Neue Autos, neue Gesichter und erstmals ein Rennen in Thailand: Die japanische Super GT startet an diesem Wochenende in Okayama in ein neues Zeitalter.
1993 aus der verstorbenen All Japan Sports Prototype Championship hervorgegangen nahm die damals noch Japanese Grand Touring Championship (JGTC) genannte Rennserie ein Jahr später ihre erste richtige Saison auf. Aus einer anfangs technisch stark limitierten Serie hat sich die heute unter dem Namen Super GT bekannte Serie zu einer der technisch anspruchsvollsten und insbesondere schnellsten Rennserien für Sportwagen entwickelt. Der Namenswechsel erfolgte 2005 mit den Expansionsplänen der Organisatoren. Zudem untersagen die Richtlinien der FIA, dass eine durch den Weltverband sanktionierte Rennserie als nationale Motorsportserie auftreten kann, wenn sie in mehr als drei Ländern unterwegs ist. Aus der JGTC wurde somit die Super GT.
Die Philosophie des japanischen Motorsports ist eine andere als in Europa und den USA. „Win on Sunday, sell on Monday“ kennen die Japaner nicht, genauso wenig werden die Rennen als PR-Fahrten angesehen. Im Fokus steht der Sport, das Zusammenspiel zwischen Mensch, Maschine und Ingenieuren. Zwar hat der Baseball den Motorsport mittlerweile auf Rang Zwei der beliebtesten Sportarten verdrängt, dennoch zählt Japan weiterhin zu den Motorsport-begeisterten Ländern dieser Welt. An der beschriebenen Philosophie hat sich über die Jahre nichts verändert, wenn auch die Kosten für die Entwicklung der Fahrzeuge in beiden Klassen (GT500 und GT300) in den letzten Jahren explodiert sind. Um die Kosten zu senken, hat die GTA zuletzt im Jahr 2009 das Reglement ein wenig limitiert. Diese Ära nahm vergangenes Jahr ihr vorzeitiges Ende, denn ab dieser Saison greift der 2012 unterschriebene technische Kooperationsvertrag mit der DTM.
Geboren ist die Kooperation wohl auch durch Druck von BMW, die ein internationaleres Betätigungsfeld für ihren bislang exklusiv für die DTM gebauten Boliden wünschten. Auch Mercedes und Audi schienen dieser Idee nicht komplett abgeneigt gewesen zu sein, oblgeich man seitens der Stuttgarter sowie Ingolstädter häufiger hörte, dass man eine Internationalisierung auf gar keinen Fall überstürzen sollte. Hauptziel der Super-GT-Organisatoren (GT Association, kurz GTA) war es hingegen, die in den letzten Jahren explodierten Kosten zu senken. Die Weltwirtschaftskrise ging selbstredend auch nicht am japanischen Motorsport vorüber, was insbesondere am Abgang von GT300-Wagen basierend auf dem JAF-GT300-Reglement zu beobachten war bzw. noch immer ist. Gleichzeitig ermöglicht die Kooperation zumindest theoretisch, dass sowohl die deutschen wie auch die japanischen Hersteller in jeweils DTM und Super GT aktiv teilnehmen könnten. Ob es letztlich dazu kommen wird und wer eigentlich am meisten von dieser Kooperation profitieren wird, liegt wahrlich in den Sternen. Ähnlich verhält es sich bei der US-DTM-Geschichte, auf die der DTM-Dachverband ITR derzeit seinen Fokus legt. Zusammen mit der IMSA sowie der GTA soll ein Betätigungsfeld (lies: Markt) für alle sechs Premiumhersteller entstehen. Hierfür wurde ein Komitee gegründet, das sich halbjährlich trifft, um Details sowie weitere Pläne zu diskutieren. Das nächste Treffen findet, nachdem man bereits 2013 am Norisring sowie Anfang des Jahres bei den 24h von Daytona zusammenkam, im August dieses Jahres erstmals in Japan, im Rahmen der 1000km von Suzuka statt. Bis dahin darf man vielleicht auch weitere Details zur Idee eines gemeinsamen Rennens von DTM und Super GT erwarten, welche im Januar in den Raum geworfen wurde. Laut ITR könne dies in Japan oder China stattfinden. Sicher ist: Ohne Beteiligung eines amerikanischen Herstellers scheint die US-Serie nur schwer zu realisieren. Eine Tatsache, die auch den Komitee-Mitgliedern bewusst ist.
Der Rennkalender 2014
Die ursprüngliche Anzahl von neun Rennen wurde vergangenen Dezember auf acht reduziert, nachdem auch der zweite Anlauf eines Rennens in Südkorea sang und klanglos scheiterte. Rückblick: Bereits 2013 plante die Super GT ein Einladungsrennen auf der ehemaligen Grand-Prix-Strecke in Yeongam auszutragen. Der Lauf schien bereits unter Dach und Fach, da unter anderem Ticketpreise sowie ein koreanisches Wild-Car-Team für die GT300, das einen Hyundai Genesis Coupe eingesetzt hätte, präsentiert wurden. Unstimmigkeiten zwischen dem örtlichen Promoter und der GTA führten letztlich jedoch zur Absage. Trotz der Probleme kündigte man für 2014 mit einem Meisterschaftslauf einen weiteren Versuch an, gab aber keine Details zum Austragungsort bekannt. Hintergrund war wohl, dass man auf den im vergangenen Jahr frisch eröffneten Kurs in Inje schielte, auf dem auch die Super Formula ihren ersten Korea-Auftritt haben sollte. Auch dieses Rennen wurde allerdings aufgrund von Problemen zwischen der Japan Race Promotion (kurz JRP; die Organisatoren der Super Formula) sowie den örtlichen Streckenbetreibern abgesagt. Viel Schlimmer: Es scheint große Probleme in der koreanischen Motorsport-Szene zu geben, da sich die Betreiber der Strecke in Yeongam sowie Inje regelrecht bekriegen. Da es wohl keine Besserungen zwischen den koreanischen Partnern und der GTA gab, wurde der zweite, bisweilen auch nur als „tba“ geführte Korea-Anlauf im Dezember letzten Jahres offiziell abgesagt. Das Korea-Thema scheint somit erst mal vom Tisch. Dabei bleibt der faule Beigeschmack zurück, dass mal wieder politische Probleme die Ursache waren.
Die Expansionspläne, sich weiter in (Südost-)Asien zu verbreiten, wurden dadurch aber nicht gestoppt. 2014 wird die Super GT erstmals auf dem neuen Buriram United International Circuit in Thailand gastieren. Die Strecke wird nahe dem örtlichen Fußball-Verein Buriram United errichtet und soll unter anderem den Motorsport, der sich in Thailand seit einiger Zeit im leichten Aufwind befindet, populärer machen. Die Bauarbeiten am Kurs sollen bis August komplett abgeschlossen sein, ehe die Super GT als erste Rennserie die Strecke im Oktober einweihen wird. Das Interesse scheint zumindest von medialer Seite groß zu sein: An der am 21. März abgehaltenen Pressekonferenz, bei der unter anderem ein TV-Deal für Thailand verkündet wurde, nahmen über 150 Journalisten teil.
Abseits der Premiere in Thailand ist der diesjährige Rennkalender mit neun Rennen in sieben Austragungsorten ähnlich zum letzten Jahr. Abschied nehmen müssen die Fans vom Auftritt in Malaysia. Der Vertrag zwischen der Grand-Prix-Strecke in Sepang sowie der GTA lief 2013 aus und wurde vorerst nicht erneuert, obwohl GTA-Vorstand Masaaki Bandoh ankündigte, die Partnerschaft fortzusetzen. Hauptproblem könnte der Austragungszeitpunkt sein, der traditionell im Juni lag. In den kommenden Jahren fällt genau dieser Termin jedoch auf das Ramadan-Fastenfest, weshalb die örtlichen Organisatoren womöglich nur wenige Zuschauer an der Strecke erwartet hätten. Dies sind jedoch lediglich Spekulationen, die keineswegs auf einer offiziellen Stellungnahme basieren. Bleibt zu hoffen, dass Sepang in der nahen Zukunft wieder seinen Weg in den Kalender findet. Denn neben ansehnlichen Rennen zählte das Event mit jährlich über 70.000 Zuschauern zu einem der bestbesuchten Super-GT-Rennen überhaupt.
Ebenfalls pausiert wird in diesem Jahr der JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup, der im Jahr 2010 in veränderter Form als nicht zur Meisterschaft gehörender Event sein Revival feierte. Offizielle Gründe wurden zwar nicht genannt. Es lässt sich allerdings annehmen, dass aufgrund der in dieser Saison relativ hohen Kosten (neue Autos, erstmals das Rennen in Thailand) der JAF Grand Prix aus Budget-Gründen pausieren muss. Stattdessen wird das Saisonfinale erstmals seit 1986 wieder JAF Grand Prix genannt werden. Ob der JAF Grand Prix Fuji Sprint, eventuell sogar in einem neuen Format, im kommenden Jahr seine Rückkehrt feiert, ist derzeit noch unbekannt.
Der Kalender für 2014:
05.04-06.04: Okayama International Circuit 300km
03.05-04.05: Fuji Speedway 500km
31.05-01.06: Autopolis 300km
19.07-20.07: Sportsland Sugo 300km
09.08-10.08: Fuji Speedway 300km (Asia Le Mans Series fährt im Rahmenprogramm)
30.08-31.08: Suzuka Circuit 1000km
04.10-05.10: Buriram United International Circuit (Thailand) 300km
15.11-16.11: Twin Ring Motegi Motegi 250km
Super GT im TV
Wie auch in den Jahren zuvor wird die Super GT ausschließlich auf dem Japan-exklusiven Sportsender J Sports zu sehen sein. Die einzige Alternative sind die kurzen Highlight-Videos auf der offiziellen Webseite oder die Suche nach halb-legalen Streams. Wie bereits im letzten Jahr werden zudem alle Qualifying- sowie ausgewählte Trainings-Sessions auf der in Japan beliebten „Video-Community-Plattform“ Nico Nico Douga zusätzlich live ins Internet übertragen. Da es sich hierbei allerdings um eine rein japanische Plattform handelt (eine abgespeckte Variante der Webseite wird mittlerweile auch in Englisch angeboten) werden die Streams wie auch im letzten Jahr geblocked sein und können dementsprechend nicht außerhalb Japans angeschaut werden, was ohne Premium-Account sowieso zu einem Problem geführt hätte. Denn anders als das System von beispielsweise Justin.TV, haben Premium-User auf Nico Nico Douga Vorrang und verdrängen, je nach Andrang, die Free User mitunter sogar komplett. Nico Nico Douga (Anmeldung erforderlich) kann als eine Kombination aus japanischem YouTube sowie UStream bezeichnet werden, lange bevor es die beiden anderen Plattformen überhaupt gab.
Es bleibt zu hoffen, dass die Super GT ihre in den letzten Jahren stetig angestiegene internationale Popularität in naher Zukunft bemerken wird. Ein offizieller Stream, egal ob kostenlos oder zu bezahlen, wäre ein großer Schritt, selbst wenn dieser nur im japanischen Originalton vorhanden wäre. Es ist kein Geheimnis, dass insbesondere J Sports seinen Exklusivertrag nicht verlieren möchte. Allerdings wäre es auch kein Hexenwerk, den Stream für japanische IP-Adressen zu sperren. Ein weiterer Schritt wäre sicherlich die Unterzeichnung internationaler TV-Verträge, wie zuletzt in Thailand geschehen. Dort wird nämlich zumindest das Gastspiel im eigenen Lande live im Fernsehen übertragen werden. Der pan-europäische TV-Sender Motors TV strahlte bis 2006 die Super GT „as live“ oder zumindest als Highlights aus. Auf Anfrage wurde zwar Interesse verkündet, die Super GT wieder ins Programm zu nehmen, derzeit gebe es allerdings keine konkreten Pläne hierfür.
Eine Änderung wird es bei der Kommentatoren-Rotation im japanischen Fernsehen geben. Der seit seinem zehnten Lebensjahr in Nippon lebende Deutsch-Japaner Sascha Böckle wird für zwei bis drei Rennen die Rolle von Tsuneyuki Shimoda übernehmen. Böckle ist in Japan insbesondere durch seine Tätigkeit als Radio-DJ bei einer der größten Stationen J-Wave bekannt. Für J Sports kommentierte er bislang hauptsächlich Radrennen.
GT500
Zum ersten Mal in ihrer 21-jährigen Geschichte werden Honda, Lexus sowie Nissan gleichzeitig einen komplett neuen Boliden verwenden. Wie bereits angesprochen basieren der neue Honda NSX Concept-GT, der Lexus RC F sowie der neue Nissan GT-R auf dem technischen Kooperationsvertrag mit der DTM. Im Klartext bedeutet dies: Die Fahrzeuge sehen jenen des Deutschen Tourenwagen Masters nicht ganz unähnlich, schließlich besitzen sie neben dem gemeinsamen Monocoque auch die gleichen Einheitsteile. Dennoch ist es den japanischen Herstellern gelungen, ihre Autos – zumindest nach meiner bescheidenen Meinung – optisch etwas hübscher respektive anspruchsvoller zu gestalten. Gleichzeitig weisen sie sichtbar optische Änderungen untereinander auf. Hervorragende Arbeit leistete dabei beispielsweise Nissan, deren neuer GT-R nach wie vor den typischen Look der berühmten Sportwagen-Reihe aufweist.
Masaaki Bandoh sowie die japanische Presse weisen jedoch zurecht darauf hin, dass es bei den neuen GT500-Boliden keineswegs um japanische DTM-Autos handelt. So seien zwar Einheitsteile wie Monocoque, Heckflügel etc. übernommen worden, die Feinarbeit lag dennoch bei den japanischen Ingenieuren. Des Weiteren schlummert in den neuen Fahrzeugen ein 2,0 Liter 4 Zylinder Turbo-Reihenmotor, im Gegensatz zum 4,0 Liter V8-Aggregat der DTM. Letztere möchte bis 2017 wohl auch auf die Turbos umrüsten. Jene Motoren waren unter anderem auch einer der Hauptgründe, weshalb die Verhandlungen zwischen ITR und GTA nahezu scheiterten. So berichteten die japanischen Insider-Quellen, dass die ITR unbedingt wollte, dass die japanischen Hersteller die fertigen Monocoques aus Deutschland importieren sowie die DTM-Motoren-Formel verwenden. Dies entsprach jedoch nicht den Vorstellungen der GTA. Letztlich einigten sich beide Seiten darauf, dass die japanischen Hersteller die Monocoques selbst herstellen und auch das schon lange vor den Gesprächen mit dem DTM-Verband beschlossene Motoren-Downsizing durchführen.
Des Weiteren mussten an den GT500-Fahrzeugen einige Umbauarbeiten durchgeführt werden, da der Fahrerwechsel große Schwierigkeiten bereitete. Trotz des Umbaus sei die aktuelle Lösung aber noch immer weit von der Perfektion entfernt. Aus diesem Grund hat die GTA aus Sicherheitsgründen auch die Benzindurchflussmenge bei den Boxenstopps verringert, um den Teams mehr Zeit für die Fahrerwechsel zu geben. Trotz Motoren-Downsizing sind die neuen GT500-Renner flotter als die letztjährigen Modelle. Bei den zuletzt am Fuji Speedway durchgeführten Testfahrten umrundeten die Lexus-Titelverteidiger Yuji Tachikawa / Kohei Hirate (Zent Cerumo RC F) die Strecke mit 1:29.699. Zum Vergleich: Die Pole-Position-Zeit beim letztjährigen JAF Grand Prix Fuji Sprint Cup betrug 1:30.701, welche rund zwei Sekunden schneller als die LMP2-Pole-Zeit von OAK Racing beim WEC-Auftritt vergangene Saison war. Ein ähnlicher „rund-eine-Sekunde-schneller-als-mit-den-alten-Autos“-Trend lässt sich mit einem Blick auf die Zeiten der offiziellen Tests in Okayama Mitte März erkennen. Dort brannten Hiroaki Ishiura und Oliver Jarvis (Denso Kobelco RC F) mit 1:21.072 einen neuen inoffiziellen Rundenrekord in den Asphalt. Zum Vergleich: 2012 betrug die Pole-Zeit in Okayama 1:22.572, aufgestellt von Yuji Tachikawa und Kohei Hirate. Ein Vergleich mit 2013 ist an dieser Stelle nicht möglich, da die Qualifikation bedingt durch starke Regenfälle sprichwörtlich ins Wasser fiel.
Einen Favoriten für die Saison zu bestimmen ist schwierig, auch weil davon ausgegangen werden darf, dass alle Teams noch nicht komplett die Hosen heruntergelassen haben. Nach den vergangenen Testtagen darf aber durchaus von einem kleinen Lexus-Vorteil gesprochen werden, dicht gefolgt von Nissan, die Zeiten auf nahezu dem gleichen Niveau fuhren. Etwas abfallend ist hingegen Honda, deren Turbo-Aggregat offenbar weniger leistet als die der Konkurrenz. Besagter Power-Nachteil wurde im Rahmen der Super-Formula-Testfahrten seitens Honda bestätigt, da dort die gleichen Motoren zum Einsatz kommen. Der Nachteil könnte jedoch durch den Hybrid-Antrieb des neuen NSX Concept-GT kompensiert werden, den Honda als einziger GT500-Hersteller verwendet. Die über das letzte halbe Jahr immer mal wieder aufgetretenen Kinderkrankheiten scheinen alle drei Hersteller ausgemerzt zu haben. Lediglich Honda kämpft derzeit noch mit Überhitzungsproblemen, die unter anderem dazu führten, dass der NSX von Nakajima Racing bei Testfahrten in Suzuka Feuer fing.
Anders als in den vergangenen Jahren, werden die Fahrzeuge mit der Einheits-Aerodynamik unterwegs sein, die bereits an den beiden offiziellen Testtagen in Okayama verwendet wurde. Vorbei sind somit die Zeiten, in denen die Teams zu nahezu jedem Rennen mit oftmals kleinen Änderungen an ihren Autos anreisten. Einzige Ausnahme: Beide Rennen auf dem Fuji Speedway. Aufgrund der High-Speed-Charakteristik der Strecke wird hier eine spezielle Aerodynamik zur Minderung des Luftwiderstandes verwendet, die sich insbesondere durch den sehr flachen Heckflügel bemerkbar macht. Besagtes Aero-Paket wurde erst vor wenigen Wochen erprobt und ermöglichte Geschwindigkeiten um die 300 km/h. Als letztes Jahr am gleichen Ort ohne dieses spezielle Kit getestet wurde, fiel die Höchstgeschwindigkeit noch rund 30 km/h langsamer aus. Apropos Geschwindigkeiten: In der schnellen 130R in Suzuka wurden Speeds von bis zu 266 km/h (260 km/h im vergangenen Jahr) gemessen.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor zum Saisonstart wird das Wetter darstellen. Ein Regenrisiko besteht zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels zwar nur für Samstag. Bei sehr niedrigen Temperaturen um die 10 Grad werden allerdings alle Teams Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen bekommen. Kaltes Wetter stellte in der Vergangenheit insbesondere eine Achillesverse für die Michelin-Pneus dar, weil diese dann starke Schwierigkeiten hatten, den Reifen-Pick-up wieder abzurubbeln. Seit Autopolis im vergangenen Jahr reiht sich allerdings auch Bridgestone ein. Wie ein Stellvertreter des Herstellers gegenüber den japanischen Kollegen von Car-Watch mitteilte, sei man weiterhin im unklarem, weshalb dieses Phänomen auftritt.
Im folgendem eine kleine Gegenüberstellung zu den alten und neuen GT500- wie auch DTM-Boliden:
| Super GT GT500 Altes technisches Reglement (2012) |
Super GT GT500 Neues technisches Reglement (2014〜) |
DTM(2012〜) | |
|---|---|---|---|
| Länge | 4,675±30 | 4,650 | 4,650 |
| Gesamthöhe | 1,100 | 1,150 | 1,150 |
| Breite | 2,000 | 1,950 | 1,950 |
| Radstand | 2700±30 | 2,750 | 2,750 |
| Überhang (FR) Überhang (RR) |
950 1,025 |
875 1,050 |
875 1,050 |
| Reifengröße/Gesamtbreite (FR) | 14 inches oder weniger / 28 inches oder weniger | 300/680R18 | 300/680R18 |
| Reifengröße/Gesamtbreite (RR) | 14 inches oder weniger / 28 inches oder weniger | 320/710R18 | 320/710R18 |
| Motor | 3,4-Liter V8 NA | 2,0-Liter 4-Zylinder-Turbo (Reihenmotor) | 4,0-Liter V8 NA |
| Monocoque | Basierend auf dem Framework des Basis-Fahrzeuges entsprechend der Maße des ursprünglichen Fahrzeugs. Karbonfaser kann benutzt werden. |
Single Monocoque (Einheitsteile). Wird in Japan hergestellt. Performance (Gewicht, Rigidität, Schwerpunkt) entspricht der DTM. |
Single Monocoque (Einheitsteile) |
| Aerodynamik-Teile | Entwickelt vom jeweiligen Hersteller unter Einhaltung der vorgeschriebenen Maße. |
Einheitsteile für Frontspoiler, Heckflügel, Unterboden, rear-diffuser. Gleiche Form wie 2012er DTM-Bolide. Spezielles Aerodynamik-Kit für Fuji. |
Einheitsteile für Frontspoiler, Heckflügel, Unterboden, rear-diffuser. |
| Schlüsselkomponenten | Einheitsteile für das Getriebe. | Einheitsteile | Einheitsteile |
| Reifen | Mehrere Hersteller (Bridgestone, Michelin, Yokohama, Dunlop) | Mehrere Hersteller (Bridgestone, Michelin, Yokohama, Dunlop) | Einheitsreifen (Hankook) |
| Sonstiges | Fahrersitz ist auf der linken Seite. Wegen des Fahrerwechsels wurden Tankloch und Auspuff umgelegt. Umbauten für leichteren Fahrerwechsel. Mittelmotor und Hybrid-Antrieb beim Honda NSX Concept-GT. |
Lexus
Auch wenn nach den Testfahrten kein alleiniger Favorit bestimmt werden kann, so darf Lexus zumindest ein kleiner Vorteil zugesprochen werden. Dies ist insbesondere deshalb überraschend, weil die Marke seit der Vorstellung des neuen RC F-Boliden im August letzten Jahres zunächst mit starken Problemen zu kämpfen hatte. Insbesondere die Haltbarkeit schien eine große Baustelle gewesen zu sein. Zumindest mit den Ergebnissen bei den Tests in Suzuka, Okayama sowie am Fuji Speedway scheint Lexus den Federhandschuh gen Konkurrenz geworfen zu haben. Die Hauptfavoriten aus dem eigenem Lager stellen selbstredend die Titelverteidiger Yuji Tachikawa / Kohei Hirate im Zent Cerumo RC F dar. Eine Rolle, die sie mit der absoluten Bestzeit in Fuji unterstrichen. Interessanterweise hat Lexus an ihrem diesjährigen Fahrerkader am wenigsten herumgebastelt. Die einzigen Änderungen gibt es bei Sard (Denso Kobelco Sard RC F) sowie WedsSport Bandoh (WedsSport Advan RC F) zu vermelden. Erstere trennten sich von GT500-Urgestein Juichi Wakisaka, der nach eigener Aussage aufgrund der schlechten Leistung im letzten Jahr das Team verlassen musste. Ersetzt wird er vom Briten Oliver Jarvis. Der dreifache GT500-Champion Wakisaka fand hingegen beim Team von Masataka Bandoh ein neues Zuhause, wo er zusammen mit Ex-Nissan-Pilot Yuhi Sekiguchi fahren wird. Juichi Wakisaka ist mit seiner Erfahrung selbstredend ein enormer Gewinn für das unterlegene WedsSport Bandoh-Team. Aufgrund des knapp bemessenen Budgets sollten aber keine Quantensprünge erwartet werden. Zudem bestritt das Team erst vor wenigen Wochen am Fuji Speedway den ersten Test, was selbstverständlich einen erheblichen Nachteil darstellt. Aufgrund des WEC-Laufes in Spa wird Ryo Hirakawa (Rookie des Jahres in der Super Formula letztes Jahr) einmalig Kazuki Nakajima bei Tom’s ersetzen.
Nachfolgend alle Lexus-Teams im Überblick:
Lexus Team Zent Cerumo
#1 Zent Cercumo RC F
Lexus RC F
Yuji Tachikawa, Kohei Hirate
Bridgestone
Lexus Team LeMans Eneos
#6 Eneos Sustina RC F
Lexus RC F
Kazuya Oshima, Yuji Kunimoto
Bridgestone
Lexus Team WedsSport Bandoh
#19 WedsSport Advan RC F
Lexus RC F
Juichi Wakisaka, Yuhi Sekiguchi
Yokohama
Lexus Team Petronas Tom’s
#36 Petronas Tom’s RC F
Lexus RC F
Kazuki Nakajima, James Rossiter
Bridgestone
Lexus Team KeePer Tom’s
#37 KeePer Kraft RC F
Lexus RC F
Daisuke Ito, Andrea Caldarelli
Bridgestone
Lexus Team Sard
#39 Denso Kobelco Sard RC F
Lexus RC F
Hiroaki Ishiura, Oliver Jarvis
Bridgestone
Nissan
Bei den offiziellen Testfahrten in Okayama Mitte März lieferten sich Lexus und Nissan ein wahres Kopf-an-Kopf-Duell auf dem Zeitenmonitor. Den stärksten Eindruck hinterließ dabei Team Impul (Calsonic Impul GT-R), das am zweiten Testtag sogar die Spitze im Klassement übernahmen. Auch bei den anschließenden Tests auf dem Fuji Speedway hinterließ das Team von der japanischen Motorsport-Legende Kazuyoshi Hoshino den stärksten Eindruck aller Nissan-Teams. Der diesjährige Fahrerkader besteht größtenteils aus den bekannten Gesichtern, allerdings war über den Winter großes Stuhlrücken in Yokohama angesagt. Keine der vier Mannschaften ist mit den gleichen Duos wie noch im vergangenen Jahr unterwegs. Die Ehre, für das Werks-Team Nismo zu fahren, erhalten dabei dieses Jahr erneut der zweifache GT500-Meister Ronnie Quintarelli sowie Ex-Impul-Mann Tsugio Matsuda. Masataka Yanagida wurde hingegen wieder zu Mola zu verschoben, sprich zu jenem Team, in dem er zusammen mit Ronnie Quintarelli in den Jahren 2011 sowie 2012 das Championat gewann. Dort wird er an der Seite von Satoshi Motoyama den S Road Mola GT-R pilotieren. Diese neue Kombination sollte Mola wieder zur alten Stärke verhelfen, nachdem das letzte Jahr auch aufgrund vieler Fehler von Yuhi Sekiguchi fernab der alten Stärke verlief. Neuer Teamkollege von Joao Paulo de Oliveira bei Impul ist Hironobu Yasuda, der in den vergangenen Jahren noch für Kondo Racing am Steuer war. Neuer Mann an der Seite von Michael Krumm ist derweil Daiki Sasaki, der damit aus Nissans Nachwuchsteam NDDP Racing aus der GT300 aufsteigt.
Nachfolgend alle Nissan-Teams im Überblick:
Team Impul
#12 Calsonic Impul GT-R
Nissan GT-R
Hironobu Yasuda, Joao Paulo de Oliveira
Bridgestone
Nismo
#23 Motul Autech GT-R
Nissan GT-R
Tsugio Matsuda, Ronnie Quintarelli
Michelin
Kondo Racing
#24 D’station Advan GT-R
Nissan GT-R
Michael Krumm, Daiki Sasaki
Yokohama
Mola
#46 Reito Mola GT-R
Nissan GT-R
Satoshi Motoyama, Masataka Yanagida
Michelin
Honda
Hinter der Performance von Honda dürfte wohl das größte Fragezeichen stehen. Ursprünglich als erstes mit dem Wagen auf der Strecke scheint der Hersteller nun mit Überhitzungsproblemen beim Motor zu kämpfen. So fing der NSX Concept-GT von Nakajima Racing bei den Testfahrten in Suzuka Feuer. Hinzu gesellt sich das bereits zuvor erwähnte Leistungsproblem, wodurch es dem neuen NSX auf den Geraden, insbesondere in Fuji, erneut an Top-Speed mangelt. Der fehlende Top-Speed war bereits die Achillesverse des zuletzt eingesetzt HSV-010 GT. Ähnlich dem Vorgängermodell scheint aber auch der neue NSX mit einer hohen Kurvengeschwindigkeit zu überzeugen. Zumindest bei den Testfahrten in Okayama lagen die schnellsten Honda-Teams innerhalb einer Sekunde zu den besten Lexus- bzw. Nissan-Mannschaften. Einen großen Einfluss auf die Leistung des NSX Concept-GT könnte die Balance of Performance haben, die exklusiv für dieses Modell eingesetzt wird. Der NSX-Tradition entsprechend ist der neue Wagen entgegen dem eigentlichen Reglement mit einem Mittelmotor ausgestattet. Gleichzeitig wird das Aggregat von einem Hybrid-System unterstützt, womit Honda der erste GT500-Hersteller mit einem Hybrid-Antrieb in der 21-jährigen Super-GT-Geschichte ist. Bereits in den vergangenen zwei Jahren erprobte die aus der Tochigi-Präfektur stammende Marke den Hybrid-Antrieb in der GT300-Klasse, in der man mit dem Mugen CR-Z GT 2013 auch die Meisterschaft gewann.
Für den Honda NSX Concept-GT schreibt die GTA folgende Balance of Performance vor (Änderungen im Laufe der Saison sind möglich):
Gewicht des Hybrid-Systems: 70kg (Fahrzeug-Minimalgewicht: 1090kg)
Maximaler Hybrid-Ausstoß: 21kw
Maximale pro Runde freigesetzte Energie: 880kj
Maximale Motorendrehzahl: 7500rpm
Honda hat über den Winter am meisten am Fahrerkader herumgeschraubt, was insbesondere die Verpflichtung europäischer Spitzenfahrer betrifft. So feiert der ehemalige Formel-1-Fahrer Vitantonio Liuzzi an der Seite von Kosuke Matsuura sein Super-GT-Debüt bei ARTA. Des Weiteren verpflichtete Honda Jean Karl Vernay, der Frédéric Makowiecki bei Weider Modulo Dome Racing an der Seite vom letztjährigen Super-Formula-Champion Naoko Yamamoto ersetzt. Makowiecki wurde bekanntlich in den Werksfahrer-Kader von Porsche berufen und wollte, trotz großer Begeisterung für Japans wichtigste Motorsport-Serie, aufgrund von familiären Gründen in Europa bleiben. Weitere europäische Unterstützung erhält Nakajima Racing in Form von Bertrand Baguette, der an der Seite von Daisuke Nakajima Platz nimmt. Dessen ehemaliger Teamkollege Ryo Michigami übernimmt derweil eine Art Fahrer-Coach- sowie Mentor-Rolle bei Mugen in der GT300. Den freigewordenen Platz neben Takashi Kogure bei Team Kunimitsu erhielt Hideki Mutoh, nachdem er im vergangenen Jahr die GT300-Klasse gewann. Der ehemalige IndyCar-Pilot feiert nach 2011 somit seine Rückkehr in der GT500 und ersetzt den in dieser Saison in der GP2 startenden Takuya Izawa. Izawa erhielt das von Honda besetzte Cockpit bei ART Grand Prix, nachdem das französische Team quasi zu einer Art Junior-Mannschaft von McLaren transformierte. Der Hintergrund ist klar: Mit dem Wiedereinstieg als Motorenhersteller in die Formel 1 im Jahr 2015 hätte Honda selbstverständlich einen japanischen Fahrer in der „Königsklasse“ des Motorsports. Dass die Wahl ausgerechnet auf Takuya Izawa fiel, war für viele überraschend. Mit 30 Jahren zählt der Japaner nicht mehr zu den jüngsten Piloten, geschweige denn in einer Nachwuchsserie. Gleichzeitig besitzt er kaum Erfahrung auf europäischen Rennstrecken. Izawa war zusammen mit Koudai Tsukakoshi (Vize-GT500-Meister 2013) sowie dem amtierenden Super-Formula-Champion Naoki Yamamoto in Hondas engerer Auswahl. Ursprünglich war es wohl so angedacht, dass der meiner bescheidenen Meinung nach schnellere Koudai Tsukakoshi das GP2-Cockpit bekommen sollte. Weshalb Honda sich letztlich doch umentschieden hat, ist leider nicht bekannt.
Nachfolgend alle Honda-Teams im Überblick:
Autobacs Racing Team Aguri
#8 ARTA NSX Concept-GT
Honda NSX Concept-GT
Vitantonio Liuzzi, Kosuke Matsuura
Bridgestone
Keihin Real Racing
#17 Keihin NSX Concept-GT
Honda NSX Concept-GT
Koudai Tsukakoshi, Toshihiro Kaneishi
Bridgestone
Weider Modulo Dome Racing
#18 Weider Modulo HSV-010
Honda NSX Concept-GT
Naoki Yamamoto, Jean Karl Vernay
Michelin
Nakajima Racing
#32 Epson NSX Concept-GT
Honda NSX Concept-GT
Daisuke Nakajima, Bertrand Baguette
Dunlop
Team Kunimitsu
#100 Raybrig NSX Concept-GT
Honda NSX Concept-GT
Takashi Kogure, Hideki Mutoh
Bridgestone
GT300
Auch in der “kleineren” GT300-Klasse hat sich über den Winter einiges getan. Die größte Änderung dürfte dabei die Balance of Performance der GT3-Maschinen betreffen. Zugelassen sind nur noch jene Fahrzeuge, die entweder auf der BoP-Liste der FIA oder der SRO Motorsports Group (u.a. Blancepain Endurance Series) der Jahre 2013 oder 2014 sind. Zwar wird die GTA weiterhin die Einstufungen der FIA übernehmen. Gleichzeitig kündigte man aber an, bei Bedarf eigene Änderungen durchzuführen. Entsprechend könnte die GTA im Laufe der Saison somit Änderungen an den Heckflügeln, dem Mindestgewicht der Fahrzeuge, der Größe des Luftmassenbegrenzers, der Tankgröße wie auch der minimalen Fahrzeughöhe durchführen. Gleichzeitig müssen alle GT3-Teams einen Benzindurchflussbegrenzer bei den Boxenstopps sowie einen so genannten „Data-Logger“ einsetzen, auf den die GTA jederzeit Zugriff haben wird. Insbesondere die Änderung, dass die GTA nun bei Bedarf frei an der Balance of Performance der FIA-GT3-Autos justieren kann, sollte der Chancengleichheit dienen. Im letzten Jahr fühlten sich viele der Teams nämlich von der BoP stark benachteiligt, insbesondere im Hinblick auf die Boliden nach JAF-GT300-Reglement.
Am stärksten hatten unter anderem die Porsche Teams, aber auch Hitotsuyama Racing sowie Cars
Tokai Dream28 zu kämpfen. Letztere fühlten sich zudem von McLaren im Stich gelassen, da diese kein entsprechendes Engine-Mapping für die andere Benzinmischung in Japan zur Verfügung stellten. Besagte Probleme sollen nach eigener Aussage jedoch aus der Welt geschafft sein. Ein erstes Ausrufezeichen setzte das Team, das diese Saison nicht mehr mit dem Evangelion-Sponsoring unterwegs sein wird – EVA Racing hat bis auf weiteres alle Motorsport-Aktivitäten beendet –, mit der insgesamt zweitschnellsten Zeit während der Testfahrten in Fuji. Zum Pech der viel zu harten BoP-Keule des Audi R8 LMS ultra von Hitotsuyama Racing kamen im vergangenen Jahr noch diverse technische Probleme. Unter anderem das Getriebe bereitete oftmals viele Schwierigkeiten. Überraschenderweise war es der Mannschaft seitens Audi nicht gestattet, dass Getriebe auseinanderzunehmen und nach der Fehlerquelle zu suchen. Jede Reparatur war somit lediglich eine temporäre Lösung. Ähnlich den Teams wie apr, die weitaus früher das Handtuch warfen und ihren R8 durch den Nissan Nismo GT-R GT3 ersetzten, war Hitotsuyama Racing den Winter über unentschlossen, ob man nicht auch die Partnerschaft mit Audi beendet sollte. Eventuell auch aus Angst, nicht mehr mit der eigenen Marke in der wichtigsten Rennserie Japans vertreten zu sein, bauten die Ingolstädter ihre Partnerschaft mit Hitotsuyama Racing aus. So kam es, dass das ehemalige Kundenteam nun als offizielles Werksteam mit dem Namen Audi Team Hitotsuyama antritt. Neben ausreichend Support gab es außerdem eine mehrtägige Schulung, unter anderem zum Lösen der Getriebeprobleme. Neben dem ehemaligen GT500-Champion Richard Lyons gesellte sich Tomonobu Fujii zum Team hinzu. Fujii, der sechs GT300-Rennsiege auf dem Konto hat, musste nach vielen Jahren KTR verlassen, nachdem Hauptsponsor Hankook sich aus der Super GT zurückzog. KTR, die Puma als neuen Sponsor ans Land zogen, suchten lange Zeit nach einem nach Möglichkeit erfahrenen, nicht-japanischen Piloten als Teamkollegen von Akihiro Tsuzuki, den sie zur großen Freude in Porsche-Veteran Tim Bergmeister gefunden haben. Bergmeister hatte bereits in unserem exklusiven Interview den Wunsch geäußert, nach seinem fürchterlichen Unfall am Fuji Speedway vor zwei Jahren wieder in die Super GT zurückzukehren.
Ebenfalls aus deutscher Sicht sehr erfreulich dürfte die Verpflichtung von BMW-Werksfahrer Jörg Müller bei BMW Sports Trophy Team Studie sein. Dahinter verbirgt sich das Team von Studie AG-Besitzer „Ben“ Suzuki. Die Studie AG ist ein BMW-Tuner in Japan, der seit 2008 zusammen mit Goodsmile Racing sowie dem Team von Ukyo Katayama den bunten Hatsunemiku BMW Z4 in der GT300 einsetzte. Vergangenes Jahr äußerte sich Suzuki darüber, dass neben der Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife, er nach Möglichkeit in naher Zukunft sehr gerne mit einem BMW-DTM-Boliden in der GT500 antreten möchte. Das Kapitel Nordschleife könnte übrigens schon bald klappen, schließlich führte er erfolgreich eine Crowdfunding-Kampagne für eine etwaige Teilnahme „in der grünen Hölle“ durch. Die Gründe für die Trennung der ehemaligen Partnerschaft – im Guten übrigens, wie von beiden Parteien bestätigt wurde – dürften wohl zukunftsbedingt sein, da Goodsmile Racing weder das Vorhaben noch das Budget hat, um in die GT500 zu wechseln. Als BMW-Kundenteam kann die Studie AG sich nun eine Basis für die etwaige Zukunft in der „großen“ Klasse aufbauen. Neben Jörg Müller, der bereits Goodsmile Racing als dritter Fahrer beim Pokka Sapporo 1000km in Suzuka unterstützte, engagierte man zusätzlich das GT500-Urgestein Seiji Ara. An der Fahrerpaarung des Hatsunemiku Z4 hat sich hingegen nichts geändert: Noch immer greifen Nobuteru Taniguchi sowie Tatsuya Kataoka nach dem zweiten Titelgewinn für das Team seit 2011. Als komplett neues Team wird LM corsa einen dritten BMW Z4 in diesem Jahr einsetzten. Gerüchten zufolge könnte das Team Ende des Jahres auf den erst kürzlich vorgestellten Lexus RC F GT3 wechseln, den Toyotas Edelmarke noch dieses Jahr vor seinem internationalen Debüt 2015 in Japan testen möchte. LM corsa erwarb einen Z4 MY12, den man auf die 2014er Variante umbaute. Am Lenkrad sitzen Akira Iida und Hiroki Yoshimoto.
Als Hauptfavoriten gehen selbstredend die Titelverteidiger von Team Mugen (Mugen CR-Z GT) ins Rennen. Nach der Beförderung von Hideki Mutoh in die GT500 rückt der noch junge Tomoki Nojiri an die Seite von Yuhki Nakayama. Wie stark der Hybrid-Honda letztlich sein wird, hängt natürlich auch von der Balance of Performance ab. Ironischerweise haben nahezu alle Team, selbst in der GT500, nach den Testfahrten ihre Longruns in Frage gestellt, so auch Team Mugen. Zwar sei man auf eine Runde gut eingestellt, wisse aber nicht wie sich der Wagen über die komplette Distanz verhalten wird. Ähnliches erklärte Morio Nitta (OGT Panasonic Prius) nach den Testfahrten in Fuji. apr hat über den Winter tatkräftig am Toyota Prius gewerkelt, nachdem letzte Saison, mit Ausnahme des Siegs beim 500km-Rennen in Fuji, in einem Debakel voller technischer Schwierigkeiten endete. Hierbei sollte man jedoch erwähnen, dass es sich, im Gegensatz zu den beiden Honda CR-Z GT von Mugen und ARTA, um keinen Werkseinsatz von Toyota handelt. Dies bestätigte Toyota-Präsident Akio Toyoda in seinem Blog, erläuterte dabei aber nicht, inwiefern man das Team beim Einsatz des Hybrid-Boliden unterstütze. apr verringerte unter anderem das Gewicht des Fahrzeuges sowie des Hybrid-Systems, verbaute Schaltwippen, verbesserte die Fahrbarkeit des Wagens und verpasste dem ganzen zudem einen Schwanenhals-Heckflügel. Laut Morio Nitta und Teamkollegen Koki Saga soll der Wagen sich nun deutlich besser anfühlen. Der vierte reinrassige GT300-Bolide ist erneut der Subaru BRZ von R&D Sport. Nachdem Tetsuya Yamano vergangenes Jahr seine aktive Motorsportkarriere beendete, wird Takuto Iguchi an der Seite von Kota Sasaki Platz nehmen. Es ist das dritte Jahr für den BRZ, mit dem Subaru 2013 insgesamt vier Pole-Positions (davon drei in Folge) sowie den Sieg bei den 1000km von Suzuka erlangte.
Beim Thema Hauptfavoriten dürfen natürlich Katsuyuki Hiranaka sowie Björn Wirdheim (Gainer Dixcel SLS) nicht vergessen werden. Auch diese Saion wird Gainer zwei Mercedes-Benz SLS GT3 einsetzen, wobei man überraschenderweise auf das Modell des Jahres 2013 setzt. Nach seinem bärenstarken Debüt beim JAF Grand Prix im letzten Jahr berief Nissan den ehemaligen GT-Akademiker Lucaz Ordonez an die Seite von Kazuki Hoshino bei Nissans Nachwuchs-Team NDDP Racing. Apropos Nissan: Diese dürfen sich auf einen weiteren Abnehmer des flinken Nismo GT-R GT3 freuen. Team Taisan kehrt nach all den Jahren der Porsche-Zugehörigkeit zu den Wurzeln zurück, und setzt erstmals wieder einen Wagen der Marke aus Yokohama ein. Dabei setzt man auf eine ähnliche Lackierung, mit der man einst 1993 in der JGTC debütierte.
Nachfolgend alle GT300-Teams im Überblick:
Team Mugen
#1 Mugen CR-Z GT
Honda CR-Z
Yuhki Nakayama, Tomoki Nojiri
Bridgestone
Cars Tokai Dream28
#2 Syntium Apple MP4-12C
McLaren MP4-12C GT3
Kazuho Takahashi, Hiroki Katoh
Yokohama
NDDP Racing
#3 B-Max NDDP GT-R
Nissan GT-R Nismo GT3
Kazuki Hoshino, Lucaz Ordonez
Yokohama
Goodsmile Racing & TeamUkyo
#04 Goodsmile Hatsunemiku Z4
BMW Z4 GT3
Nobuteru Taniguchi, Tatsuya Kataoka
Yokohama
Team Mach
#5 Mach Syaken with Transformers 30th
Nissan GT-R Nismo GT3
Tetsuji Tamanaka, Junichiro Yamashita
Yokohama
BMW Sports Trophy Team Studie
#7 Studie BMW Z4
BMW Z4 GT3
Jörg Müller, Seiji Ara
Yokohama
Direction Racing
#9 Otonokizaka High Nac Porsche with DR (Love Life Porsche)
Porsche 911 GT3 R
Takuya Shirasaka, Yuya Sakamoto
Yokohama
Gainer
#10 Gainer Rn-Sports SLS
Mercedes-Benz SLS AMG GT3
Masayuki Ueda, Hideki Yamauchi
Dunlop
Gainer
#11 Gainer Dixcel SLS
Mercedes-Benz SLS AMG GT3
Katsuyuki Hiranaka, Björn Wirdheim
Dunlop
Audi Team Hitotsuyama
#21 Audi R8 LMS ultra
Audi R8-LMS ultra
Richard Lyons, Tomonobu Fujii
Yokohama
R’Qs Motor Sports
#22 Greentec SLS AMG GT3
Mercedes-Benz SLS GT3
Hisashi Wada, Masaki Jyonai
Yokohama
apr
#30 Iwasaki apr GT-R
Nissan GT-R Nismo GT3
Yuki Iwasaki, Masami Kageyama
Yokohama
apr
#31 OGT Panasonic Prius
Toyota Prius
Morio Nitta, Koki Saga
Yokohama
Porsche Team KTR
#33 Puma KRH Porsche
Porsche 911 GT3 R
Akihiro Tsuzuki, Tim Bergmeister
Yokohama
Dijon Racing
#48 Snap-on Dijon Racing GT-R
Nissan GT-R Nismo GT3
Hiroshi Takamori, Masaki Tanaka
Yokohama
Arnage Racing
#50 Wako’s Exe Aston Martin
Aston Martin V12 Vantage GT3
Masaki Kanou, Hideto Yasuoka
Yokohama
Autobacs Racing Team Aguri
#55 ARTA CR-Z GT
Honda CR-Z
Shinichi Takagi, Takashi Kobayashi
Bridgestone
LM corsa
#60 TWS LM corsa BMW Z4
BMW Z4 GT3
Akira Iida, Hiroki Yoshimoto
Yokohama
R&D Sport
#61 Subaru BRZ R&D Sport
Subaru BRZ GT300
Kouta Sasaki, Takuto Iguchi
Yokohama
Leon Racing
#62 Leon SLS
Mercedes-Benz SLS AMG GT3
Haruki Kurosawa, Kyosuke Mineo
Yokohama
Team Taisan Ken Dimmak
#67 STP Taisan Gaia Power GT-R
Nissan GT-R Nismo GT3
Naoki Yokomizo, Shogo Mitsuyama
Yokohama
JLOC
#86 Crystal Croco Lamborghini GT3
Gallardo GT3
Shinya Hosokawa, Koji Yamanishi
Yokohama
JLOC
#88 ManePa Lamborghini GT3
Gallardo GT3
Manabu Orido, Takayuki Aoki
Yokohama
Tomei Sports
#360 Okinawa IMP Run Up GT-R
Nissan GT-R Nismo GT3
Atsushi Tanaka, Hiroroki Yoshida
Yokohama
TV-Zeiten Okayama
Wie bereits erwähnt wird man die Super GT auch in diesem Jahr wieder nur über die mehr oder weniger beliebte Graualternative im Internet schauen können. Die Qualifikation ist kurze Zeit nach dem Erscheinen dieser Saisonvorschau, ab 6:45 Uhr deutscher Zeit auf J Sports 3 zu sehen. Am Sonntag geht J Sports 4 bereits um 6:15 Uhr auf Sendung. Der Rennstart erfolgt eine dreiviertel Stunde später, um 7:00 Uhr.
Copyright Photos: GT Association and E. Tatsuya












4 Kommentare
Danke für den tollen Artikel :) … Ich werde auf jeden fall Morgen früh aufstehen und das Rennen anschauen, gibt es eigentlich auch ein Livetiming auf der Super GT Seite?
@ thomash:
Vielen Dank für das Lob! :) Ein Live-Timing gibt es auf der offiziellen Seite nicht mehr. Seit letztem Jahr gibt es hierfür eine iOS App, die aber pro Saison Geld kostet (in app purchase).
Sehr gelungener Beitrag, weiter so!!
[…] Hintergründe für die meisten technischen Defekte in Fuji seien hingegen auf das bereits in meiner Saisonvorschau angesprochene Überhitzungsproblem des Turbo-Motors zurückzuführen. So sei die Kühlung des NSX […]
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