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IndyCar: Analyse St. Petersburg

von Rainer
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Wie im Vorjahr gewann Alex Palou auch am Sonntag den Saisonauftakt der IndyCar-Series. Der Weg zur vierten Meisterschaft in Folge ist bereitet.

In der Qualifikation legten andere Fahrer das Tempo vor. Im dritten Segment setzte Scott McLaughlin die Bestzeit und sicherte sich damit wie im Vorjahr die Pole-Position. Sein neuer Teamkollege David Malukas erfüllte mit Startplatz fünf die in ihn gesteckten Erwartungen. Alex Palou war mit Startplatz 4 natürlich auch in den Top 6 zu finden. Überraschend platzierte Markus Ericsson seinen Andretti-Honda auf Startplatz zwei – nach einer sehr enttäuschenden Saison im Vorjahr ist das ein frühes Statement. Noch etwas überraschender war die Stärke von Dale Coyne Racing. Mit Romain Grosjean auf Startplatz sechs konnte man im Vorfeld vielleicht noch rechnen. Aber Rookie Dennis Hauger auf Startplatz drei war schon eine Sensation. Marcus Armstrong und Pato O’Ward verpassten die Fast-6 und gingen von den Plätzen 7 und 8 ins Rennen.

Mick Schumacher qualifizierte sich auf Startplatz 21, doch sein erstes IndyCar-Rennen war schon in Kurve 4 beendet. Direkt vor ihm hatten sich Sting Ray Robb und Santino Ferrucci verbremst. Robb kollidierte mit Ferrucci, wodurch beide in den Reifenstapeln landeten. Schumacher hatte keine Chance und fuhr auf Ferrucci auf. Unverständlich war, dass das Team Schumacher nicht noch einmal auf die Strecke schickte. Selbst mit 30 oder 40 Runden Rückstand hätte ihm jede Runde geholfen. Robb, der den Unfall ausgelöst hatte, konnte das Rennen mit 4 Runden Rückstand fortsetzen. Er musste jedoch eine Stop-&-Hold-Penalty antreten. Einige Fahrer im Hinterfeld, darunter Scott Dixon, Alexander Rossi und Rinus VeeKay, nutzten die frühe Caution für ihre ersten Boxenstopps.

An der Spitze konnten sich nach dem Restart Scott McLaughlin und Marcus Ericsson nicht von Alex Palou, der beim Start auf Platz 3 geschoben hatte, absetzen. Genauso wenig konnte er mit seinen Optionsreifen Druck auf Ericsson und McLaughlin ausüben, die beide auf Prime-Reifen fuhren. Über den ersten Stint zeigten beide Reifenmischungen keine großen Unterschiede. In Runde 13 explodierte der rechte Frontreifen von David Malukas‘ Penske. Beim Restart hatte er sich vor Kurve 1 einen Bremsplatten eingehandelt. Dies führte später zum Versagen des Reifens. Er konnte sich noch an die Box retten. Dabei verlor er jedoch eine Runde auf seinen Teamkollegen. Will Power war der nächste Pilot, der das Rennen beenden musste. Wie schon im Training setzte er seinen Andretti-Honda in die Mauer. Er konnte die Box noch ansteuern, musste den Wagen dort aber mit einer beschädigten Aufhängung abstellen. In Runde 21 drehte Kyffin Simpson Christian Rasmussen in Kurve 1 hinein. Der Däne verlor einige Plätze, konnte das Rennen aber fortsetzen.

Die Zwischenfälle führten zu keiner weiteren Caution, sodass ab Runde 32 die ersten regulären Stopps unter Grün auf dem Programm standen. In Runde 36 kam McLaughlin an die Box, eine Runde später folgte Ericsson. Der Schwede setzte sich mit dem Over-Cut vor McLaughlin und konnte ihn nach einem harten Kampf hinter sich halten. Beide verloren dadurch Zeit und Marcus Armstrong kam vor ihnen auf die Strecke zurück. Er konnte sich jedoch nicht verteidigen und verlor wieder Plätze gegenüber Marcus Ericsson und Scott McLaughlin. Der große Profiteur dieser Kämpfe war Alex Palou. Er kam als letzter Fahrer der Spitzengruppe an die Box und übernahm locker die Führung.

An der Spitze des Feldes lagen jedoch Rinus VeeKay und Louis Foster, die bei der frühen Caution an der Box waren. Ihre Strategie wurde jedoch durch eine Caution ab Runde 39 zunichte gemacht. Scott Dixon verlor direkt nach seinem Boxenstopp das rechte Hinterrad. Nach dem Restart dominierte Alex Palou das Rennen vor Marcus Ericsson, Scott McLaughlin und Marcus Armstrong. Bis Runde 60 hatte er einen Vorsprung von mehr als sechs Sekunden herausgefahren. Kyle Kirkwood hatte sich mit einem sehr frühen Stopp auf Platz 5 nach vorne geschoben. Dahinter folgten die beiden McLaren-Piloten Pato O’Ward und Christian Lundgaard sowie die beiden Dale-Coyne-Honda-Piloten Denis Hauger und Romain Grosjean.

Gegen Ende des Stints bekam Marcus Ericsson Probleme mit seinen Option-Reifen. Er hielt das Feld hinter sich auf, sodass der Abstand zu Alex Palou innerhalb weniger Runden auf 14 Sekunden wuchs. In Runde 65 kam Scott McLaughlin endlich am Andretti-Honda vorbei und konnte Jagd auf Palou machen. Anstatt sich mit der fahrenden Schikane Ericsson abzumühen, kam Kyle Kirkwood in Runde 65 früh zu seinem finalen Stopp. Mit neuen Option-Reifen absolvierte er direkt die schnellste Rennrunde. So konnte er sich nach dessen Stopp vor Scott McLaughlin halten. Auch der Vorsprung von Alex Palou, der nun die Prime-Reifen nutzen musste, schmolz dahin. In Runde 80 lag er nur noch 5,5 Sekunden vor Kirkwood und 7,5 Sekunden vor McLaughlin.

Auch die beiden McLaren von Christian Lundgaard und Pato O’Ward hatten sich vor den Stopps an Marcus Ericsson vorbeigearbeitet. Sie verloren Zeit auf McLaughlin, setzten sich aber kontinuierlich von Ericsson ab. Ab Runde 80 hatte dieser Josef Newgarden an seinem Heck kleben. Newgarden war nach einer schlechten Qualifikation nur von Startplatz 23 ins Rennen gegangen. Er hatte sich kontinuierlich durch das Feld gekämpft und sah nun die Chance auf ein Top-6-Ergebnis. Die beiden Dale-Coyne-Fahrer Dennis Hauger und Romain Grosjean konnten im Rennen nicht ganz die Geschwindigkeit der Qualifikation halten. Mit den Plätzen 10 und 8 fuhren sie aber beide weiterhin in den Top 10.

Alex Palou fuhr ungefährdet den Sieg ein. Um die beiden anderen Plätze auf dem Podium wurde in den letzten zehn Runden jedoch noch hart gekämpft. Kyle Kirkwood musste Benzin sparen und geriet unter Druck von Scott McLaughlin und Chrtian Lundgaard. In Runde 93 quetschte sich McLaughlin in Kurve 10 an Kirkwood vorbei. Diese Situation nutzte Christian Lundgaard aus und setzte sich in der schnellen Kombination der Kurven 11 und 12 neben Kirkwood. Das bessere Ende hatte dabei der McLaren-Pilot und sicherte sich Platz 3. Er hatte etwas mehr Benzin als McLaughlin konnte das aber nicht ausnutzen. Kyle Kirkwood rettete sich knapp vor Pato O’Ward auf Platz 4 ins Ziel. Auch dahinter gab es keine Verschiebungen mehr. So fuhr Rookie Dennis Hauger in seinem ersten IndyCar-Rennen direkt hinter Rinus VeeKay ein Top-10-Ergebnis ein.

Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachgelesen werden.

Bereits am Samstag geht es für die IndyCar-Serie auf dem Phoenix Raceway in Avondale, Arizona, weiter.

Vorschau Phoenix

Der Phoenix Raceway zählt zu den traditionsreichsten Ovals der IndyCar-Series. Die Premiere im Jahr 1964 gewann A. J. Foyt. Wer auch sonst? Bis 1986 fanden meist sogar zwei Rennen im Jahr, jeweils im Frühjahr und Herbst, statt. Die Veranstaltung hat sogar den Split in den 1990er-Jahren überlebt und gehörte bis 2005 zum IRL-Kalender. Es folgte dann eine Pause bis 2016. Scott Dixon war am 2. April erfolgreich. Die beiden nächsten Austragungen gingen an Simon Pagenaud und Josef Newgarden für Team Penske. Aufgrund mangelnder Zuschauer vor Ort war Phoenix ab 2019 nicht mehr Teil der IndyCar-Serie. Für diese Saison wurde jedoch ein kleines Oval benötigt, da der Iowa Speedway verloren ging, und so kehrt die IndyCar-Serie nun zurück. Mit Alexander Rossi, Scott Dixon, Graham Rahal, Josef Newgarden und Will Power sind fünf Fahrer dabei, die auch schon 2018 dabei waren.

Ausnahmsweise ist Alex Palou nicht der alleinige Topfavorit für das Rennen am Samstag. Auf Ovalen war er früher im Vergleich zu den anderen beiden Streckentypen deutlich erfolgloser. Im letzten Jahr hat er jedoch einen großen Sprung nach vorne gemacht: Er gewann nicht nur das Indy 500, sondern fuhr auch auf dem Iowa Speedway einen Sieg ein. Hinzu kamen zweite Plätze in Milwaukee und Nashville. Betrachtet man jedoch die letzten Jahre, so ist ganz klar Josef Newgarden der Meister der Ovale. Im letzten Jahr lief es für ihn nicht rund, trotzdem fuhr er in Iowa auf Platz 2 und holte beim Saisonfinale in Nashville seinen einzigen Saisonsieg. Sein größter Rivale war, bis Palou das Ovalfahren gelernt hatte, vor allem Pato O’Ward. Sie haben unzählige Ovalrennen unter sich ausgemacht. Sollten die drei Topfavoriten schwächeln, hat aber mindestens die Hälfte des Feldes eine Chance auf eine Topplatzierung.

Strecke

Der Phoenix Raceway hat eine Länge von 1,022 mi (1,645 km) und vier Kurven. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten sind die Kurven 1 und 2 etwas enger als die auf der Gegenseite und die Strecke weist nach Kurve 4 einen Knick auf, das so genannte Dogleg. Beim Umbau 2011 wurden die Kurven mit einem progressiven Banking versehen. Die Kurven 1, 2 und das Dogleg haben eine Überhöhung von zehn bis elf Grad. Die Kurven 3 und 4 sind mit acht bis neun Grad etwas flacher. Die Start- und Zielgerade weist noch ein Banking von drei Grad auf. Aufgrund der Form ist eine perfekte Abstimmung der Wagen für alle Kurven, vor allem wenn der aerodynamische Abtrieb gering ist, fast unmöglich.

Zeitplan (eastern time, MEZ)

06. März

10:00 a.m. (16:00) – NTT IndyCar Series practice

2:00 p.m. (20:00) – NTT IndyCar Series Qualifying

4:30 p.m. (22:30) – NTT IndyCar Series High Line & Final Practice

07. März

3:00 p.m. (21:00) – Broadcast Start FOX, Sky

3:20 p.m. (21:20) – Good Ranchers 250 (250 laps/263,75 miles)

Firestone Grand Prix of St. Petersburg
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