In der kommenden Woche startet die NASCAR Whelen Euro Series in die neue Saison. Neben den etablierten Teams werden viele neue Rennställe in der Europameisterschaft erwartet. Was erwartet uns im Jahr 2018?
Traditionell findet der Saisonauftakt im spanischen Valencia statt – im Jahr 2018 am 14. und 15. April. Das Finale im belgischen Zolder ist ebenfalls seit einigen Jahren eine feste Konstante im Kalender. Bei den restlichen Austragungsorten wurde im neuen Kalender ordentlich rochiert. Am Autodromo di Franciacorta, der im vergangenen Jahr der Austragungsort des Halbfinals war, finden am 19. und 20. Mai die Läufe drei und vier statt. Entsprechend rutscht die britische Traditionsstrecke Brands Hatch nach hinten – der Kurs in England ist die dritte Station der EuroNASCAR. Das Rennen findet dennoch wie im vergangenen Jahr Anfang Juni (9. und 10. Juni) statt. Nicht mehr im Kalender ist das Rennen auf dem Halbmeilen-Oval von Venray. Auf Ovalracing müssen die Fans dennoch nicht verzichten, als Ersatz kehrt das Oval von Tours wieder in den Rennkalender zurück. Das Rennen nimmt dabei im Kalender eine besondere Rolle ein, da hier die „Oval World Challenge“ mit einem hohen Preisgeld ausgetragen wird. Den vakanten Platz für das Playoff-Halbfinale übernimmt der Hockenheimring. Die EuroNASCAR wird in Deutschland am 15. und 16. September gastieren.
Oval World Challenge
Das Rennwochenende auf dem 0,4-Meilen-Oval in Tours bildet den Saisonhöhepunkt und findet unter dem Titel Oval World Challenge statt. Das Besondere an der Veranstaltung ist, dass sie an das Format des Daytona 500 angelehnt ist. Das heißt, es gibt zunächst am Freitag ein Qualifying, in dem die erste Startreihe ausgefahren wird. Im Anschluss werden die Fahrer in 2 Gruppen aufgeteilt. Diese Gruppen tragen, sowohl Samstag als auch Sonntag jeweils ein eigenes Qualifikationsrennen aus. Die besten 22 Autos eines Tages fahren dann im Finale gegeneinander. Über eine Sonderregelung soll zudem sichergestellt werden, das die zehn besten Fahrer der EuroNASCAR-Fahrerwertung sicher im Finale starten. Zudem geht es bei der Oval World Challenge um alles oder nichts: Der beste Fahrer der gesamten Veranstaltung erhält neben einer Trophäe einen Geldpreis von 10.000€.

Serienchef Jerome Galpin zeigt sich begeistert vom neuen Format: „Gibt es einen besseren Ort als Daytona, um diese einzigartige Veranstaltung vorzubereiten? Das ist unglaublich inspirierend und wir lernen weiterhin viel von den Besten der Welt bei der Organisation von Motorsportevents! Die Oval World Challenge in Tours soll in den kommenden Jahren zu einer der besten Rennshows Europas werden! Echtes American-Racing und ein Muss für jeden Motorsportfan.“
Ebenfalls neu ist der “Nations Cup“, der in der neuen Saison zusätzlich zu den bereits bekannten Trophys verliehen werden wird. In dieser Sonderwertung stehen die Piloten der verschiedenen Länder im direkten Wettbewerb. Am Ende des Tages werden die Piloten geehrt, die unter allen Nationen das beste Ergebnis erreicht haben.
“In den vergangenen Jahren haben wir viele verschiedene Rennfahrer aus den unterschiedlichsten Ländern angelockt. Der Nations Cup soll diese Entwicklung unterstützen”, begründet Galpin die Einführung der neuen Sonderwertung.
Neues Logo und neuer Chevy Body
Auch aus optischer Sicht verändert sich in der Euro-Series so einiges. Am auffälligsten ist dabei wohl der neue Dienstwagen der Chevrolet-Piloten. Wie im Cup in den USA, führt auch der europäische NASCAR-Ableger zur neuen Saison den Camaro ein. Ursprünglich sollte den Teams der neue Body bereits zum Saisonstart in Valencia zur Verfügung stehen, aufgrund von Verzögerungen in der Produktion feiert der Camaro sein Debüt aber vermutlich erst in Italien. „Der neue NWES-Chevrolet Camaro ist definitiv ein tolles Auto! Ich bin sehr stolz auf die Arbeit des Entwicklungsteams mit der Unterstützung des NASCAR R&D Centers.“, so NWES-Präsident Galpin.
Die zweite optische Neuerung betrifft das Logo der Serie. Nachdem die Partnerschaft mit Whelen unlängst bis ins Jahr 2024 verlängert wurde, hat die Serie ihr Logo neu gestaltet. Vorbild war dabei das aktuelle Logo der Monster Energy Cup Series.
Ebenfalls neu ist der Reifenlieferant BFGoodrich. Das amerikanische Unternehmen ersetzt den bisherigen Partner und Mutterkonzern Michelin. „Wir freuen uns, ein Teil der NASCAR Whelen Euro Series zu sein“, freut sich BFGoodrich-Geschäftsführer Harold Phillips. „BFGoodrich ist darauf bedacht, Hochleistungsreifen zu entwickeln. Wir wollen unser Angebot im europäischen Markt weiter ausbauen. Die NASCAR Whelen Euro Series stellt eine exzellente Möglichkeit dar, da die Rennserie die US-amerikanische Geschichte unserer Marke repräsentiert.“
Rekordfeld für 2018
Mit Blick auf das Starterfeld, das in Valencia an den Start gehen wird, macht dieser Schritt Sinn. Insgesamt 19 Teams und 30 Autos sind bisher für die Saison gemeldet. Dies spricht für das Wachstum der Serie und ihren Nutzen als Marketingplattform. In Valencia wird das deutsche Team Racing Total zusätzlich zur Startnummer 46, pilotiert von Justin Kunz, die Startnummer 10 an den Start bringen. Diese wird die US-Amerikanerin und NASCAR-Truck-Pilotin Jennifer Jo Cobb fahren.
Teamchef Hubertus Heyman äußert sich auf der Facebook-Seite des Teams erfreut: „Wir vom gesamten Team freuen uns sehr darüber, dass wir den Deal mit der schnellen US-Amerikanerin Jennifer Jo Cobb aus der NASCAR Truck Series hinbekommen haben und sie nun für uns einen Gaststart beim Auftaktrennen der NASCAR Whelen Euro Serie im spanischen Valencia vom 12. bis 15. April absolviert. Jennifer ist total motiviert, freut sich riesig auf ihren Einsatz und bereitet sich schon intensiv für ihren Rundstreckeneinsatz in Europa vor.“
Auch das Team von Braxx Racing freut sich in der neuen Saison auf prominenten Zuwachs, der ehemalige Radrennprofi Tom Boonen verstärkt das Team. Braxx Racing baut darüber hinaus sein Engagement in der Serie aus und wird in der neuen Saison mit drei statt bisher zwei Autos an den Start gehen. Mit Hendriks Motorsport, Race Art Technology, Solaris Motorsport, Pegasus Racing, BVR Motorsport und Go Fas Racing begrüßt die Serie darüber hinaus einige neue Teams. Der prominenteste Neueinsteiger ist dabei Go Fas Racing. „Mein Kopf dreht sich immer noch wegen dieser großen Ankündigung. Ich habe mit Jerome seit vielen Jahren über diese Möglichkeit gesprochen und ich glaube wirklich, dass die NASCAR Whelen Euro Series eine großartige Marketing-Plattform für die internationalen Sponsoren von Go Fas Racing ist“, so Go-Fas-Kanada-Teamchef Alain Lord Mounir.
Day auch 2018 bei CAAL Racing
Neben den Neueinsteigern bleiben auch die Spitzenteams der Serie erhalten, jedoch gibt es einige Fahrerwechsel. Während Champion Alon Day seinem Team CAAL-Racing erhalten bleibt, verlässt Teamkollege Felipe Rabello das Team in Richtung PK Carsport. Dort ersetzt er den zu Racing Total gewechselten Justin Kunz. Geplant ist dabei eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Racing Total und Kunz, der beim Saisonauftakt sowohl in der Elite 1 als auch der Elite 2 an den Start gehen wird. Auf welcher Klasse der Fokus danach liegen wird und wer der zweite Fahrer an der Seite von Kunz sein wird, ist noch nicht bekannt.
Der junge Pole Maciej Dreszer hat ebenfalls das Team gewechselt. Er war in der vergangenen Saison noch bei DF1 Racing unter Vertrag. Er beerbt Rabello bei CAAL Racing. Der Abgang des jungen Polen ist jedoch nicht die einzige Veränderung bei der Mannschaft von DF1. Mit der neuen Saison beginnt das Team eine Kooperation mit dem Filterhersteller Dexwet. Das Team startet in der neuen Saison unter dem Namen Dexwet-DF1 Racing, die bisherigen Teamfarben rot und weiß weichen dem grün von Dexwet. Dexwet-DF1 Racing wird ab sofort von Dexwet-Geschäftsführer Clements Sparowitz geführt. Der Rennstall wird in der EuroNASCAR als Dexwet-Werksteam operieren. Wer den Chevrolet mit der Startnummer 66 steuern wird, ist bisher noch nicht bekannt. Christophe Bouchut ist ein heißer Kandidat auf das Cockpit in der ELITE 1.
Die Saison 2018 scheint aufgrund der vielen Veränderungen und Neueinstiege so offen wie noch nie. Das Wachstum der Serie spricht für sich und zeigt, dass es in Europa einen Markt für Stockcar-Racing gibt. Eine Prognose, wer Favorit auf den Titel ist, lässt sich aufgrund der vielen Unbekannten im Jahr 2018 nicht einfach stellen. PK Carsport, CAAL Racing und Braxx Racing haben aber bereits offen kommuniziert, in der neuen Saison um die Meisterschaft fahren zu wollen.
Co-Author: André Wiegold
Fotos: Volkan Avci & Michael Großgarten

1 Kommentare
Hallo, danke für die Vorschau. Die Serie hat Potential … bite weiter behandeln.
Hier noch die Home Page
https://hometracks.nascar.com/international/whelen-euro-series/
Comments are closed.