Premiere erfreute die NASCAR Fans gestern mal wieder mit einem ganz besonderen Service. Statt wie ausgezeichnet das Rennen aus Phoenix zu zeigen, wiederholte man ohne Angabe von Gründen einfach das Rennen aus Texas. Deswegen habe ich auch noch nichts gesehen, hoffe aber, dass Premiere beim heutigen Wiederholungstermin mittlerweile in der Lage ist, die Aufzeichung zu senden. Das Premiere nichts senden wollte kann eigentlich nur zwei Gründe haben. Entweder ist in solchen Fälle die Aufzeichnung zu spät raus gegangen, oder die Moderatoren standen nicht zur Verfügung. Auf der NASCAR Media Seite konnte ich sehen, dass die Aufzeichnung für TV Stationen am Sonntag fertig war, also kann es nicht daran gelegen haben. Naja, man ist das ja mittlerweile gewöhnt.

Das NW Rennen aus Phoenix lief gestern immerhin mal bei NASN, die das sonst auch schon mal gerne “vergessen” oder irgendwann in der Nacht versenden. Das Rennen war aber auch eher in der Kategorie “geht so” einzuordnen. Kyle Busch und Carl Edwards waren einfach zu dominant, als das ein richtig gutes Rennen hätte entstehen können, auch wenn es viele Zweikämpfe im hinteren Feld gab. Positiv aufgefallen ist mir mal wieder Brad Keselowski. Das Nachwuchstalent aus Juniors JR Team hatte die Pole gewonnen, und gehörte zu den wenigen, die im Feld der Sprint Cup Fahrer mithalten konnten. Da wächst auf jeden Fall einer ran, den wir bald auch im Sprint Cup sehen könnten. Ansonsten gibt es zum Phoenix Rennen wenig zu sagen. Ein Wort aber noch zu ESPN. Die machen in diesem Jahr einen deutlich besseren Job als noch im letzten Jahr. Die Kommentatoren (Marty Reid, Dale Jarrett, Andy Petree) gaben ein gutes Team ab und man merkt, dass ESPN aus den Fehlern im letzten Jahr gelernt hat. Man ist deutlich lockerer geworden und versucht etwas mehr “Fan-Nähe” zu zelebrieren. Selbst Tim Brewer im TechCenter machte mal einen Witz. Es bleibt zwar dabei, dass Fox weiterhin die meiner Meinung nach beste TV-Crew im Jahr hat, aber immerhin tut sich was bei ESPN.

Im Vorfeld des Sprint Cup Rennens gab es allerdings ziemlichen Ärger. Fox überträgt auch einige Baseballspiele und am Samstag spielten die New York Yankees gegen die Boston Red Sox. Wer sich da nicht so gut auskennt – das ist ein wenig vergleichbar mit einem Länderspiel Deutschland gegen England. Die Feindschaft zwischen beiden Clubs ist legendär und die Spiele echte Zuschauermagneten. Dooferweise hatte es in Boston geregnet, weswegen das Ende des Spiel um zwei Stunden verzögert wurde. Und das ausgerechnet vor dem letzten Inning beim Stand von 4:3 für Boston. Fox hatte also das Problem, zwei Top Ereignisse gleichzeitig zeigen zu müssen. Also verzichtete man auf die komplette Vorberichterstattung und ging nach Boston. Die NASCAR verschob sogar den Start um 15 Minuten, wollte aber nicht abwarten, bis das Spiel ganz vorbei war. Am Ende schaltete man wenige Pitches vor Ende des Spiel gerade rechtzeitig zum NASCAR Rennen – und handelte sich mächtig Ärger mit den Baseball und den NASCAR Fans ein. Die Baseball Fans wiesen nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass man die fünf Minuten ja auch noch hätte zeigen können, zu mal ja auch bis zur ersten Caution leicht delayed hätte übertragen können. Die NASCAR Fans wiederum meinten, dass die Yankees und die Sox dieses Jahr immerhin noch 15mal aufeinandertreffen würden, da kame es auf ein Spiel nicht an. Das Fox aber überhaupt vom Baseballspiel weggegangen ist, zeigt aber auch, wo die NASCAR im TV Ranking steht. Nämlich nach der NFL auf Platz 2 der beliebtesten Sportarten. Baseball folgt erst auf dem dritten Platz, was angesichts der Tatsache, dass Baseball immerhin “die” US Sportart ist, schon erstaunlich ist.

Nächste Woche hat man die Probleme nicht, das der Cup Pause macht und die NW Serie in Mexico unterwegs sein wird.

Nachtrag: Mittlerweile hat Premiere den leicht erkältet klingenden Jacques Schulz in Studio bekommen und eine Aufzeichnung gezeigt. Wie üblich zeigte die Zusammenfassung nur wenig von der Rennaction, aber immerhin blieb man die letzten Runden drauf und zeigte das Benzindrama in voller Länge. Mal wieder war es Chad Knaus, der Jimmie Johnson zum Sieg führte. Irgendwas haben Knaus und seine Jungs gefunden, dass sie immer wieder diese Benzin-Krimis gewinnen können.

Speedcar & GP2 Asia – Dubai
Um es kurz zu machen: Speedcar Serie war erstaunlich mau, verglichen mit den Rennen in den Wochen zuvor, dafür war zumindest das zweite Rennen der GP2 Asia ein echter Brenner. Im letzten Rennen der Saison gab man es richtig heftig und man überholte, wo es eben ging. Eine Safety Car Phase gegen Mitte des Rennens führte das Feld dann auch wieder schön zusammen, so dass der Spaß wieder von vorne los gehen konnte. Am Ende gewann mit Bonanomi mal ein anderer, was auch daran lag, das Seriensieger Grosjan einen schlechten Tag hatte, und das Auto wegwarf.

Insgesamt haben aber GP2 Asia und die Speedcarserie gezeigt, dass sie fantastischen Motorsport bieten können. Von der GP2 wusste man das ja schon aus den letzten Jahren und die Winterserie ist sowieso nur ein verlängerter Test der Hauptserie im Sommer. Bei der Speedcar Serie war das vorher nicht so klar und ich war auch sehr skeptisch, was die Serie angeht. Zumal man auch kaum Fahrer und Teams zusammen bekam. Das änderte sich allerdings im Laufe der kurzen Saison und die Idee, ein paar “Old-Stars” mit ein wenig Geld in die Serie zu holen, erwies sich als goldrichtige Entscheidung. Nicht nur wegen Namen wie Johnny Herbert, Stefan Johansson oder Klaus Ludwig, sondern weil die Herren sichtbar Spaß an der Sache hatten und es krachen ließen. Selbst ein eher zurückhaltender Fahrer wie Frentzen legte alle Rücksicht ab und kachelte um die Ecken. Schon drei Rennen dachte ich mir, dass die Serie eigentlich ins Rahmenprogramm der F1 gehört. Das die Speedcar guten Sport bieten bemerkte dann auch Eurosport und stieg immerhin mit dem zweiten Programm mitten der Saison ein. Und dann ist die Speedcar Serie eigentlich auch ein kleine Ohrfeige gegenüber anderen Tourenwagenserien. Da versenkt man viel Geld in Aerodynamik, Motoren und Getriebe, und dann kommt da eine Serie mit einem V8, vier Gängen, einem Heckspoiler der aussieht, als hätte man ihm von der heimischen Schrankwand abgebrochen und bietet packenden Sport. Das muss mancher Serie doch eigentlich zu denken geben.

BTCC – Rockingham
Das ist Internet ist schon eine tolle Sache, denn jetzt kann ich endlich mal wieder meine Lieblings Tourenwageserie sehen. Die BTCC ist zwar nur eine “kleine” Serie, und auch der Aufwand der dort betrieben wird, ist nach dem Rückzug der ganzen Hersteller zugunsten der WTCC deutlich geringer. Aber dafür liefert man weiterhin fantastischen Sport. Selbst auf einer so öden Rennstrecke, wie in Rockingham. Dabei sind Konzept und Regelement der BTCC gar nicht so weit von der WTCC entfernt. Seit diesem Jahr darf man auch die Super2000 aus der WTCC einsetzen, was einige Teams auch gerne machen. Auf der anderen Seite trauen sich mehr Hersteller rein. Honda hat zwei Civics am Start, die aussehen, als würden sie in jeder Kurve umfallen (was sie nicht tun), Vauxhall hat drei Astras, dazu die üblichen Verdächtigen von BMW und Seat. Und irgendwie gelingt der BTCC das Kunststück, die TDIs von Seat auch einbremsen zu können, während die FIA hier immer noch rumeiert. Was auch daran liegt, dass man mit Platzierungsgewichten während eines Wochenendes nicht gerade rumgeizt. Wer eins der drei Rennen am Wochenende gewinnt, der bekommt halt beim zweiten Renne bis zu 45 Kilo ins Auto gepackt. Das reicht auch den engen britischen Strecken dann aus um keine Überlegenheit aufkommen zu lassen. Natürlich – die Top-Teams haben alle eine gewisse Werksunterstützung. Das britische WTCC hilft den Kollegen aus der BTCC, Honda greift auch gerne ein, Vauxhall füttert das Team ebenfalls, ebenso die Lage bei Seat. Der Abstand zu den wirklichen Privatiers ist daher auch größer geworden, aber nicht so groß, dass die nicht mal vorne mitfahren könnten, wenn der Startplatz stimmt.
Die Fahrernamen dürften den meisten Deutschen aber kaum etwas sagen. Die ganz großen Namen, die man noch aus den 90er Jahren kennt (z.B John Cleland) sind weg, dafür gibt es aber Leute wie Jason Plato, Fabrizio Giovanardi, Matt Neal oder Darren Turner sind schon eingermaßen bekannt. Dazu kommen natürlich die einzigartigen Strecken. Thruxton, Croft, Snetterton, der drei Kurven Kurs von Knockhill und natürlich Oulton Park sind wundervolle Kurse. Keine zwanghaft in die Landschaft gedengelten Strecken, sondern alte Traditionskurse, die den Fahrern eine Menge abverlangen.

Die Mischung aus diesen Kursen, der Chancengleichheit und der britischen Fahrweise macht die Serie zu etwas sehr besonderen und zu einer der besten Tourenwagenserien der Welt. Bevor ich mir ein WTCC anschaue, bleibe ich lieber bei der BTCC.

A1GP – Shanghai
Auch hier nur kurz: Ein eher müdes Rennen auf einem Tielke Kurs. Da kann man einfach nichts machen. Wenn schon die A1 mit den Einheits-Chassis auf diesen Kursen nicht klar kommt, kann man sehen, was das bedeutet. Am Ende gewann immerhin mal die USA die Jonathan Summerton vor dem erstaunlich gut sortieren Team aus Portugal mit Felix Albuquerque. Michael Ammermüller hatte schon im Training verwachst und kam nur auf Platz 10. Vor dem letzten Rennen in Brands Hatch führt die Schweiz mit 29 Punkten Vorsprung auf Neuseeland. Das sollten die Schweizer in der Tasche haben, denn es gibt nur noch maximal 32 Punkte zu vergeben. Aber eine Restunsicherheit bleibt natürlich.

Und sonst?
In Barcelona testen die F1 Teams neue aerodynamische Kleinigkeiten. Leider gibt es noch keine Fotos in den Presseabteilungen der Hersteller, deswegen macht es keinen Sinn, darauf größer einzugehen. Nur so viel sei gesagt: Ferrari tauchte zum ersten Mal mit dem “Loch” im Frontbereich auf. Dabei handelt es sich aber nicht, wie ich vermutet hatte, um einen größeren Lufteinlass im vorderen Bereich des Flügels, sondern nur um einen Lufteinlass über der Vorderachse zwischen Frontflügel und Cockpit. Das ist zwar neu, sieht aber nicht wirklich spektakulär aus. Honda war wiederum mit einem Geweih der Marke BMW unterwegs und scheint da was kopieren zu wollen.
Ferrari und McLaren testen die neuen Slicks von Bridgestone und Massa war mal glatt drei Sekunden schneller. Die Fahrer freuten sich über das “mehr” an Grip, hatten aber auch mit einem schnellen Abfall der Performance zu kämpfen. Das ist aber nicht wirklich etwas Neues, denn die Slicks hatte auch schon früher einen schmalen Peak. Wenn man den “überfahren” hat, kam es sehr schnell zu Blistern, die die Fahrer zum Wahnsinn trieben.

15.04.2008

Aufz. 09:30 Uhr   A1 GP   Shanghai   Premiere
Aufz. 17:00 Uhr   NASCAR SC   Phoenix   Premiere
Aufz. 22:00 Uhr   NASCAR SC   Phoenix   Premiere
Aufz. 00:00 Uhr   A1 GP   Shanghai   Premiere