Home HerstellerAMGVorschau: 12 Stunden von Bathurst 2018 – Der Zauberberg

Vorschau: 12 Stunden von Bathurst 2018 – Der Zauberberg

von Philipp Körner
2 Kommentare 16 minutes read

Die 12 Stunden von Bathurst schicken sich auch in diesem Jahr wieder an, GT-Sport auf höchstem Niveau zu bieten. So ist die zwölf Boliden starke PRO-Klasse ein „Who’s Who“ des internationalen GT3-Sports und sie bietet dadurch den perfekten Einstand für ein spannendes Intercontinental-GT-Challenge-Jahr. Doch auch die 13 Renner der PRO-AM sowie die kleineren Klassen bestechen durch begeisternde Konstellationen.

Historischer Kontext

Im Vergleich zu den großen Langstreckenrennen sind die 12 Stunden von Bathurst noch sehr jung. Das Format debütierte im Jahre 1991 und richtete sich hauptsächlich an Teams mit (aus heutiger Sicht) simplen (Grand) Tourenwagen. Trotz ganz ordentlicher Felder musste die Veranstaltung bereits 1995 aus Kostengründen in den Sydney Motorsport Park umziehen und wurde im Anschluss daran bis 2007 ausgesetzt. In der Zwischenzeit gab es zwar zwei 24-Stunden-Rennen auf dem Mount Panorama Circuit (2002 und 2003), aber der Kollaps des Veranstalters bedeutete auch hier das schnelle Ende.

Im Jahre 2007 glückte dann der Wiederbelebungsversuch, als 32 einfache Tourenwagen den Parcours zwölf Stunden lang umrundeten. Dank des simplen technischen Reglements wuchsen die Felder stetig bis zum Jahrzehntwechsel an. Doch anstatt dieser Linie treu zu bleiben, wagten die Organisatoren im Vorfeld der 2011er Ausgabe eine mutige und gefährliche Entscheidung – sie erlaubten GT3-Renner. Dadurch schrumpften die Teilnehmerlisten zunächst drastisch und erst 2013 näherte man sich wieder den alten Feldergrößen. In diesem Jahr beendete ein Erebus Motorsport Mercedes SLS AMG GT3 die Audi-Dominanz der vorangegangenen Ausgaben (2011: Joest Racing; 2012: Phoenix Racing).

Seit dieser Trendwende scheint das Wachstum der 12 Stunden nahezu unaufhaltsam zu sein. 2014 sorgte ein einheimischer Maranello Motorsport Ferrari 458 GT3 für eine beeindruckende Rekorddistanz von 296 Runden (1839,048 km), die jedoch bereits zwei Jahre später von einem Tekno Autosports McLaren 650S GT3 überboten wurden. Das damalige Sieger-Trio, bestehend aus Álvaro Parente, Shane van Gisbergen und Jonathon Webb, absolvierte genau eine Runde mehr (insgesamt: 1845,261 km). Umgerechnet sind die McLaren-Piloten somit einmal zum Phillip Island Grand Prix Circuit und wieder zurück gefahren. Dieser Rekord steht bis heute.

Zwischen diesen beiden „Distanzrennen“ reüssierte ein Werks-Nissan GT-R NISMO GT3 (2015), was anhaltend der größte internationale GT3-Rennerfolg der Fahrzeugbauer aus Yokohama ist. Heuer ist man jedoch nicht in der Teilnehmerliste zu finden. Gleiches gilt für die Gewinner der letzten Ausgabe in der Form von Maranello Motorsport. Im Gegensatz zu ihrem Ersterfolg 2014, als man mit nur 0,4132 Sekunden Vorsprung (Minimumrekord) gewann, hatte man 2017 nach der dramatischen Schlussstunde ein entspanntes Polster von einer Runde (Maximumrekord – zusammen mit 2013 und 2010).

Im historischen Rückblick zeigt sich also schnell, dass der Mount Panorama ein Herz für Charakterautos hat. Über die Hälfte der ausgetragenen GT3-Editionen wurde von Boliden gewonnen, die tendenziell selten nach größeren Langstreckenrennen feiern.

Heutige Situation

Nach den historischen Grabenkämpfen zwischen den 12 Stunden von Bathurst und den Supercars gehören beide Veranstaltungsreihen mittlerweile seit drei Jahren zu einem großen Überbau – den Supercars Events. Dadurch wurden Terminüberschneidungen mit den VASC-Testtagen endgültig eliminiert und Auftritte der einheimischen Tourenwagenstars ermöglicht. Dementsprechend enthielten auch die letzten beiden siegreichen Nennungen Vertreter der wichtigsten nationalen Serie. Interessanterweise wurden mit Shane van Gisbergen (2016) und Jamie Whincup (2017) zwei Bathurst12h-Gewinner zehn Monate später Meister. Ob dieser Trend wohl 2018 anhält?

Doch nicht nur im heimischen Kontext brachten die letzten Jahre große Veränderungen mit sich. Seit 2016 gehören die 12 Stunden von Bathurst zusätzlich zur sogenannten Intercontinental GT Challenge der SRO Motorsports Group. Die IGTC ist ein Zusammenschluss von internationalen GT-Klassikern sowie -Experimenten, die entweder eigenständig ausgetragen werden (12 Stunden von Bathurst, 10 Stunden von Suzuka sowie 8 Stunden von Laguna Seca) oder Teil einer Serie sind – wie die 24 Stunden von Spa-Francorchamps (Blancpain GT Series). Somit fungiert sie als eine Art globale GT3-Serie, die durch ihren flexibleren Charakter einige Variablen bietet. Unter anderem müssen Hersteller nicht zwangsläufig die gleichen Teams und Fahrertrios einschreiben, sondern können und sollten auch mit einheimischen Partnern zusammenarbeiten. In diesem Jahr haben beispielsweise Audi (Melbourne Performance Centre), McLaren (YNA Autosport), Mercedes (Scott Taylor Motorsport) und Porsche (Competition Motorsports) lokale Partner für Bathurst gemeldet, die neben altbekannten Semi-Werksteams antreten werden.

In den ersten beiden Jahren verlor die IGTC nach dem Lauf in Spa massiv an Bedeutung und musste im vergangenen Jahr sogar schon nach Laguna Seca abgebrochen werden. Damit geht es also heuer bereits um das Überleben der „Serie“, welche bislang von Audi dominiert wurde. Zumindest der überarbeitete Kalender nach Spa bietet Raum für Hoffnung.

Der Kurs

Der Mount Panorama Circuit ist eines der letzten großen Abenteuer des Rundstreckensportes und bietet ein ganzes Füllhorn an Legenden. Seine 6,213 Kilometer und seine 174 Meter Höhenunterschied (etwa die Größe des achthöchsten Hochhauses Deutschlands) haben vor allem aus der Tourenwagenperspektive Dutzende begeisternde Rennen gesehen, wodurch die Strecke zum Mekka des australischen Rennsports wurde.

Unser Supercars-Experte Thomas beschrieb dies in seiner letzten Bathurst-1000-Vorschau so:
Der Mount Panorama Circuit ist bei Fans und Fahrern gleichermaßen beliebt. Wenn der Berg ruft, pilgern zehntausende Zuschauer an den Berg im Osten des Bundesstaates New South Wales und sorgen für eine einzigartige Stimmung. Ich glaube ja, dass es schon reicht, wenn man vom Mount Panorama Motorengeräusche hört, oder dort die Lichter in der Boxengasse angehen, um die Fans an die Strecke zu locken. Fast wie wenn man im Ruhrgebiet das Stadionlicht einschaltet.

Schon Tage vor dem Rennen werden die Quartiere aufgeschlagen, Grills aufgebaut und mit fahrbaren Kühlboxen (Eskys genannt) durch die Gegend gedüst – leider nicht immer im nüchternen Zustand. Und wer Glück hat, besitzt eines der (Ferien-) Häuser direkt an der Strecke.

Bathurst ist der Mittelpunkt des australischen Motorsports. Wer hier gewinnt, hat einen Platz in der Sport-Historie sicher, und deshalb ist für viele ein Sieg beim “Great Race” wichtiger als die Meisterschaft. […]

Auf den knapp sechs Kilometern verteilen sich nicht nur 23 Kurven, sondern mindestens auch genauso viele Geschichten:

Turn 1 ist eine 90°-Linkskurve und nennt sich Hell Corner. Danach geht es die Mountain Straight hinauf, Schauplatz vieler Windschattenduelle und hart geführter Zweikämpfe. [Dies gilt gleichermaßen für die 12 Stunden, bei denen der Klassenkampf ebendort besonders intensiv geführt wird.]

In Griffins Bend, einer mittelschnellen Rechtskurve, ging 1994 der Stern von Craig Lowndes auf, als er John Bowe außenherum überholte. [Beide Legenden triumphierten auch schon beim Sportwagenlauf. Sie haben jeweils zwei Bathurst12h-Siege auf ihrem Briefkopf stehen – Bowe gewann zusätzlich noch die Ausgabe in Eastern Creek.]

Danach geht es hoch zu The Cutting, einer engen, nicht einsehbaren Linkskurve. 2005 gingen sich hier Marcos Ambrose und Greg Murphy nach einem Unfall, der die Strecke blockierte, fast an die Gurgel. [Für die diffizileren Sportwagen ist diese komplizierte Kurvenabfolge ebenfalls sehr herausfordernd und sie galt in der Vergangenheit als Unfallschwerpunkt.]

[Nach Quarry Corner] muss man sich noch durch Reid Park, Frog Hollow und Sulman Park schlängeln, ehe man den Gipfel erreicht hat. In Reid Park erwartet einen in der schnellen Links der Metal Grate, ein Gullideckel in einer Senke, außen kurz vor der Mauer. Die Supercars erreichen dort um die 200 km/h. Wenn man am Grate einen Fehler macht, landet man unweigerlich in der Wand. Scott Pye bekam das 2015 zu spüren. [Auch hier sorgen die besonderen Eigenschaften der Aero-intensiven Sportwagen für andersartige Herausforderungen. So profitieren die GT-Renner natürlich stark in den schnellen Sektionen, aber sie haben im worst case natürlich gleich eine viel höhere Einschlagsgeschwindigkeit. Das Kiesbett vor Brock’s Skyline sah demnach schon viele harte Abflüge.]

Nun geht es noch über Brock’s Skyline und dann beginnt der Abstieg durch die Esses und The Dipper. 2015 verunglückte dort Chaz Mostert und brach sich dabei den linken Oberschenkel. Er erwischte dabei noch einige Streckenposten, die zum Glück mit leichten Verletzungen davon kamen. [Bei den Sportwagen ist die Unfallhäufigkeit ähnlich hoch. Auch sie müssen mit einem großen Risiko durch die Bergab-Passagen gewuchtet werden und verzeihen dabei keinen einzigen Fehltritt in der Linienwahl. Pro Wochenende gibt es wenigstens einen heftigen Mauerkuss – oftmals noch etliche mehr.]

Es folgt mit Forrest’s Elbow die Stelle, in der 1992 ein Unfall die Strecke teilweise blockierte, dem Jim Richards in Führung liegend nicht mehr ausweichen konnte. Bei sintflutartigem Regen hatte er sich bereits in Reid Park seinen Wagen beschädigt und versuchte sich an die Box zu retten. Nach dem Unfall brach die Rennleitung das Rennen ab, und Richards wurde dem Regelwerk entsprechend zum Sieger erklärt. Die Zuschauer, mehrheitlich Johnson-Fans, buhten ihn und Mark Skaife daraufhin gnadenlos aus. Richards’ Kommentar: “You’re a pack of assholes!” [Derartig emotionale Entwicklungen können die 12 Stunden seit letztem Jahr ebenfalls anbieten. Nachdem Shane van Gisbergen seinen AMG GT3 kurz vor Ende weggeschmissen hatte, brannten beim Teamkollegen Maro Engel die Sicherungen durch. Seine harte, teaminterne (!) Kritik im nationalen Fernsehen sorgte für schlechte Laune bei den „Locals“ und nicht wenige sind wohl froh, dass er dank des Formel-E-Rennens in Chile bereits beschäftigt ist.]

Auf der folgenden Conrod Straight beschleunigen die Supercars auf 300 Stundenkilometer. Danach geht es in The Chase. Eine Schikane, die 1987 eingeführt wurde, da die FIA keine Geraden mehr erlaubte, die über 1200 m lang sind. Hier befindet sich auch eine Gedenkplakette für Mike Burgmann, der hier 1986 tödlich verunglückte. [Diese Verbindung aus einer Geraden, einem extrem schnellem Knick und einer engen Schikane ist ebenfalls ein Hot Spot des Klassenrennens. Denn hier bieten sich etliche Überhol- und Überrundungsmöglichkeiten, die im Vergleich zum Berggeschlängel eine Wohltat für die Beteiligten sind. Trotzdem kommt es in diesem Sektor immer wieder zu Unfällen – oft aus Leichtsinnigkeit.]

Die letzte Kurve ist schließlich Murrays Corner, die einen wieder Richtung Start-Ziel führt – und die Hatz beginnt wieder von vorne.

Besonderheiten des Rennens

Die bekannteste Spezialität des ozeanischen Sportwagenlaufs ist fraglos der fliegende Start in den letzten Minuten der Nacht – kurz vor Beginn des Sonnenaufgangs. Der Hintergrund dieses ungewöhnlichen Zeitplans ist eine administrative Auflage der regionalen Behörden mit Wurzeln im Debütjahr. Dadurch müssen die örtlichen Fans zwar spätestens um 5:45 Uhr Ortszeit an der Strecke stehen, aber uns Europäern wird somit Racing zur Prime-Time ermöglicht. Außerdem sind die Teilnehmer den sommerlichen Hochtemperaturen der Süd-Hemisphäre kürzer ausgesetzt.

Kennern der europäischen GT-Szene, vor allem des Blancpain GT Series Endurance Cup, sollten die sportlichen Regularien bzw. ihre Mechanismen (PDF) größtenteils bekannt sein. Es gibt die klassischen Fahrzeitbegrenzungen (drei Stunden am Stück) und die daran anschließenden obligatorischen Pausen mit dem immer geltenden Umfang (hier: 60 Minuten). Außerdem treten auch wieder Maximum-Fahrzeitkontingente in Kraft, welche je nach Fahrerkader unterschiedlich ausfallen. Minimum-Fahrgesamtzeiten werden somit eher indirekt generiert. Zusätzlich können im Laufe des Rennens einige Feinheiten und Freiheiten in den Regularien ausgemacht werden, die man am besten in der realen Umsetzung kennen lernen sollte – besonders bei den Stopps lohnt sich eine größere Konzentration bei den Abfolgen.

Die Favoritensuche

Hinsichtlich der Nennliste liegt der Fokus zwar eindeutig auf den zwölf PRO-Nennungen, doch auch die PRO-AM enthält gesamtsiegfähige Zusammenstellungen, was vor allem auf örtlicher Erfahrung beruht. Denn besonders auf dem Mount Panorama hilft einem kein Platin oder Gold, wenn man mit den einzigartigen Herausforderungen hadert.

Einige der folgenden Nennungen sind gleichzeitig für die IGTC gemeldet. Da dies erst später im Jahr relevant sein wird und die Autos entsprechend gekennzeichnet sind, sei zunächst nur auf die spezielle Nennliste verwiesen.

Audi

Die Ingolstädter Marke muss auf problematische letzte Jahre zurückblicken. Neben einigen unglücklichen Unfällen fehlte meist schlicht der Top Speed auf den so wichtigen Geraden. Für 2018 hat man wie gewohnt einen Großangriff zusammengestellt, der alle wichtigen Werksfahrer vereint. Zu Beginn sei, auch aus Höflichkeit, das einheimische Team Melbourne Performance Centre (zudem als Jamec Pem Racing bekannt) genannt. Im #22 Audi Sport Team MPC R8 LMS GT3 werden der VASC-Stammpilot Garth Tander, der aufstrebende Werksfahrer Kelvin van der Linde und der Audi-nahe Frédéric Vervisch Platz nehmen. In der Nummer 74 sitzen mit Christopher Mies, Christopher Haase und Markus Winkelhock gleich auf einen Schlag die besten deutschen Werksfahrer. Bei passenden BoP-Konstellationen sind beide Nennungen absolute Top-Favoriten. Der ausschließlich mit Deutschen besetzte R8 hat jedoch etwas mehr (GT3-)Erfahrung auf seiner Seite.

Mit dem W Racing Team ist auch ein europäisches Audi-Partnerteam vertreten. Die Truppe aus Belgien ist wie gewohnt fantastisch aufgestellt und kann mit dem #37 Audi Sport Team WRT R8 LMS GT3 sogar hohe Siegchancen für sich beanspruchen. Dafür sind der neue DTM-Fahrer Robin Frijns, sein BGTSC-Meisterpartner Stuart Leonard und der Werksfahrerneuzugang Dries Vanthoor verantwortlich. Zusätzlich dazu wird man eine PRO-AM-Nennung betreuen, die dieser Einstufung aber nicht richtig gerecht werden kann. Pedro Lamy, Paul Dalla Lana, Mathias Lauda und Will Davison werden den #39 Audi Sport Team WRT R8 LMS GT3 zweifelsohne auf Profi-Niveau bewegen können.

Abseits von den Quasi-Werksteams gibt es noch vier weitere Kundeneinsätze. Zwei davon sind in der nur drei Boliden kleinen AM vertreten, wodurch ein Klassensieg sehr wahrscheinlich erscheint. Bei den zwei noch fehlenden PRO-AM-R8 sollte vor allem der #9 Audi Sport Customer Racing R8 LMS GT3 im Auge behalten werden. Lee Holdsworth und Dean Fiore sind anerkannte VASC-Piloten und der Amateur Marc Cini nimmt schon seit vielen Jahren teil.

Bentley

Die britische Traditionsmarke hatte eine ziemlich unruhige Anreise. Die Abschiedstournee des aktuellen Continental GT3 startete nämlich mit einem Motorschaden – des Containerschiffes! Deswegen kamen die beiden Boliden erst Freitag früh an der Strecke an und mussten unter größtem Druck für die freien Trainings vorbereitet werden. Dies glückte. Nachdem man 2017 Platz drei feiern konnte, gehört man auch in diesem Jahr zum erweiterten Favoritenkreis. Im #17 Bentley Team M-Sport Continental GT3 wird ADAC-GT-Masters-Meister Jules Gounon sein Debüt als Bentley-Boy geben. Er wechselt sich dabei mit Steven Kane und Guy Smith ab.

Der Schwester-Bentley mit der Nummer 18 fällt wieder in altbekannte Hände. Andy Souček, Maxime Soulet und Vincent Abril sind für ihn verantwortlich. Die ersten Trainingsergebnisse deuteten zwar auf einen Rückstand zur Spitze hin, jedoch darf dabei die Vorgeschichte nicht vergessen werden.

BMW

Im Lager der Bayerischen Motoren Werke erinnert man sich wohl eher ungerne an das vergangene Jahr, in dem das Pech umfangreich nach ihnen griff. Trotzdem erkannte man auch das Potential des M6 GT3 auf dieser Strecke und stellte zwei starke Einsätze zusammen. Der #43 BMW Team Schnitzer M6 GT3 wird von Bathurst-Rookie Augusto Farfus, Bathurst-1000-Sieger Chaz Mostert und BMW-Werksfahrer Marco Wittmann pilotiert. Bei passender Performance ist unbedingt mit dieser Nennung zu rechnen. Ähnliches gilt für den #100 BMW Team SRM M6 GT3, der von Teambesitzer Steven Richards, sowie Timo Glock und Philipp Eng bewegt werden wird.

Neben diesem Duo werden BMW-Fans auch ausgiebig auf die C-Klasse achten, in der drei BMW M4 GT4 antreten werden [Der vierte BMW (Baigent Motorsport BMW M4 GT4) ist am Freitag zu stark beschädigt worden.]. Alleine durch die Quantität hat man größere Chancen auf einen Erfolg in der kleineren Klasse.

Lamborghini

In Sant’Agata Bolognese herrscht seit vergangenem Sonntag gute Laune. Dank der perfekten Leistung des GRT Huracán GT3 hat man endlich den ersten Sieg bei einem großen 24h-Rennen auf seinem Konto. Eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Zeit ist in Bathurst eher unwahrscheinlich, da man keine PRO-Vertreter in seinen Reihen hat. In der PRO-AM machte sich immerhin der #32 Lago Racing Lamborghini Gallardo R-EX GT3 einen Namen, als er 2017 auf Platz sechs ins Ziel einlief. Mit Roger Lago, David Russell und Steve Owen tritt dasselbe Trio wieder an.

McLaren

Die englische Sportwagenmarke mit Wurzeln in Neuseeland hat auch in diesem Jahr wieder eine spannende Speerspitze zu bieten. Der #58 YNA Autosport McLaren 650S GT3 wird nach einem Jahr Pause wieder von Shane van Gisbergen pilotiert, der maßgeblich für den McLaren-Sieg im Jahre 2016 gesorgt hat. An seiner Seite wird neben dem McLaren-Werksfahrer Côme Ledogar auch sein VASC-Teamkollege Craig Lowndes agieren. Vielleicht kann man die Magie von vor 24 Monaten wiederfinden?

Des Weiteren ist man auch in der PRO-AM stark vertreten. Der #11 Objective Racing McLaren 650S GT3 (Tony Walls-Warren Luff-Tim Slade-Jaxon Evans) und der #47 YNA Autosport McLaren 650S GT3 (Scott McLaughlin-Fraser Ross-Andrew Watson-Alexander West) kratzen jeweils hart an der Grenze zur PRO. In Verbindung mit den VASC-Stars in ihren Reihen sind sogar Top-Ergebnisse durchaus möglich.

Mercedes

Nach der dramatischen Schlussstunde der letzten Ausgabe hat man sich in Stuttgart wohl fest vorgenommen, in diesem Jahr zu gewinnen. In der PRO treten zwei Boliden für dieses Ziel an. Der #56 Mercedes-AMG Team Strakka Racing AMG GT3 wird von Maximilian Götz bzw. Buhk sowie Álvaro Parente gesteuert. Die Mischung aus Markenexpertise und Sieg (Parente – 2016) spricht für sich. Der #75 Mercedes-AMG Team SunEnergy1 Racing AMG GT3 ist quasi der Bruder im Geiste der IMSA-Nennung, was auf den Fahrer Kenny Habul zurückgeht. Mit Tristan Vautier, Jamie Whincup (Titelverteidiger und aktueller VASC-Champion) sowie Raffaele Marciello hat er bärenstarke Fahrer an seiner Seite. Somit ist man übrigens die einzige 4er-Mannschaft der PRO-Division.

Da alle drei PRO-AM-Nennungen nennenswerte Konstellationen zu bieten haben, folgt nun eine Übersicht:

  • #8 Scott Taylor Motorsport Mercedes AMG GT3 (Max Twigg-Craig Baird-Antonio D’Alberto)
  • #19 Nineteen Corp P/L Mercedes AMG GT3 (David Reynolds-John Martin-Liam Talbot-Mark Griffith)
  • #55 Strakka Racing Mercedes AMG GT3 (Nick Leventis-Lewis Williamson-Cameron Waters-David Fumanelli)

Porsche

Die letzte Marke unserer Favoritensuche wartet noch auf ihren ersten Bathurst12h-Sieg. Doch dank der herausragenden Werksfahrerkader stehen die Chancen mehr als gut. Die Team-Speerspitze stammt aus dem Hause Manthey-Racing, die den #911 Porsche 911 GT3 R einsetzen werden. Mit Romain Dumas, Frédéric Makowiecki und Dirk Werner ist man bestens aufgestellt. Das kann man ebenfalls zweifelsohne über den #991 Craft Bamboo Racing Porsche 911 GT3 R sagen, welcher mit Laurens Vanthoor, Kévin Estre und Earl Bamber sogar noch fast besser daherkommt. Das sind aber nur noch Nuancen an der absoluten Weltspitze.

Doch nicht nur in der Top-Klasse gehört man zu den Hauptfavoriten. In der PRO-AM hat sich ebenfalls ein Duo angekündigt, welches stark besetzt wurde. Der #12 Competition Motorsports Porsche 911 GT3 R ist der aktuelle Klassentitelverteidiger (2017: Platz zwei overall) und würde ohne David Calvert-Jones als PRO-Auto durchgehen. Dieser wird vom Trio Patrick Long, Matt Campbell und Alex Davison unterstützt. Auch der #540 Black Swan Racing Porsche 911 GT3 R ist abseits des Amateurs Tim Pappas auf erweitertem Spitzenniveau. Sein guter Freund und Alles-Fahrer Jeroen Bleekemolen führt die Profis Luca Stolz und Marc Lieb an. Im Zuge des Wochenendes kündigte man die Teilnahme an der gesamten IGTC-Saison an.

Freunde der Traditionsmarke können sich zudem auf fünf Cup-Porsche in der dafür ausgelegten B-Klasse freuen. Zusätzlich tritt ein Cayman PRO4 in der C-Division an, in welcher er sich gegen die genannten M4 sowie zwei KTM und drei Ginetta durchsetzen möchte.

Abgerundet wird das 52 Boliden starke Klassenfeld im Übrigen von acht MARC Cars (drei neue Mustang!) und zwei „Daytona Sportscars“ in der Invitational.

Highlights from the 2018 Liqui-Moly Bathurst 12 Hour, and the debut of the MARC II V8.Images copyright: Dirk Arthur Klynsmith & Driven Productions

Posted by MARC Cars Australia on Donnerstag, 1. Februar 2018

Fazit

Bis zu den Qualifikationen ist es ein gefährliches Unterfangen, wirkliche Siegfavoriten auszumachen. Bislang glänzten vor allem die Nennungen mit makellosen Kadern (v.a. Audi, Porsche, Mercedes und BMW), was zweifelsohne auch anhalten wird. Das Gesamtbild ergibt sich dann in den diversen Samstagsqualis und wird morgens um 06:15 Uhr (unserer Zeit) mit dem Top-10-Shootout endgültig fixiert. Alle Zeiten und Streaminformationen findet Ihr gewohnt in unseren detaillierten Stream/TV-Zeiten.

Bilderquelle/Copyright: Audi; Bathurst12h Media; BMW; McLaren GT; Porsche

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2 Kommentare

Stefan 3 Februar, 2018 - 00:57

Vielen Dank Phil, prima vorschau!!

Philipp Koerner 3 Februar, 2018 - 04:59

Vielen Dank für’s Lesen! :)

Comments are closed.

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