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IndyCar: Vorschau MAVTV 500

von Rainer
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Zum achten Mal in Folge wird die Meisterschaft im letzten Rennen der IndyCar-Saison entschieden. Wie im Vorjahr findet das Finale auf dem Auto Club Speedway in Fontana statt.

Vorjahressieger Ed Carpenter (C) Firestone racing/Dennis Ashlock

Vorjahressieger Ed Carpenter
(C) Firestone Racing/Dennis Ashlock

Das Duell lautet dabei wieder Chip Ganassi Racing gegen Penske Racing. In den letzten sieben Jahren konnte sich nur 2006 Sam Hornish jr. Für Penske Racing durchsetzten. Von 2008 bis 2011 ging die Meisterschaft immer an Chip Ganassi mit Scott Dixon (08) und Dario Franchitti (09, 10, 11). Im Vorjahr und 2007 gewannen Fahrer von Michael Andretti den Titel in Form von Franchitti (07) und Ryan Hunter-Reay (12).

Auch in diesem Jahr sieht es für Penske Racing wieder schlecht aus. Nach dem miserablen Wochenende für Helio Castroneves in Houston führt nämlich Scott Dixon mit 25 Punkten die Meisterschaftswertung an. Mit einem sechsten Platz hätte der Neuseeländer seinen dritter Titel sicher. Nach sehr guten Testtagen vor drei Wochen geht aber Castroneves nicht ganz ohne Zuversicht in das finale Rennen. Er ist ein Siegkandidat und 500 Meilen sind eine lange Strecke. Scott Dixon gilt zwar auch als sehr guter Ovalpilot, aber neben seinem Sieg in Pocono stehen nur die Plätze 6 in Milwaukee, 14 beim Indy 500, 16 in Iowa und 23 in Texas in der diesjährigen Ovalsaison zu Buche.

Neben dem besten Fahrer der ganzen Saison wird natürlich auch der beste Ovalpilot gesucht. In dieser Wertung führen punktgleich Ryan Hunter-Reay und Helio Castroneves. Mit 20 Punkten Abstand folgt der Indy-500-Sieger Tony Kanaan. Für Kanaan und Scott Dixon, der das Rennen in Pocono gewonnen hat, geht es auch noch um einen möglichen Teilerfolg in der Triple-Crown-Wertung. Sollte einer der beiden das Rennen in Fontana gewinnen, bekäme er immerhin einen Bonus von 250.000 Dollar.

Und auch die beiden Motorenhersteller kämpfen noch um den Gesamtsieg. Sowohl Honda- als auch Chevrolet-Motoren haben bisher in jeweils neun Rennen ihrem Fahrer zum Sieg verholfen. In einer getrennten Ovalwertung führt aber Chevrolet mit 4 zu 1 und so gehen die amerikanischen Motoren als leichte Favoriten ins letzte Rennen.

Strecke

Im Jahr 1997 trat das zwei Meilen lange Oval mit typischer D-Form in Fontana die Nachfolge des Ontario Motor Speedway an, der von 1970 bis 1980 Austragungsort der USAC bzw. der CART in Kalifornien gewesen war. Der Auto Club Speedway hat ein Banking von nur 14°, was für die NASCAR-Wagen etwas zu wenig ist. Für die IndyCar-Wagen erlaubt es aber so gerade noch akzeptable Geschwindigkeiten. Den Rundenrekord hält Gil de Ferran in einem Penske Racing Reynard mit 241 mph (388 km/h). Mit den aktuellen DW12 Dallara mit Indianapolis Aerodynamikpaket müssen die Fahrer aber vor den Kurven deutlich die Geschwindigkeit verringern. Im letzten Jahr gewann Marco Andretti die Qualifikation mit 216 mph (348 km/h) im Rundendurchschnitt. Trotzdem bleibt das Racing der IndyCar sehr gefährlich, was nicht zuletzt der schwere Unfall von Dario Franchitti in Houston gezeigt hat. Mit dem unvergessenen Greg Moore verunglückte auch auf dem Auto Club Speedway im Finalrennen der CART-Saison 1999 ein Fahrer tödlich.

Favoriten

Zu den Siegfavoriten ist Scott Dixon, im Gegensatz zu Helio Castroneves, nicht zu zählen. Zum einen war der Neuseeländer auf Ovalen, auch aufgrund des Hondamotors, nicht immer ganz konkurrenzfähig, zum anderen muss er auch „nur“ Platz 6 erreichen. Alex Tagliani wird als Ersatz für Dario Franchitti versuchen, ihn bestmöglich zu unterstützen. Dieselbe Aufgabe, nur für Castroneves, hat auch AJ Allmendinger, der noch einmal den Penske Dallara mit der Nummer 3 fahren wird.

Die größte Konkurrenz für Castroneves im Kampf um den Rennsieg dürfte aus dem Lager von Andretti Autosport kommen. Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe haben schon Ovalsiege in diesem Jahr zu Buche stehen und Marco Andretti hätte einen Sieg nach einer guten Saison mehr als verdient.

Ganz weit oben auf der Liste der Favoriten muss man natürlich auch den Indy-500-Sieger Tony Kanaan, der sein letztes Rennen für KV Technology bestreiten wird, und Vorjahressieger Ed Carpenter haben. Beide gehören sicherlich zu den besten Ovalfahrern überhaupt und auch das Layout des Auto Club Speedway sollte ihnen liegen.

Besonders beobachten sollte man auch die positiven Überraschungen der Saison bzw. der letzten Rennen. In diese Gruppe gehören mit Justin Wilson, Simon Pagenaud und Sebastien Bourdais drei Fahrer, die eher auf Straßenkursen zu Hause waren, sich aber auch in den Ovalen deutlich gesteigert haben. Es dürfte spannend sein, ob sie ihre gute Form auch ins Oval übertragen können. Nur mit guten Leistungen dort könnten alle drei ernsthafte Kandidaten für den erweiterten Kreis der Titelanwärter im nächsten Jahr sein. Sebastien Bourdais tritt im übrigens die Nachfolge von Tony Kanaan bei KV Technology an.

Das Finale in Fontana ist natürlich auch die letzte Chance auf ein gutes Ergebnis für die Teams, die eine eher schwache Saison hatten. In erster Linie fällt einem dabei der Name Rahal Lettermann Lanigan Racing ein. Im letzten Jahr konnte sich Graham Rahal, damals noch für Chip Ganassi Racing fahrend, Platz 6 sichern. Das wäre schon ein halbwegs versöhnlicher Saisonabschluss.

Neben den Teams versuchen auch die Fahrer, die noch keinen Vertrag für nächstes Jahr haben, sich ins Gedächtnis der Teamchefs zu bringen. Oriol Servia nimmt dabei wieder Platz im Panther Racing Dallara mit der Nummer 4. Pippa Mann kann ihr Können als Teamkollegin von Justin Wilson bei Dale Coyne Racing zeigen und JR Hildebrand bei Barracuda Racing.

Vor dem letzten Rennen gehen die Teams kein Risiko ein und setzten neue Motoren ein. Entsprechend wurden schon vor dem ersten Training 10-Startplätze-Strafen an Scott Dixon, Helio Castroneves, Sebastian Saavedra, Takuma Sato, Graham Rahal und Josef Newgarden verteilt

Zeitplan

Freitag
10:45 am PST (19:45 MESZ) – 12:15 pm freie Training
2:15 pm PST (23:15 MESZ) – 3:45 pm freie Training
6:05 pm PST (3:05 MESZ) – 6:35 pm freie Training

Samstag

2:30 pm PST (23:30 MESZ) Indy Lights Race
4:00 pm PST (1:00 MESZ) – 5:00 pm Indy Lights Race NBC Sports
5:00 pm PST (2:00 MESZ) Übertragungsbeginn NBC Sport, Sport 1 US
5:50 pm PST (2:50 MESZ) IndyCar Series Race 250 Runden

Wir können uns auf ein spannendes Saisonfinale in der Nacht von Samstag auf Sonntag freuen. Hoffentlich zeigen die IndyCar-Fahrer wieder ein gutes Ovalracing wie in Indianapolis oder Texas und alle Beteiligten bleiben von schweren Unfällen verschont.

Saison 2014

Am Donnerstag wurde auch der Kalender der Saison 2014 offiziell vorgestellt. Die größten Änderungen sind der Wegfall von Sao Paulo und Baltimore sowie ein neues Rennen im Infield des Indianapolis Motor Speedway.

30.03. St. Petersburg
13.04. Long Beach
26.04. Barber Park (Saturday)
10.05. IMS road course (Saturday)
17./18.05. Indy 500 qualifying.
25.05. Indianapolis 500
31.05./01.06. Detroit double-header
07.06. Texas (Saturday night)
28./29.06 Houston double-header
06.07. Pocono
12.07. Iowa (Saturday night)
19./20.07. Toronto double-header
03.08. Mid-Ohio
17.08. Milwaukee
24.08. Sonoma
30.08. Fontana (Saturday night)

In Summe sind das sechs Oval-, acht Stadt- und vier Straßenrennen und damit ein Rennen weniger als in diesem Jahr. Von der angestrebten Verteilung von 1:1:1 ist man also nicht mehr ganz so weit entfernt.

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