Die Vorschau aufs Wochenende inkl. Termine gibt schon mal heute, da ich morgen ins Flugzeug steige und in die USA entschwinde. Ich gönne mir mal drei Wochen Urlaub. Und damit ist das auch ein Urlaub bleibt, werde ich auf die täglichen Updates wohl größtenteils verzichten. Ob ich die Wochenendvorschauen hinbekomme, weiß ich noch nicht, das hängt vom Wetter und den Unternehmungen ab, die ich so vorhab. Dooferweise ist die NASCAR mal wieder nicht da, wo ich gerade bin, aber um wenigstens ein bißchen US-Sport zu bekommen, werde ich mir wohl ein Baseball Spiel ansehen.

F1 – Monaco
Der Grand Prix der Superlative. Nirgendwo ist es enger, nirgendwo zerhaut man sich das Auto schneller, nirgendwo kann man noch weniger Überholen, nirgendwo ist es so gefährlich, nirgendwo gibt es mehr Prominenz. Der GP von Monaco ist ein Anachronismus. Man weiß schon vorher, dass es ein vermutlich sehr ereignisarmes Rennen werden wird, aber irgendetwas merkwürdiges passiert dann doch. Und es gibt kaum einen GP, der so viel Geschichten geliefert hat, wie der von Monaco. Schumacher vs. Montoya im Tunnel, Senna, der den Wagen wegwirft, Oliver Panis, der als völlig überraschend gewinnt, Stefan Bellof, der das Formel Eins Rennen seines leider sehr kurzen Lebens fährt, die legendären Abstürze des halben Fahrerfeldes, wenn James Hunt in den 70er in der “TipTop-Bar” feierte und, und und. Man könnte seitenweise schreiben.

Dieses Wochenende also ein neues Kapitel – und keiner weiß, wer am Ende vorne sein wird. Die Ferrari schwächeln etwas in der Quali, bei McLaren weiß man nicht, ob man aus den Kurven gut rauskommt, die Renault sind beim quasi Heim GP nicht zu unterschätzen, BMW sagt laut, dass man in diesem Jahr entweder hier oder in Montreal gewinnen kann, Williams und Red Bull liegen auf der Lauer. Das Feld ist so eng zusammen, dass man absolut nichts sagen. Aber es gibt vier Fahrer, denen der Kurs besonders liegen sollte: Raikkönen, Alonso, Heidfeld und Rosberg. Alle vier zeichnet eine ziemlich ruhige und sehr gleichmäßige Fahrt aus, und damit haben sie gegenüber einem Hamilton oder einem Kubica, die dazu neigen, den Wagen in die Kurve zu wuchten, einen leichten Vorteil. Klar ist – die Quali ist der wichtigste Teil des gesamten Wochenendes. Man fährt hier nicht von Platz 12 auf Platz 1, es sei denn, es regnet.

Das Rennen in Monaco ist mit Sicherheit der Höhepunkt der Saison. Schräger, gefährlicher und aufregender wird es nicht mehr werden.
Nicht vergessen: Das Freie Training ist schon am Donnerstag!

Indy 500
Und noch ein Klassiker, der gleich hinter kommt. Das Indy 500 ist als Rennen noch älter als der GP von Monaco und für die Amis ist ja normalerweise alles “alt” was zehn Jahre auf dem Buckel hat. Dieses Jahr gibt es aber schon die 92ste Ausgabe der Rennschlacht auf dem “Brickyard”. Dementsprechend ist alles, wirklich alles Tradition. Ein Rennen ohne einen Foyt, Andretti oder Unser? Undenkbar. Der riesige Pokal, den man nicht mitnehmen darf. Die Milch nach dem Rennen für den Sieger. Die wahnsinnigen Unfälle. Die völlig abgedrehte Geschwindigkeit.

Dabei fährt man in Indy nicht mal “flat out”. Wenn der Wagen vollbetankt ist und die Strecke frisch, muss man lupfen. Manche Fahrer schalten sogar einen Gang runter, damit die Drehzahl nicht zu sehr in den Keller fällt. Der Rundenschnitt liegt so bei 215 bis 220 mp/h, was ca. 350 km/h sind. Und das 500 Meilen lang. Ein winziger Fehler am Lenkrad, ein kleines Teil auf der Strecke, ein Reifen, der minimal Luft verliert – und schon geht es ab in die Mauer. Die haben zwar auch die “Safer Wall”, aber nicht um den ganzen Kurs rum, was ich gerade in Indy absolut nicht verstehe. Wenn die Wagen in die Mauer krachen, machen sie das meist nicht nur einmal. Manchmal drehen sich noch mal rein, manchmal schlagen sie mehrere hundert Meter an der Wand entlang. Einen wirklich schweren Unfall hat es in Indy länger nicht mehr gegeben, aber ernsthaft – das war reines Glück. HANS System hin, besseres Monocoque her – Verletzte sind beim Rennen eigentlich einkalkuliert und die IRL schrammte im letzten Jahr mehrfach an massiven Katastrophen vorbei. Aber wir wollen das Beste hoffen. Und vor allem, dass das Rennen auch die 500 Meilen erlebt und nicht wegen Regens oder anderer Dinge verkürzt wird.

In der ellenlangen Quali war schnell klar, dass die Ganassi Piloten dieses Jahr ziemlich gut aussehen. Obwohl man bei so einem langen und schnellen Rennen meinen sollte, dass Überholen hier kein Problem ist, ist es genau die Geschwindigkeit, die das Überholen so schwer macht. Die Kurven haben mit 9° einfach zu wenig Überhöhung um dort auf zwei Linien gleichwertig unterwegs zu sein und die Wagen selber sind meist relativ gleichschnell. Man kommt nur vorbei, wenn man sich vor Turn 1 oder Turn 3 auf die Innenlinie gesetzt hat und auf gleicher Höhe ist. Alles andere kann man vergessen. Kein Wunder, dass der größte Teil der bisherigen Sieger aus den ersten beiden Startreihen kam. Und da beide Ganassi vorne sind, kann man sich deren Gewinnchancen ausrechnen. Aber das Rennen ist lang, Fehler passieren schnell und oft ist es am Ende ein reines Lotteriespiel mit dem Sprit. Es gab schon Fahrer, denen in den letzten zwei Runden der Spirt ausgegangen ist, es gab Fahrer, die unglücklich beim Überrunden abgeschossen wurden, es gab auch welche, die erst 200 Meter vor der Zíellinie überholt wurden.

NASCAR – Coca Cola 600
Zweites Rennen der NASCAR auf dem Lowe`s Speedway und zu dem das längste des gesamten Jahres. Weil man in Indy am gleichen Tag 500 Meilen fährt, hat man sich bei der NASCAR schon vor längerer Zeit gedacht, dass man das toppen müsse. Also geht es 600 Meilen lang im Kreis. Ganz ehrlich – das ist zu viel. Ich hab noch kein 600er Rennen gesehen, dass zwischen der 100 und der 350 Runde nicht öde gewesen wäre und wo nichts passierte. Warum auch – das Rennen wird in den letzten 50 Runden entschieden, vielleicht, wenn die Cautions ausblieben, etwas früher. Daher gilt hier die alte Weisheit: Rennposition ist alles. Wer in den Top 10 ist, kann dass Rennen bis zum Ende gemütlich nach Hause schaukeln. Also Spirt sparen, Reifen und Motor schonen so gut es geht. Keine Komponenten, die ein Rennen spannend machen. Dazu kommt, dass das CoT stabiler zu fahren ist und der relativ neue Belag der Strecke mehr Grip bietet. Selbst im All-Star Rennen gab es nicht eine einzige Caution, dabei gilt das kurze Rennen eigentlich als Crash-Magnet. Der Rekord für Gelblichtphasen stammt aus dem Jahr 2004, als man 22 mal Gelb warf und von den 400 Runden rund 100 hinter dem Pacecar rum schlich. Wie auch immer – nach dem GP von Monaco und dem Indy 500 folgen also noch mal gut und gerne vier Stunden Rennen. Manchmal auch fünf.

Das All-Star Rennen hat dann auch schon mal gezeigt, wen man vorne sehen wird. Roush/Fenway mit Edwards und vor allem Biffle, die gesamte Gibbs Mannschaft, Junior, und vielleicht auch den ein oder anderen Dodge, obwohl ich die, trotz des Sieges von Kasey Kahn, nicht so wirklich vorne sehe. Wichtig fürs Rennen: die Strategie. Der Rennausgang hängt massiv davon ab, wie gegen Ende die Cautions kommen. Gibt es in den 50 Runden nur eine, ist eh wurscht, kommt aber sechs Runden vor Schluss noch eine, dann ist die Frage, was man macht. Alle Reifen? Zwei Reifen? Keine Reifen? Nach dem All-Star würde man dazu neigen, gegen Ende keine neuen Reifen mehr zu nehmen, weil man offensichtlich gut und gerne 50 Runden fahren kann, ohne dass man viel Grip verliert. Beide Rennen sollten ungefähr zur gleichen Zeit zu Ende gehen, aber wenn das Rennen gut läuft, könnte es auch sein, dass man eine halbe Stunde früher fertig ist. Und was eine halbe Stunde in Sachen Streckentemperatur, Reifendruck usw. anstellen kann, hat man bei Greg Biffle gesehen. Innerhalb von 20 Minuten ging bei ihm nichts mehr, wo er vorher noch die schnellsten Runden abgeliefert hatte.

Es wird also ein eher anstrengendes Rennen in Charlotte. Eins, für dass Fahrer und Zuschauer viiieeel Geduld benötigen.
Nicht vergessen: Das Freie Training ist auch bei der NASCAR schon am Donnerstag!

24 H Nürburgring
Eigentlich wollte ich dieses Jahr mal wieder am Ring sein – aber gegen Urlaub wehre ich mich auch nicht. Dabei sind die 24 H am Ring etwas ganz besonderes. Es gibt wohl, vielleicht mal abgesehen vom Rennen in Spa, keins, was atmosphärisch derartig dicht ist, wo man so viel Spaß haben kann und wo man ohne viel nachzudenken einfach mal Fan sein darf. 200.000 Menschen an der Strecke, Grillwürstchen, viel Bier und ein Starterfeld, das es so nur einmal gibt. Klar – vorne blasen die Favoriten rum, aber um die geht es doch eigentlich nicht. Es geht um die kleinen Teams und vor allem die Exoten. Neben unzähligen Porsche und BMWs findet man in der Starterliste (pdf) einen Audi R8, einen Holden Commodore aus der australischen V8 Supercar Serie, einen Volvo S60, zwei Gallardo, einen steinalten Mercedes 190 Evo II, den üblichen Opel Manta, einen neuen Fiat 500 und einen Ford Mustang GT. Es wird also laut, sehr sehr laut am Ring.

Das Rennen selber ist dabei allerdings nicht ungefährlich. Die Tücken der Nordschleife sind bekannt, aber es sind vor allem die enormen Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Porsche, Aston Martin und BMW Z4 zu den Suzuki Swifts, Fiestas usw. die vor allem bei Dunkelheit brandgefährlich sind. Es gab in den letzten Jahren nur wenig schwere Unfälle, auch weil man wohl das Fahrerbriefing verschärft hat, und die Teams die Heckscheibe nicht komplett zukleben dürfen, wie das noch bis vor ein paar Jahren der Fall war. Die Überrundungsmanäver sind für vor allem für die mittelschnellen Teams mächtiger Stress. Wer vorne wegblasen kann, muss nicht nach hinten schauen, wer in einem Fiesta sitzt wohl weniger nach vorne. Aber die Astras und vielen BMWs aus der Mittelklasse müssen andauernd alles im Auge behalten. Keine leichte Sache.

Ein ganz, ganz großes Kompliment muss man dem ADAC schon mal vorweg machen. Nachdem man im letzten Jahr ziemlich überraschend einen Livestream ins Netz stellte, der 24 Stunden lang Livebilder sendete und die Zuschauer über den Streckenkommentar unterhielt, hat man in diesem Jahr noch eine Schippe drauf gelegt. Obwohl 2007 kaum angekündigt, brach der Stream ziemlich flott zusammen, weil die halbe Welt zuschauen wollte. In diesem Jahr hat man wieder zwei Streams. Einen “normalen” und einen, der offenbar an einer armdicken Leitung hängt. Der “Premiumstream” soll nur abrufbar sein, wenn man über eine DSL Verbindung verfügt, die mindestens (!) 2 MB hat. Es dürfen dann wohl gerne 6 MB sein, damit man nebenbei noch was anderes machen kann. Ob der “Premiumstream” kostenlos ist, kann ich nicht sagen. Alle Infos gibt es auf der HP vom Rennen unter http://adac.24h-rennen.de.

Und sonst?
Im Rahmenprogramm der F1 sind unterwegs: GP2, Porsche Supercup. GP2 fährt wohl schon am Freitag, wenn ich das richtig verstanden habe.

Ich wünsche allen viel Spaß mit einem der schönsten Rennsportwochenenden des Jahres.

22.05.2008

LIVE 09:55 Uhr Formel Eins Monaco 1. FT Premiere, DSF Wdh: 12:25, 19:00 h
LIVE 13:55 Uhr Formel Eins Monaco 2. FT Premiere, DSF Wdh: 19:30 h
LIVE 19:00 Uhr   NASCAR NW   Lowe’s Training   SpeedTV
Aufz. 20:00 Uhr Formel Eins Monaco FT DSF
LIVE 21:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s Training   SpeedTV
LIVE 00:00 Uhr   NASCAR NW   Lowe’s Training   SpeedTV

23.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s Quali   SpeedTV
Aufz. 10:00 Uhr Formel Eins Monaco 1. FT Premiere
Aufz. 13:40 Uhr Formel Eins Monaco 2. FT Premiere
LIVE 17:00 Uhr   IRL   Indy 500   ESPN 2 Pit Crew Challenge, Indy Light
LIVE 18:30 Uhr 24 H Nürburgring FT DSF
LIVE 22:30 Uhr 24 H Nürburgring FT DSF

24.05.2008

LIVE 10:55 Uhr Formel Eins Monaco 3. FT Premiere Wdh: 12:45 h
LIVE 13:45 Uhr Formel Eins Monaco Quali Premiere, RTL Wdh: 17:20 h
LIVE 14:30 Uhr 24 H Nürburgring DSF
Aufz. 15:25 Uhr GP2 Monaco 1 Premiere
LIVE 15:55 Uhr GP2 Monaco 2 Premiere Wdh: 18:45 h
LIVE 19:00 Uhr   NASCAR CTS   Mansfield   SpeedTV
LIVE 18:30 Uhr 24 H Nürburgring DSF

25.05.2008

LIVE 01:30 Uhr   NASCAR NW   Lowe’s   ESPN 2
LIVE 08:45 Uhr 24 H Nürburgring DSF
LIVE 09:40 Uhr Porsche Supercup Monaco Premiere
LIVE 11:00 Uhr 24 H Nürburgring DSF Bis zum Schluß
LIVE 12:30 Uhr Formel Eins Monaco Premiere, RTL
LIVE 17:45 Uhr   Indy 500   Indianapolis   Premiere, ABC
Aufz. 18:00 Uhr Formel Eins Monaco DSF
LIVE 21:00 Uhr   NASCAR Raceday   Lowe’s   SpeedTV
Aufz. 21:30 Uhr Formel Eins Monaco FT DSF
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR SC   Lowe’s   FOX