In Toronto konnte Josef Newgarden seinen zweiten Saisonsieg feiern. Mit Luca Filippi auf Platz zwei gelang dem Team von Sarah Fisher und Ed Carpenter sogar ein Doppelsieg.

Doppelsieg für Sarah Fisher, Josef Newgarden, Luca Filippi und Ed Carpenter (c) Chris Jones/IndyCar Media
Seit 2012 fährt Newgarden für Sarah Fisher. Er konnte zwar ein paar sehr gute Ergebnisse erreichen, aber erst in dieser Saison hat er den Schritt zum Siegfahrer gemacht. Josef Newgarden dürfte dabei die Person sein, die am meisten von der Fusion von SFHR und ECR profitiert hat. In den letzten Jahren fuhr er einen Honda und erst Ed Carpenter Racing brachte Chevrolet, die auch in Toronto wieder die schnelleren Wagen stellten, mit in das neue Team. Besonders in der Qualifikation war die Überlegenheit des Chevrolet-Aero Kits deutlich. In den Top 12 konnten sich mit Takuma Sato, Graham Rahal und James Jakes (Startplätze 8, 10 und 12) nur drei Honda qualifizieren. Im Rennen, vor allem bei Nässe, waren im bisherigen Saisonverlauf die Unterschiede nicht mehr so eklatant beziehungsweise die Honda sogar leicht überlegen. Deshalb freuten sich besonders die Honda-Teams über den Regen am Sonntag.
Im nassen Warm-Up setzten sich mit Carlos Munoz, Graham Rahal und Conor Daly auch direkt drei Honda an die Spitze des Zeitentableaus. Beim Rennstart waren aber mal wieder Will Power und Simon Pagenaud ganz vorne. Es regnete zwar nicht, die Strecke war aber trotzdem richtig nass und Takuma Sato zeigte, was er kann. Innerhalb von neun Runden verbesserte er sich von Startplatz 8 auf Platz 6. Zu dieser Zeit bildete sich auch langsam eine trockene Ideallinie. Luca Filippi, von Startplatz 6 kommend, gehörte in Runde 10 zu den ersten Fahrern, die auf Slicks wechselten. Innerhalb der nächsten zwei Runden folgte das restliche Feld.
Auf trockener Piste war von der Überlegenheit von Will Power und Simon Pagenaud aus den ersten Runden nichts mehr zu sehen. Angeführt von Sebastien Bourdais und Scott Dixon verringerte sich der Rückstand des Feldes auf die beiden Penske-Piloten in jeder Runde. Derweil lieferten sich Power und Pagenaud einen harten Kampf um die Spitze. Es hätte zu einem schönen Vierkampf kommen können.
In Runde 28 rutschte aber James Jakes auf neuen Slicks bei ganz leichtem Regen in Kurve 5 in die Reifenstapel. Bei CFHR reagierte man blitzschnell und holte Josef Newgarden in die Box, noch bevor diese durch die Caution geschlossen wurde. Carlos Munoz folgte ihm, fiel dann aber später in Runde 69 mit einem technischen Defekt aus. Am Ende sollte dieser Boxenstopp Josef Newgarden den Sieg bescheren. Während der Caution absolvierte das restliche Feld den zweiten Boxenstopp und zum Restart lag Newgarden so hinter Helio Castroneves, der auf einer anderen Boxenstrategie unterwegs war, auf Platz 2. Castroneves war von Startplatz 7 ins Rennen gegangen und durch einige Scharmützel mit Juan Pablo Montoya und Takuma Sato bis auf Platz 10 zurück gefallen. Für die Möglichkeit einer Topplatzierung musste man also das Risiko mit einer anderen Strategie eingehen.
In Runde 39 schlitzte Stefano Coletti erst den Hinterreifen von Charlie Kimball auf, der so nur Platz 20 im Ziel erreichen konnte, und kollidierte eine Runde später in Kurve 8 mit der Mauer. An Colettis Wagen zerbrach die Hinterradaufhängung und die Debris löste die letzte Caution des Rennens aus. Helio Castroneves und Rodolfo Gonzales nutzten diese für ihren zweiten Boxenstopp. Zum Restart in Runde 45 lagen beide auf den Plätzen 16 und 19. Während das restliche Feld in den Runden 53 bis 63 den letzten Stopp absolvierte, wurden beide nach vorne gespült und Gonzales wurde Castroneves bester Freund. Ab Runde 60 hatte Helio Castroneves freie Fahrt, während die ehemalige Spitze hinter Rodolfo Gonzales wieder auf die Strecke kam und viel Zeit verlor. Nach seinem Stopp in Runde 66 kam Castroneves direkt hinter Luca Filippi aus der Boxengasse. Die Strategie, möglichst lange den dritten Stopp hinauszuzögern, hatte sich also ausgezahlt.
Bis zu seinem Stopp in Runde 71 hielt Rodolfo Gonzales Josef Newgarden hinter sich und konnte so ein paar Runden lang Führungsluft schnuppern. Durch den Stopp fiel er auf Platz 18 zurück. Vorne fuhren unterdessen Josef Newgarden und Luca Filippi unbedrängt den Doppelsieg nach Hause. Nur leichter Regen und ein Angriff von Filippi auf Newgarden vier Runden vor Rennende sorgten noch für ein wenig Spannung. Helio Castroneves sicherte sich Platz 3 vor Will Power.
Ein sehr gutes Rennen, bei schwierigen Bedingungen, zeigte auch wieder Sebastien Bourdais, der immerhin mit Platz 5 belohnt wurde. Schlechtestes Chevrolet-Team war Chip Ganassi Racing mit Tony Kanaan auf Platz 6. Tabellenführer Juan Pablo Montoya hatte ein schwieriges Rennen. In Runde 6 rutschte er im Kampf mit Scott Dixon von der Strecke und verlor dabei sechs Plätze. In den folgenden Runden zeigte er zwar ein paar schöne Überholmanöver, aber mehr als Platz 7, immerhin noch vor Scott Dixon, war nicht möglich.
Bester Honda-Pilot war mal wieder Graham Rahal. Bei fast komplett trockenen Bedingungen reichte es diesmal aber nur zu Platz 9. Direkt hinter ihm kam Takuma Sato ins Ziel. Nach einem guten Start ging es für Simon Pagenaud weit nach hinten. In Runde 30 lag er noch zwischen Will Power und Sebastien Bourdais auf Platz 2. Da er auf derselben Strategie unterwegs war, hätte am Ende eigentlich Platz 5 herausspringen müssen. In allen Zweikämpfen zog er aber grundsätzlich den Kürzeren. Es scheint, dass ihm noch das letzte Vertrauen in seinen Penske-Dallara fehlt und er so nicht das volle Risiko eingeht.
Laut Ergebnis hat auch Andretti Autosport mit drei Wagen am Rennen teilgenommen. Wahrgenommen hat man sie, abgesehen vom Ausfall von Carlos Munoz, hingegen nicht. Marco Andretti kam auf Platz 13 ins Ziel und musste sich dabei Conor Daly im SPM-Honda, der James Hinchcliffe weiterhin ersetzt, geschlagen geben. Ryan Hunter-Reay schied in der vorletzten Runde mit einem mechanischen Defekt aus und wurde noch hinter den beiden Dale Coyne-Piloten Tristan Vautier und Rodolfo Gonzales auf Platz 19 gewertet.
Das ganze Ergebnis findet man hier auf der Homepage der IndyCar Series.
In der Meisterschaftswertung gab es kaum Änderungen. Juan Pablo Montoya (374 Punkte) führt weiterhin vor Will Power (347) und Scott Dixon (329). Mit Platz 3 in Toronto konnte Helio Castroneves (322) einige Punkte gutmachen. Graham Rahal (283) folgt als bester Honda-Pilot auf Platz 5, vor Sebastien Bourdais (274) und Marco Andretti (272). Josef Newgarden (268), Tonya Kanaan (244) und Simon Pagenaud (232) komplettieren die Top 10.
Auf der Statistikseite der IndyCar findet man die komplette Meisterschaftswertung sowie die getrennten Wertungen für Straßen- und Ovalkurse.
Die IndyCar Series gönnt sich und den Fans ein freies Wochenende und so findet das nächste Rennen erst am 27.06. in Fontana statt.














