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IndyCar: Analyse Iowa Corn 300

von Rainer
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Ryan Hunter-Reay gewann am Samstag zum dritten Mal auf dem Iowa Speedway. Für Andretti Autosport war es sogar der sechste Sieg in Folge auf dieser Strecke.

Der strahlende Sieger (c) Chris Jones/IndyCar Media

Der strahlende Sieger (c) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay fährt für seine Verhältnisse eine miserable Saison. In den 12 Rennen vor Samstag konnte er ganze drei Runden in Führung absolvieren und das beim wilden MAVTV 500. Der Meister von 2012 musste sich nicht nur den Fahrern von Team Penske und Chip Ganassi Racing geschlagen geben, sondern hatte auch regelmäßig das Nachsehen gegenüber seinem Teamkollegen Marco Andretti. Entsprechend befreiend war der Sieg auf seiner Lieblingsstrecke für Ryan Hunter-Reay. Beim Jubel nach der Zieldurchfahrt sah man regelrecht die Tonnen an Steinen und Affen von den Rücken der Teammitglieder fallen. Die Saison ist natürlich gelaufen, aber der Sieg sollte dann doch eine Menge Motivation für die endlos lange Winterpause bringen.

Sage Karam und Graham Rahal (c) Chris Jones/IndyCar Media

Sage Karam und Graham Rahal (c) Chris Jones/IndyCar Media

Neben Ryan Hunter-Reay hatten auch Sage Karam und Graham Rahal gute Gründe das Ergebnis zu feiern. Mit Platz 3 sicherte sich Karam seine erste Podiumsplatzierung in der IndyCar Series und Rahal war auf Platz 4 mit Abstand der bestplatzierte Meisterschaftsanwärter. Dieses Ergebnis ist umso höher zu bewerten, da er zu Rennhalbzeit unter einem Defekt an der Getriebeelektronik litt. Durch den Tausch der Komponenten verlor er eine Runde und konnte diese erst durch eine günstig fallende Caution in Runde 262 zurück gewinnen. Die Fahrer in der Führungsrunde hatten in den Runden 246 bis 257 ihren letzten Boxenstopp absolviert. Graham Rahal war aufgrund der Reparatur ein wenig außerhalb der Sequenz und konnte seinen Stopp dann in der Caution einlegen. Mit deutlich neueren Reifen war er dann im Sprint über 24 Runden ins Ziel einer der schnellsten Fahrer im Feld.

Ein katastrophales Rennen hatten hingen Team Penske und dreiviertel von Chip Ganassi Racing. Nach der Qualifikation sah das noch ganz anders aus. Die ersten sechs Startpositionen belegten Helio Castroneves, Tony Kanaan, Juan Pablo Montoya, Scott Dixon, Simon Pagenaud und Will Power. Als ersten erwischte es den Führenden in der Meisterschaftswertung. Schon in Runde 9 brach ein Teil der Aufhängung und Juan Pablo Montoya war nur noch Passagier in seinem Wagen auf dem Weg in die Mauer. Für Platz 24 konnte er sich ganze 6 Punkte auf sein Konto gut schreiben lassen.

Scott Dixon noch vor Helio Castroneves (c) Chris Owens/IndyCar Media

Scott Dixon noch vor Helio Castroneves (c) Chris Owens/IndyCar Media

In Runde 24 kollidierte Charlie Kimball, der so einen neuen Frontflügel benötigte, mit dem Wagen von Stefano Coletti. Die Ursache von Kimballs Gripverlust war Graham Rahal, der sich außen noch neben beide setzten musste. Ein ziemlich unnötiges Manöver für Runde 24. In Runde 170 rutschte dann Charlie Kimball ohne Fremdeinwirkung mit mangelndem Gripp in die Mauer. Damit war das Rennen auch für den ersten Fahrer von Chip Ganassi zu Ende. Nur 19 Runden später musste dann Tony Kanaan seinen Wagen mit einem Defekt am Antrieb abstellen. In Runde 232 war dann plötzlich Scott Dixon langsam in Richtung Boxengasse unterwegs. Auch an seinem Wagen war ein Teil der Aufhängung gebrochen. Nach langer Reparatur konnte er auf Platz 18 immerhin das Ziel fahrend erreichen.

Bei Team Penske litten die Fahrer, abgesehen von Montoya, nicht unter technischen Defekten, sondern unter ein immer schlechter werdendes Fahrverhalten. Will Power und Simon Pagenaud fielen recht schnell aus den Top-10 und hielten sich meiste zwischen den Plätzen 10 und 18 auf. Pagenaud verlor eine Runde und kam auf Platz 14 ins Ziel. Power erreichte dieses auf Platz 10. Helio Castroneves konnte sich bis zum Restart in Runde 184 in der Spitzengruppe halten. Beim Boxenstopp vorher hatte man einige Einstellungen geändert, die das Fahrverhalten dann aber negativ beeinflusst haben. Beim Restart verlor Castroneves direkt fünf Plätze und in der Dirty-Air des Feldes ging es immer weiter nach hinten. Am Ende kam er auf Platz 11 ins Ziel.

Ryan Hunter-Reay, Josef Newgarden und sage Karam auf dem Podium (c) Chris Jones/IndyCar Media

Ryan Hunter-Reay, Josef Newgarden und sage Karam auf dem Podium (c) Chris Jones/IndyCar Media

Wenn so viele Topfahrer Probleme hatten, müssen auch einige glückliche Fahrer nach vorne gespült worden sein. Ryan Hunter-Reay und Josef Newgarden gehören nach ihren Erfolgen in Iowa beziehungsweise in dieser Saison nicht in die Gruppe. Außerdem absolvierten sie ein absolut fehlerfreies Rennen und wenn sie eine Chance sahen den Vordermann zu überholen, nutzten sie diese auch konsequent. Schon eher gehört Sage Karam zu den Glücklichen. Aber auch er zeigte ein sehr gutes Rennen, mit einigen mutigen Manövern. Von einem war Ed Carpenter so „begeistert“, dass er nach Rennende erst einmal intensiv die Situation mit Sage Karam besprechen musste. In meinen Augen hatte Carpenter aber keinen Grund sich zu beschweren. Auch er ist kein Kind von Traurigkeit auf und neben der Strecke, siehe Fontana. Außerdem erreichte er mit Platz 6 immer noch seine beste Saisonplatzierung. Mit der Aussage, dass es einigen Piloten an Respekt mangelt, hat er aber Recht.

Zwischen Graham Rahal und Ed Carpenter konnte sich Carlos Munoz auf Platz 5 ins Ziel schieben. Marco Andretti auf Platz 7 komplettierte das gute Mannschaftsergebnis von Andretti Autosport. Nur Justin Wilson hatte einiges Pech, als er sich in Runde 107 bei einer leichten Mauerberührung nicht nur einen Reifen, sondern auch direkt das ganze Fahrverhalten seines Dallara zerstörte.

Hinter Marco Andretti zeigte Ryan Briscoe, dass er ein ausgezeichneter Ersatz für James Hinchcliffe ist. Sein Teamkollege James Jakes erreichte mit Rundenrückstand nur Platz 15. In einem Wagen, der hoffentlich das Mindestgewicht auf die Waage brachte, kam Sebastien Bourdais auf Platz 9 ins Ziel. Ein ganz schwaches Rennen hatten auch die Fahrer von AJ Foyt Enterprises. Negativer Höhepunkt war der Unfall von Takuma Sato in Runde 261. Auch beim Japaner brach die Aufhängung und er schlug unverschuldet in die Mauer ein.

Im Vergleich zu den letzten beiden Ovalrennen war das Iowa Corn 300 eine eher zähe Angelegenheit. Die Clean-Air brachte dem jeweils Führenden einen immensen Vorteil. Erst durch den Überrundungsverkehr wurde er ausgebremst und der Zweitplatzierte hatte eine Chance wieder aufzuschließen. So hatte Ryan Hunter-Reay beim Sprint zum Ziel zwischenzeitlich fast 3 Sekunden Vorsprung. Durch die Verwirbelungen von Castroneves Wagen, der zur Überrundung anstand, wurde Hunter-Reay so langsam, dass Josef Newgarden noch auf 0,5 Sekunden an ihn herankam. Wirkliche Spannung um den Sieg kam aber nicht auf. Insgesamt bezog das ganze Rennen seine Spannung vor allem aus den Problemen der Topfahrer und den Veränderungen in der Meisterschaftswertung.

Das ganze Ergebnis gibt es hier, oder als PDF.

Durch den Ausfall schrumpfte der Vorsprung von Juan Pablo Montoya (445 Punkte) in der Meisterschaft auf nur noch 42 Punkte vor Graham Rahal. Bei den drei ausstehenden Rennen sind aber noch über 200 Punkte zu vergeben. Rahal (403 Punkte) wird dicht verfolgt von Scott Dixon (397), Helio Castroneves (391) und Will Power (390). Der Abstand von Sebastien Bourdais auf Platz 6 auf Montoya beträgt schon 79 Punkte. Für eine Chance des Franzosen, sowie der folgenden Marco Andretti (358) und Josef Newgarden (352), auf die Meisterschaft müssten sich schon die ganzen Top-5 noch das eine oder andere schwarze Wochenende leisten. Vor allem beim Saisonfinale in Sonoma, wo die Fahrer doppelte Punkte einstreichen können, ist damit aber nicht zu rechnen. Seit 2007 ist die Strecke fest in der Hand von Team Penske (5 Siege) und Chip Ganassi Racing (3 Siege).

Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung, sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.

Als nächstes Rennen steht aber am 02. August das Honda Indy 200 at Mid-Ohio auf dem Programm.

Der strahlende Sieger (c) Chris Jones/IndyCar Media
Scott Dixon noch vor Helio Castroneves (c) Chris Owens/IndyCar Media
Ryan Hunter-Reay, Josef Newgarden und sage Karam auf dem Podium (c) Chris Jones/IndyCar Media
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