Nach der kurzen Osterpause meldet sich die IndyCar-Series mit ihrem ersten Saisonhöhepunkt zurück. Am kommenden Wochenende steht der traditionsreiche Grand Prix of Long Beach auf dem Programm.
Die Geschichte des Rennens an der Westküste der USA reicht bis ins Jahr 1975 zurück, als ein Rennen der Formula 5000 ausgetragen wurde. Ab 1976 war im Frühjahr dann die Formel 1 zu Gast. Zu den Rennsiegern gehörten die Weltmeister Mario Andretti, Niki Lauda, Alan Jones und Nelson Piquet. Das letzte Formel-1-Rennen gewann 1983 John Watson für McLaren. Seit 1984 ist der Grand Prix of Long Beach Teil der IndyCar-Series (bzw. CART und Champ Car World Series). Nur im Rahmen der Corona-Pandemie fiel das Rennen 2020 aus. Von den ersten vier IndyCar-Rennen gewann Mario Andretti drei und sein Sohn Michael eines. Mit seinem Sieg im Jahr 1988 begann die Dominanz von Al Unser Jr., der sechs von acht Rennen gewinnen konnte.
Eine solche Dominanz eines Fahrers gab es danach nicht mehr. Auffällig ist jedoch, dass Andretti Global in den letzten Jahren sehr erfolgreich war. Alexander Rossi gewann 2018 und 2019 für das Team von Michael Andretti. Seitdem folgten Siege von Colton Herta 2021 sowie von Kyle Kirkwood 2023 und 2025. Die Geschichte zeigt also, dass es von Vorteil ist, ein Andretti zu sein beziehungsweise für Andretti zu fahren. Das wird Kyle Kirkwood, der derzeit in der Meisterschaftswertung führt, sicherlich gerne hören. Er hat alle bisherigen Rennen der Saison in den Top 5 beendet und gehört auf jeden Fall zu den Topfavoriten für das Wochenende.
Alex Palou ist in Long Beach noch ohne Sieg. Das heißt jedoch nicht, dass seine Ergebnisse dort nicht ebenfalls beeindruckend waren. Bei seinen bisherigen fünf Starts erreichte er einen fünften Platz, einen vierten Platz, zwei dritte Plätze und im Vorjahr Platz 2. Wettet jemand gegen eine Podestplatzierung von Alex Palou am Sonntag? Scott Dixon dürfen wir auch nicht vergessen. Er holte 2024 seinen zweiten Sieg in den Straßen von Long Beach. Die Statistik von Pato O’Ward ist das genaue Gegenteil von der von Alex Palou. Von seinen sechs Rennen konnte er nur eines in den Top 5 beenden. Stattdessen verpasste er fünfmal die Top 10, sodass wahrscheinlich sein Teamkollege Christian Lundgaard das Topergebnis für McLaren einfahren muss. Seine Chancen dafür sind gar nicht mal so schlecht. Im Vorjahr stand er mit Platz drei auf dem Podium.
Team Penske konnte, ebenso wie Andretti Global und Chip Ganassi Racing, bereits siebenmal den Sieger des Grand Prix of Long Beach stellen. Die letzten Siege stammen jedoch aus den Jahren 2016 mit Simon Pagenaud und 2022 mit Josef Newgarden. Newgarden zählt jedoch nicht zum engeren Favoritenkreis. Seine Ergebnisse auf Stadtkursen in den letzten Jahren waren zu schlecht. Immerhin gehörte der vierte Platz 2024 in Long Beach zu seinen besten Ergebnissen. David Malukas hat in Long Beach noch kein Topergebnis erzielt. Es ist jedoch etwas unfair, ihn mit den Ergebnissen von Fahrern für Chip Ganassi Racing, McLaren oder Team Penske zu vergleichen, wenn man seine Ergebnisse für Dale Coyne und A. J. Foyt berücksichtigt. So fuhr Scott McLaughlin zweimal in die Top 10 für Team Penske. Außerdem wurde er beim Saisonstart in den Straßen von St. Petersburg nur von Alex Palou geschlagen.
Strecke
Der Stadtkurs führt über 3,167 km rund um das Kongresszentrum in Long Beach. Die Start-Ziel-Passage mit einer langgezogenen Rechtskurve mündet in eine enge 90-Grad-Linkskurve. An der schnellsten Stelle der Strecke müssen die Fahrer aus fast 180 mph anbremsen. Es ist die beste Stelle zum Überholen, auch wenn es wegen der nahen Betonmauern immer wieder zu Unfällen kommt. Besonders kritisch wird es nach dem stehenden Start. Es folgt ein enger und winkliger Streckenabschnitt. In Kurve 4, einer 90 Grad Rechtskurve, haben die Fahrer häufiger Probleme, da es am Kurvenausgang durch einen anderen Belag besonders rutschig ist. Es folgt eine Reihe von 90-Grad-Kurven und kurzen Geraden. Die südliche Pine Avenue umfasst den Abschnitt von Kurve 6 bis Kurve 8. Diese ist besonders wichtig, da sie zur zweitlängsten Vollgaspassage der Strecke führt. Kurve 9 bietet dann eine zweite kritische Überholmöglichkeit. Die folgende Linkskurve kann zum Kontern genutzt werden. Allerdings ist es auch hier wieder sehr eng und ein Carbon-Teiletausch ist wahrscheinlich. Eine Haarnadelkurve führt zurück zur Start-Ziel-Geraden.
Zeitplan (eastern time, MEZ)
Freitag, 17. April
6:00 p.m. (0:00) – NTT IndyCar Series practice #1
Samstag, 18. April
01:30 p.m. (19:30) – NTT IndyCar Series practice #2
06:35 p.m. (00:35) – Qualifying for the NTT P1 Award (three rounds of knockout qualifications)
Sonntag, 19. April
01:00 p.m. (19:00) – NTT IndyCar Series warmup
05:30 p.m. (23:30) – FOX on Air
05:45 p.m. (23:45) – „Drivers, start your engines“ command
05:52 p.m. (23:52) – Acura Grand Prix of Long Beach (90 laps/177.12 miles), FOX, SKY (live)
