Mit einem furiosen Schlussspurt wiederholte Josef Newgarden seinen Sieg auf dem Phoenix Raceway. Für Meister Alex Palou hingegen gab es nicht viel zu holen.
David Malukas sicherte sich am Freitag die erste Pole-Position seiner IndyCar-Karriere. Neben ihm ging sein Teamkollege Josef Newgarden ins Rennen, und auch Scott McLaughlin im dritten Penske-Chevrolet startete mit Startplatz 5 weit vorne. Überraschend platzierten sich die beiden RLL-Hondas von Graham Rahal und Mick Schumacher zwischen den Penskes. Startplatz 4 war ein großes Ausrufezeichen von Schumacher bei seiner ersten Oval-Qualifikation. Alexander Rossi qualifizierte sich auf Startplatz 6. Die McLaren-Chevrolet von Pato O’Ward, Nolan Siegel und Christian Lundgaard starteten dagegen nur von den Plätzen 7, 9 und 17, noch schwächer waren die Ganassi-Piloten Alex Palou, Scott Dixon und Kyffin Simpson auf den Plätzen 10, 15 und 19. Nach Unfällen im Training beziehungsweise in der Qualifikation starteten Felix Rosenqvist und Will Power am Ende des Feldes.
Nach dem Start konnte sich David Malukas von Josef Newgarden absetzen. Alexander Rossi schob sich auf Platz 3 nach vorne und auch Alex Palou hatte mit Platz 4 schon viele Plätze gutgemacht. Der aggressivste Pilot in den ersten Runden war jedoch Will Power, der vom Ende des Feldes bis auf Platz 14 direkt hinter seinem Teamkollegen Marcus Ericsson vorfahren konnte. In Runde 10 fuhr Christian Rasmussen dicht hinter Dennis Hauger auf, wodurch dieser etwas Abtrieb auf der Hinterachse verlor. Das führte zu einem Dreher aus Kurve 4 heraus. Hauger hielt sich von den Mauern fern und konnte nach einem kurzen Stopp zum Reifenwechsel das Rennen fortsetzen.
Nach dem Restart überholte Graham Rahal Alex Palou. Auch Rinus VeeKay wollte profitieren und setzte sich außen neben Palou. Der Meister war auf der inneren Linie jedoch schneller, sodass VeeKay sich außen wieder etwas zurückfallen hätte lassen müssen. Das tat der aber nicht. So touchierte Palous rechtes Hinterrad den Frontflügel von VeeKay und der Ganassi-Honda bog in die Mauer ab. Damit war das Rennen für den Sieger des Saisonauftakts schon früh beendet. Nach über 600 Tagen sollte nun auch ein anderer Fahrer die Führung in der Meisterschaftswertung übernehmen.
Nach den zwei frühen Caution-Phasen fand das Rennen seinen Rhythmus. In Runde 68 kam Pato O’Ward als erster Fahrer der erweiterten Spitzengruppe zum Stopp. Die drei Penske-Chevrolets folgten in den Runden 69 bis 73.
Bei Mick Schumacher versagte ein Schlagschrauber, wodurch er viel Zeit verlor. Dadurch geriet er, als überrundeter Fahrer, plötzlich mitten in den Kampf zwischen David Malukas und Josef Newgarden. Dabei setzte sich Newgarden gegen den ehemaligen Führenden durch. An der Spitze der Strategiegruppe lag nun aber Pato O’Ward mit seinem Under-Cut. Von hinten drückte Christian Rasmussen, der nach seinem Boxenstopp bei der ersten Caution nun als letzter Fahrer an der Box war. Mit seinen etwas neueren Reifen lag sein Carpenter-Chevrolet vorzüglich. Schnell fuhr er an den drei Penskes vorbei und ab Runde 99 verfolgte er Pato O’Ward. In Runde 108 zog er mühelos außen am McLaren-Chevrolet vorbei.
Zur Halbzeit hatte sich Kyle Kirkwood von Startplatz elf auf Platz vier direkt vor Scott McLaughlin vorgefahren. Auch Will Power lag mit Platz 9 bereits in den Top 10. Die nächste Runde der Boxenstopps änderte nichts an der Reihenfolge der Spitze. Dafür sorgte dann die nächste Caution ab Runde 142: Louis Foster hatte seinen RLL-Honda leicht in die Mauer von Kurve 4 gesetzt und musste die Box ansteuern. Zu diesem Zeitpunkt lagen mit Scott Dixon, Marcus Armstrong und Santino Ferrucci Fahrer in der Spitzengruppe, die während der zweiten Gelbphase an der Box waren und nun einen anderen Boxenrhythmus hatten. Da alle mit einem Stopp während dieser Caution und nur noch einem weiteren Stopp das Ziel erreichen konnten, kamen bis auf Kyle Kirkwood und Will Power alle Fahrer an die Box. Damit lag auf einmal Scott Dixon auf Platz 3 vor Christian Rasmussen und Marcus Armstrong. Aber auch Kyle Kirkwood und Will Power konnten mit nur noch einem weiteren Stopp das Ziel erreichen, hatten zu diesem Zeitpunkt aber die deutlich älteren Reifen.
Etwas überraschend konnten sich Kirkwood und Power vor den Fahrern mit neuen Reifen halten. Die bisher so schnellen Christian Rasmussen und Pato O’Ward hielten sich zurück, sodass das Feld dicht beisammen die Runden bis zu den nächsten Boxenstopps abspulte. Diese erfolgten ab Runde 188, wobei Kyle Kirkwood Zeit verlor und auf Platz 4 zurückfiel. Die Führung übernahm Will Power vor Pato O’Ward und Christian Rasmussen. Josef Newgarden folgte auf Platz 5 vor David Malukas und Scott Dixon.
In Runde 201 ging Christian Rasmussen an Pato O’Ward vorbei und setzte anschließend Will Power unter Druck. Über mehrere Runden lieferten sie sich ein enges Duell um die Führung. In Runde 207 kam es schließlich zum Kontakt zwischen Christian Rasmussen und Will Power. Ähnlich wie beim VeeKay-Palou-Crash versuchte es Rasmussen auf der äußeren Linie und zog nicht zurück. Power schlitzte sich das rechte Hinterrad am Frontflügel auf, während Rasmussen heftiger die Mauer touchierte. Power musste seinen Reifen wechseln, während Rasmussen sich während der Caution über Vibrationen beklagte. Pato O’Ward, Josef Newgarden, Graham Rahal, Scott McLaughlin und Alexander Rossi holten sich ebenfalls neue Reifen für den Schlusssprint. Zum Restart in Runde 218 reihten sie sich ab Platz 9 auf. Somit hatten sie 32 Runden Zeit, um die Führung anzugreifen. Diese hatte Christian Rasmussen vor Kyle Kirkwood, David Malukas und Scott Dixon inne.
Die letzten 32 Runden boten dann feinstes Oval-Racing. Pato O’Ward und Josef Newgarden zeigten, warum sie in den letzten Jahren die besten Oval-Piloten waren. Mit ihren besseren Reifen überholten sie die Gegner innen wie außen. Kaum ein Pilot konnte auch nur wenig Widerstand leisten. In zehn Runden hatten sie sich auf die Plätze vier und fünf nach vorne gefahren. Die Top 3, bestehend aus Christian Rasmussen, Kyle Kirkwood und David Malukas, waren dann aber doch härtere Gegner. Malukas verteidigte sich gegen Pato O’Ward, auch um seinem Teamkollegen Newgarden zu helfen, der einen Rückstand von über zwei Sekunden auf O’Ward hatte.
Mit noch 15 Runden auf der Uhr lagen die Top 5 innerhalb von 1,5 Sekunden. Der schnellste Pilot war Josef Newgarden auf Platz 5, der innerhalb von vier weiteren Runden auch Pato O’Ward und David Malukas überholen konnte. In Runde 240 griff Kyle Kirkwood Christian Rasmussen zum ersten Mal an und konnte ihn überholen. Aber auch Josef Newgarden zog direkt mit und hatte nun noch genug Zeit im Kampf um den Sieg. Er brauchte aber nur zwei Runden, um die Führung von Kyle Kirkwood zu übernehmen. Christian Rasmussen musste kurz vor dem Ende mit dem defekten Wagen die Box ansteuern. So blieb ihm nach einem über weite Strecken sehr starken Rennen nur Platz 14. Seinen Platz auf dem Podium belegte David Malukas.
Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Mick Schumacher bei seinem Ovaldebüt. Startplatz vier war eine großartige Leistung in der Qualifikation. Beim Start und den beiden ersten Restarts fuhr er sehr vorsichtig und verlor entsprechend ein paar Plätze. Das war aber auch absolut verständlich. Als Rookie würde ich bei meinem ersten Ovalstart auch eher einmal zu viel als zu wenig den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn plötzlich Pato O’Ward, Josef Newgarden und Alex Palou im Zentimeterabstand um mich herum auftauchen. Bis zum ersten verpatzten Stopp hielt er sich auf Platz 11, durch den Stopp verlor er eine Runde und später im Rennen noch eine weitere. Das bedeutete Platz 18, einen Platz hinter dem ehemaligen Indy-500-Sieger Marcus Ericsson.
Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar-Series (PDF) nachgelesen werden.
Bereits am nächsten Wochenende steht das dritte Rennen der IndyCar-Series auf dem Programm. Anstelle des Thermal Clubs geht es nun aber auf die Straßen von Arlington.
Vorschau: Grand Prix of Arlington
Für den Grand Prix haben sich die Dallas Cowboys, REV Entertainment, der offizielle Eventpartner der Texas Rangers, und Penske Entertainment zusammengeschlossen. Die Strecke führt an zwei weltbekannten Sportstätten vorbei: dem AT&T Stadium, der Heimstätte der Dallas Cowboys (NFL), und dem Globe Life Field, dem Stadion der Texas Rangers (MLB). Dank der großen Strahlkraft der beteiligten Unternehmen sollte die Promotion des Rennens sehr gut sein. Wir können uns auf großartige Bilder der Stadien, der Brücken über den Johnson Creek und des Unterhaltungsviertels von Arlington freuen.
Die IndyCar-Series hat für die Qualifikation am Samstag eine Neuerung eingeführt. Das Fast-Six-Qualifying wird als Einzelzeitfahren ausgetragen. Die ersten Segmente finden wie bisher auf Stadtkursen statt. Die sechs schnellsten Fahrer des zweiten Segments gehen dann in umgekehrter Reihenfolge jeweils für eine fliegende Runde auf die Strecke und fahren die Pole-Position aus. Das erhöht zum einen die Spannung, zum anderen aber auch die Fairness und den Druck für die Fahrer. Dann kann sich keiner mehr darüber beschweren, behindert worden zu sein. Jeder Fehler geht allein zu Lasten des Fahrers. Ich finde die Änderung sehr gut. Einzelfahrten sind für mich in der Regel einfach zu lange Veranstaltungen. Aber bei nur sechs Wagen hält sich das sehr in Grenzen.
Strecke
Die 2,73 Meilen (4,4 Kilometer) lange Strecke schlängelt sich mit 14 Kurven durch Arlingtons zentrales Sport- und Unterhaltungsviertel. Zu den Besonderheiten des neuen Layouts gehören eine geteilte Boxengasse und ein anspruchsvoller, hufeisenförmiger Streckenabschnitt (Kurven 4 bis 8) neben dem AT&T Stadium. Kurve 9 ist eine weite Rechtskurve und führt auf die längste, leicht geschwungene Gerade der Strecke. Nach 1,5 Kilometern folgt mit Kurve 10 wahrscheinlich die beste Überholstelle der Strecke. Auch Kurve 11 kann zu Überholmanövern einladen. Spannend wird auch die letzte Kurve der Strecke. Es handelt sich um eine 90-Grad-Rechtskurve. Geradeaus geht es danach in die Boxengasse, während die Start- und Zielgerade nach rechts wegknickt.
Zeitplan (eastern time, MEZ)
Freitag, 13. März
4:00 p.m. (21:00) – NTT IndyCar Series practice 1
Samstag, 14. März
9:30 a.m. (14:30) – NTT IndyCar Series practice 2
2:30 p.m. (19:30) – NTT IndyCar Series Qualifying
Sonntag 15. März
10:00 a.m. (15:00) – NTT IndyCar Series practice 2
12:30 p.m. (17:30) – Broadcast Start FOX, Sky
1:07 p.m. (18:07) – Grand Prix of Arlington (70 laps/191 miles)












