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IndyCar: Vorschau XPEL Grand Prix at Road America

von Rainer
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Die IndyCar Series kehrt am nächsten Sonntag mit dem Rennen auf der Strecke in Elkhart Lake aus der kurzen Halbzeitpause zurück.

Von den nackten Zahlen her ist die Meisterschaft in diesem Jahr spannender als im Vorjahr. Aktuell führt Alex Palou mit „nur“ 49 Punkten vor Kyle Kirkwood, obwohl er beim Indy 500 und im Gateway Park nicht optimal abgeschnitten hat. Im Vorjahr waren es deutliche 73 Punkte, sodass Palou zur Meisterschaft cruisen konnte. Betrachtet man jedoch die Ergebnisse der nächsten vier Rennen, verpufft jegliche Spannung. Es stehen die Rennen auf der Road America, in Mid-Ohio, Nashville und Portland an. Im letzten Jahr fuhr Alex Palou in diesen Rennen einen Sieg, zwei zweite Plätze und einen dritten Platz ein. Von den letzten fünf Grand Prix in Elkhart Lake gewann der Spanier drei. Alex Palou und Chip Ganassi Racing müssten schon eine Menge falsch machen, damit die Meisterschaft noch verloren geht.

Sein großer Vorsprung liegt auch in der Schwäche der Gegner begründet. Wenn Palou nur Platz 17 erreicht, sind die Plätze 6 und 7 von Kyle Kirkwood und David Malukas einfach zu wenig. An die Road America haben sie nun auch keine guten Erinnerungen. Im letzten Jahr fuhren beide dort ihre persönliche beste Platzierung ein. Für Kyle Kirkwood bedeutete das Platz 4 und für David Malukas Platz 7 – so kann man sicherlich keinen Druck auf Palou und Chip Ganassi Racing aufbauen. Daran ist bisher auch immer der amtierende Vizemeister Pato O’Ward gescheitert. Sechs der Saisonrennen beendete er auf den Plätzen 4 oder 5, was richtig gut ist. Mit Podiumsplätzen bei den restlichen drei Rennen wäre er ein ernsthafter Meisterschaftskandidat. Leider waren es in Alabama, beim Indy-GP und im Gateway Park aber nur die Plätze 17, 18 und 11. Platz 17 im Vorjahr macht nun auch keine große Hoffnung für das nächste Wochenende.

Colton Herta fuhr seine #26 von Andretti Global häufig in die Top 6 auf der Road America. In diesem Jahr sitzt Will Power in diesem Wagen, der dort schon zweimal siegreich war. Bisher läuft es noch nicht ganz rund für ihn bei Andretti. Er hatte aber auch einiges Pech, sodass die nackten Ergebnisse seinen wahren Speed nicht widerspiegeln. Die Road America könnte die Strecke sein, auf der der Knoten platzt und Power wieder auf das Podium fährt. Seine ehemaligen Teamkollegen von Team Penske werden ihm das aber sicher nicht leicht machen. Immerhin ist Josef Newgarden auch zweimaliger Sieger in Elkhart Lake, zuletzt 2022, und Scott McLaughlin fuhr 2024 auf Platz 3. Hinter Newgardens Gesundheit steht weiterhin ein Fragezeichen. Die Verletzung aus dem Indy 500 soll schwerer sein als bisher kommuniziert. Als Ersatz steht Felipe Nasr aus Penskes Langstreckenmannschaft bereit, falls der Sieger von vor zwei Wochen nicht fit sein sollte.

Da es in dieser Saison immer wieder Probleme mit dem Hybridsystem gab, wird die Leistung des Systems ab dem Rennen am Wochenende bis zum Saisonende eingeschränkt. Je nach Strecke stehen den Fahrern 10 bis 25 % weniger Hybridenergie zur Verfügung. Die Reduzierung soll die Belastung von Generator und Speichersystem verringern. Die Sinnhaftigkeit des Hybridsystems in der IndyCar-Serie wird dadurch jedoch nicht erhöht. Eigentlich ist es ein reiner Marketingtrick, der auf der Strecke mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Strecke

Die 4,048 Meilen (6,515 km) lange Strecke mit ihren 14 Kurven ist bei den Fahrern sehr beliebt. Es gibt sowohl technisch anspruchsvolle Kurven (Kurve 3, 5, 8) als auch sehr schnelle Passagen (von Kurve 9 bis 12, Kurve 13). Mit den Kurven 1, 5 und 12 gibt es auch drei ganz ordentliche Überholstellen. Kurve 3, ein 90-Grad-Rechtsknick, ist im Rennen besonders wichtig, da sie auf die zweitlängste Vollgaspassage der Strecke führt. An deren Ende befindet sich mit Kurve 5 eine enge Linkskurve, vor der Fahrer aus dem Windschatten überholen können. Kurve 6 muss man über eine kleine Kuppe blind anbremsen. In Kurve 7 kann man innen über den Abweiser abkürzen, muss aber am Ausgang genau die Linie treffen. Direkt neben dem Randstein verliert man im Dreck die Haftung. Kurve 8, eine langsame 90-Grad-Linkskurve, führt ins Karussell. Für eine gute Rundenzeit muss man möglichst viel Schwung durch die lange Doppelrechts mitnehmen. Im schnellen Rechtsknick (Kurve 11) hatte Katherine Legge 2006 einen schweren Unfall. Die folgende Vollgaspassage mündet in einer langsamen 90-Grad-Rechtskurve. Nach einer schnellen Linkskurve bringt Kurve 14 die Fahrer schon wieder auf die Start- und Zielgerade. Aufgrund der langen Geraden muss man die Kurve perfekt fahren, was aber durch Bodenwellen in der Anbremszone erschwert wird.

Zeitplan (eastern time, MEZ)

Freitag, 19. Juni

4:00 p.m. (22:00) – NTT IndyCar Series practice #1

Samstag, 20. Juni

11:00 a.m. (17:00) – NTT IndyCar Series practice #2
2:00 p.m. (20:00) – Qualifying for the NTT P1 Award

Sonntag, 21. Juni

11:00 a.m. (17:00) – Warmup NTT IndyCar Series
02:00 p.m. (20:00) – Übertragungsbeginn FOX

02:27 p.m. (20:27) – XPEL Grand Prix at Road America (55 laps/220,77 miles); FOX, Sky (Live)

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