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IndyCar: Analyse XPEL Grand Prix at Road America

von Rainer
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Alex Palou gewann am Sonntag sein sechstes Saisonrennen. Sein Teamkollege Scott Dixon und Felix Rosenqvist hatten es diesmal aber spannend gemacht.

Anders als Palou oder Dixon ist Devlin DeFrancesco ein seltener Gast auf den ersten Plätzen. Beim ersten Training absolvierte er jedoch die zweitschnellste Runde. Die gute Form der RLL-Hondas wurde im Qualifying bestätigt. Louis Foster sicherte sich seine erste Pole-Position in der IndyCar-Serie. Auch sein Teamkollege Graham Rahal startete mit Startplatz sechs weit vorne. Mit Alex Palou, Kyle Kirkwood, Scott McLaughlin und Christian Lundgaard gingen zwischen den beiden RLL-Piloten die Favoriten auf den Sieg ins Rennen. David Malukas und Will Power hatten die Fast-6 nur knapp verpasst. Josef Newgarden und Pato O’Ward starteten von den Plätzen 10 und 11. Colton Herta (Startplatz 16) und Scott Dixon (Startplatz 25) waren mit ihrer Qualifikation nicht zufrieden. Der Abstand zu den Teamkollegen war sehr groß.

Den besten Start in der Spitzengruppe hatte Scott McLaughlin. Er reihte sich in Kurve 1 direkt hinter Louis Foster auf Platz 2 ein. Auch David Malukas hatte einen guten Start. In Kurve 3 hinein verbremste er sich jedoch, rutschte ins Heck von Christian Lundgaard und landete im Kiesbett. Ohne Rundenverlust konnte er das Rennen fortsetzen. Die erste frühe Caution nutzte unter anderem Scott Dixon für einen Stopp. Beim Restart war es wieder Scott McLaughlin, der sich verbesserte. In Kurve 1 überholte er Louis Foster außen herum und übernahm die Führung. Dahinter wurde es mehrfach sehr eng. Alex Palou war auf Prime-Reifen gestartet und verlor einige Plätze. In Runde 4 überholte er dann in einer spektakulären Aktion jedoch Will Power und Kyle Kirkwood. Power hatte sich verbremst und Kirkwood musste ausweichen. So schob sich Palou wieder auf Platz 4 vor, direkt hinter Christian Lundgaard.

Diese hektische Phase endete mit einem Unfall von Robert Shwartzmann in Kurve 12, woraufhin unter anderem Pato O’Ward und Alexander Rossi an die Box kamen. Louis Foster hatte nach dem Restart in Runde 6 nicht die Geschwindigkeit des Qualifyings. Zunächst ging Christian Lundgaard an ihm vorbei und in Runde 10 machte Alex Palou Druck. Bevor der amtierende Meister jedoch überholen konnte, löste Sting Ray Robb die nächste Caution aus. In Kurve 5 fuhr er auf Marcus Armstrong auf und rutschte in die Reifenstapel. Diesmal führte Scott McLaughlin fast das gesamte Feld in die Boxengasse. Dabei konnte Christian Lundgaard Scott McLaughlin überholen. Dahinter folgten mit Will Power und Josef Newgarden auch schon die übrigen Fahrer von Team Penske. Die Führung übernahm jedoch Scott Dixon vor Pato O’Ward und Alexander Rossi. David Malukas befand sich mit Platz 5 ebenfalls in der Spitzengruppe.

Der schnellste Fahrer im Feld war zu diesem Zeitpunkt Alex Palou. Er ging schnell an den drei Penske-Chevrolet vorbei, was auch durch deren Fahrfehler begünstigt wurde. In Runde 21 überholte er auch Christian Lundgaard und übernahm die Führung dieser Strategiegruppe. Conor Daly löste die nächste Caution in Runde 22 aus. Wie Sting Ray Robb verlor er seinen Wagen in Kurve 5.

Vor dieser Gelbphase mussten bereits Scott Dixon, Pato O’Ward, Alexander Rossi und David Malukas an die Box. Kyffin Simpson gehörte zwar auch zu den Stoppern in Runde 4, hatte aber genug Benzin gespart, um erst während der Gelbphase an die Box zu kommen. Ihm folgten Alex Palou, Scott McLaughlin und Will Power. Christian Lundgaard, Kyle Kirkwood und Felix Rosenqvist hingegen verzichteten auf einen Stopp. Zur Rennhälfte gab es mit der Dixon- und der Palou-Gruppe nun zwei Strategiegruppen, die sehr ähnlich unterwegs waren. Die Dixon-Gruppe war nur zwei bis drei Runden früher beim Stopp gewesen. Die Lundgaard-Gruppe musste hingegen noch ihren zweiten Stopp absolvieren und lag damit vier bis fünf Runden hinter der Palou-Gruppe. Bis ins Ziel mussten aber alle noch mindestens einmal zum Tanken an die Box kommen.

Ausgangs der 30. Runde drehte sich Josef Newgarden in Kurve 14 in die Reifenstapel. Er war bereits in Runde 21 an die Box gekommen und war dadurch in die Dixon-Gruppe gerutscht. Nach den Stopps der Lundgaard-Gruppe führte Scott Dixon das Feld an, gefolgt von Josef Newgarden auf Platz 2. Von den Fahrern der Spitzengruppe steuerte nur David Malukas die Box an. Ihm folgte unter anderem Nolan Siegel. Sie bildeten damit die vierte Strategiegruppe. Bis ins Ziel mussten sie jedoch noch einmal nachtanken. Im Gegenzug mussten sie weder die Reifen schonen noch Benzin sparen. Scott Dixon lag in Führung und musste einen Kompromiss aus Benzinsparen und Speed finden. In seinem Windschatten konnten Alexander Rossi und Alex Palou auf jeden Fall Benzin sparen. Trotzdem musste Rossi schon in Runde 37 an die Box. Das war zu früh, um ohne einen weiteren Tankstopp oder genug Runden unter Gelb das Ziel zu erreichen. Eine Runde später folgte Scott Dixon. Dem Großmeister des Benzinsparens war zuzutrauen, dass er durchfahren würde. Der Großteil der Fahrer kam in Runde 39 an die Box. Damit waren sie auf der sicheren Seite. Nur Alex Palou quetschte noch eine weitere Runde aus seinem Tank. Damit hatte er nicht nur die beste Position, sondern auch das meiste Benzin in seiner Gruppe.

An der Spitze lagen jedoch Felix Rosenqvist und Kyle Kirkwood aus der Lundgaard-Gruppe. Letzterer hatte in der Canada Corner in Runde 35 die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Er drehte sich sauber, ohne den Wagen zu beschädigen. Die gute Position war damit allerdings dahin. Rosenqvist und Kirkwood absolvierten in Runde 42 ihren finalen Stopp. Danach sortierten sie sich wieder auf den Plätzen 7 und 9 ein. Santino Ferrucci war zwischen sie geschlüpft. Mit Marcus Armstrong, David Malukas und Nolan Siegel mussten jedoch mindestens drei Fahrer der Spitzengruppe noch einmal zum Tanken an die Box. Der Sieg sollte zwischen Scott Dixon, wenn er ohne Stopp das Ziel erreichen könnte, Alex Palou, der auch Benzin sparen musste, und Felix Rosenqvist, der maximal pushen konnte, aber mehr als 10 Sekunden Rückstand auf Palou hatte, entschieden werden.

Rosenqvist war der schnellste Pilot im Feld. Er quetschte die maximale Leistung aus seinem Meyer Shank Honda. Er absolvierte eine schnellste Runde nach der anderen, bis er hinter Alexander Rossi hing. Dort verlor er Zeit in der „Dirty Air”. In Runde 91 ging Rossi an die Box. Er lag auf Platz 2 der Dixon-Gruppe beziehungsweise Platz 3 im Rennen. In Runde 53 folgte auch Scott Dixon, wodurch der Weg für Alex Palou frei wurde. Der Sieg war aber noch nicht sicher. Rosenqvist hatte 4 Sekunden Rückstand und flog nun wieder. In Runde 55 absolvierte er die schnellste Rennrunde. Es reichte aber nicht mehr. Er kam nur noch bis auf 2,3 Sekunden an Palou heran, der somit seinen sechsten Saisonsieg feiern konnte.

Mit den letzten Tropfen Benzin im Tank feierte Santino Ferrucci seinerseits das zweite Podium der Saison. Kyle Kirkwood sicherte sich mit Platz 4 den zweiten Platz in der Meisterschaftswertung. Marcus Armstrong hatte sich nach dem späten Stopp bis auf Platz 5 nach vorne gefahren. Kyffin Simpson war Zweiter der Palou-Gruppe, was ihm im Ziel Platz sechs bescherte. David Malukas und Nolan Siegel erreichten mit ihrer Strategie die Plätze sieben und acht. Für Malukas war das nach dem Unfall in der ersten Runde ein starkes Comeback. Scott Dixon und Rinus VeeKay komplettierten die Top 10.

Was war eigentlich aus den drei Penskes geworden? Zwischenzeitlich waren sie ja alle gut platziert. Josef Newgarden schied nach dem selbstverschuldeten Dreher in Runde 30 aus dem Rennen aus. Kurz vorher hatte sich Will Power ebenfalls aus eigener Kraft gedreht. Er beschädigte seinen Wagen nicht, verlor aber sieben Plätze. Am Ende kam er auf Platz 14 ins Ziel. Scott McLaughlin, Mitglied der Palou-Gruppe, lag in Runde 39 auf Platz 3, direkt hinter Santini Ferrucci. Während sich Ferrucci im letzten Stint mit neuen Option-Reifen, auch durch die Stopps der Kontrahenten, wieder auf Platz drei nach vorne arbeiten konnte, verlor McLaughlin Plätze. Auf neuen Prime-Reifen war er den Kontrahenten mit Option-Reifen unterlegen. Zusätzlich musste er auch noch Benzin sparen, um das Ziel überhaupt zu erreichen. In den Runden 45 bis 47 gingen David Malukas, Rinus VeeKay und Nolan Siegel an ihm vorbei. Später wurde er auch noch von Louis Foster überholt. Am Ende blieb nur Platz 12 – das war wieder ein sehr enttäuschendes Wochenende für Team Penske.

Ähnlichschlecht lief es für Arrow McLaren. Christian Lundgaard kam nach seinem Dreher nicht mehr auf Speed. Am Ende wurde er auf Platz 23 gewertet. Während Lundgaard wenigstens zwischendurch positiv auffiel, war von Pato O’Ward nichts zu sehen. Er war von Startplatz elf ins Rennen gegangen und dann noch weiter nach hinten gefallen. Am Ende stand Platz 17 zu Buche, direkt hinter Colton Herta, bei dem ebenfalls nicht viel zusammenlief. Immerhin konnte McLaren aber den achten Platz von Nolan Siegel feiern. So muss Chevrolet weiter auf den ersten Saisonsieg warten.

Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar Series (PDF) nachgelesen werden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Alex Palou (386 Punkte) nun aber vor Kyle Kirkwood (293 Punkte) und Pato O’Ward (275 Punkte). Felix Rosenqvist (231 Punkte) hat mit dem zweiten Platz in Elkhart Lake die vierte Position in der Meisterschaft vor Scott Dixon (206 Punkte) erobert.

Als nächstes reist die IndyCar-Series vom 04. Bis 06. Juli nach Lexington auf den Mid-Ohio Sports Car Course.

Elkhart Lake, WI - during the XPEL Grand Prix at Road America Elkhart Lake, WI (Photo by Travis Hinkle | IMS Photo)

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