Nach der Highspeed-Orgie in Talladega kommt am Wochenende wieder etwas völlig anderes auf die NASCAR Piloten zu. Richmond ist ein merkwürdiges Oval. Es läuft unter Shorttrack, ist aber, ähnlich wie Phoenix, dafür eigentlich etwas zu flott. 0,75 Meilen lang, mit 14° Grad Banking und einer langen Start/Zielgerade, die mit 8° ebenfalls leicht überhöht ist. Weil die Kurven dann dementsprechend eng sind, braucht man hier vor allem zwei Dinge: Gute Bremsen und tonnenweise Abtrieb. Die Teams werden also die Kühleröffnungen weitesgehend offen lassen und den Heckflügel möglichst steil stellen. Problematisch ist Turn 2, weil man hier eine Menge Schwung mitnehmen möchte, allerdings macht die Kurve ein wenig zu, also muss man vorsichtig sein. In den beiden letzten Kurven wird es nicht so eng, weswegen man hier teilweise zu dritt fahren kann. Da der Grip extrem wichtig für die Rundenzeiten ist, wird man im Rennen sehen, dass die Fahrer selbst nach wenigen Runden an die Box kommen, um neue Reifen zu fassen. Ebenfalls wichtig ist dann aber auch die Strategie. Man kann eine Menge Positionen gut machen, wenn man einfach mal draussen bleibt, und darauf hofft, dass die nächste Caution bald kommt. Richmond ist durchaus anfällig für Unterbrechungen. Letztes Jahr gab es einmal 12 und einmal 14 Gelbphasen. Man kann also durchaus mal auf Risiko mit dem Spirt und den Reifen spielen. Das bedeutet aber auch, dass die Rennen sehr lang werden können. Immerhin geht es 400 Runden lang im Kreis. Da das Rennen in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfindet sollte man sich auf eine Lange Nacht einstellen.

Da die Saison bisher noch keinen klaren Favoriten hervorgebracht hat, ist es schwer abzuschätzen, wer die besten Karten haben wird. Auf den bisherigen Shorttracks gab es zwei Chevy (Burton, Johnson) und einen Toyota (Hamlin) Sieg. RCR sollte man aber wieder auf der Rechnung haben, da die für die Shorttracks offenbar ein gutes Paket haben. Toyota tut sich hier noch etwas schwerer, ebenso die Dodge, die in diesem Jahr auf den Kurzstrecken noch auf keinen grünen Zweig gekommen sind. Wie das mit Roush aussieht ist auch schwer zu sagen. Eigentlich würde ich Carl Edwards auf den schnellen Shorttracks weit vorne sehen, aber offenbar kommt Ford dieses Jahr besser mit den 1.5 Meilen Ovalen klar. Wichtig ist in jedem Fall eine gute Startposition. Wer weit hinten steht hat wie bei allen Shorttrack das Problem, dass man schnell überrundet werden kann – oder noch schlimmer: in einen der unzähligen kleinen Unfälle verwickelt wird. Richmond ist im Übrigen der letzte Track, auf dem Junior 2006 gewinnen konnte. Seitdem fährt er einem Sieg hinter her.

Ebenfalls unterwegs ist die NW Serie. Das Feld ist wie üblich mit Cup Fahrern vollgestopft.

DTM – Mugello
Die längste und schnellste Strecke der DTM, aber auch eine, auf der wenig passiert. Mugello zeichnet sich vor allem durch ellenlange Gerade aus, auf der die DTM Wagen ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen werden. Soweit ich weiß, ist das die längste Gerade im DTM Kalender. Da ist also Speed gefragt, aber dann kommt da der Rest der Strecke, der mit schnellen Kurven und zwei Haarnadel-ähnlichen Kurven aufwartet. Überholen ist so eine Sache in Mugello, vor allem mit der in diesem Jahr sehr anfälligen Aerodynamik der Wagen. Man hat schon in Hockenheim gesehen, dass man selbst dann nur schwer vorbei kommt, wenn man selber etwas schneller ist. Die “dirty air” ist mittlerweile auch voll in der DTM angekommen.
Mit großen Überraschungen sollte man nicht rechnen. Die Audi werden vermutlich dominant sein. Im letzten Jahr standen nach der Quali fünf Audi vor dem ersten Mercedes, allerdings schmissen die Ingolstädter das Rennen erstaunlicherweise am Ende weg und Häkkinen konnte seinen letzten Sieg einfahren. Das wird dieses eher nicht passieren und Mercedes wird froh sein können, wenn sie wieder einen Fahrer aufs Podest bekommen.

Bei den Rahmenrennen geht es nur F3 Euro und Porsche Cup. Statt Seat Cup fährt die italienische Superstar Serie, eine Art V8 Cup. Läuft dann demnächst bei MotorsTV.

A1 – Brands Hatch
Die A1 GP Serie beschließt eine wirklich gelungene Saison mal wieder in Brands Hatch. Und zwar auf dem großen Kurs. Der ist für die schnellen Monoposto fast etwas zu schnell und vor allem zu eng. Im letzten Jahr krachte es schon heftig und das Rennen war lange unterbrochen. Gerade wenn man im hinteren Teil der Strecke um die Streckenteile Hawthorne und Westfield abfliegt, kann das schnell sehr weh tun. Aber trotzdem gehört die Strecke noch zu den Besten, die es auf der Welt gibt. Man braucht eine Menge Mut, um hier richtig schnell zu sein.
In der A1 geht es rechnerisch noch um die Meisterschaft. Die Schweiz führt mit 29 Punkten vor Neuseeland, die theoretisch 32 Punkte am Wochenende einfahren könnten. Dann muss aber wirklich alles perfekt laufen. Aber man hat ja nun schon allerhand gesehen, also sollte man nicht “Geht nicht” sagen. Die Schweizer haben natürlich den Vorteil, dass sie das Rennwochenende extrem konservativ angehen können. Ein Platz unter Top 8 nebst einer schnellsten Runde sollte reichen um den Sack zu zumachen. Wenn die Neuseeländer ausfallen, ist die Sache sowieso geritzt. Ist auch das letzte Mal, dass man mit dem alten Chassis unterwegs ist. Ab September gibt es Ferrari Motoren und einen Wagen, an dem der Ex-Ferrari Chefdesigner Rory Byrne mitgebastelt hat.

BTCC – Donington
Nicht das ich den Verdacht komme, ich würde britische Strecken über alles lieben, nur weil ich Oulton Park, Brands Hatch, Knockhill, Croft und Snetterton so geil finde. Nein. Donington kann ich ebenso wenig aussehen wie Silverstone. Zum Beispiel. Ja, die Passage runter von Start und Ziel zur Brücke ist nett, aber das war es dann auch schon. Die beiden blinden Rechtskurven McLeans und Coppice sind eine Pest. Der Rest belanglos bis langweilig. Aber – man kann in Donington Park wirklich extrem gut überholen und die Strecke ist so breit, dass man es auch mal zu zweit nebeneinander probieren kann. Was in der BTCC ja immer sehr gerne genommen wird. Ich weiß jetzt nicht, ob man die National oder den GP Kurs mit der dämlichen Haarnadel diesesmal fährt, aber das macht auch wenig Unterschied. Der Haken hinter den Boxen macht die Strecke auch nicht besser. Freuen darf man sich auf jeden Fall auf ein abwechslungsreiches und spannendes Rennen der BTCC.

Und sonst?
Diese Samstagsrennen der NASCAR machen mich völlig wuschig, weil ich nie weiß, was ich dann Sonntagabends machen soll…

02.05.2008

Aufz. 11:00 Uhr LMS Monza Euro 2
Aufz. 12:05 Uhr NASCAR SC Talladega Premiere
Aufz. 19:00 Uhr IRL Kansas Premiere
LIVE 19:30 Uhr   NASCAR SC   Richmond Training   SpeedTV
LIVE 22:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond Quali   SpeedTV
LIVE 23:30 Uhr   NASCAR SC   Richmond Quali   SpeedTV

03.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR NW   Richmond   ESPN 2
LIVE 09:40 Uhr   DTM   Mugello Training   dtm.tv
LIVE 11:40 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   Premiere 17.30 h
Aufz. 12:00 Uhr   GrandAM   Virgina   SpeedTV
LIVE 13:30 Uhr   DTM   Mugello Quali   ARD
Aufz. 18:00 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   DSF
Aufz. 21:00 Uhr   Toyota VIP Rennen   Long Beach   SpeedTV
LIVE 23:00 Uhr   NASCAR Raceday   Richmond   SpeedTV

04.05.2008

LIVE 01:00 Uhr   NASCAR SC   Richmond   Fox
Aufz. 10:00 Uhr   F3 Euro   Mugello 1   Premiere
LIVE 10:40 Uhr   F3 Euro   Mugello 2   Premiere
Aufz. 11:50 Uhr   Porsche Cup   Mugello   Premiere
LIVE 13:45 Uhr   DTM   Mugello   ARD
LIVE 15:15 Uhr   A1 GP   Brands Hatch   Premiere 19.45 h
Aufz. 18:00 Uhr   DTM   Mugello   DSF