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Formel Eins: Regeln 2010

von DonDahlmann
8 Kommentare 3 minutes read

Heute sind die neuen Regeln für die Saison 2010 von der FIA veröffentlicht worden. Es gibt ein paar interessante Veränderungen.

Wie üblich muss man die erste Fassung der Regeln mit Vorsicht genießen. Nur zur Erinnerung: In diesem Jahr wollte man noch eine Woche vor dem Saisonstart die Regeln noch mal ändern. Da kann sich also noch viel tun. Allerdings – die neuen Regeln waren „part of the deal“ mit dem Concorde Agreement und viel hat man nicht verändert. Zwei Dinge fallen allerdings auf: zum einen ist KERS weiter Bestandteil der Regularien, obwohl die FOTA beschlossen hatte, KERS fallen zu lassen, nachdem außer McLaren und Ferrari keiner ein vernünftiges System zu besitzen scheint. Zweitens hat man das Mindesgewicht um 15 Kilo, auf 620 Kilo erhöht.

Der Grund hierfür dürfte klar sein: KERS wiegt ca. 25 Kilo, wobei das Gewicht vermutlich mit den nächsten Entwicklungsschritten noch fallen dürfte. Das Gewicht entsteht durch die Akkus, die man im Moment einfach nicht leichter bekommt. Damit also alle ungefähr gleich schwer unterwegs sind, und die Fahrer nicht, wie im letzten Winter, als Hungerhaken aus der Pause kommen, hat man das Gewicht der Wagen erhöht. Die Maßnahme ist nicht unumstritten, denn mehr Gewicht bedeutet auch immer mehr Energie, wenn es zu einem Unfall kommt. Was da ein paar hundert Gramm ausmachen können, konnte man bei Massas Unfall sehen. Ob in Sachen KERS das letzte Wort gesprochen ist? Vermutlich nicht. Es gibt auch Gerüchte, wo nach Zytek, die für Mercedes das System entwickelt haben, eine Art Einheits-KERS stellen könnte.

Wie erwartet ist in den Regeln erwähnt, dass das Nachtanken verboten ist. Das war klar, allerdings löst das wiederum ein Problem in der Quali aus, denn am Ende steht eben nicht mehr der schnellste Wagen auf der Pole. Die FIA will das scheinbar von einer unerwarteten Seite angehen, in dem man die Top Ten in Q3 mit einer Minimalmenge an Sprit auf die Strecke lassen will. Erst nach dem Training werden die Wagen dann mit der Spritmenge für das Rennen aufgetankt. Eine gute Entscheidung, die vor allem die Techniker vor Probleme stellen wird. Denn jetzt braucht man einen Wagen, der nicht nur auf eine Runde schnell ist, sondern auch mit einer vollen Tankladung. Die Wagen werden 2010 deutlich schwerer ins Rennen gehen, was dem Reifenabrieb beeinflussen wird. Da braucht man andere Konzepte. Ein Red Bull, der die Reifen schneller verschleißt, ist also gegenüber einem Ferrari oder BrawnGP deutlich im Nachteil. Aber die Fans können sich darauf freuen, dass wirklich der schnellste Fahrer vorne stehen wird. Trulli wird vermutlich schon mal Wetten auf seine Person abschließen.

Des weiteren steht in den Regeln, dass die Motoren weiterhin nun 18.000 U/min drehen dürfen. Und zwar ohne Ausnahme. Cosworth, die eigentlich damit gerechnet hatten, dass sie eine freie Drehzahl bekommen würden, schaut also in die Röhre. In Sachen Motor wird sich vermutlich bis 2012 nichts ändern. Was ich nicht gut finde. Die F1 lebt auch von unterschiedlichen Motorkonzepten. Mir wäre es deutlich lieber, man würde statt der Zylinderzahl die Drehtzahl reduzieren, damit die Ingenieure mehr Möglichkeiten haben. Unterschiedliche Leistungen könnte man auch, wie in der NASCAR, mittels Restriktoren nivellieren. Die Leistungen der jetzigen Motoren gleichen sich sowieso. Renault mag 10 PS weniger als Mercedes haben, aber im Grunde macht das nichts aus. Wenn man die Leistung im Bereich 750 bis 800 PS eingrenzt hat man eine gewisse Streuung, dafür aber wieder mehr Reiz für die Hersteller, ihre Motorkonzepte zu fahren. Warum soll Renault nicht mit einem Hybrid-Turbo, Ferrari mit einem 12-Zylinder und Mercedes mit einem V8 fahren? Davon abgesehen: die modernen Formel Eins klingen aus der Nähe unter Volllast beschissen. Jeder Cosworth DFV klingt besser.

Dafür sind Reifenwärmer weiter erlaubt. Kann man drüber streiten, ob das Sinn macht, wo man mittlerweile in vielen Serien darauf verzichtet und die Fahrer nach einem Boxenstopp auch nicht hilflos über die Strecke rutschen. Auf der anderen Seite versuchte man das Verbot mit dem Argument „Kosten“ durch zu drücken, was ja auch wieder Quatsch ist. Die Reifenwärmer kosten deutlich weniger als der Stromverbrauch der riesigen Brandcenter im Fahrerlager.

Sonst habe ich keine großen Änderungen in den Regeln gefunden. Wer Lust hat, kann sich die Regeln bei der FIA ansehen.

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8 Kommentare

Racefan 19 August, 2009 - 23:12

Don Dahlmann schrieb:

wieder dufte arbeit kristian.
Warum soll Renault nicht mit einem Hybrid-Turbo, Ferrari mit einem 12-Zylinder und Mercedes mit einem V8 fahren?

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Seit mehreren Jahren gehen die Hersteller dazu über, mehr und mehr aufgeladene Motoren zu entwickeln und zu verbauen, seien es Turbo- oder Kompressormotoren. Ich fänd‘ es somit auch schöner, wenn man den Motorenbauern in dieser Hinsicht mehr Freiheiten geben würde.

Jack Knife 20 August, 2009 - 01:57

Schön, dass das Lob für mich auch in anderen Artikeln Anklang findet… :P

JanW 20 August, 2009 - 08:32

Habe grad keine Zeit den ganzen Beitrag zu lesen :(
Werden diese scheiß Radkappen nächstes Jahr auch verboten????

Sven 20 August, 2009 - 08:59

JanW schrieb:

Habe grad keine Zeit den ganzen Beitrag zu lesen :(
Werden diese scheiß Radkappen nächstes Jahr auch verboten????

Hab das Reglement mal überflogen. Hab nix darüber gefunden. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass die Radkappen weiter erlaubt sind. Vielleicht hab ichs auch einfach überlesen….

Montoya12 20 August, 2009 - 16:03

Laut Jacques Schulz dürfen/sollten die F1 nie ohne Reifenwärmer fahren.
Das sagt er jedes mal bei den IRL Übertragungen auf SKY.
In der IRL wird schliesslich auch ohne Reifenwärmer gefahren und es beschwerd sich keiner.

Wolli 20 August, 2009 - 17:12

Das mit dem Nachtankverbot wird noch lustig werden. Die Reifenwärmer nicht zu verbieten ist gut,denn mit kalten Reifen muss heutzutage keiner mehr rausfahren. Man könnte ja eine Temperatur vorgeben,so dass die Reifen nicht optimal warm sind,sondern halt nur warm. Die Radkappen sollte man auch lassen,dienen sie heutzutage doch auch als Bremsbelüftung. Auf Strecken wie Montreal erreicht man so eine effektivere Lüftung als mit den alten Lufthutzen neben dem Rad.

Raziol 20 August, 2009 - 20:51

Ich kann mich mit dem Tankverbot nicht anfreunden.
Gerade auf so langweiligen Strecken wie Ungarn oder Valencia kam durch die unterschiedlichen Tankstrategien wenigstens ein bisschen Spannung rein.

malefue 20 August, 2009 - 21:40

wenn die tankstopps schon das spannende an einer rennserie sind, dann weiß man eh dass was nicht stimmt. die formel 1 ist schon sehr langweilig.
zeigt sich ja auch an den ticketverkäufen. da lachen sich die krad-fahrer aus der moto gp oder sbk wm ja den arsch ab…

ich halte nix von aufrüst-schlachten im rennsport. einheitsmotoren, einheitsreifen, einheitsgeometrie und einheitsaerodynamik, nur mehr motoren sollten selbstentwickelt sein.
dann kann man sich auch mal freuen wen einer gewinnt, weil er schneller ist und nicht weil sein team drei windkanäle und 200 wissenschaftler bezahlen kann. aber einem publikum, das denkt die spannung speist sich daraus wer wann in die box fährt, kann man das wohl nicht zumuten.
f1 ist im moment kein rennsport im eigentlichen sinne mehr.

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