Traditionell endet die Saison der IndyCar-Series in Kalifornien. Nach 2019 ist nun wieder Laguna Seca der Austragungsort für das Finale.
Es haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel. Marcus Ericsson und Scott McLaughlin müssen aber zwingend das Rennen gewinnen und Will Power muss außerhalb der Top-20 gewertet werden. Gleichzeitig dürfen auch Josef Newgarden und Scott Dixon nicht die Top-5 erreichen. Die Titelchancen für Ericsson und McLaughlin sind also mehr theoretischer Natur. Trotzdem dürfen beide mit ihrer Saison jeweils sehr zufrieden sein. Marcus Ericsson hat das Indy-500 gewonnen und alles mehr ist dann nur noch eine Kirsche auf der Torte. Scott McLaughlin hat seine zweite Saison in einem Monoposto absolviert, dabei drei Rennen gewonnen und im letzten Rennen noch die Chance auf den Titel. Abgesehen von seinem Crash beim Indy-500 war er darüber hinaus fast fehlerfrei unterwegs. Mehr konnte man nicht erwarten. Im nächsten Jahr ist McLaughlin ein echter Meisterschaftskandidat.
Will Power, Josef Newgarden und Scott Dixon haben noch realistische Chancen auf den Titel. Powers 20 Punkte Vorsprung, vor seinen beiden punktgleichen Kontrahenten, sind bei weitem nicht beruhigend. Sie ermöglichen es ihm aber aus eigener Kraft den Titel zu holen. Erreicht er das Podium oder kommt knapp hinter Dixon und Newgarden ins Ziel, ist er der Champion. Will Power erreichte in der Hälfte der Rennen dieser Saison das Podium. Dazu kommt noch dreimal Platz 4, der je nach Verteilung der Bonus-Punkte (Pole-Position, Führungsrunde, meiste Führungsrunden), auch für ihn reichen kann. Außerdem fuhr er 2019 in Laguna Seca Platz 2 ein und lag auch auf Platz 2 im Vorjahr, als er mit technischem Defekt in die Box rollte. Die Strecke liegt dem Australier also.
Für Josef Newgarden und Scott Dixon wird es also schwer Will Power zu schlagen. Außerdem brauchen sie auch noch Hilfe von anderen Fahrern, die sich noch vor Power platzieren. Erster Kandidat für diesen Job ist Colton Herta. In guter Familientradition liebt er die Strecke und hat auch die letzten beiden Austragungen gewonnen. Er wird aber sicherlich nicht Newgarden oder Dixon freundlich vorbeiwinken, damit die Champion werden können. Colton Herta will den Hattrick. Auch sind die Ergebnisse von Josef Newgarden und Scott Dixon in Laguna Seca nicht besonders gut. Newgarden fuhr 2019 mit Platz 8 die Meisterschaft ein. In diesem Rennen wurde Dixon dritter. Im Vorjahr fuhren sie die Plätze 7 und 13 ein. Selbst wenn Will Power als Letzter gewertet würde, wäre Platz 7 nur so gerade ausreichend für den Titelgewinn. Ohne die Betrachtung von Bonuspunkten würde Josef Newgarden oder Scott Dixon dann mit einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft gewinnen.
Also müssen es vielleicht die Teamkollegen von Newgarden und Dixon richten. Im Falle von Josef Newgarden ist das aber eher schwierig. Scott McLaughlin hat selbst noch theoretische Titelchancen und wird auch nicht gegen Will Power fahren. Alex Palou kann man sich schon eher in der Rolle als Zünglein an der Waage vorstellen. Er fuhr im Vorjahr Platz 2 ein. Er ist also auch ein Kandidat für eine Top-Platzierung. Die Frage ist dann eher, inwieweit er beim aktuellen Vertragsstreit bereit ist, selbst ein bessere Position aufzugeben. Da kann Dixon eher auf die Hilfe von Marcus Ericsson bauen. Mit Platz 6 im Vorjahr hat er bewiesen, dass ihm Laguna Seca durchaus liegt.
Spannend ist auch der Kampf um den Titel „Rookie of the Year“. Christian Lundgaard liegt nur fünf Punkte vor David Malukas. Beide hatten mit Platz 2 ihr jeweiliges Highlight der Saison in den letzten vier Rennen. Insgesamt haben auch beide eine gute Saison absolviert, vor allem auch im Vergleich zu ihren beiden Teamkollegen. Lundgaard hat bisher nur 40 Punkte weniger als Graham Rahal geholt und schlägt Jack Harvey deutlich. Auch sorgte er mit Platz 2 für die beste Teamleitung in dieser Saison. Das gilt übrigens auch für Malukas, der 37 Punkte vor Takuma Sato liegt. Zufrieden mit der Saison kann auch Callum Ilott sein, auch wenn er keine Chance auf den RotY-Titel hat. Für sein kleines Team fuhr er zweimal in die Top-10 und sammelte darüber hinaus noch eine Reihe an Platzierungen in den Top-15 ein. Schwer zu Beurteilen ist die Saison von Kyle Kirkwood. Das absolute Highlight war sicherlich Platz 10 in Long Beach. Ansonsten erreichte er häufig das Ziel außerhalb der Top-20. Sein Teamkollege Dalton Kellet war aber noch schlechter. Viel liegt da natürlich auch am Team. Eine enttäuschende Rookie-Saison hatte Devlin DeFrancesco. Für Andretti Autosport nur in zwei Rennen die Top-15 zu schaffen ist mau.
Strecke
Der WeatherTech Raceway ist 3,6 Kilometer (2,2 Meilen) lang, besteht aus 12 Kurven und besitzt einen Höhenunterschied von 55 Metern. Die geknickte Start- und Ziel-Gerade endet in der Andretti Haarnadel, der besten Überholstelle der Strecke. Nach zwei etwa 90 Grad beschreitenden Rechtskurven geht es über zwei weitere 90 Grad-Linkskurven den Berg hinauf. Auf der Kuppe folgt eine enge Links-Rechts-Schikane steil bergab – der legendäre Corkscrew. Alex Zanardi hat bewiesen, dass man auch hier überholen kann. Der tödliche Unfall von Gonzalo Rodriguez 1999 zeigte aber auch die Gefährlichkeit dieser Stelle. Es folgt die schnelle Rainey-Kurve, bevor zwei etwa 90-Grad-Kurven die Fahrer zurück auf die Start- und Ziel-Gerade bringen.
Zeitplan
Freitag, 8. September
5:30 – 6:45 p.m. (23:30 – 0:45) – NTT IndyCar Series practice 1
Samstag, 10. September
1:15 – 2:15 p.m. (19:15 – 20:15) – NTT IndyCar Series practice 2
5:05 p.m. (23:05) – Firestone Fast Six Qualifying for the NTT P1 Award (three rounds of knockout qualifying)
Sonntag, 11. September
12:00 – 12:30 p.m. (18:00 – 18:30) – NTT IndyCar Warmup
3:30 p.m. (21:30) – Firestone Grand Prix of Monterey (95 laps/212,61 miles), NBC, Sky (live)
(c) Photos: IndyCar Media; Chris Jones
