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IndyCar: Analyse Honda Indy 200 at Mid-Ohio

von Rainer
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Kurz nach der Saisonhalbzeit hat sich endlich ein dritter Fahrer in die Siegerliste des Jahres eingetragen. Dank Scott Dixon bleibt es bei den beiden Honda-Teams Chip Ganassi Racing und Andretti Global.

Bereits in der Qualifikation zeigte Alex Palou, dass der Sieg nur über ihn und Chip Ganassi Racing gehen würde. Zum dritten Mal in dieser Saison holte er sich die Pole-Position. Sein Teamkollege Kyffin Simpson ging von Platz 3 ins Rennen, Scott Dixon von Platz 9. Zweitbestes Team war McLaren mit den Startplätzen 2 und 4 für Christina Lundgaard und Nolan Siegel. Pato O’Ward erreichte hingegen nur Startplatz 14. Colton Herta und Kyle Kirkwood starteten von den Plätzen 5 und 7. Louis Foster bestätigte mit Startplatz 6 seine gute Qualifikationsform von der Road America. Die schwache Performance von Team Penske in der Qualifikation war teilweise zu erwarten. Die Startplätze 18, 21 und 22 für Josef Newgarden, Scott McLaughlin und Will Power spiegeln die aktuelle Leistungsfähigkeit des Teams auf Rundkursen wider. Auch A. J. Foyt Enterprises war mit den Startplätzen 13 und 17 für David Malukas und Santino Ferrucci nicht signifikant besser unterwegs.

Beim Anbremsen der ersten Kurve des Rennens brach der Penske Chevrolet von Josef Newgarden durch blockierende Hinterräder plötzlich aus. Auf dem Weg ins Kiesbett von Kurve 3 nahm er Graham Rahal mit. Will Power hatte mit seiner schlechten Startposition zu kämpfen und geriet in der Unordnung durch Newgardens Wagen mehrfach mit Kontrahenten in Kontakt. So fiel er auf Platz 24 zurück. Er nutzte die Caution aber auch für den ersten Wechsel von Prime- auf Option-Reifen. Zwei weitere Stopps hätten ihn von disem Zeitpunkt ins Ziel gebracht. In Runde 12 hatte sich das Thema jedoch erledigt. Will Power musste seinen Wagen mit Motorschaden in der Box abstellen. Scott McLaughlin fuhr gerade nach seinem Routinestopp wieder aus der Box. Zusammen mit Pato O’Ward hatte er nur einen kurzen ersten Stint auf Prime-Reifen.

An der Spitze setzte sich Alex Palou derweil nur langsam von Christian Lundgaard ab. In Runde 16 betrug sein Vorsprung 2,5 Sekunden. Kyffin Simpson lag zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als sechs Sekunden zurück. Bis zu seinem Stopp in Runde 25 war Lundgaard dann aber genauso schnell. Beim Stopp wechselte Lundgaard von Option- auf Prime-Reifen. Mit diesen war er knapp zwei Zehntelsekunden langsamer als Palou mit gebrauchten Option-Reifen. Entsprechend hatte Chip Ganassi Racing keine Eile, Palou an die Box zu holen. Nach seinem Stopp kam Palou knapp vor Felix Rosenqvist aus der Box. Dieser verwickelte ihn in einen Zweikampf, sodass Christian Lundgaard seinen Rückstand deutlich reduzieren konnte. Scott Dixon kam als letzter Fahrer in Runde 30 an die Box. Zwei weitere Stints von je 30 Runden würden ihm einen Stopp gegenüber dem restlichen Feld einsparen. Aber auch Felix Rosenqvist, Kyffin Simpson, Colton Herta und eventuell sogar Alex Palou hatten die Option einer Zwei-Stopp-Strategie.

Diese wurde durch die nächste Caution wahrscheinlicher. Ausgelöst wurde diese durch den Wagen von Christian Rasmussen. In Kurve 9 rollte er ohne Benzin aus. Louis Foster, Kyle Kirkwood, Pato O’Ward, Marcus Ericsson, Conor Daly, Scott McLaughlin, David Malukas und Santino Ferrucci nutzten die Unterbrechung für ihren zweiten Stopp. Sie alle benötigten auf jeden Fall nur noch einen Stopp bis ins Ziel. Alex Palou war nach dem Restart mit seinen Prime-Reifen klar schneller als Christian Lundgaard, der ebenfalls Prime-Reifen fuhr. So belief sich der Rückstand in Runde 50 bereits auf über 5 Sekunden. Entsprechend früh kam Lundgaard in Runde 52 zu seinem zweiten Stopp und wechselte zurück zu Option-Reifen. Er hatte aber nur noch abgefahrene Sätze zur Verfügung.

Die eigentliche Gefahr für Alex Palou kam aber von Scott Dixon. Er sparte auf Platz drei, nach Lundgaards Stopp, Benzin. Alex Palou hingegen musste an der Spitze die maximale Leistung aus seinem Wagen quetschen. Dabei unterlief ihm einer seiner seltenen Fehler. Er verbremste sich und konnte den Wagen nur mit Mühe auf der Strecke halten. Nach seinem Stopp hatte er zehn Sekunden Rückstand auf Scott Dixon. Diese musste er in 32 Runden reinfahren, denn beide mussten noch einmal zum Tanken an die Box kommen. Zwischen ihnen lag auch noch ihr Teamkollege Kyffin Simpson. Nur 3,5 Sekunden hinter Palou lag Pato O’Ward vor Christian Lundgaard. In Runde 62 kamen Dixon und Simpson an die Box. Ein Stint über 28 Runden unter Grün ist das Maximum, das mit einer Tankfüllung möglich ist. Beim Losfahren touchierte Simpson den Fuß eines Mechanikers. Als Strafe musste er eine Drive-Through-Penalty absolvieren. Damit fiel er aus der Spitzengruppe zurück und erreichte am Ende Platz 10.

An der Spitze war Alex Palou etwa eine Sekunde pro Runde schneller als Scott Dixon. Damit war er auf einer Pace, um den zusätzlichen Stopp rauszufahren. In Runde 68 hing er jedoch hinter Sting Ray Robb und verlor zwei Zehntelsekunden auf Dixon. In Runde 72 kam Alex Palou zu seinem letzten Stopp an die Box. Mit knapp zwei Sekunden Vorsprung auf Dixon kam er wieder aus der Boxengasse. Da er im Gegensatz zu Scott Dixon kein Benzin sparen musste, war ihm der Sieg so gut wie sicher. In Runde 84 zog jedoch plötzlich Scott Dixon am langsamen Alex Palou vorbei. Dieser hatte sich zum zweiten Mal im Rennen verbremst und musste in Kurve 9 durch den Dreck fahren. Trotz aller Vorteile für Palou hatten wir plötzlich einen spannenden Sprint über fünf Runden ins Ziel.

In diesen fünf Runden zeigte Scott Dixon, was seine Trickkiste aus fast 25 Jahren IndyCar so alles hergibt. Plötzlich war sein Chip-Ganassi-Dallara in den Anbremszonen doppelt so breit, sodass Alex Palou einfach keinen Weg vorbei fand. So fuhr Scott Dixon seinen 59. Sieg in der IndyCar-Serie ein und hat in den letzten 21 Jahren immer mindestens ein Rennen gewonnen. Alex Palou musste sich dieses Mal mit Platz 2 begnügen. Christian Lundgaard kam auf Platz drei ins Ziel. Er hatte fünf Sekunden Vorsprung auf Colton Herta. Pato O’Ward fuhr mit einer starken Leistung auf Platz 5. Neben Dixon war er der größte Profiteur der zweiten Caution. Der Stopp zu diesem Zeitpunkt brachte ihn nach vorne. Trotzdem setzte er sich deutlich gegenüber Kyle Kirkwood (Platz 8), Marcus Ericsson (Platz 12) und Louis Foster (Platz 14) durch, die ebenfalls während der Caution stoppten. Felix Rosenqvist erreichte mit der Dixon-Strategie Platz 6.

Zum Abschluss wollen wir nun erraten, welcher Fahrer die schnellste Rennrunde absolviert hat und wo er ins Ziel kam. Wenn ich so anfange, dann war es mit Sicherheit nicht Alex Palou, Christian Lundgaard oder Pato O’Ward. Es war insgesamt kein Fahrer aus den Top 10, nicht einmal die Top 20 hat er erreicht. Aber seinen Namen habe ich schon mehrfach erwähnt. Nein, es ist keiner der Foyt-Piloten. Denn Santino Ferrucci und David Malukas kamen auf den Plätzen 16 und 17 ins Ziel. Es war der letzte fahrende Penske-Chevrolet. Scott McLaughlin absolvierte Runde 83 in 1:06:5919 Minuten. Mit Rundenrückstand wurde er auf Platz 23 gewertet. Die Plätze 23, 26 und 27 dürften ein Tiefpunkt des Teams in den letzten 30 Jahren sein.

Das gesamte Ergebnis kann auf der Homepage der IndyCar Series (PDF) nachgelesen werden.

In der Meisterschaft führt weiterhin Alex Palou (430 Punkte) vor Kyle Kirkwood (317 Punkte). Bester Chevrolet-Fahrer ist weiterhin Pato O’Ward (305 Punkte). Es folgen Scott Dixon (282 Punkte), Christian Lundgaard (263 Punkte) und Felix Rosenqvist (259 Punkte).

Kurzvorschau Iowa

Mit einem Double-Header auf dem Iowa Speedway geht die IndyCar-Saison am nächsten Wochenende schon weiter. Wenn für Team Penske in dieser Saison noch etwas nach vorne gehen soll, dann wird das auf einem der Ovale passieren. Das Team war vor allem mit Josef Newgarden auf diesen Strecken sehr dominant. Allein Newgarden gewann sechs Rennen auf dem Iowa Speedway. Im Vorjahr waren Will Power und Scott McLaughlin siegreich. In den letzten sechs Jahren konnte nur Pato O’Ward Team Penske einmal schlagen. Er ist damit auch einer der größten Herausforderer. Aktuell ist jedoch Alex Palou der Favorit. Zwar ist er auf den kleinen Ovalen noch sieglos, aber in den letzten beiden Jahren fuhr er die Plätze 2 und 3 ein.

Die IndyCar-Series hat die Länge der Rennen auf dem Iowa Speedway um 25 Runden auf nun 275 Runden erhöht. Dadurch werden drei Boxenstopps erzwungen. Dadurch soll das Sparen von Reifen und Benzin eingedämmt werden. Das wäre auch mit einem stärkeren Reifenverschleiß möglich gewesen. Früher waren vier Stopps üblich, obwohl nur 250 Runden zu fahren waren. Durch den stärkeren Drop-off gab es mehr Bewegung im Feld und somit spannenderes Racing.

Strecke

Der Iowa Speedway wurde von Rusty Wallace mit entworfen und ist dem Richmond International Speedway nachempfunden. Die Strecke ist nur 0,875 Meilen (1,4 km) lang und die Kurven haben eine Überhöhung von zwölf bis 14 Grad. Die geschwungene Start-Ziel-Gerade hat noch eine Überhöhung von zehn Grad, die Gegengerade nur zwei Grad. Entscheidenden Einfluss werden die Reifen und vor allem der Reifenverschleiß haben. Wichtig ist auch die Abstimmung für die Dirty-Air, denn Überholmanöver wird es sehr schnell geben. Wenn man in der verwirbelten Luft zu viel aerodynamischen Grip verliert, belastet man die Reifen noch mehr und verliert doppelt Zeit.

Zeitplan (eastern time, MEZ)

Freitag, 11. Juli

3:30 p.m. (21:30) – NTT IndyCar Series practice

Samstag, 12. Juli

12:00 p.m. (18:00) – Qualifying for the NTT P1 Award
5:00 p.m. (23:00) – Race Broadcast Windows FOX, Sky

5:20 p.m. (23:20) – NTT IndyCar Series SYNK 275 (275 laps/245.85 miles)

Sonntag, 13. Juli

01:00 p.m. (19:00) – Race Broadcast Windows FOX, Sky

01:20 p.m. (19:30) – NTT IndyCar Series Farm to Finish 275 (275 laps/245.85 miles)

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