Home HerstellerAudiDTM: Saisonvorschau 2019 – R-Motorsport als Retter?

DTM: Saisonvorschau 2019 – R-Motorsport als Retter?

von Max Albrecht
3 Kommentare 15 minutes read

Die DTM geht in Hockenheim in eine neue Saison und hat dafür viel am Reglement gearbeitet. Zudem gibt es mit Aston Martin weiterhin ein drittes Fabrikat in der Serie.

(Photo by Hoch Zwei)

In den letzten Jahren wurde viel diskutiert welcher Hersteller in die DTM kommen könnte und zu welchem Zeitpunkt. Nach dem eine engere Zusammenarbeit mit der Super GT beschlossen wurde, gab es immer wieder Gerüchte das einer der japanischen Hersteller dauerhaft in die DTM kommt. Daraus ist nichts geworden und nur beim DTM-Saisonfinale werden Honda, Nissan und Lexus mit jeweils einem Fahrzeug in Hockenheim antreten. Etwas überraschend gab es letztes Jahr dann erstmalig Gerüchte, dass Aston Martin in Zusammenarbeit mit Red Bull einen DTM Start plant und Mercedes als dritten Hersteller ersetzt. Die Realität ist dann doch etwas anders, denn R-Motorsport hat sich von Aston Martin die Erlaubnis geholt Fahrzeuge unter dem Aston Martin Badge starten zu lassen und Aston Martin Racing ist an dem Einsatz nicht beteiligt. Als Technik- und Entwicklungspartner konnte man HWA für sich gewinnen, die sowohl das Auto als auch den Motor in kurzer Zeit entwickelt haben. Mit HWA hat man zumindest einen perfekten Partner gefunden, da HWA auch für das sehr erfolgreiche DTM Projekt von Mercedes-Benz verantwortlich war.

Neuerungen
Auch sonst hat sich einiges geändert und Beispielsweise wird mit dem W Racing Team erstmalig seit 2009 wieder ein Privatteam in der DTM sein. Eigentlich wollte auch BMW noch ein Privatteam finden, dass zwei BMW M4 DTM einsetzt, jedoch konnte man hier keine Einigung erzielen. Wesentliches Problem bleiben die hohen Kosten in der Serie (6 Millionen Euro für zwei Fahrzeuge pro Saison) und die geringe Anzahl an Sponsoren. Zudem konnte man nur durchschnittliche Zuschauerzahlen von etwas über 700.000 erzielen im letzten Jahr, sodass man deutlich unter der Millionenmarke liegt.

Sportliche Verbesserung und damit auch mehr Zuschauer sollen das neue Reglement in dieser Saison bringen. Insgesamt ähneln die DTM-Fahrzeuge jetzt den GT500 aus der Super GT. Hierfür hat man einen neuen Vierzylinder-Turbomotor mit 600 PS Leistung entwickelt und 100 PS mehr als noch letzte Saison. Zudem hat man das Gewicht von 1031 Kilogramm auf 981 Kilogramm verringert und auch die Aerodynamik ist weniger ausgeprägt als noch in den letzten Jahren. Dabei wurde auch der Heckflügel verändert, sodass die Wirkung des DRS verringert wurde. Zusätzlich gibt es in dieser Saison auch noch Push-to-pass-Button, der 30 PS zusätzlich für fünf Sekunden bereitstellt. Aktiviert werden darf beides 12 Mal im Rennen und man muss sich drei Sekunden hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug befinden. Die Verbindung der beiden Systeme dürfte für viele Überholmanöver sorgen, aber eigentlich zeigt gerade die Super GT auf, dass es auch ohne DRS und Push-to-pass spannende Rennen gibt.

(Photo by Hoch Zwei)

Die Rennlänge wird in dieser Saison wieder in Runden festgelegt und man plant, dass die Rennen ca. 58 Minuten lang sein sollen. Hierfür werden beim Saisonstart 36 Runden gefahren und falls es zu einer Safety-Car-Phase kommt, werden bis zu drei Runden zu der ursprünglichen Rennlänge hinzugerechnet. Damit die Rennen bei vielen Safety-Car-Phasen oder schlechtem Wetter nicht zu lange dauern, hat man die maximale Zeit für das Rennen auf 70 Minuten begrenzt.  Insgesamt betrachte ich diese Änderung positiv und es dürfte einige Rennen geben, die über eine Stunde gehen.

(Photo by Hoch Zwei)

Veränderungen gibt es auch am Zeitplan der Rennwochenenden. Hierbei orientiert man sich an anderen Serien und beide Trainings werden nun am Freitag stattfinden. Samstag und Sonntag gibt es dann jeweils Qualifying und Rennen zu sehen. Neu im Rahmenprogramm ist die W Series, die mit F3-Fahrzeugen fährt und in der nur Frauen starten. Am Ende der Saison erhält die Siegerin 500.000$ und soll damit in die Formel 3 aufsteigen. Ausgesucht wurden die Fahrerin in mehreren (obskuren) Ausscheidungen und in dem Fahrerfeld gibt es dann sogar einige bekannte Fahrerinnen. Auch wenn hinter dem Projekt sicherlich gute Absichten stecken, wäre wohl ein Stipendiatssystem sinnvoller gewesen um Frauen im Motorsport zu fördern. Zudem sind viele talentierte Frauen auch in anderen Serien unterwegs, wie Laura Kraihamer mit einem Sieg in der ADAC GT4 Germany bewiesen hat.

Nachdem die Formel 3 seit diesem Jahr im Rahmenprogramm der Formel 1 fährt, musste die DTM einen Ersatz organisieren. Hierfür hat man sich an der Formula European Masters probiert, die jedoch nicht stattfinden wird, da zu wenige Teams und Fahrer starten wollten. Rückkehrer im Rahmenprogramm ist der Porsche Carrera Cup Deutschland, der immerhin in Hockenheim und auf dem Norisring im Rahmenprogramm sein wird.  Zudem wird der Porsche Carrera Cup Benelux am Nürburgring und in Assen sowie Zolder dabei sein. Der Porsche Carrera Cup France darf dann auch noch in Misano die DTM unterstützen.  Erhalten bleibt der Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, der jedoch wirklich eine langweilige Debütsaison bot und kaum mehr als 12 Starter pro Rennen hatte. Ein Highlight dürften wieder die historischen Fahrzeuge bei der Tourenwagen Classics am Nürburgring, Lausitzring und Norisring sein.  Fans von Formelfahrzeugen dürfen sich in Assen zudem noch auf den Auftritt der Boss GP freuen.

Kalender

DatumRennstreckeRahmenprogramm
03.05 - 05.05HockenheimringW-Series, Porsche Carrera Cup Deutschland, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup
17.05 - 19.05Circuit ZolderW-Series, Porsche Carrera Cup Benelux, Belcar Endurance Championship
07.06 - 09.06Misano World CircuitW-Series, Porsche Carrera Cup France, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, TCR DSG Endurance Cup
05.07 - 07.07NorisringW-Series, Porsche Carrera Cup Deutschland, Tourenwagen Classics
19.07 - 21.07TT Circuit AssenW-Series, Porsche Carrera Cup Benelux, Lotus Cup Europe, BOSS GP
10.08 - 11.08Brands HatchW-Series, Lotus Cup Europe
23.08 - 25.08LausitzringAudi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, Tourenwagen Classics, HAIGO ADAC Historic Cup
13.09 - 15.09NürburgringPorsche Carrera Cup Benelux, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, Tourenwagen Classics, Lotus Cup Europe
04.10 - 06.10HockenheimringAudi Sport Seyffarth R8 LMS Cup, Formula Renault Eurocup

Traditionell startet die Saison am Hockenheimring und in den letzten Jahren gab es auch immer spektakuläre Rennen. Besonders dank der Spitzkehre können Überholmanöver gekontert werden und Duelle ziehen sich so über mehrere Runden. Zwei Wochen später geht es dann nach Zolder und hier startete man in den 1980er und 1990er noch in die Saison. Die Strecke sieht man in den letzten Jahren vor allem durch die SRO-Serien, die dort immer wieder fahren. Momentan fehlt es mir noch an Vorstellung an welchen Stellen man gut auf der Strecke überholen kann, aber zumindest hat man wieder eine Strecke mit Kiesbetten im Kalender. Anfang Juni geht es dann weiter nach Misano und hier verzichtet man dieses Jahr auf die Nachtrennen. Letztes Jahr wurden die Rennen bei Kabel 1 gezeigt und die Quoten waren nicht wirklich überragend. Die Strecke selbst bot dank Wetterchaos zwei gute Rennen, aber auch viel Diskussionen um die Auslegung von Streckelimits. Einen Monat später wird man auf dem Norisring unterwegs sein und das einzige Stadtrennen der Saison absolvieren. Auch hier ist das Wetter immer wieder ein Faktor, aber selbst Rennen im trockenen sind auf dem Norisring zumeist unterhaltsam.

Neu im Kalender ist auch der TT Circuit Assen, welcher aus der MotoGP bekannt sein dürfte. Die Strecke bietet eine gute Mischung aus langsamen und schnellen Kurven. Wichtige Überholpunkte sind hier nach Start-Ziel und auch vor der letzten Kurve kann man durchaus ein Überholmanöver probieren. In Brands Hatch werden durch die Zeitverschiebung die Rennen erst um 14:30 Uhr deutscher Zeit gestartet. Aufgrund der wenigen Geraden fällt das Überholen schwer und es könnte zwei Rennen geben, die eher von der Taktik geprägt sind. Ende August wird man wieder auf dem Lausitzring fahren, bevor es dann am Nürburgring Richtung Saisonfinale geht. Die beiden letzten Rennen werden in Hockenheim ausgetragen und hier werden dann auch die japanischen Hersteller starten. Im November soll es dann noch ein Einladungsrennen gegen die GT500 auf dem Fuji Speedway geben.

Starterfeld
Durch den Ausstieg von Mercedes-Benz ist auch Vorjahresmeister Gary Paffett aus der DTM verschwunden. In dieser Saison sind nur noch Paul Di Resta und Daniel Juncadella als 2018er Mercedes-Benz Fahrer im Feld und beide treten für R-Motorsport mit dem Aston Martin Vantage DTM an. Auch im restlichen Feld gibt es einige neue Talente, jedoch gibt es bei den Werksaufgeboten nur wenig neues und überraschendes.

Audi
Im letzten Jahr fehlten Rene Rast nur vier Punkte um seinen Meistertitel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Dabei lag er sogar 155 Punkte vor dem zweitbesten Audi-Piloten und für diese Saison ist Rast für mich der absolute Topfavorit. Aufgrund seiner Vergangenheit in verschiedenen Porsche Cups und der GT3 besitzt er auch viel Erfahrung in Fahrzeugen, die weniger Aerodynamik besitzen als die letztjährigen DTM-Fahrzeuge. Zusätzlich konnte Audi die Testfahrten bisher dominieren, aber man hatte bei Longruns Probleme mit dem Reifenverschleiß. Hier wird es interessant zu beobachten, ob man die Reifen weniger beanspruchen kann als noch bei den Tests auf dem Lausitzring. Zumindest wenn es um schnelle Einzelrunden ging, konnte weder BMW noch Aston Martin konkurrieren, sodass Audi momentan das schnellste Fahrzeug haben dürfte. In Kombination mit Rast hat man somit eine gute Chance auf den Meistertitel. Sein Teamkollege beim Audi Team Rosberg wird Jamie Green, der die letzte Saison als 18. und letzter abschloss. Diese Saison sollte nicht ganz so schlimm verlaufen, aber im Titelkampf sehe ich ihn momentan nicht.

Zweitbester Audi-Pilot wurde im vergangen Jahr Nico Müller, der immerhin drei Podiumsplatzierungen erzielen konnte. Durch die mutmaßliche stärke Audis muss man Müller zum Favoritenkreis zählen, auch wenn ich ihn am Saisonende eher um dem 5. Gesamtrang sehe. Seine größte Schwäche ist noch die fehlende Konstanz und letztes Jahr schloss er sechs der ersten sieben Rennen außerhalb der Top 10 ab. Bei den letzten vier Saisonrennen konnte er hingegen sieben Top 7 Platzierungen erzielen. Zusammen mit ihm wird Robin Frijns für das Audi Sport Team Abt Sportsline in die Saison gehen. Frijns war letztes Jahr erstmalig in der DTM und konnte dort den 13. Gesamtrang erzielen. Dabei stand er zweimal auf dem Podium und konnte einige Platzierungen in den Top 10 erzielen. Momentan führt er zudem in der Formel E und dies könnte auch ein kleiner Nachteil sein, da der Kampf um die Meisterschaft in der Formel E wohl am wichtigsten ist. Fraglich ist, ob er sich noch wirklich auf die DTM fokussieren kann und so sehe ich ihn momentan auch nicht als Meisterschaftsfavoriten. Zumindest gibt es keine Überschneidung mit der Formel E, sodass er an allen Rennen teilnehmen kann.

Drittes Audi Werksteam ist das Audi Sport Team Phoenix mit den beiden Fahrern Mike Rockenfeller und Loïc Duval. Duval erlebte zwei schlechte Jahre in der DTM, die er auf dem 18. und 17. Gesamtrang abgeschlossen hat. Sein Ziel sollte daher ein Ergebnis in den Top 10 am Ende der Saison sein und Einzelerfolge. Falls der Audi RS5 DTM wirklich dominant ist, sollte dies auch möglich sein. Am letzten Wochenende durfte er Influencer über die Nordschleife fahren, auch wenn er keine wirkliche Verbindung zu der Strecke hat. Vielen Zuschauern dürfte es egal sein, aber ein Rene Rast als Nordschleifen-Experte wäre in solchen Videos wohl besser gewesen. Rockenfeller hatte 2017 ein gutes Jahr in der DTM mit dem vierten Gesamtrang, aber letztes Jahr wurde er nur noch elfter. Für ihn dürfte eine Endplatzierung in den Top 10 realistisch sein, aber im Kampf um den Meistertitel sehe ich ihn (noch) nicht.

Mit viel Unterstützung von Audi und zwei Paydrivern kommt W Racing Team (WRT) in die DTM. Durch die Unterstützung von Audi dürfte die Eingewöhnung recht leicht sein, aber die Fahrer dürften ihre Probleme haben. Der wahrscheinlich bessere der beiden Fahrer ist Pietro Fittipaldi, der die World Series Formula V8 3.5 in 2017 gewinnen konnte. Hierbei hatte er aber kaum wirklich starke Gegner und letztes Jahr verunfallte er schwer in Spa bei der WEC und und konnte das ganze Jahr kein Rennen fahren. Das Rennen am Samstag ist daher für ihn das erste Rennen seit einem Jahr. fiel mehrere Monate aus. In der zweiten Saisonhälfte fuhr er dann noch in der IndyCar Series für Dale Coyne Racing und konnte sogar eine Top 10 Platzierung erzielen (Dank an nona für den Hinweis). Sein Vertrag mit WRT wurde erst bei den Tests am Lausitzring vor zwei Wochen unterschrieben. Teamkollege von Fittpaldi ist Jonathan Aberdein. Größte Erfolge waren der Gesamtsieg der Formel 4 VAE und drei Podiumsplatzierungen in der Formel 3 letzte Saison. Er dürfte ein klassischer Paydriver sein und die ganze Saison eher am hinteren Ende des Feldes zu finden sein. Eigentlich war es angedacht, dass junge Talente sich durch die Privatteams in der DTM für Werksplätze empfehlen können, aber ich bin mir nicht sicher ob es so funktionieren wird. Das Niveau ist extrem hoch in der DTM und durch die Eingewöhnungsschwierigkeiten werden die beiden Rookies bei WRT eine harte erste Saisonhälfte haben.

BMW
Enttäuschend verliefen die Tests für BMW am Lausitzring. Weder bei den Longruns, noch bei schnellen Runden konnte man mit Audi mithalten und selbst R-Motorsport war häufig schneller. Jedoch ist man bereits so lange in der DTM, dass man sich von schlechten Testzeiten nicht besonders beeindrucken lassen sollte. Da man kein Privatteam als Abnehmer gefunden hat für zwei BMW M4 DTM, wird man diese Saison weiterhin mit sechs Fahrzeugen bei zwei Teams verbleiben, auch wenn die DTM Internetseite noch sieben BMW-Fahrer listet. Verabschieden musste sich Augusto Farfus, der jetzt auf der Langstrecke für BMW aktiv ist und zudem für Hyundai in der FIA WTCR angreift.

Bester BMW-Pilot wurde Marco Wittmann im vergangen Jahr. Auch die Jahre zuvor war er eigentlich immer einer der schnellsten Fahrer und zudem fuhr er regelmäßig in die Top 10. Für diese Saison würde ich ihn wieder als Speerspitze des BMW Aufgebots sehen und ein Platz in den Top 5 am Ende der Saison muss das Ziel sein. Bekannt für Einzelerfolge ist Timo Glock, der immerhin einen Sieg und vier Podiumsplatzierungen in der letzten Saison erzielt hat. Zudem hatte er nur sechs Ergebnisse außerhalb der Top 10. Dieses Jahr sehe ich ihn im erweiterten Favoritenkreis. Nur der zwölfte Rang wurde es letztes Jahr für Bruno Spengler. In seiner 15. DTM Saison sollten Einzelerfolge das Ziel sein, nachdem er letztes Jahr nur einmal auf dem Podium stand.

Zweites BMW Team ist wieder BMW Team RBM und mit Sheldon van der Linde hat man sogar einen richtigen Neuzugang. Sheldon van der Linde fuhr in den letzten Jahren noch GT3 für Audi und holte sich zusammen mit seinem Bruder den Vizetitel in der ADAC GT Masters. Mit 19 Jahren ist er momentan der jüngste Fahrer in der DTM und für BMW dürfte sein Einsatz eher ein langfristiges Projekt sein. Er bringt viel Talent mit, aber zumindest in dieser Saison dürfte er noch Probleme haben. Trotzdem denke ich nicht, dass er schlechtester BMW-Pilot wird. Nicht viel älter ist Joel Eriksson, der im Juni seinen 21. Geburtstag feiern wird. Eriksson fuhr bereits letzes Jahr in der DTM und konnte dort einen Sieg in Misano erzielen. Ansonsten hatte er oft Pech und wurde am Ende nur 14. in der Gesamtwertung. Diese Saison sollte es besser laufen und einige Top 5 Ergebnisse sollten möglich sein. Im erweiterten Favoritenkreis hingegen ist sein Teamkollege Philipp Eng. Letztes Jahr konnte er zweimal eine Podiumsplatzierung erreichen und auch sonst zeigte er regelmäßig starke Leistungen. Nachteil des Teams könnte jedoch sein, dass die drei Fahrer noch recht unerfahren sind.

R-Motorsport/Aston Martin

(Photo by Hoch Zwei)

Der Einsatz der Aston Martin wird nicht von Aston Martin Racing verantwortet, sondern von R-Motorsport sowie HWA. Dadurch handelt es sich nicht um einen Werkseinsatz und dies hat gleich mehrere Folgen. So schätzt Beispielsweise Motorsport-Total das Budget für den Einsatz dieses Jahr nur auf 20 Millionen Euro, während Audi bei knapp 50 Millionen Euro liegt. Zusätzlich musste man den Aston Martin Vantage DTM in nur 90 Tagen entwickeln und auch der Motor wurde direkt bei HWA angefertigt. Auffällig ist zudem noch, dass keine Aston Martin Werksfahrer in der DTM antreten werden dadurch werden wir nicht die Rückkehr von Maxime Martin oder das Debüt von Nicki Thiim in der DTM sehen. Stattdessen setzt man auf Teammitglieder von HWA und auch bei den Fahrern bleiben Paul Di Resta sowie Daniel Juncadella erhalten. Beide Fahrer waren zudem für die Entwicklung des Fahrzeuges verantwortlich und man darf durch eine Ausnahmeregelung auch noch zwei Tage während der Saison testen.

(Photo by Hoch Zwei)

Bei den Tests am Lausitzring zeigte sich bereits, dass die Longsruns konkurrenzfähig waren. Einen großen Rückstand dürfte man dank der Entwicklung von HWA nicht haben, aber um Siege wird man wohl nicht kämpfen können. Insgesamt ist er trotzdem erstaunlich, dass ein Privatteam mit eigenem Fahrzeug in die DTM kommt und dies anscheinend finanzieren kann. Sponsoren gab es noch nicht zu sehen, sodass man bisher mit der normalen R-Motorsport Lackierung fuhr. Etwas Geld dürfte durch Ferdinand Habsburg ins Team kommen. Eigentlich wollte Habsburg zu WRT, jedoch konnte R-Motorsport ihn noch überzeugen und so gibt er jetzt im Aston Martin sein Debüt. Bisher dürfte man ihn vor allem aufgrund seines Auftritts bei der Formel 3 in Macau 2017 kennen. Dort zeigte er ein beherztes Rennen und hätte sogar fast gewonnen. Highlights waren noch ein Vizetitel in der Euroformula Open 2016 und ein siebter Rang in der Formel 3 EM 2017. Seine Leistungen alleine würden wohl nicht für ein Cockpit in der DTM reichen, aber trotzdem bringt er einiges an Talent mit. Für diese Saison wären vereinzelte Ergebnisse in den Top 10 ein Erfolg.

Ein weiterer Neuling in der DTM ist Jake Dennis, der immerhin dritter in der Formel 3 EM 2015 wurde. In den letzen Jahren konzentrierte er sich auf den GT3-Sport, aber er konnte bei Audi und Aston Martin nicht so richtig überzeugen. Durch seine Erfahrung im Formelsport müsste er sich im DTM wohlfühlen und ihn sehe ich neben Paul Di Resta als stärksten Fahrer für R-Motorsport. Eine Einschätzung des Aston Martin Vantage fällt schwer und so warte ich noch das erste Rennwochenende ab, bevor ich einen Tipp abgebe.

Los geht es am Freitag um 13:10 Uhr mit dem ersten Training.  Die Trainings sowie Qualifyings gibt es dieses Jahr wieder bei YouTube und ran.de zu sehen. Die Rennen selbst gibt es dann bei Sat.1 und ran.de. Alle Startzeiten für die DTM und das Rahmenprogramm gibt es in unseren TV Terminen.

Zeitplan

Robin Frijns
Loïc Duval
Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53 (Audi Sport Team Rosberg), Jamie Green
WRT Audi RS 5 DTM #27 (WRT Team Audi Sport)
Audi Sport RS 5 DTM #33 (Audi Sport Team Rosberg)
Germany: DTM Test Lausitzring FERDINAND HABSBURG (AUT), Aston Martin
(Photo by Hoch Zwei)
(Photo by Hoch Zwei)
Klettwitz: DTM Lausitzring Test 2019, Klettwitz on April, 16, 2019, (Photo by Hoch Zwei)
(Photo by Hoch Zwei)
(Photo by Hoch Zwei)
Klettwitz: DTM Lausitzring Test 2019, Klettwitz on April, 17, 2019, (Photo by Hoch Zwei) Jake Dennis ( GBR, Aston Martin )
Klettwitz: DTM Lausitzring Test 2019, Klettwitz on April, 17, 2019, (Photo by Hoch Zwei) Audi Test Auto
Klettwitz: DTM Lausitzring Test 2019, Klettwitz on April, 17, 2019, (Photo by Hoch Zwei) Robin Frijns ( NED, Audi Sport Team Abt )
Spielberg: DTM Spielberg 2018 on September, 21, 2018, (Photo by Hoch Zwei)
(Photo by Hoch Zwei)
Lausitzring (GER) 15th April 2019. BMW M Motorsport, DTM, ITR-Testing, Schaeffler BMW M4 DTM, BMW Team RMG
Lausitzring (GER) 17th April 2019. BMW M Motorsport, DTM, ITR-Testing, ZF BMW M4 DTM, BMW Team RMR
Lausitzring (GER) 17th April 2019. BMW M Motorsport, DTM, ITR-Testing, BMW Bank M4 DTM, BMW Team RMG
Lausitzring (GER) 17th April 2019. BMW M Motorsport, DTM, ITR-Testing, BMW Bank M4 DTM, BMW Team RMG
BMW DTM, Timo Glock, Anton-Ditt-Bogen, Muenchen. 30.04.2019 ©Martin Hangen/hangenfoto

Das könnte Dir auch gefallen

3 Kommentare

Dirk 3 Mai, 2019 - 07:04

Spannend wird es ja auch, ob die Motoren alle durchhalten oder ob es thermische Probleme geben wird. Zumindest bei den Tests hatten wohl ein paar Teams Probleme mit der Hitzeentwicklung des Turbos, so dass die Motorhaube so heiß wurde, dass der Lack verkohlte. Die neuen Wagen sollen jedenfalls deutlich schneller sein, habe ich gehört.

nona 3 Mai, 2019 - 08:50

Öhm, das ist natürlich keineswegs „das erste Rennen seit einem Jahr“ für Pietro Fittipaldi. Letztes Jahr ist er ja auch IndyCar bei Dayle Coyne gefahren, und ist dort nach einigermassen Ausheilung seiner Verletzungen noch in den letzten fünf Saisonrennen angetreten.

Gok 3 Mai, 2019 - 17:55

Vielen Dank für den Hinweis und da hast du natürlich recht! :) Hatte irgendwie nur noch sein Fehlen in der WEC und SF in Erinnerung. Habe den Text angepasst.

Comments are closed.

  Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC   Der Ansprechpartner in Sachen Automobil ist AUTODOC
Racingblog
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.