Newgarden einen frühen ersten Stopp einlegten. Besonders stark abgenutzt waren die Vorderreifen von David Malukas, sodass er in Runde 16 Graham Rahal für Platz 2 passieren lassen musste. Alex Palou kam als letzter Fahrer in Runde 27 an die Box. Christian Lundgaard hatte sich durch die Stopps auf Platz 3 nach vorne geschoben.

Im zweiten Stint setzten Palou, Rahal und Lundgaard auf Option-Reifen, mit denen sie ähnlich schnell unterwegs waren. Der Abstand zwischen ihnen pendelte sich bei 3,5 bis 4 Sekunden ein. David Malukas auf Platz 4 mit Prime-Reifen musste etwas abreißen lassen. In Runde 35 betrug sein Rückstand auf Alex Palou bereits 12 Sekunden. Auch in diesem Stint ließ sich keine eindeutige Tendenz bezüglich des idealen Reifens für das Rennen erkennen. Vor dem Rennen gingen die Fahrer und Teams davon aus, dass die Option-Reifen die bessere Wahl wären. Allerdings stellten sich diese als nicht haltbar heraus und die Prime-Reifen waren über den ganzen Stint mindestens gleichwertig.

So kam Alex Palou nach nur 18 Runden auf Option-Reifen wieder an die Box, um auf Prime-Reifen zu wechseln. Graham Rahal setzte im dritten Stint hingegen auf neue Option-Reifen. Christian Lundgaard blieb am längsten draußen und wechselte ebenfalls auf Option-Reifen. Der Over-Cut zu Rahal brachte ihn auf Platz zwei, sein Rückstand auf Alex Palou betrug in Runde 55 jedoch schon sieben Sekunden. David Malukas hatte ebenfalls 7 Sekunden Rückstand, allerdings auf Graham Rahal und damit auf das Podium. Kyle Kirkwood und Marcus Armstrong fuhren relativ dicht hinter Malukas. Armstrong hatte dann eine Lücke von fast 9 Sekunden zu Marcus Ericsson. Das Mittelfeld und das Hinterfeld waren dicht beisammen. Trotzdem bekamen wir nicht viele Zweikämpfe zu sehen. Das Rennen plätscherte so vor sich hin. Immerhin konnte Christian Lundgaard den Rückstand zu Palou langsam, aber stetig verkürzen.

In der 65. Runde absolvierte Alex Palou seinen finalen Stopp. Bei der Boxenausfahrt musste er sich gegen Mick Schumacher durchsetzen. Danach folgten noch Zweikämpfe mit Louis Foster und Dennis Hauger, die sich alle heftig gegen die Überrundung wehrten. An der Spitze fuhr derweil Christian Lundgaard eine schnelle Runde nach der anderen. In Runde 69 bog er in die Boxengasse ein, doch was als Angriff auf die Spitze geplant war, entwickelte sich zu einem kleinen Desaster. Der Mechaniker am rechten Hinterrad hatte Probleme, dieses zu befestigen, sodass Lundgaard nicht nur viel Zeit auf Palou verlor, sondern auch den zweiten Platz an Graham Rahal abgeben musste.

Mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung konnte Alex Palou die letzten zwanzig Runden entspannt ins Ziel fahren. Abgesehen von den Kämpfen gegen die Hinterbänkler war es ein gemütlicher Sonntagsausflug für den amtierenden Meister. In den letzten fünf Runden wurde wenigstens um die Plätze auf dem Podium hart gekämpft. Christian Lundgaard war eindeutig schneller, aber Graham Rahal verteidigte sich geschickt. Drei Runden vor dem Ende ging Lundgaard in den Kurven 4 und 5 an Rahal vorbei. Mit noch über 90 Sekunden Push-to-Pass schob sich auch David Malukas dicht an Rahal heran. Etwas sensationell hielt sich Graham Rahal auf Platz drei, während seine beiden Teamkollegen Mick Schumacher und Louis Foster das Ende des Feldes bildeten. Ohne den Fehler beim Boxenstopp wäre für Christian Lundgaard vielleicht mehr als Platz 2 möglich gewesen. Kyle Kirkwood und Marcus Armstrong waren hingegen sehr unauffällig unterwegs. Abgesehen von der Anzeige im Leaderboard wäre nicht aufgefallen, wenn sie nicht dabei gewesen wären. Scott Dixon, Santino Ferrucci, Marcus Ericsson und Josef Newgarden vervollständigten die Top 10.

Mit Will Power, Scott McLaughlin und Pato O’Ward verpassten drei große Namen die Top 10 – zum Teil deutlich. Will Power, der in der Qualifikation einen Unfall hatte, konnte sich immerhin von Startplatz 23 auf Platz 12 verbessern. Er hatte noch drei frische Sätze Option-Reifen, die er im Rennen voll ausnutzte. Im Ersatzwagen gelang Scott McLaughlin nicht viel. Von Startplatz 12 kommend verlor er über die Renndistanz sogar noch zwei Plätze. Noch einen Platz schlechter war Pato O’Ward im Ziel. Während sein Teamkollege Christian Lundgaard Zweiter wurde, konnte sich O’Ward nur 1,3 Sekunden vor Nolan Siegel ins Ziel retten. Solche Ausrutscher darf man sich im Kampf mit Alex Palou nicht leisten.

Das gesamte Ergebnis ist auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachzulesen.

Kyle Kirkwood (156 Punkte) führt mit Platz 5 in Alabama weiter die Meisterschaft an. Alex Palou (154 Punkte) schob sich auf Platz zwei nach vorne. Es folgen Christian Lundgaard (121 Punkte), David Malukas (116 Punkte), Josef Newgarden (113 Punkte) und Pato O’Ward (106 Punkte).

Nach einer kurzen Osterpause trägt die IndyCar Series am 19. April den traditionsreichen Grand Prix of Long Beach aus.

Children’s of Alabama Indy Grand Prix
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